Die Lebenswelten und -entwürfe der Protagonisten in Erich Kästners „Emil und die Detektive“ und „Fabian – die Geschichte eines Moralisten“


Examensarbeit, 2005
103 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

0 . Die Arbeit fängt noch gar nicht an oder: Einleitende Worte

1. Ich setze mich gern zwischen Stühle Kästner als Schriftsteller für Kinder und Erwachsene

2. Keiner blickt dir hinter das Gesicht Kästner im Wandel der Zeit: Rezeptions – und Forschungsgeschichte

3. Die Zeit fährt Auto, doch kein Mensch kann lenken Zeitgeschichtlicher Kontext und seine Folgen
3.1. Die gescheiterte Weimarer Republik
3.2. Weltwirtschaftskrise 1929 und die Auswirkungen auf Deutschland
3.3. ‚Neue Sachlichkeit’

4. Weil man doch bloß über Dinge schreiben kann, die man kennt und gesehen hat Die Romane und ihre Gattung
4.1. Emil – Das Kinderbuch
4.2. Was ist neu an Kästners Kinderbuch?
4.3. Fabian – Roman der Moderne
4.4. Sonderform Satire bei Fabian

5. In Berlin geht es anders zu Emil und Fabian in Berlin
5.1. Orientierung und Desorientierung
5.2. Reduktion und Expansion
5.3. Tempo der Großstadt
5.4. Lichter der Großstadt
5.5. Resümee

6. Parole Emil! Die Protagonisten im sozialen Gefüge
6.1. Solidarisierung und Einzelkämpfertum
6.2. Kommunikation und Isolation
6.3. Mädchen und Frau
6.4. Resümee

7. Und dabei schlief er ein Von der Kraft der Symbolik und Metaphorik
7.1. Traumgeschehen
7.2. Metaphorik
7.2.1. Glas
7.2.2. Abgrund

8. So ein richtiger Kerl, aus dem später mal was werden wird estaltung der Figuren: Fabian ist Emil
8.1. Herkunft
8.1.1. Familienkonstellation
8.1.2. Mutterrolle
8.2. Verhaltensmuster und Wertevorstellungen
8.2.1. Emil, der Musterknabe
8.2.2. Fabian, der Melancholiker
8.3. Moral und Ideal

9. Lernt schwimmen!

10. Nur die Kinder sind für Ideale reif

11. Literatur

12. Erklärung

0. Die Arbeit fängt noch gar nicht an oder: Einleitende Worte

Aufgewachsen in einem kleinbürgerlichen Milieu - geprägt durch die soziale und materielle Krisenlage des untergehenden Kaiserreiches - aber als junger Mann bereits ein Vertreter der bürgerlichen intellektuellen Schicht der Weimarer Republik, spricht Kästner in seinen Werken die untere Bürgerschicht seiner Herkunft an und vertritt ihre moralischen Grundsätze. Er - als Mitglied der geistigen Führungsschicht - fühlt sich als Vermittler zwischen sogenannten einfachen Leuten des Kleinbürgertums und Intellektuellen.

Die Pädagogik sowie ihre Lehren erfuhren seit Beginn des 20.Jahrhunderts stetige Reformen und Veränderungen, die auch Kästners Schreiben und Denken beeinflussten. Im Gegensatz zu den traditionellen Maßstäben der Erwachsenenwelt, die bis dahin als Ausdruck der gesellschaftlichen Ordnung des Kaiserreiches die Erziehung der Kinder bestimmte, bildet nun die pädagogische Orientierung an den Bedürfnissen und Fähigkeiten des Kindes den Kern der neuen Erziehungsideale.

Er selbst hat sich - vor allem in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg - gerne als schriftstellernder Pädagoge dargestellt:

Unser Gast, meine Damen und Herren, ist kein Schöngeist, sondern ein Schulmeister! Betrachtet man seine Arbeiten – vom Bilderbuch bis zum verfänglichsten Gedicht – unter diesem Gesichtspunkte, so geht die Rechnung ohne Bruch auf. Er ist ein Moralist. Er ist ein Rationalist. Er ist ein Urenkel der deutschen Aufklärung, spinnefeind der unechten ‚Tiefe’, die im Lande der Dichter und Denker nie aus der Mode kommt, untertan und zugetan den drei unveräußerlichen Forderungen: nach der Aufrichtigkeit des Empfindens, nach der Klarheit des Denkens und nach der Einfachheit in Wort und Satz.[1]

