Das unternehmerische Währungsmanagement als Teilgebiet des internationalen Finanzmanagements stellt die Frage in den Vordergrund, wie auf die währungsbezogene Zusammensetzung unternehmerischer Zahlungsströme zielgerichtet Einfluss genommen werden kann. Die Frage der währungsbezogenen Zusammensetzung unternehmerischer Zahlungsströme leitet ihre Bedeutung in erster Linie aus dem Problem der Ungewissheit hinsichtlich der künftigen Entwicklungen von Wechselkursen zwischen verschiedenen Währungen her. Dementsprechend soll auch im Rahmen dieser Arbeit unter dem Währungsmanagement einer Unternehmung das Management von Wechselkursrisiken verstanden werden. Die Bearbeitung wird sich zudem ausschließlich auf das System flexibler Wechselkurse konzentrieren. Hierbei handelt es sich um eine bewusste Betrachtungsverengung, um den Umfang der Untersuchung zu begrenzen.
In dieser Arbeit werden verschiedene Methoden und Instrumente zum Management des Wechselkursrisikos analysiert, um Lösungsansätze für die Probleme der Praxis mit dem Umgang des Wechselkursrisikos zu finden. Bei der Betrachtung wird eine europäische Perspektive eingenommen. Im Mittelpunkt steht das Management des Wechselkursrisikos, das aus dem Grundgeschäft einer Unternehmung entsteht. Auf Grund der steigenden Komplexität der heutigen Finanzinstrumente und Märkte sowie des immer schneller werdenden technologischen Fortschritts steigen auch die Risiken bei der Verwendung von Finanzinstrumenten zur Absicherung von Wechselkursrisiken. Daher wird insbesondere das Ziel verfolgt, eine Risikobeurteilung verschiedener Finanzinstrumente zur Absicherung des Wechselkursrisikos in Form von Auszahlungs-Diagrammen vergleichend darzustellen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Vorgehensweise
2 DAS WÄHRUNGSRISIKO IN DER INTERNATIONALEN UNTERNEHMUNG
2.1 Bedeutung des Währungsmanagements in international tätigen Unternehmen
2.2 Währungsrisiko
2.2.1 Wechselkursrisiko
2.2.2 Konvertierungs- und Transferrisiko
2.2.3 Währungseventualrisiko
2.2.4 Einordnung der Währungsrisiken
2.3 Wechselkursrisikokonzepte
2.3.1 Translation-Risk-Konzept
2.3.2 Economic-Risk-Konzept
3 ANFORDERUNGEN UND PROBLEME DES WÄHRUNGSMANAGEMENTS
3.1 Notwendigkeit des Währungsmanagements
3.1.1 Rechtliche Begründung
3.1.2 Ökonomische Begründung
3.2 Probleme des Wechselkurs-Risikomanagements in der Praxis
3.3 Organisation des Wechselkurs-Risikomanagements
3.3.1 Zentralisierungsgrad des Wechselkursmanagements
3.3.2 Prozess des Wechselkursmanagements
4 DER DEVISENMARKT ALS DETERMINANTE DES WECHSELKURS-RISIKOMANAGEMENTS
4.1 Prognose als Grundlage der unternehmerischen Entscheidung
4.2 Bestimmungsfaktoren der Wechselkursentwicklung
4.3 Effizienz von Devisenmärkten
5 LÖSUNGSANSÄTZE ZUR STEUERUNG DES WECHSELKURSRISIKOS
5.1 Wechselkursrisiko als mittel- und langfristiges Cash-Flow-Risiko
5.1.1 Quantifizierung des Einflusses von Wechselkursänderungen auf die Wettbewerbsposition
5.1.2 Strategische Maßnahmen zur Risikoreduzierung
5.2 Wechselkursrisiko als kurzfristiges Cash-Flow-Risiko
5.2.1 Quantifizierung des Transaktionsrisikos durch Bildung von Nettopositionen
5.2.2 Risikostrategien zur Absicherung des Transaktion-Exposures
5.2.2.1 Strategie der vollständigen Absicherung
5.2.2.2 Strategie des vollständigen Absicherungsverzichts
5.2.2.3 Strategie der selektiven und partiellen Absicherung
5.2.3 Kriterien zur Wahl der richtigen Absicherungsinstrumente
5.2.4 Klassische Finanzinstrumente des Währungsmanagements
5.2.4.1 Devisentermingeschäft
5.2.4.2 Währungsfuture
5.2.4.3 Devisenoptionen
5.2.5 Optimierte Risikoabsicherung durch Finanzinstrumente
5.2.5.1 Spezielle Terminkontrakte
5.2.5.1.1 Option-Date Forward-Kontrakte
5.2.5.1.2 Break-Forward-Kontrakte
5.2.5.2 Strukturierte Optionen
5.2.5.2.1 Zero-Cost-Konstruktionen
5.2.5.2.2 Barrier-Optionen
5.2.6 Erfolgskontrolle durchgeführter Maßnahmen
6 SCHLUSSBETRACHTUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Währungsmanagement in international tätigen Unternehmen mit dem Ziel, Strategien und Instrumente zur Steuerung von Wechselkursrisiken unter Berücksichtigung des Shareholder-Value-Ansatzes zu identifizieren und zu bewerten. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Unternehmen ihr Währungsmanagement organisieren und welche Lösungsansätze für die Identifikation sowie Absicherung von langfristigen Wettbewerbsrisiken und kurzfristigen Transaktionsrisiken am effizientesten sind.
