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Dietrich Bonhoeffer - Schöpfung und Fall: Theologische Auslegung zu Genesis 1-3

Title: Dietrich Bonhoeffer -  Schöpfung und Fall: Theologische Auslegung zu Genesis 1-3

Presentation (Elaboration) , 2006 , 12 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Theres Vorkäufer (Author)

Theology - Systematic Theology
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Summary Excerpt Details

Es ist Spätherbst 1932. Das Deutschland der jungen Weimarer Republik ist gezeichnet von den Folgen des verlorenen Krieges - politische, gesellschaftliche und soziale Wirren prägen den Alltag jener Zeit. Die düsteren Seiten des kapitalistischen Systems sind bereits unübersehbar: sechs Millionen Arbeitslose, Wirtschaftskrisen, zahllose hungernde und frierende Menschen, die tatenlos zusehen müssen, wie Getreide verbrannt und Kaffee ins Meer geschüttet wird, nur damit die Preise hoch bleiben - Armut und Elend überall. Die sozialen und gesellschaftlichen Missstände sind wiederum der perfekte Nährboden für die Wahlpropaganda der verschiedene politischen Parteien. Es zeichnet sich mit jedem Wahlgang ein immer gravierender Konkurrenzkampf zwischen den linken und rechten Extremen ab. Ein jäher Abbau der erst jüngst geschaffenen Demokratie beginnt - Entparlamentarisierung und Radikalisierung bestimmen die politischen Auseinandersetzungen, welche jetzt (wortwörtlich) bis auf die Straßen getragen werden: Aufmärsche, Anschläge, Straßenschlachten. Mit der, am 01.06.1932 neu gewählten Regierung unter Reichskanzler Franz von Papen gibt es nur noch einen Kurs, der geradewegs auf eine rechtsextreme Diktatur zusteuert. Bereits am 30.01.1933 wird ein Mann namens Adolf Hitler zum neuen Reichskanzler gewählt werden. Nur einen Monat später (05.03.1933) wird die Weimarer Republik aufgelöst und eine nationalsozialistische Diktatur errichtet werden. Aber schon jetzt (im Herbst 1932) haben sich auch an den Universitäten typische nationalsozialistische Erscheinungsformen unter den Professoren - die der Theologie inbegriffen - herausgebildet. Umso mehr fällt der junge, noch eher unbekannte Privatdozent und Studentenpfarrer, Dietrich Bonhoeffer, in seinem akademischen Umgang mit den Studenten und der methodischen Vermittlung von Lerninhalten aus dem Rahmen: soziales Lernens und Lernen durch Erleben (beispielsweise durch Exkursionen; offene Abende, etc.) prägen seine Veranstaltungen. Auch bei Dietrich Bonhoeffers Tätigkeiten außerhalb der Universität steht nicht die dogmatische Vermittlung der Theologie, sondern die christliche Gemeinschaft („sanctorum Communio“) im Mittelpunkt. Bonhoeffer engagiert sich in der Sozialen Arbeitsgemeinschaft Berlin Ost und unterrichtet eine bis dahin sehr verwilderte Konfirmandengruppe - die Zionsgemeinde im Arbeiterviertel am Prenzlauer Berg, die derzeit mit den schlimmsten sozialen und gesellschaftlichen Verhältnissen in ganz Berlin zu kämpfen hat.[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Zeit und Umstände der Entstehung des Werkes

2. Zum Werk

2.1. Vom Vorlesungsmanuskript zum Druck

2.2. Kurze Inhaltsangabe zum Kapitel „Das Bild Gottes auf Erden“

3. Intentionen zu „Das Bild Gottes auf Erden“

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit setzt sich mit Dietrich Bonhoeffers theologischer Auslegung der Schöpfungsgeschichte in Genesis 1-3 auseinander, wobei der Schwerpunkt auf der Analyse des Kapitels „Das Bild Gottes auf Erden“ liegt, um Bonhoeffers Verständnis von Freiheit und Ebenbildlichkeit im Kontext seiner Zeit sowie dessen Aktualität zu untersuchen.

  • Historischer Kontext und Entstehungsbedingungen von Bonhoeffers Vorlesungsmanuskript.
  • Theologische Interpretation der Gottesebenbildlichkeit und des Freiheitsbegriffs.
  • Die Beziehung zwischen Gott, Mensch und Schöpfung (Analogia relationis).
  • Die Spannung zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen (Evolutionstheorie) und christlichem Schöpfungsverständnis.

Auszug aus dem Buch

2.1. Vom Vorlesungsmanuskript zum Druck

Am Dienstag, den 8. November 1932 hielt Bonhoeffer die erste Sitzung seiner Vorlesung „Schöpfung und Sünde. Theologische Auslegung von Genesis 1-3“. Insgesamt umfasste das Kolleg 14 Vorlesungsstunden und endete somit am 21. Februar 1933. Nach Semesterende baten die Hörer um den Druck und die Veröffentlichung des Vorlesungsmanuskripts. Für dieses Anliegen können mehrere Gründe ausschlaggebend gewesen sein: zum einen der bisher unbekannte Umgang mit der theologischen Auslegung biblischer Texte; oder die grundlegende Aktualität der Vorlesung, d.h. in Vergegenwärtigung der heraufziehenden Umbrüche in kirchlichen, gesellschaftlichen und politischen Angelegenheiten trotzdem der stete Blick auf die alttestamentlichen Bibeltexte (Genesis).