Ebenso sieht er sich rückblickend als „zornigen jungen Mann“[2], der in den ausgehenden modernen 20er Jahren die Zustände attackiert[3] und etwas verändern möchte. So entstehen in dieser Zeit bissige und zeitkritische Gedichte, Kinderbücher sowie Erwachsenenliteratur über denen der erhobene Zeigefinder des Autors mahnend steht. Es drängt sich die Frage auf, ob er zu jener Zeit tatsächlich bereits in dem Maße erziehen wollte oder ob er dies auf sein Leben rückblickend gerne so sehen möchte. Tatsächlich wurde der nicht direkt erzieherisch tätig, denn Kästners einziger Sohn Thomas wuchs nicht bei ihm auf. Tatsache ist, dass Kästner Karriere machen wollte und das Schreiben von erfolgreichen Kinderbüchern diese beschleunigte und zudem eine schnelle Einnahmequelle darstellte.[4]

Unbestritten ist aber auch, dass Kästner ab Mitte der 20er Jahre seine pädagogisch – aufklärerische Haltung und politisch antimilitärische Einstellung in verschiedenen Veröffentlichungen bekundet. Die Satire stellt für ihn das Mittel und einzig wirksame Erziehungsmodell dar, um die Erwachsenenwelt mit Hilfe eines satirischen Zerrspiegels auf Missstände des Zeitgeschehens aufmerksam zu machen. Idealistisch nimmt er Stellung zur deutschen Gesellschaft auf der Schwelle zur Modernen und ihren damit verbundenen Veränderungen. Eine Verbesserung der gesellschaftlichen und politischen Missstände sowie die Aufrechterhaltung bürgerlicher Tugenden und Moral kann nur durch Einsicht und somit also durch Erziehung gewährleistet werden. Und eben diese muss bereits im Kindesalter ansetzen, um die nachfolgenden Generationen sittlich und moralisch zu bessern, auch wenn er die Hoffnung für die eigene Generation aufgegeben zu haben scheint .[5]

Mir scheint, daß auch in den dunkelsten Stunden, während wir an nichts mehr glauben, noch immer an alles glauben., nur nicht mehr an erfüllbare Hoffnungen, hier, jetzt und durch uns selber. Deshalb, wenn auch keineswegs nur deshalb, wenden viele von uns ihre gesamte Aufmerksamkeit, Mühe und Zuversicht den Kindern zu. Denn die Kinder sind unschuldig. Selbstverständlich nicht so, als ob sie Engel zu Fuß wären, sondern weil sie zum Schuldigwerden noch keine Zeit hatten. Daß wir wieder werden wie die Kinder, ist eine unerfüllbare und bleibt eine ideale Forderung. Aber wir können zu verhüten suchen, daß die Kinder werden wie wir.[6]

Das Kind fungiert also im Umkehrschluss als gelungenerer Entwurf des Erwachsenen und wird zum Hoffnungsträger der nachfolgenden Generation.

Kästners literarische Kinderfiguren sind allesamt Stereotype eines Musterkindes und verfügen über ein absolut reines moralisches Weltbild und Wertesystem. Im Zentrum der Vermittlung stehen bei Kästner die Werte: Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Gerechtigkeit, Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und Tapferkeit. Und so erstellt er eine Welt für seine Buchkinder, in der eben diese Werte zählen und gebraucht werden. Trotz einer durchaus realistischen Darstellung der damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse, konstruiert er eine utopische Wirklichkeit – eine Wirklichkeit, in denen die Kinder letztendlich als Vorbilder für die Eltern und die Erwachsenen allgemein hervorgehen. „Die tradierten Rollenbilder vom ‚wissenden’ Erwachsenen und vom ‚unwissendem’ Kind beginnen sich aufzulösen, ja sogar ins Gegenteil zu verkehren – für die Kinder ist die neue Wirklichkeit, mit der die Erwachsenen sich so schwer tun, schon selbstverständlich.“[7]

In dem Kinderbuch Pünktchen und Anton appelliert Kästner auf direkte Weise an seine Leser:

Vielleicht entschließt ihr euch, so wie sie zu werden? Vielleicht werdet ihr, wenn ihr sie lieb gewonnen habt, wie diese Vorbilder, so fleißig, so anständig, so tapfer und so ehrlich?

Das wäre der schönste Lohn für mich. Denn aus dem Emil und dem Anton und allen, die den beiden gleichen, werden später einmal sehr tüchtige Männer werden. Solche wie wir sie brauchen können.[8]

und benennt somit unmissverständlich seine Intention. In einer späteren Ansprache hält Kästner fest: „Nur wer erwachsen wird und Kind bleibt, ist ein Mensch.“[9] Mit dem guten Rat „Laßt euch die Kindheit nicht austreiben!“ untermauert er den erzieherischen Aspekt seines Werkes.