- Identifikation und Quantifizierung von Wechselkursrisiken (Translation- vs. Economic-Risk-Konzept)
- Notwendigkeit und organisatorische Verankerung eines Risikomanagements
- Analyse des Devisenmarktes und Methoden zur Wechselkursprognose
- Einsatz klassischer und innovativer Finanzinstrumente zur Risikoabsicherung
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
„Managers are awaking to the fact that refusing to deal with exposure risk does not make it disappear; it merely transfers the risk to the customer or the supplier.“1
Durch den Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems fixer Wechselkurse im Jahre 1973 sind Wechselkursschwankungen zum festen Bestandteil der alltäglichen Realität an den internationalen Devisenmärkten geworden. Seit 1999 hat sich das Wechselkursrisiko ceteris paribus zwar für die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft durch die Einführung des Euro als alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel in insgesamt zwölf Ländern der Europäischen Union verringert.2 Jedoch mussten Unternehmen in jüngster Vergangenheit erfahren, dass die starken Wertschwankungen anderer Währungen einen ebenso großen Einfluss auf das Geschäftsergebnis haben wie die Fähigkeit, Produkte erfolgreich zu produzieren und abzusetzen. Der härtere internationale Wettbewerb verhindert es zunehmend, in der Heimatwährung zu fakturieren, wodurch der Währungsexposure vieler Unternehmen eine steigende Tendenz aufweist.3 Beispiele aus der Automobilindustrie zeigen das Ausmaß an wechselkursinduzierten Verlusten, welche im Zeitalter der flexiblen Wechselkurse auftreten können. So erwarten Analysten der WestLB, dass bei BMW die Währungseffekte aus dem amerikanischen Geschäft das Ergebnis im Geschäftsjahr 2004 um 886 Millionen Euro verschlechtert. Für Volkswagen gehen Experten sogar von einem Verlust von mehr als eine Milliarde Euro aus.4
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Wechselkursschwankungen für international tätige Unternehmen und definiert den Fokus der Arbeit auf das Management von Wechselkursrisiken.
2 DAS WÄHRUNGSRISIKO IN DER INTERNATIONALEN UNTERNEHMUNG: Dieses Kapitel definiert den Begriff der internationalen Unternehmung und systematisiert die verschiedenen Arten von Währungsrisiken, wobei das Economic-Risk-Konzept als zentraler analytischer Rahmen eingeführt wird.
3 ANFORDERUNGEN UND PROBLEME DES WÄHRUNGSMANAGEMENTS: Hier werden die rechtlichen und ökonomischen Begründungen für ein Risikomanagement sowie die Herausforderungen bei dessen praktischer Implementierung und Organisation erörtert.
4 DER DEVISENMARKT ALS DETERMINANTE DES WECHSELKURS-RISIKOMANAGEMENTS: Dieses Kapitel durchleuchtet die Funktionsweise des Devisenmarktes und diskutiert die Möglichkeiten sowie die begrenzte Aussagekraft von Wechselkursprognosen für unternehmerische Entscheidungen.
5 LÖSUNGSANSÄTZE ZUR STEUERUNG DES WECHSELKURSRISIKOS: Das Hauptkapitel erarbeitet differenzierte Lösungsansätze für mittel- und langfristige Wettbewerbsrisiken sowie kurzfristige Transaktionsrisiken durch den Einsatz verschiedener Finanzinstrumente.
6 SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Schlussbetrachtung resümiert die Notwendigkeit eines strukturierten Risikomanagements und unterstreicht die Relevanz der gewählten Absicherungsstrategien für den Unternehmenserfolg.
Schlüsselwörter
Währungsmanagement, Wechselkursrisiko, Economic-Risk-Konzept, Transaktionsrisiko, Wettbewerbsrisiko, Devisenmarkt, Finanzinstrumente, Natural Hedging, Risikoabsicherung, Shareholder-Value, Finanzderivate, Unternehmensführung, Währungsstruktur, Absicherungsinstrumente, Währungsmanagement-Prozess.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Identifikation, Messung und aktiven Steuerung von Wechselkursrisiken in international tätigen Unternehmen, um deren negativen Einfluss auf den Unternehmenswert zu minimieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Systematisierung von Risikokategorien, die Evaluation von Risikomanagement-Konzepten, die Analyse der Devisenmärkte sowie die praktische Anwendung von Finanzderivaten zur Absicherung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, Lösungsansätze für die Herausforderungen der Praxis beim Umgang mit Wechselkursrisiken zu finden und darzulegen, wie das Treasury zur Steigerung des Unternehmenswerts beitragen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit finanzwissenschaftlichen Modellen (insb. Shareholder-Value-Ansatz) kombiniert mit einer Analyse empirischer Studien zur betrieblichen Praxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil (Kapitel 5) werden konkrete Strategien und Instrumente zur Steuerung von Cash-Flow-Risiken erörtert, unterteilt in langfristige strategische Maßnahmen und kurzfristige Absicherung mittels Finanzderivaten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Währungsmanagement, Wechselkursrisiko, Economic-Risk-Konzept, Finanzderivate, Natural Hedging und Unternehmenswertsteigerung.
Welches Konzept empfiehlt der Autor zur Risikoeinstufung?
Der Autor empfiehlt die Verwendung des Economic-Risk-Konzepts, da es zukunftsorientiert auf realen Zahlungsströmen basiert und somit am besten mit dem Ziel der Unternehmenswertmaximierung harmoniert.
Welche Rolle spielen „Zero-Cost-Strategien“?
Zero-Cost-Strategien wie Partizipations-Optionen oder Zylinder-Optionen werden als kosteneffiziente Instrumente analysiert, die es Unternehmen ermöglichen, Risiken abzusichern, ohne hohe initiale Prämienzahlungen leisten zu müssen.
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- Christian Lambertz (Author), 2005, Währungsmanagement in international tätigen Unternehmen. Probleme und Lösungsansätze, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57404