Natürlich sind auch gewiss nicht die inhaltlichen Aspekte im Einzelnen außer Acht gelassen worden, wie beispielsweise das genaue Nachsinnen über: Ebenbildlichkeit, Gemeinschaft, Geschlechtlichkeit und die Bedeutungsveränderung von „Leben“ durch den Sündenfall. Der damalige Religionsgeschichts- (nicht Theologie-!) Student Hans Hinrich Flöter schreibt in einem Brief seine Beweggründe für diese Bitte nieder: „Dietrich Bonhoeffer war es! Für mich wirkte er in der ersten Vorlesung bereits – und der Eindruck befestigte sich dann – als ein Mann des Tiefpflügens…, der – so schien es mir – von einem `extra historischen Standpunkt´ … neue Wesentlichkeiten im Texte fand, die von Bedeutung waren für Leben und Erkenntnis … Der ganze Vortrag war ein Drängen auf und ein Ringen um sprachliche Richtigkeit und um Deutlichkeit: Redestil des genus subtile – ohne, davon war ich überzeugt, daß rhetorische Mittel bewußt eingesetzt wurden. Es ging im Ernst um Kompromißloses… Also keine übliche Dogmatikvorlesung. Natürlich standen Systematik und Exegese im Hintergrund – aber es sprach – Bonhoeffer! … Dieser außerordentliche Mensch Bonhoeffer sprengte in dieser Vorlesung für mich alles Gewohnte – Tradierte – in Theologie/ Kirche, Staat/ Politik, Wissenschaft/ Forschung und so fort.“(sic)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zeit und Umstände der Entstehung des Werkes: Dieses Kapitel skizziert die politisch-gesellschaftliche Krisensituation Deutschlands im Jahr 1932 und erläutert, wie Bonhoeffer in diesem Umfeld als Dozent und Seelsorger wirkte.

2. Zum Werk: Hier wird der Entstehungsprozess des Manuskripts „Schöpfung und Fall“ beschrieben und eine inhaltliche Einführung in das Kapitel „Das Bild Gottes auf Erden“ gegeben.

3. Intentionen zu „Das Bild Gottes auf Erden“: Der Autor reflektiert seine persönlichen Erkenntnisse aus der Lektüre, insbesondere zur Definition von Freiheit, zur Ebenbildlichkeit des Menschen und zum Aktualitätsbezug im Dialog mit der Wissenschaft.

Schlüsselwörter

Dietrich Bonhoeffer, Schöpfung und Fall, Genesis, Theologie, Gottesebenbildlichkeit, Freiheit, Freisein-für, Analogia relationis, Schöpfungslehre, Sündenfall, Wissenschaft, Evolution, Gemeinschaft, Weimarer Republik, christliche Ethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Werk „Schöpfung und Fall“ von Dietrich Bonhoeffer, basierend auf einer Vorlesungsreihe aus den Jahren 1932/33, und analysiert deren theologischen Gehalt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Mittelpunkt stehen die Schöpfung des Menschen, das Konzept der Gottesebenbildlichkeit, die christliche Freiheit sowie der Anspruch des Glaubens in einer krisengeprägten Zeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Bonhoeffers Interpretation des Menschen als Ebenbild Gottes verständlich zu machen und zu prüfen, wie er theologische Aussagen mit gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Fragen verknüpft.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine hermeneutische Herangehensweise, indem sie Bonhoeffers Originaltexte interpretiert und diese mit historischem Kontext sowie aktuellen Fragestellungen (wie dem Verhältnis von Glaube und Naturwissenschaft) in Bezug setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des historischen Kontextes, die Genese des Werkes, die inhaltliche Analyse der Gottesebenbildlichkeit und die kritische Reflexion des Autors zu Freiheit und Aktualitätsbezug.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Gottesebenbildlichkeit, Freiheit („Freisein-für“), Schöpfung, Theologie und das Verhältnis von Glaube und Wissenschaft.

Wie definiert Bonhoeffer die Freiheit in Bezug auf den Menschen?

Bonhoeffer definiert Freiheit nicht als isolierte Eigenschaft oder „Freisein-von“ Zwängen, sondern als eine notwendige Beziehung („Freisein-für“) zu Gott und zum Mitmenschen.

Wie ordnet Bonhoeffer das Verhältnis von Glaube und Evolution ein?

Bonhoeffer sieht den Menschen als „Neuschöpfung“ Gottes, ohne dabei die naturwissenschaftliche Abstammung des Menschen verleugnen zu wollen; er plädiert für ein Nebeneinander statt einer gegenseitigen Verwerfung.

Was bedeutet der Begriff „Analogia relationis“ in der Arbeit?

Dieser Begriff beschreibt, dass die Ähnlichkeit zwischen Gott und Mensch nicht in der Substanz (Sein) liegt, sondern in der von Gott gestifteten Beziehung der Freiheit untereinander.

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Details

Title
Dietrich Bonhoeffer - Schöpfung und Fall: Theologische Auslegung zu Genesis 1-3
College
http://www.uni-jena.de/  (Theologische Fakultät)
Course
Dietrich Bonhoeffer - Leben und Werk
Grade
1,0
Author
Theres Vorkäufer (Author)
Publication Year
2006
Pages
12
Catalog Number
V57346
ISBN (eBook)
9783638518390
ISBN (Book)
9783656783213
Language
German
Tags
Dietrich Bonhoeffer Schöpfung Fall Theologische Auslegung Genesis Dietrich Bonhoeffer Leben Werk
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Theres Vorkäufer (Author), 2006, Dietrich Bonhoeffer - Schöpfung und Fall: Theologische Auslegung zu Genesis 1-3, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57346
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