Die Fragehaltung dieser Arbeit geht noch über die oben angemerkten. Erkenntnisse hinaus, indem sie den Bezug der Romancharaktere Emil Tischbein aus dem Kinderbuch Emil und die Detektive und Jakob Fabian aus der Erzählung für Erwachsene Fabian. Die Geschichte eines Moralisten untersuchen und die Erwachsenen- und Kinderwelt in Beziehung setzen wird: Ist Fabian der erwachsene Emil? Kann aus Emil tatsächlich ein tüchtiger Mann in Kästners Sinne werden? Bereitet er seine Buchkinder auf die Welt vor, in der Fabian sterben muss? Fred Rodrian stellte bereits 1960 die These auf: „Emil, das ist die Kindheit Fabians. Und als Fabian wird Emil vermutlich ertrinken.“[10]

Die Romanfigur Fabian wird 1899 geboren und wächst im wilhelminischen Deutschland auf, erlebt die Umbruchzeit somit bewusst mit. Emil – ausgehend von der Entstehungszeit des Romans müsste demnach in dem beginnenden Krisenjahr 1919 geboren sein. Beide Erzählungen spielen in der Großstadt Berlin der ausgehenden Weimarer Republik. Unter Berücksichtigung der Entstehungszeit sollen in dieser Arbeit die Lebensentwürfe und Lebenswelten der beiden Protagonisten genauer untersucht werden.

1. Ich setze mich gerne zwischen Stühle Kästner als Schriftsteller für Kinder und Erwachsene

Erich Kästner, Jahrgang 1899, gehörte zu den deutschen Schriftstellern, die bereits zu Lebzeiten erfolgreich waren. Bis zum heutigen Tag hat sein Werk nicht an Faszination verloren.

Betrachtet man das Gesamtwerk Kästners, lässt sich die Vielfältigkeit und Produktivität seiner schriftstellerischen Karriere erkennen. Zwischen seiner ersten Veröffentlichung – dem Gedicht Die Jugend schreit im Juni 1919 in der Schulzeitung des König-Georg-Gymnasium in Dresden[11] - und der letzten großen Veröffentlichung 1972 – Eine Buchausgabe seiner Leipziger Dissertation aus dem Jahre 1925 mit dem Titel Friedrich der Große und die deutsche Literatur [12] - veröffentlichte er zahlreiche Gedichte, Romane und Erzählungen, Drehbücher, Theaterstücke, Nacherzählungen, Übersetzungen und Kinderbücher. Auch im feuilletonistischen Bereich war er als Mitarbeiter bei verschiedenen Zeitungen aktiv – so bei der renommierten Wochenzeitschrift „Die Weltbühne“[13], herausgegeben von Siegfried Jacobsohn.

Es lassen sich in Bezug auf die Erwachsenenliteratur drei Schaffensperioden unterscheiden: Die erste reichte von 1920 bis 1933, zeitlich also während der Weimarer Republik. Neben zahlreichen Gedichten und Veröffentlichungen in diversen Zeitschriften brachten Kästner die Kinderbücher Emil und die Detektive und Pünktchen und Anton sowie der zeitkritisch-satirische Roman Fabian. Die Geschichte eines Moralisten [14] den von ihm gewünschten und erhofften Erfolg. In einem Brief an seine Mutter schrieb er am 26.11.1926 : „Wenn ich 30 bin, will ich, dass man meinen Namen kennt. Bis 35 will ich anerkannt sein. Bis 40 sogar ein bißchen berühmt.“[15] Tatsächlich hatte er sich zu Beginn seiner zweiten Schaffensperiode einen Namen in der deutschen Literaturlandschaft erworben. Diese begann im Jahre 1933 und endete nach dem Zweiten Weltkrieg 1945. Nach der Bücherverbrennung 1933[16] durch die Nationalsozialisten wurde Kästner als Schriftsteller geächtet und mit einem Publikationsverbot in Deutschland belegt. Diese politischen Umstände sowie die sich daraus anzunehmende innere Emigration, beeinflussten und beeinträchtigten seine literarischer Arbeit. Trotzdem war er auch in dieser Zeit durchaus produktiv, er wechselte zu einem Schweizer Verlag und publizierte nun im Ausland. Die Romane Drei Männer im Schnee und Emil und die drei Zwillinge sowie der Gedichtband Doktor Erich Kästners lyrische Hausapotheke entstanden unter anderem in diesem Zeitraum. 1942 schrieb er das Drehbuch zum UFA Film Münchhausen, allerdings wegen des Berufsverbots in Deutschland unter dem Pseudonym Berthold Bürger.[17]

Die Zeitspanne nach dem Zweiten Weltkrieg bis zu seinem Tode bildete die dritte Schaffensperiode. Diese Zeit war gekennzeichnet durch seine journalistische und kabarettistische Tätigkeit. Kästner war in den Jahren 1946 bis 1948 Herausgeber der Jugendzeitschrift Pinguin. Ebenso erschienen weitere Kinderbücher, autobiografische Schriften wie Als ich ein kleiner Junge war und Notabene 45, Rezensionen, Glossen, Reportagen und Gedichte. Wenige Jahre lang bewältigte er noch einmal ein Pensum wie in seiner schaffensreichsten Periode während der Endphase der Weimarer Republik, wenn auch wohl eher aus Pflichtgefühl denn aus Leidenschaft: „Ob’s Zweck hat, weiß der Himmel. Manchmal hat man Hoffnungen, manchmal nicht. Die wir arbeiten können und einiges Talent haben, sind zu wenige [...] Ich komme mir vor wie eine intellektuelle Kinderfrau“[18] schrieb er im März 1947 in einem Brief an Pony Bouché.[19]

Eine Gesamtausgabe seines Werks in sieben Bänden erschien 1959 und im Jahr 1969 folgte die achtbändige Ausgabe. Nach seiner letzten Buchveröffentlichung Der Kleine Mann und die kleine Miss 1967,wird es ruhig um den Autor, nach einer schweren Krankheit stirbt er im Alter von 75 Jahren in München .

