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Die Affekte im Kontext der aristotelischen Ethik

Titel: Die Affekte im Kontext der aristotelischen Ethik

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2005 , 18 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Jana Marquardt (Autor:in)

Philosophie - Philosophie der Antike
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Aristoteles entwickelt in der Nikomachischen Ethik eine Art Handlungsanweisung, durch deren Befolgen es dem Menschen ermöglicht werden soll, ein glückliches und tugendhaftes Leben zu führen. In diesem Zusammenhang widmet sich Aristoteles auch dem Thema der menschlichen Affekte und geht dabei unter anderem den beiden folgenden Fragen nach: ‚Welchen moralischen Wert haben Affekte?’ und ‚Wie kann man den richtigen Umgang mit den Affekten pflegen?’.
Die aristotelische Ethik beschäftigt sich demnach primär mit der Frage nach dem Erwerb von Tugenden oder tugendhaften Haltungen und der damit verbundenen Erlangung der ‚eudaimonia’, der höchsten Glückseligkeit. Aristoteles erläutert in diesem Zusammenhang, dass das Ziel, ein tugendhaftes Leben zu führen, nur dann erreicht werden kann, wenn man den richtigen Umgang mit seinen Affekten beherrscht. Was genau Aristoteles unter diesem richtigen Umgang mit den Affekten versteht, soll im Folgenden aufgezeigt werden. Die Arbeit untergliedert sich dementsprechend in folgende Teile: Zunächst sollen die aristotelische Affektenlehre im Allgemeinen sowie eine kurze Definition des Begriffs ‚Affekt’ dargestellt werden, um daran anschließend einige wesentliche Merkmale der Affekte zu erläutern, wie sie Aristoteles in der Rhetorik formuliert hat.
In einem zweiten Schritt soll versucht werden, das aristotelische Verständnis der Affekte innerhalb seiner Ethik zu positionieren. Daher wird erstens kurz auf die ‚eudaimonia’, die Glückseligkeit, als das höchste Gut verwiesen werden, zweitens auf die aristotelische Seelenlehre und schließlich auf die Einteilung der menschlichen Tugenden in dianoetische und ethische Tugenden. Daran anschließend wird in einem letzten Schritt die ‚Mesoteslehre’ des Aristoteles dargestellt werden, die nicht nur für das Verständnis der ethischen Tugenden, wie Aristoteles sie definiert, unerlässlich ist, sondern zudem für die letztendliche Bestimmung und Bewertung der Affekte eine wichtige Rolle spielt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Affektenlehre des Aristoteles

2.1 Kurze Definition der Affekte

2.2 Allgemeine Merkmale der Affekte

3. Stellung der Affekte in der aristotelischen Ethik

3.1 Das höchste Gut

3.2 Die aristotelische Seelen- und Tugendlehre

3.2.1 Die zwei Seelenteile

3.2.2 Die Tugenden und wie sie erworben werden

3.3 Die Mesoteslehre

4. Abschließende Bemerkungen

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der menschlichen Affekte innerhalb der aristotelischen Ethik. Dabei wird der Frage nachgegangen, welchen moralischen Stellenwert Affekte einnehmen und wie ein richtiger, tugendhafter Umgang mit ihnen im Sinne der aristotelischen Seelenlehre erreicht werden kann.

  • Die aristotelische Auffassung der Affekte als natürliche Bestandteile der Seele.
  • Die Verknüpfung von Affekten mit Vernunft, Entscheidung und moralischer Verantwortung.
  • Die Bedeutung von Gewöhnung und Charakterbildung für den Erwerb ethischer Tugenden.
  • Die Funktion der Mesoteslehre zur Bestimmung des richtigen Maßes im menschlichen Handeln.
  • Die Abgrenzung von Aristoteles' Position zur stoischen Lehre der Affektunterdrückung.

Auszug aus dem Buch

2.2 Allgemeine Merkmale der Affekte

Ausführlichere Thematisierungen der einzelnen Affekte finden sich nicht nur in der Nikomachischen Ethik, sondern auch in anderen Schriften des Aristoteles, beispielsweise in der Rhetorik. Darin untersucht Aristoteles die Affekte Zorn, Wut, Aggression, Furcht, Scham und Schuld und stellt als Ergebnis der Untersuchung Merkmale fest, die für fast alle Affekte gleichermaßen gelten. Er bestimmt diese Affekte, wie Markus Wörner es ausdrückt, „nicht nach Form und Materie, Ursache und Effekt, sondern charakterisiert sie auf eine Weise, die angibt, wofür sie in einem speziellen Kontext, dem der Entscheidungsfindung, Ursachen darstellen.“

