Im Rahmen dieser Arbeit wird analysiert, ob eine Humankapitalbewertung von Unternehmen über Informationen aus öffentlich zugänglichen Quellen möglich ist. Darüber hinaus will diese Arbeit untersuchen, wie diese Unternehmen bewertet werden können und ob man nach einer generellen Ermittlungsmethodik vorgehen kann. Die Praxisbeispiele der Luftfahrt-Konzerne Deutsche Lufthansa AG, British Airways Plc, Air France S.A. und KLM N.V. untersuchen, ob das Humankapital anhand der entwickelten Methoden ermitteln werden kann. Der Abschluss der Arbeit zeigt auf, inwiefern eine Korrelation zwischen den extern ermittelten Humankapitalergebnissen und anderen wirtschaftlichen Kennzahlen der Unternehmen besteht. Die Arbeit gliedert sich gemäß den im vorhergehenden Abschnitt formulierten Fragestellungen in vier essentielle Teile mit anschließendem Fazit. Zunächst wird das Humankapital definiert und beschrieben. Die Humankapitalbewertung wird dabei in den Vordergrund gestellt und deren Nutzen in der Wirtschaft erläutert. Ebenfalls in diesem Kapitel wird die Entwicklung der Luftfahrt in Europa mit zukünftigen Trends aufgezeigt. Daraus resultierend wird die Relevanz der Humankapitalbewertung in der Luftfahrtbranche als hochdynamisches Marktsegment aufgezeigt. Außerdem werden hier Gründe veranschaulicht, warum besonders die Luftfahrt einem starken und schnellen Wandel unterworfen ist. Das dritte Kapitel zeigt Ermittlungsmethoden für verschiedene Komponenten auf, die zur Humankapitalbewertung genutzt werden können. Dabei werden ausschließlich Informationen aus öffentlich zugänglichen Quellen herangezogen und ausgewertet. Die praktische Umsetzung der Ermittlungsmethoden wird anhand der Luftfahrtunternehmen Deutsche Lufthansa AG, British Airways Plc, Air France S.A. und KLM N.V. dargestellt. Einige Komponenten werden in diverse Bewertungsformeln eingesetzt und das Humankapital der Unternehmen ermittelt.
Das fünfte Kapitel zieht ein Fazit und zeigt Anknüpfungspunkte zur weiteren Humankapitalbewertung auf.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Vorgehensweise der Untersuchung
2 Theoretische Ansätze zur Humankapitalbewertung in der Luftfahrtindustrie
2.1 Human Capital Management (HCM)
2.1.1 Definition des Begriffs Humankapital
2.1.2 Ansätze zum Human Capital Management
2.1.3 Humankapitalbewertung als wesentlicher Bestandteil des HCM
2.1.4 Klassifizierung verschiedener Ansätze zur HC-Bewertung
2.1.4.1 Aktuelle Klassifizierungen
2.1.4.2 Monetäre vs. Nicht-monetäre Wertmessung
2.1.4.3 Input- vs. Outputmodelle
2.1.5 Bedeutung des Humankapitals
2.1.5.1 Bedeutung für Unternehmen
2.1.5.2 Bedeutung für Mitarbeiter
2.2 Wettbewerb im Luftverkehr
2.2.1 Deregulierung des Luftverkehrs in den USA und Europa
2.2.2 Auswirkungen der Liberalisierung in Europa
2.2.3 Trends und Prognosen für den Luftverkehr in Europa
2.3 Nutzen der HC-Bewertung in einem hoch dynamischen Marktsegment Luftfahrt
3 Untersuchungsrahmen zur Messung über öffentlich zugängliche Quellen
3.1 Untersuchungsbasis
3.2 Ermittlungsmethoden von Berechnungskomponenten