Festzuhalten bleibt, dass Kästner zu jeder Zeit seiner schriftstellerischen Tätigkeit und Karriere Vielschichtigkeit bewies, in verschiedenen literarischen Gattungen tätig war und einen enormen Schaffensdrang verspürte.

Im Unterschied zu der Erwachsenenliteratur lassen sich bei den Kinderbüchern zwei Schreibperioden unterscheiden. Die erste begann bereits 1926 und nicht wie vielfach angenommen 1929 mit Erscheinen seines ersten Kinderbuches Emil und die Detektive. Während seiner journalistischen Tätigkeiten nach seinem Studium bei verschiedenen Zeitungen, verfasste er Beiträge für die Kinderbeilagen in den jeweiligen Zeitschriften.[20] Diese erschienen unter dem Pseudonym Klaus und Kläre in den Jahren 1926 bis 1931. Durch sein erstes Kinderbuch erlangte Kästner augenblicklich Berühmtheit , es wurde in viele Sprachen übersetzt und von ihm zu einem Bühnenstück und Filmdrehbuch umgeschrieben. In den folgenden Jahren veröffentlichte er weitere Romane für Kinder wie und auch Bilderbücher mit Gedichten, die seinen Ruf als erfolgreicher Kinderbuchautor festigten. Der letzte Kinderroman Emil und die drei Zwillinge musste wegen des Schreibverbots des NS Regimes bereits ins Ausland verlegt werden. Anschließend folgte die Kinderliteratur betreffend eine Schaffenspause bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Konferenz der Tiere erschien als erstes Kinderbuch der zweiten Schreibperiode 1948.

Eine These Renate Bensons ist interessant, die von einem rhythmischen Wechsel in Bezug auf Kästners Werk ausgeht.[21] Nach einer bissigen Satire beziehungsweise einem satirischen Gedichtband folgte der Wechsel zum heiteren Kinderbuch. Nachdem Kästner den Erwachsenen einen Zerrspiegel der Realität vorhielt, wandte er sich wieder den Kindern als Rezipienten zu, um gemeinsam mit den Kindern das Gute auf der Welt und noch bestehende Tugenden aufzudecken.

In einer kleinen Rede über sich selbst im Rahmen einer PEN – Club Veranstaltung bestätigt er diese These:

Als ich ihn einmal fragte, warum er neben seinen bitterbösen Satiren Bücher für kleine Jungen und Mädchen schreibe, gab er eine Antwort, die uns aus der Klemme helfen kann. Die Attacken, sagte er, die er, mit seinem als Lanze eingelegten Bleistift, gegen die Trägheit der Herzen und gegen die Unbelehrbarkeit der Köpfe ritte, strengten sein Gemüt derartig an, daß er hintendrein, wenn die Rosinante wieder im Stall stünde und ihren Hafer fräße, jedes Mal von neuem das unausrottbare Bedürfnis verspüre, Kindern Geschichten zu erzählen. Das täte ihm über alle Maße wohl. Denn Kinder, das glaube und wisse er, seien dem Guten noch nahe wie Stubennachbarn. Man müsse sie nur lehren, die Tür behutsam aufzuklinken...[22]

So veröffentlichte Kästner nach seinem ersten Gedichtband Herz auf Taille (1928) sein erstes Kinderbuch Emil und die Detektive (1929), gefolgt von zwei weiteren satirischen Gedichtbänden: Lärm im Spiegel (1929) und Ein Mann gibt Auskunft (1930). Nach der Bühnenfassung von Emil und die Detektive erschien der satirische Roman Fabian (1931). Zum scheinbar erneuten Kräfte sammeln für weitere Werke für die erwachsenen Leser, publizierte er im selben Jahr den Kinderroman Pünktchen und Anton, gefolgt von seinem nächsten Gedichtband Gesang zwischen den Stühlen (1932). Dieser Rhythmus zieht sich wie ein roter Faden durch sein Gesamtwerk.