Auch wenn die genannten Affekte offensichtliche Unterschiede in ihrer jeweiligen Bestimmung aufweisen, so nennt Aristoteles, wie auch Wörner feststellt, doch gewisse Gemeinsamkeiten, die deutlich machen, dass und auf welche Weise sie sittliche Bewertungen oder Haltungen voraussetzen. Aristoteles’ Definitionen der Affekte machen erstens deutlich, dass demjenigen, welcher affektiv betroffen ist, in jedem Fall und unabhängig von dem jeweiligen Affekt etwas als etwas erscheint. So erscheint dem Zornigen etwas als Kränkung seiner selbst oder eines der Seinen, dem Neidischen etwas als Erfolg, der einem ihm Ebenbürtigen zukommt. Bestimmte Vorstellungen oder Annahmen bilden somit überhaupt erst die Voraussetzungen für das Bestehen eines Affektes. Ob diese Annahmen der Wahrheit entsprechen, spielt nach Aristoteles bei der Entstehung eines Affektes jedoch keine Rolle. Hierfür reicht allein eine für wahr gehaltene Annahme.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Nikomachischen Ethik als Handlungsanweisung ein und skizziert die Fragestellung nach dem moralischen Wert und dem richtigen Umgang mit menschlichen Affekten.

2. Die Affektenlehre des Aristoteles: Dieses Kapitel definiert Affekte als zielgerichtete Gemütsbewegungen und erläutert ihre Merkmale wie die notwendige Verknüpfung mit Vorstellungen, Bewertungen und Handlungsdispositionen.

3. Stellung der Affekte in der aristotelischen Ethik: Das zentrale Kapitel beleuchtet das höchste Gut, unterteilt die Seele in vernünftige und vernunftlose Anteile, erklärt den Erwerb von Tugenden durch Gewöhnung und führt die Mesoteslehre ein.

4. Abschließende Bemerkungen: Das Fazit fasst zusammen, dass Affekte für Aristoteles ein natürlicher, nicht zu unterdrückender, sondern vernünftig zu lenkender Teil der menschlichen Seele sind.

Schlüsselwörter

Aristoteles, Nikomachische Ethik, Affekte, Eudaimonia, Tugend, Seelenlehre, Mesoteslehre, Vernunft, Charakterbildung, Gewöhnung, Ethik, Handlungsanweisung, Praktische Philosophie, Moral, Leidenschaften.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die philosophische Untersuchung der Affekte (Leidenschaften) im Rahmen der Ethik des Aristoteles und ihre Bedeutung für ein glückliches Leben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die aristotelische Seelenlehre, die Charakterbildung durch Gewöhnung, das Konzept der Tugend und die Mesoteslehre als Bestimmung der Mitte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den moralischen Wert der Affekte aufzuzeigen und zu klären, wie der Mensch diese durch Vernunft und Entscheidung für ein tugendhaftes Leben steuern kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Textanalyse der Nikomachischen Ethik sowie ergänzender Schriften wie der Rhetorik unter Einbezug relevanter Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung des höchsten Gutes, die Differenzierung der Seelenteile und die detaillierte Analyse der Tugend- und Mesoteslehre im Kontext der Affekte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Aristoteles, Affekte, Tugend, Mesoteslehre, Vernunft und Eudaimonia.

Wie unterscheidet sich Aristoteles' Sichtweise von der Stoa?

Während die Stoa die vollständige Unterdrückung oder Auslöschung der Affekte forderte, erkennt Aristoteles sie als natürliche und notwendige Antriebe für menschliches Handeln an, die lediglich der vernünftigen Steuerung bedürfen.

Welche Rolle spielt die Mesoteslehre für die Affekte?

Die Mesoteslehre dient dazu, Affekte und Handlungen in ein rechtes Maß zu bringen, da Tugend nach Aristoteles die Mitte zwischen den Extremen des Übermaßes und des Mangels darstellt.

Kann man nach Aristoteles Tugend ohne Klugheit erwerben?

Nein, Aristoteles betont, dass ethische Tugend erst dann vollständig ist, wenn sie mit Klugheit (phronesis) ausgeübt wird, da diese die richtige Beurteilung der Situation ermöglicht.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Affekte im Kontext der aristotelischen Ethik
Hochschule
Universität Münster
Note
2,0
Autor
Jana Marquardt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
18
Katalognummer
V57154
ISBN (eBook)
9783638516761
ISBN (Buch)
9783656774624
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Affekte Kontext Ethik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jana Marquardt (Autor:in), 2005, Die Affekte im Kontext der aristotelischen Ethik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57154
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