Der deutsche Mittelstand unterliegt zurzeit auf Grund vieler neuer Regelungen einem hohen Anpassungsdruck. Eine dieser neuen Vorschriften sind die IAS/ IFRS, welche für eine Reihe von Unternehmen verbindlichen Charakter besitzen. Da aber eine Vielzahl von – gerade mittelständischen – Unternehmen aber noch nicht verpflichtet sind die internationalen Rechnungslegungsstandards anzuwenden, stellt sich die Frage nach der Konsequenz für den Großteil der Unternehmen.
Diese Untersuchung beschäftigt sich anhand ausgewählter Themenbereiche mit den Herausforderungen und Chancen, die mit einer Umstellung auf IAS/ IFRS verbunden sind. Dabei soll im Rahmen dieser Arbeit geklärt werden, ob für die mittelständischen Unternehmen eine Umstellung grundsätzlich sinnvoll ist oder eher abgelehnt werden sollte. Auch stellt sich die Frage nach dem möglichen Zeitpunkt einer Umstellung und den möglichen zukünftigen Trends, die mit den internationalen Harmonisierungsbestrebungen zusammenhängen. Abschließend wird untersucht, welche Konsequenzen diese neuen Vorschriften für den deutschen Mittelstand haben.
Inhaltsverzeichnis
A Einleitung
I Begriffdefinition
1 Mittelstand
2 IAS/ IFRS
II Problemstellung und Hintergrund
III Gang der Untersuchung
B Die Rahmenbedingungen für die Umstellung
I Rechtliche Rahmenbedingung – die IAS/ IFRS
II Rechtliche Rahmenbedingung – die EU- Pflicht
III Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
IV Anspruchsgruppen
V Motive für die Umstellung
C Kritische Analyse der Umstellung der Rechnungslegung in mittelständischen Unternehmen
I EDV
II Anforderungen an das Controlling
III Fachliche Anforderungen
IV Rating
V Steuern
VI Kritische Analyse
D Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Herausforderungen und Chancen, die für mittelständische Unternehmen mit einer Umstellung der Rechnungslegung auf IAS/IFRS verbunden sind. Das primäre Ziel besteht darin zu klären, ob eine solche Umstellung für KMU sinnvoll ist, welche Konsequenzen sie nach sich zieht und welche zukünftigen Trends in der Harmonisierung der Rechnungslegungsstandards für den deutschen Mittelstand zu erwarten sind.
- Rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen der IAS/IFRS-Umstellung
- EDV-technische Anforderungen und Prozessoptimierung
- Veränderungen in Controlling und Berichtswesen
- Auswirkungen auf Rating und Finanzierung
- Herausforderungen durch doppelte Rechnungslegung (Handels- und Steuerbilanz)
Auszug aus dem Buch
I EDV
Um erfolgreich Jahres- und Zwischenabschlüsse zu generieren und IAS/ IFRS- konform zu veröffentlichen, sind die Daten im Finanz- und Rechnungswesen entsprechend aufzuarbeiten. Dabei müssen die Daten aus allen Abteilungen verfügbar sein, z.B. werden Informationen aus der Einkaufabteilung wie das Bestellobligo für die Kapitalflussrechnung benötigt. Für die Vorratsbewertung sind die Zahlen aus dem Lager unerlässlich und die Berichterstattung über Altersversorgungspläne funktioniert nur in Zusammenarbeit mit der Personalabteilung. Hinzu kommen bei der Erstellung eines Konzernabschlusses die Herausforderungen einer richtigen Konsolidierung. Bei dieser Datenflut muss eine hohe Anforderung an den zugrunde liegenden Prozess und die Quelldaten gestellt werden, um die Qualität des Abschlusses sicher zu stellen. Hinzu kommen die konkreten Anforderungen, die sich aus den IAS/ IFRS ergeben. All dies kann nur durch eine gute IT- Implementierung und –Konfiguration gelöst werden, was eine Software verlangt, die diesen Anforderungen auch standhalten kann.