Es kann konstatiert werden, dass Kästners Gesamtwerk gekennzeichnet ist durch eine Vielzahl heterogener Genres. Er war sich durchaus dessen bewusst und versuchte selbst eine Erklärung und eine Ordnung herauszufinden:

Wie soll man dieses Durcheinander von Gattungen und Positionen zu einem geschmackvollem Strauße binden? Wenn man es versuchte, sähe das Ganze, fürchte ich, aus wie ein Gebinde aus Gänseblümchen, Orchideen, sauren Gurken, Schwertlilien, Makkaroni, Schnürsenkeln und Bleistiften. Und so erhebt sich die fatale Frage, ob seine Arbeiten und Absichten untereinander im Bunde sind. Ob nicht das ziemlich heillose Durcheinander höchstens in ein Nach – und Nebeneinander verwandelt werden kann.[23]

2. Keiner blickt dir hinter das Gesicht Kästner im Wandel der Zeit: Rezeptions- und Forschungsgeschichte

Die Erich-Kästner-Forschung setzte bereits mit dem Beginn seiner Popularität Anfang der 30er Jahre[24] ein. Seine Zeitgenossen äußerten sich überwiegend positiv. Rezensionen erschienen sowohl in der Tagespresse als auch in Unterhaltungsblättern.[25] Auf diese Weise entstand ein nicht auf wissenschaftlicher Forschung beruhendes stereotypes Kästner – Bild, welches sich zum Teil bis heute gehalten hat.

Johan Zonneveld formuliert anhand von Schlagwörtern folgendes Kästner – Bild:

Erich Kästner ist ein Bar – Schreiber, der in einem journalistischen Jargon als Berichterstatter und Chronist in kabarettistischer Weise Zeitkritik liefert. Mit Satire und Ironie, Zynismus und Karikatur, Sarkasmus und Groteske einerseits und mit idyllischer Melancholie, utopischer Erziehung und vernünftiger Humanität andererseits beschreibt er den Charakter der Deutschen. Er ist ein pazifistischer, moralistischer, skeptischer, liberal – kleinbürgerlicher Außenseiter, der als rationalistischer Aufklärer, als idealistischer Freigeist und Spötter den Menschen einen pessimistischen Zeitspiegel vorhält und sie so als Schulmeister zu bessern versucht.[26]

Als wichtiger Kritiker dieser Zeit kristallisierte sich der linksradikale Walter Benjamin heraus, der aufgrund seines politischen Standpunktes Kästners Werk negativ beurteilte. Er warf Kästner vor, dass dieser nur für die Mittelschicht schriebe und seine Kritik wenig überzeugend sei.[27]

Infolge des Publikationsverbotes während der Zeit des Nationalsozialismus ist zu jenem Zeitraum die Beschäftigung mit seinen Texten weitgehend rückläufig.

In den 50er Jahren wiederum erlebte die Kästner Forschung einen Aufschwung. Der Literaturkritiker Marcel Reich – Ranicki monierte 1965, dass man die Beschäftigung mit Erich Kästner lieber dem Ausland überlassen habe.[28] Damit spielte er vor allem auf die in den USA erstellten Abhandlungen von Ruth J. Hofrichter (1932)[29], John C. Blankennagel (1936)[30], Fred Genschmer (1947)[31] und John Winkelmann (1952[32], Dissertation 1953[33], 1954[34] und 1957[35] ) an.

Winkelmann bezog sich in seinen Abhandlungen lediglich auf die Gedichtbände und den Roman Fabian und ließ die Kinderbücher sowie Kästners humoristischen Bücher außen vor. Er untersuchte in erster Linie soziologische Aspekte Kästners Werk betreffend und mit ihm beginnt eine vergleichsweise positive Kästner – Rezeption, die vor allem von ausländischen Germanisten und Journalisten fortgeführt wird.

Die Verleihung des Georg-Büchner-Preises an Kästner sowie die Herausgabe seiner gesammelten Schriften 1959 erhöhten im eigenen Land die Aufmerksamkeit und zögerlich begann eine erneute intensivere Auseinandersetzung mit dem Werk Kästners.

Anfang der 60er Jahre setzte sich zunehmend die Literaturkritik der DDR mit Kästner auseinander. Diesbezüglich sind vor allem Fred Rodrian und Adolf Endler[36] zu nennen , die in ihren Aufsätzen kritisch Stellung bezogen. Rodrian diskutierte die Gespaltenheit zwischen Kästners Welt für Erwachsene und jener für Kinder[37]. Endler dagegen beschäftigte sich mit Kästners Bewusstseinswandel vom Zynismus des Frühwerks zu Zügen des Gütigen im späteren Nachkriegswerk.[38]

1966 erschien die erste wichtige literaturpädagogische Abhandlung unter Einbeziehung der Kinderbücher über Kästner in Deutschland, vorgelegt von Kurt Beutler.[39] Diese Dissertation ist hauptsächlich inhaltlich angelegt und untersucht, „...welches Potential an pädagogischen Ideen dem Kästnerschen Werk zugrunde liegt“[40] Beutler versucht Kausalzusammenhänge zwischen Leben und Werk nachzuweisen und arbeitet somit vornehmlich biographisch orientiert.