3.3 Beschreibung und Ermittlung der Komponenten
3.3.1 Beschäftigtengruppen
3.3.2 Full Time Equivalent
3.3.3 Gehälter
3.3.4 Markt- und Buchwert
3.3.5 Wissensrelevanzzeit
3.3.6 Betriebszugehörigkeit
3.3.6.1 Unternehmensspezifische Betriebszugehörigkeit
3.3.6.2 Beschäftigtenspezifische Betriebszugehörigkeit
3.3.7 Personalentwicklungsmaßnahmen
3.3.8 Motivation
3.3.8.1 Commitment
3.3.8.2 Context
3.3.8.3 Retention
4 Anwendung auf europäische Luftfahrtunternehmen
4.1 Unternehmensunabhängige Ermittlung der Komponenten
4.1.1 Beschäftigtengruppen
4.1.1.1 Cockpit
4.1.1.2 Kabinen
4.1.1.3 Boden
4.1.1.4 Administration
4.1.2 Gehälter
4.1.2.1 Cockpit
4.1.2.2 Kabine
4.1.2.3 Boden
4.1.2.4 Administration
4.1.3 Wissensrelevanzzeit
4.1.3.1 Cockpit
4.1.3.2 Kabine
4.1.3.3 Boden
4.1.3.4 Administration
4.1.4 Betriebszugehörigkeit
4.1.5 Personalentwicklungsmaßnahmen
4.1.6 Motivation
4.2 Deutsche Lufthansa AG
4.2.1 Full Time Equivalent
4.2.2 Markt- und Buchwert
4.2.3 Betriebszugehörigkeit
4.2.4 Personalentwicklungsmaßnahmen
4.2.5 Motivation
4.2.5.1 Commitment
4.2.5.2 Context
4.2.5.3 Retention
4.2.6 Ermittlungsmethoden der Komponenten
4.3 British Airways Plc
4.3.1 Full Time Equivalent
4.3.2 Markt- und Buchwert
4.3.3 Betriebszugehörigkeit
4.3.4 Personalentwicklungsmaßnahmen
4.3.5 Motivation
4.3.5.1 Commitment
4.3.5.2 Context
4.3.5.3 Retention
4.3.6 Ermittlungsmethoden der Komponenten
4.4 Air France KLM
4.4.1 Full Time Equivalent
4.4.2 Markt- und Buchwert
4.4.3 Betriebszugehörigkeit
4.4.4 Personalentwicklungsmaßnahmen
4.4.5 Motivation
4.4.5.1 Commitment
4.4.5.2 Context
4.4.5.3 Retention
4.4.6 Ermittlungsmethoden der Komponenten
4.5 Berechnung des Humankapitals
4.5.1 Zusammenfassung der Komponenten
4.5.2 Saarbrücker Formel
4.5.3 Human Capital Market Value
4.5.4 Vergleichende Darstellung
5 Fazit
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit analysiert, ob eine Bewertung des Humankapitals von Unternehmen mithilfe von Informationen aus öffentlich zugänglichen Quellen realisierbar ist, und entwickelt eine entsprechende methodische Vorgehensweise. Dabei wird untersucht, ob sich einheitliche Ermittlungsmethoden auf die Luftfahrt-Konzerne Deutsche Lufthansa AG, British Airways Plc, Air France S.A. und KLM N.V. anwenden lassen und ob eine Korrelation zwischen dem extern ermittelten Humankapital und anderen wirtschaftlichen Kennzahlen besteht.
- Grundlagen des Human Capital Managements (HCM) und Definitionen des Humankapitals.
- Analyse des Wettbewerbsumfelds der europäischen Luftfahrtindustrie.
- Entwicklung eines Untersuchungsrahmens zur Messung von Humankapital-Komponenten mittels öffentlicher Daten.
- Anwendung der entwickelten Methodik auf vier bedeutende europäische Luftfahrtkonzerne.
- Vergleichende Analyse des Humankapitals im Verhältnis zu klassischen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen.
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Definition des Begriffs Humankapital
Human Capital wird in der Literatur oftmals synonym mit den Begriffen Humankapital, Human- und Personalvermögen verwendet.
