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Charles Fourier. Ein utopischer Sozialist

Title: Charles Fourier. Ein utopischer Sozialist

Term Paper (Advanced seminar) , 1997 , 23 Pages , Grade: gut (+)

Autor:in: Jan Eickhoff (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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Ich möchte mich in dieser Arbeit einem Theoretiker und Autor widmen, der u.a. laut Marx und Engels zu den kritisch-utopischen Sozialisten zu rechnen ist und Claude-Henri de Saint-Simon sowie Robert Owen in die Reihe der Vorbereiter des wissenschaftlichen Sozialismus gehört. "Die eigentlich sozialistischen und kommunistischen Systeme St. Simons, Fouriers, Owens usw. tauchen auf in der ersten, unentwickelten Periode des Kampfs zwischen Proletariat und Bourgeoisie,..." Die Rede ist von François Marie Charles Fourier.
Fourier, der ab dem Alter von 17 Jahren die Wirren der Großen Französischen Revolution miterlebte, hinterließ seiner Nachwelt ein schon zu Lebzeiten sehr umstrittenes literarisches Werk, denn "bis heute ist man in der Verlegenheit, wenn man genau angeben soll, wo seine Theorie, dies Gewebe aus realistischer Beobachtung, Phantasie und Kalkül einzuordnen sei". Mit Blick auf die Beachtung die er u.a. bei Marx und Engels gefunden hat, wäre es nicht angebracht ihn einfach in die sogenannte schöne Literatur zu verbannen und ihn als eine Art Science-Siction-Autor zu deklassieren, so haben die beiden Autoren bemerkt: "Die sozialistischen und kommunistischen Schriften bestehen aber auch aus kritischen Elementen. Sie greifen alle Grundlagen der bestehenden Gesellschaft an."
Trotzdem ist die literarische Leistung Fouriers nicht zu verleugnen, so daß sich einig Dichter seines Werkes angenommen haben. So geht André Breton auf die "wunderliche und irre Seite" der Theorien Foureirs ein, bemerkt aber auch man könne "nicht nachdrücklich genug unterstreichen, daß bei der möglichen Einführung eines neuen Mythos, auf den sich ein dauerhafter Zusammenhalt gründen ließe, Fourier fraglos als einer der allerersten zu Rate gezogen, ja in umfassender Weise nutzbar gemacht werden muß".
"Wie Breton weiter feststellt, entzieht sich Fouriers Werk jeder verkürzenden Zusammenfassung: Wer sich eine angemessene Vorstellung von ihm machen möchte, muß allein auf dieses Werk zurückgreifen."
Auch wenn diese Aussage etwas entmutigend wirkt, will ich der Aufgabe stellen und Charles Fourier in der Art vorzustellen, daß ich erst einen historischen Überblick gebe, sein Leben skizziere und dann sein Werk vorstelle. Fourier geht niemals nur auf ein Thema separat ein und wiederholt sich häufig.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Fouriers historische Umwelt

3. Das Leben Charles Fouriers

4. Kritik an der „falschen“ Gesellschaftsform

4.1. Der Handel

4.2. Die Ehe

4.3. Die Stellung der Frau

4.4. Die Philosophen

5. Theorie der vier Bewegungen

6. Theorie der Leidenschaften

7. Die sozietäre Gesellschaft

8. Die neue Welt

9. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Person und dem utopisch-sozialistischen Werk von Charles Fourier auseinander. Ziel ist es, Fouriers Gesellschaftskritik, seine soziologischen Entwürfe und seine philosophischen Ansätze in den Kontext der französischen Geschichte des 19. Jahrhunderts einzuordnen und zu bewerten.

  • Historischer Kontext und biographische Prägung Fouriers
  • Fundamentalkritik an Zivilisation, Handel und Ehe
  • Die „Theorie der vier Bewegungen“ als soziales Ordnungsmodell
  • Psychologische Grundlagen: Die Theorie der Leidenschaften
  • Entwurf der sozietären Gesellschaft (Phalanstère)

Auszug aus dem Buch

4. Kritik an der „falschen“ Gesellschaftsform

Wie ich bemerkt habe, war Charles Fourier ein gerechtigkeitsliebender Mensch, der schon früh die Gesellschaft als fehlerhaft erkannte, sie als falsche Ordnung anprangerte und versuchte sich ihren Zwängen zu widersetzen. Seine Kritik richtete er u.a. gegen den Handel, die Ökonomie, die Stellung der Frau, die Ehe und die Philosophie, die bis dahin kein Lösung für die Mißstände der Gesellschaft finden konnte, sie zum Teil sogar als unabänderlich bezeichnen und zudem in der Zivilisation die höchste zu erreichende Gesellschaftsform sehe, wohingegen für Fourier feststeht, daß „die moderne Zivilisation ein Drangsal sei, von Gott erdacht, um die Menschen zu züchtigen“. Die Welt befindet sich seiner Ansicht zu Folge in einem unvollkommenen Stadium, das man nicht verbessern könne, sondern verlassen müsse.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Person Charles Fourier als kritisch-utopischen Sozialisten und Abriss der wissenschaftlichen Rezeption seines Werks.