Helmut Lethen[41] und Volker Klotz[42] versuchen Anfang der 70er Jahre den neusachlichen Dichter Kästner literaturgeschichtlich einzuordnen, ihr Augenmerk liegt dabei auf dem Roman Fabian.

1973 erschien die Dissertation Renate Bensons, die erstmals den Versuch einer textimmanenten Gesamtanalyse unternahm. Die Autorin untersuchte getrennt voneinander den Kinderbuchautor, den Lyriker, den Satiriker und den Unterhaltungsschriftsteller.

Aber in den 70er Jahren kamen ebenfalls kritische und kontroverse Töne in der Kästner - Forschung auf, die sich meist auf Walter Benjamins Wort von der ‚linken Melancholie’[43] aus dem Jahre 1931 stützten. 1977 erschien die kritische Auseinandersetzung Dirk Walters[44] mit dem Frühwerk Kästners. Er beschränkte sich nahezu ausschließlich auf die Lyrik und versucht Kästners weltanschauliche Position sowie seine Widersprüche zwischen Denken und Handeln darzulegen.

Dieter Mank[45] wiederum beschäftigte sich mit Kästners literarischer Produktion in den Jahren 1933 bis 1945. Sein Fazit lautete, dass es ausgehend von der Schaffensphase vor 1933 in der schriftstellerischen Entwicklung keinen Bruch gegeben habe.[46]

In der 1983 publizierten Dissertation von Marianne Bäumler[47] steht die sozialistische Kritikposition sehr im Vordergrund. Unter Einbezug sozialhistorischer Entstehungsbedingungen untersuchte sie die aufgeräumte Wirklichkeit - wie auch schon der Titel verspricht – des Erich Kästners.

Mit Andreas Drouves Buch erschien 1999, anknüpfend an Bäumlers Ergebnisse, erstmals eine kritische und provozierende Gesamtwerk - Untersuchung zu Kästners Selbstdeutung und literargeschichtlicher Einordnung als Moralist.

Untersuchungen speziell zu den Kinderbüchern Kästners erscheinen vermehrt ab den 90er Jahren. Die Dissertationen von Esther Steck – Meier (1999)[48] und Susanne Haywood (1998)[49] stehen exemplarisch für die neuere Kästnersche Kinderbuchforschung. Helga Karrenbrock[50] veröffentlichte 1993 die erste deutsche Arbeit, die sich mit den sozialgeschichtlichen Hintergründen der Weimarer Republik in Bezug auf die Kinderbuchliteratur beschäftigt. Die deutsche Forschung beschränkt sich, sofern sie sozialhistorische Ansätze analysiert, weitgehend auf die Erwachsenenliteratur. Klaus Doderer[51] verstand Kästners Kinderbücher bereits 1969 als Zeitkritik, Marianne Bäumler versuchte als erste, „Kästner vom Podest des unfehlbaren Märchenonkels herunterzuholen“[52] Wie auch die Forschung der Erwachsenenliteratur Kästners geht auch die der Kinderbücher von einer Widersprüchlichkeit Kästners zwischen Realität und Utopie aus.[53] Die zahlreichen Biografien gehören ebenso zu der Forschungsgeschichte, obwohl sie vielfach ein eher unkritisches Kästner – Bild vermitteln. 1960 erschien zuerst eine Monographie von Luiselotte Enderle[54], der Lebenspartnerin Kästners. Sein Lebensweg wurde von ihr eher beschönigend beschrieben, ein Entstehen unter Kästners wachsamen Augen erscheint wahrscheinlich. Kurz vor Kästners 100. Geburtstag, der 1999 gewesen wäre, erschienen eine Reihe Biografien. Das Interesse an dem Menschen Kästners aber auch an der Entstehungsgeschichte seiner literarischen Werke sowie seiner Motive wächst seit geraumer Zeit. 1994 erschien Klaus Kordons[55] gut recherchierte Biografie, geschrieben vor allem für jugendliche Leser. Er wollte den „aufrechten Demokraten in Kästner sehen, den Menschen, der aus kleinen Verhältnissen kam und seinen Weg ging, ohne einen Knick in seiner Haltung bekommen zu haben.“[56]

Nennenswert sind noch die Biografien von Franz Josef Görtz und Hans Sarkowicz (1998)[57] sowie von Sven Hanuschek (1999)[58]. Beide Werke stellen sehr kritische und hervorragend recherchierte Betrachtungen Kästners Vita dar, obwohl die Autoren unterschiedliche Positionen zum Werk und auch zur Person Kästners einnehmen. Bei Hanuschek schwingt vor allem Sympathie und Achtung vor dem Menschen Kästner sowie seiner Leistung mit und so entschuldigt er auch gewisse Ungereimtheiten und Schwächen in Kästners Leben. Görtz und Sarkowicz gehen mit gewissen Zweifeln an die biografische Darstellung heran, sie zweifeln an der Aufrichtigkeit mancher Handlungen und bewerten Kästner menschlich aus einer gewissen Distanz heraus.