Der Begriff Humankapital stammt von dem Wirtschaftwissenschaftler Theodore Schultz. Er stellte fest, dass traditionelle ökonomische Konzepte den menschlichen Faktor unberücksichtigt ließen. Nach seiner Auffassung hing eine Steigerung des Wohlstandes und der Produktivität vom Wissen ab. Diesen qualitativen Aspekt bezeichnete er als Humankapital. Schultz, der 1979 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, definierte den Begriff folgendermaßen:
[Es ist] … davon auszugehen, dass alle menschlichen Fähigkeiten entweder angeboren oder erworben sind. Jeder Mensch kommt mit einer genetischen Grundausstattung zur Welt, die seine angeborenen Fähigkeiten bestimmt … In diesem Buch werden die angeborene Bevölkerungsqualität, soweit bewertbar ist, und die geeignete Investitionen erworbene und vermehrte Bevölkerungsqualität zusammen als Humankapital bezeichnet.
Weitere Definitionen haben im Verlauf der Zeit den Begriff des Humankapitals weiter ausgebaut. Die Kernaussage um das Wissen und die Fähigkeiten des Menschen wird allerdings in allen anderen Definitionen beibehalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die Problemstellung des Human Capital Managements in der Wissensökonomie und definiert die Zielsetzung sowie Vorgehensweise der Arbeit.
2 Theoretische Ansätze zur Humankapitalbewertung in der Luftfahrtindustrie: Erläutert die theoretischen Grundlagen des Human Capital Managements, klassifiziert Bewertungsansätze und analysiert die Dynamik des europäischen Luftverkehrsmarktes.
3 Untersuchungsrahmen zur Messung über öffentlich zugängliche Quellen: Definiert das Modell zur Messung und Bewertung des Humankapitals unter Verwendung ausschließlich öffentlicher Quellen und beschreibt die Ermittlungsmethoden für verschiedene Humankapital-Komponenten.
4 Anwendung auf europäische Luftfahrtunternehmen: Detaillierte Anwendung der erarbeiteten Messmethoden auf die Konzerne Lufthansa, British Airways und Air France-KLM zur Bestimmung des Humankapitals.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, Reflexion der Methodik und Einordnung der Bedeutung des Faktors Mensch als Humankapital für den Unternehmenserfolg.
Schlüsselwörter
Humankapital, Human Capital Management, Luftfahrtindustrie, Mitarbeiterbewertung, Unternehmenserfolg, Wissensökonomie, Saarbrücker Formel, Humankapitalbewertung, Humankapitalmessung, Wertorientierung, Personalkennzahlen, Luftfahrt, Unternehmenswert, Mitarbeiterbindung, Humankapitalwert
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit untersucht, ob eine Humankapitalbewertung von Unternehmen ausschließlich auf Basis öffentlich zugänglicher Informationen möglich ist.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit behandelt die Grundlagen des Human Capital Managements, verschiedene theoretische Modelle zur Bewertung von Humankapital, die Dynamik der Luftfahrtbranche und die praktische Ermittlung von Humankapital-Komponenten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, eine Methodik zu entwickeln, um Humankapital für externe Beobachter messbar zu machen und zu prüfen, ob sich Humankapitalergebnisse mit wirtschaftlichen Kennzahlen korrelieren lassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin verwendet eine analytische Methode, die auf der Saarbrücker Formel basiert und diese auf die Verwendung öffentlich zugänglicher Geschäftsberichte und Unternehmenspublikationen adaptiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Klassifizierung von Bewertungsansätzen und einen praktischen Anwendungsteil, in dem das Humankapital vier großer europäischer Luftfahrtkonzerne berechnet wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Humankapital, Human Capital Management, Luftfahrtindustrie, Mitarbeiterbewertung, Humankapitalbewertung und Saarbrücker Formel.
Warum ist gerade die Luftfahrtbranche für die Untersuchung geeignet?
Die Luftfahrt gilt als hochdynamisches Marktsegment, in dem Dienstleistungs- und Technologieaspekte stark auf menschlichem Wissen basieren, was den Wert des Humankapitals besonders deutlich macht.
Welche Herausforderungen bei der Datenbeschaffung werden genannt?
Herausforderungen sind unter anderem Informationsdefizite zu internen Personaldaten und die Notwendigkeit, diese durch Annahmen oder abgeleitete Werte aus Branchenvergleichen zu schätzen.
- Quote paper
- Alexandros Milanowski (Author), 2006, Humankapitalbewertung über Informationen aus öffentlich zugänglichen Quellen: Das Beispiel europäischer Luftfahrtunternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57435