Deswegen sollte für eine Umstellung abgeschätzt werden, inwieweit die bestehende oder die neu anzuschaffende Hard- und Software auf die neuen Anforderungen im Unternehmen angepasst werden kann. So muss vor allem neben dem anzupassenden Kontenrahmen, die Leistungsfähigkeit und Kompatibilität sämtlicher tangierter Anwendungen überprüft werden.
Zusätzlich sollte noch bedacht werden, dass der Druck auf das Rechnungswesen durch die zu erwartende wachsende Bedeutung der IAS/ IFRS zunehmen wird und auch durch Basel II die geforderte Transparenz weiter steigt. Von daher muss das Controlling immer mehr komplexere und qualitativ höherwertige Informationen zur Verfügung stellen und entsprechend liefern können. Das bedeutet ein IT- System muss die Fähigkeit besitzen, die erforderlichen Daten für den IAS/ IFRS- Abschluss zu erzeugen; parallel dazu die erforderlichen Daten für evt. lokale Abschlüsse zu generieren und gleichzeitig sicherstellen, dass der Prozess im Rechnungswesen vereinfacht und beschleunigt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
A Einleitung: Definition der Begriffe Mittelstand und IAS/IFRS sowie Erläuterung der Problemstellung und des Untersuchungsganges.
B Die Rahmenbedingungen für die Umstellung: Darstellung der rechtlichen und wirtschaftlichen Faktoren sowie der Motive für eine Umstellung auf IAS/IFRS.
C Kritische Analyse der Umstellung der Rechnungslegung in mittelständischen Unternehmen: Detaillierte Untersuchung der Auswirkungen in den Bereichen EDV, Controlling, fachliche Qualifikation, Rating und Steuern.
D Zusammenfassung und Ausblick: Kritische Würdigung der Analyseergebnisse und Einschätzung zukünftiger Entwicklungen hinsichtlich der Standardisierung für den Mittelstand.
Schlüsselwörter
IAS, IFRS, Mittelstand, KMU, Rechnungslegung, Bilanzierung, Controlling, Rating, Basel II, Finanzierung, EDV, Prozessoptimierung, Transparenz, Harmonisierung, Jahresabschluss
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die spezifischen Herausforderungen und Chancen, die für deutsche mittelständische Unternehmen mit der Umstellung auf internationale Rechnungslegungsstandards (IAS/IFRS) einhergehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die rechtlichen Rahmenbedingungen, die IT-Anforderungen, Veränderungen im Controlling, die Auswirkungen auf das Banken-Rating sowie die steuerlichen Konsequenzen einer doppelten Buchführung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist die Klärung, ob eine freiwillige oder verpflichtende Umstellung auf IAS/IFRS für mittelständische Unternehmen wirtschaftlich sinnvoll ist und welche Konsequenzen dies in der Praxis nach sich zieht.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer kritischen Würdigung von Empfehlungen sowie Expertenansichten, unter anderem gestützt auf ein Experteninterview mit einem Rating-Experten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Anforderungen an die EDV-Systeme, die Anpassung der Controlling-Prozesse, den Bedarf an fachlicher Qualifizierung der Mitarbeiter und die Auswirkungen auf die Kreditwürdigkeitsprüfung (Rating).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie IAS/IFRS, Mittelstand, Controlling, Basel II, Rating und Rechnungslegungsharmonisierung.
Welches Fazit zieht der Autor bezüglich der Rating-Verbesserung?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Erwartung, allein durch die Umstellung auf IAS/IFRS ein besseres Banken-Rating und damit günstigere Kredite zu erhalten, nicht haltbar ist.
Warum wird die Doppelarbeit bei der Rechnungslegung als kritisch angesehen?
Die Notwendigkeit, neben der IAS/IFRS-Bilanz eine zusätzliche Steuerbilanz nach HGB zu führen, erzeugt einen hohen administrativen und finanziellen Aufwand, der viele Mittelständler abschreckt.
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- Dipl. Kaufmann (FH) Malte Kemp (Author), 2005, Herausforderungen und Chancen der IAS/ IFRS für den deutschen Mittelstand, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57168