Neben zahlreicher erschienener Aufsätze zu Kästners Werk bringt die Erich Kästner Gesellschaft e.V. in unregelmäßigen Abständen Jahrbücher heraus, die Themen rund um Kästner, Rezeptionen und aktuelle Forschungsschwerpunkte behandeln.

3. Die Zeit fährt Auto, doch kein Mensch kann lenken Zeitgeschichtlicher Kontext und seine Folgen

Kästner bewegte sich in den 20er Jahren als Mensch zwischen zwei Zeitaltern – der wilhelminischen traditionellen Welt seiner Kindheit und Jugend und dem Zeitalter der Modernen der Weimarer Republik mit seinen neuen Moral- und Wertevorstellungen. Die in dieser Arbeit behandelten Romane Fabian und Emil und die Detektive müssen somit auch in ihrem zeitgeschichtlichen Kontext während der Entstehung betrachtet werden.

3.1. Die gescheiterte Weimarer Republik

Die Weimarer Republik ging aus der Novemberrevolution am Ende des Ersten Weltkrieges hervor. Das Deutsche Reich wurde durch die Weimarer Reichsverfassung 1919 von einem Kaiserreich in eine pluralistische und parlamentarisch – demokratische Republik umgewandelt mit der Reichshauptstadt Berlin. In den folgenden Jahren steckte die junge Republik aufgrund der unmittelbaren Kriegsfolgen, den zu leistenden Reparationszahlungen sowie mehreren Umsturzversuchen in einer tiefen Krise, die bis 1923 andauerte. Es folgte eine Phase relativer wirtschaftlicher und politischer Stabilisierung, die sogenannten ‚goldenen 20er Jahre’. Auch in den Bereichen Kultur und Wissenschaft befand Deutschland sich in einer Blütezeit. Ein neues Lebensgefühl entwickelte sich und viele der großen kulturellen Errungenschaften nahmen ihren Ausgang in dem pulsierenden Weltzentrum der Moderne – Berlin. Die Überwindung der bürgerlichen Enge der wilhelminischen Ära fand sich in einem kulturellen lustvollen Befreiungsschlag wieder. Das neue Lebensgefühl befördert jedoch keinen neuen demokratischen Menschen.

Die Fragilität der scheinbaren politischen Stabilität zeigt sich in der politischen Reaktion nach 1929. Die goldenen Jahre nahmen 1929 im Zuge der Weltwirtschaftskrise ein jähes Ende und der wirtschaftliche Niedergang ging einher mit dem politischen. Die Endphase der Weimarer Republik war gekennzeichnet durch die mangelnde Bereitschaft der Parteien sich zu funktionierenden Koalitionen zusammenzuschließen und politische Verantwortung zu übernehmen. Die Zeit der sogenannten Präsidialkabinette begann und führte die Republik ohne Republikaner am 30. Januar 1933 zu Agonie und Untergang der Demokratie.

3.2. Weltwirtschaftskrise 1929 und die Auswirkungen auf Deutschland

Die im Oktober 1929 ausbrechende Weltwirtschaftskrise zeigte sehr schnell, dass die Stabilität der deutschen Wirtschaft letztendlich nur auf amerikanischen Krediten beruhte. Die Ursache des Börsencrashs in New York lag in den übermäßigen Investitionen und Aktienkäufen in den vergangenen Jahren, in denen die USA aufgrund ihrer konkurrenzlosen Stellung auf dem Weltmarkt eine andauernde Phase der Hochkonjunktur erlebt hatte. Das New Yorker Geschehen führte nicht nur im eigenen Land sondern auch überall in Europa zu wirtschaftlichen Krisen.

Als die USA ihre kurzfristigen Kredite zurückforderte um liquide zu bleiben, brach die deutsche Wirtschaft zusammen. Jeglicher finanzieller Rückhalt fehlte. Die unmittelbaren Folgen waren die Schließung von Banken, ein drastischer Produktionsrückgang infolge mangelnder Kaufkraft, eine Verringerung der Steuereinnahmen bei gleichzeitig rasch anwachsenden staatlichen Soziallasten, wachsende Arbeitslosigkeit sowie Not und Existenzangst für große Teile der Bevölkerung.

Die jeweiligen Gegenmaßnahmen der folgenden Reichskanzler und ihrer Kabinette zeigten keine Wirkung. Im Februar 1932 erreichte die Arbeitslosigkeit mit über 6 Millionen Arbeitslosen ihren Höhepunkt. Armut und Kriminalität nahmen sprunghaft zu und Massenverelendung und Hunger kennzeichneten und bestimmten das Alltagsleben breiter Bevölkerungsschichten. Die Arbeitslosigkeit führte bei vielen Betroffenen zu Depression, Resignation und Apathie.