2. Fouriers historische Umwelt: Skizzierung der sozio-politischen Entwicklungen in Frankreich vom Absolutismus über die Revolution bis hin zum 19. Jahrhundert.

3. Das Leben Charles Fouriers: Zusammenfassung der biographischen Meilensteine und der Einflüsse, die Fouriers Ablehnung des Handels und sein Interesse an Gesellschaftsreformen prägten.

4. Kritik an der „falschen“ Gesellschaftsform: Darstellung der fundamentalen Ablehnung bestehender Institutionen wie dem Handel, der monogamen Ehe und der Unterdrückung der Frau.

5. Theorie der vier Bewegungen: Erläuterung von Fouriers teleologischem Weltbild und der Aufteilung in soziale, animalische, organische und materielle Bewegungen.

6. Theorie der Leidenschaften: Analyse der 12 Grundleidenschaften des Menschen und deren notwendige Befriedigung in einer optimierten Gesellschaftsordnung.

7. Die sozietäre Gesellschaft: Beschreibung des Phalanstère-Modells als organisatorische Einheit für die zukünftige harmonische Lebensweise.

8. Die neue Welt: Betrachtung der phantastischen Elemente in Fouriers Entwurf einer menschenfreundlichen Welt mit veränderten Naturgesetzen.

9. Zusammenfassung: Resümee über den Wert von Fouriers Gesellschaftskritik und Einordnung seines utopischen Optimismus.

Schlüsselwörter

Charles Fourier, Utopischer Sozialismus, Gesellschaftskritik, Phalanstère, Theorie der vier Bewegungen, Leidenschaften, Zivilisation, 19. Jahrhundert, Sozialtheorie, Handelskritik, Emanzipation der Frau, soziale Ordnung, Harmonie, Reformbestrebungen, Frühsozialismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die soziologischen Theorien und die Gesellschaftskritik von Charles Fourier, einem bedeutenden Vertreter des utopischen Sozialismus im 19. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Zentrum stehen die Kritik am bestehenden Handelssystem und an bürgerlichen Institutionen wie der Ehe, sowie der Entwurf einer neuen, „sozietären“ Gesellschaftsordnung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Fouriers komplexe und oft als „irre“ oder „phantastisch“ wahrgenommene Theorien im historischen Kontext zu verstehen und als ernstzunehmende Kritik an den Missständen seiner Zeit aufzuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor wählt einen biographisch-historischen Ansatz, kombiniert mit einer strukturierten Analyse der zentralen Schriften Fouriers, um dessen theoretisches System in Themenbereiche zu gliedern.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Fouriers Biografie, seine Kritik an der Zivilisation sowie die Erläuterung seiner zentralen Theorien zu den Bewegungen, Leidenschaften und der Phalanstère.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind utopischer Sozialismus, Phalanstère, Leidenschaften, Gesellschaftskritik und soziale Harmonie.

Warum betrachtet Fourier den Handel als „falsch“?

Fourier sah im Handel einen unproduktiven, betrügerischen Prozess, der zur Verelendung der produktiven Massen beiträgt und die Leidenschaften der Menschen unterdrückt.

Was ist das „Phalanstère“ und welche Rolle spielt es?

Das Phalanstère ist eine von Fourier konzipierte Lebens- und Arbeitsgemeinschaft für etwa 800-900 Menschen, in der die individuellen Leidenschaften durch eine spezielle Organisation der Arbeit zur Entfaltung gebracht werden sollen.

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Details

Title
Charles Fourier. Ein utopischer Sozialist
College
University of Bonn  (Soziologisches Seminar)
Course
Hauptseminar Zur französischen Soziologie des 19. Jahrhundert
Grade
gut (+)
Author
Jan Eickhoff (Author)
Publication Year
1997
Pages
23
Catalog Number
V5716
ISBN (eBook)
9783638135153
ISBN (Book)
9783656205173
Language
German
Tags
Charles Fourier Sozialist Hauptseminar Soziologie Jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan Eickhoff (Author), 1997, Charles Fourier. Ein utopischer Sozialist, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5716
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