Im politischen Bereich bewirkte diese katastrophale Situation eine parlamentarische Krise sowie den Sturz der großen Koalition 1930.

3.3. ‚Neue Sachlichkeit’

In der fruchtbaren Periode zwischen dem Ersten Weltkrieg und dem 30.01.1933 entstanden eine Vielzahl von innovativen Kunstströmungen wie der Expressionismus, der Dadaismus, der Symbolismus und die ‚Neue Sachlichkeit’, die bis heute Auswirkungen in der Literatur zeigen.

Die ‚Neue Sachlichkeit’ bezeichnet allgemein eine Stilrichtung in der Malerei, Architektur und Literatur. 1923 prägte der Kunsthistoriker Gustav Friedrich Hartlaub den Begriff für die deutsche Malerei. Eine Versachlichung der ästhetischen Ausdrucksform findet sich schließlich zu Beginn der 20er Jahre auch in der Literatur wieder. „Die Neue Sachlichkeit kann geradezu definiert werden als die Gesamtheit all jener Versuche, einen sinnhaften Zusammenhang zwischen den Erscheinungen der technischen Welt und dem „Leben“ zu finden.“[59]

Die zeitliche Einordnung der ‚Neuen Sachlichkeit’ in der Literatur lediglich auf die Jahre der Stabilisierungsphase der Weimarer Republik, also den Jahren 1924 bis 1929, zu begrenzen, wäre unzureichend.

Für eine genauere Darstellung der literarischen Neuen Sachlichkeit ist es wichtig, sie von der bislang dominanten Koppelung an die ökonomische Situation der Jahre 1924 – 29 zu lösen und stärker in den sozial – und literaturhistorischen Kontext der Moderne einzubinden. Mithin muß die neusachliche Wirkungszeit über die Stabilisierungsphase ausgeweitet werden, und zwar nicht nur, wie bereits erwähnt, vor das Jahr 1924, sondern auch über das Jahr der Weltwirtschaftskrise hinaus. Die These von der allseits anerkannten Tabuisierung neusachlicher Ästhetik nach der Stabilisierungsphase erweist sich als eine zu eng an ökonomischen und allgemeinkulturellen Faktoren orientierte Argumentation, die den realen Dimensionen der literarischen Neuen Sachlichkeit jedoch nicht gerecht werden.[60]

Romane, die der ‚Neuen Sachlichkeit’ zugeordnet werden, sind teilweise erst nach 1929 erschienen[61] und werden als eine „Möglichkeit zur adäquaten Erfassung der Realität genutzt“.[62]

Die neusachliche Bewegung wird als Gegenbewegung zum Expressionismus verstanden. Während der Expressionismus innere Wahrheiten und Erlebnisse im Sinn der Moderne sehr gefühlsbetont und subjektiv darstellt und sich als ‚Ausdruckskunst’ versteht, begreift sich die ‚Neue Sachlichkeit’ hingegen als ‚Gebrauchskunst’ - als eine Kunst, die versucht, Antworten auf die Fragen der Menschen jener Zeit zu geben und die auf die Bedürfnisse und Probleme einzugehen versucht. Die moderne Wirklichkeit wird objektiv, nüchtern, desillusioniert und realistisch dargestellt, die Illustration der banalen Alltagswelt rückt in den Vordergrund. Es geht um das Aufzeigen der Befindlichkeit und der Problematiken einer ganzen Generation, nicht um das Verfremden der Wirklichkeit und unerfüllbare Hoffnungen. So richtet sich die ‚Neue Sachlichkeit’ mit ihrer einfachen Alltagssprache an ein neues größeres Publikum – auch jenseits des Bildungsbürgertums.

Erich Kästner gilt Ende der zwanziger Jahre als einer der konsequentesten und prominentesten Vertreter des neusachlichen Postulats einer publizistischen Ausrichtung von Literatur.[63] Die zeitgeschichtlichen Umstände sorgen somit dafür, dass die Lyrik und damit ihre Vertreter im Alltag angekommen sind.

Ihre Beschäftigung ist wieder ein Beruf. Sie sind wahrscheinlich nicht so notwendig wie die Bäcker und die Zahnärzte; aber nur, weil Magenknurren und Zahnreißen deutlicher Abhilfe fordern als nichtkörperliche Verstimmungen. Trotzdem dürfen die Gebrauchspoeten ein bisschen froh sein: sie rangieren unmittelbar nach den Handwerkern.[64]

Infolgedessen kann er die Dichterstube durch die „Kleine Versfabrik“[65] austauschen und die Schriftstellerei zum Beruf machen.

1927 spricht Kästner von der „sachlichen Generation“[66], die eine eigene Kunstform darstelle. Für ihn und seine Generation stand fest, dass zeitgemäße Literatur und Lyrik gesellschaftspolitische Aufgaben übernehmen muss.[67]

4. Weil man doch bloß über Dinge schreiben kann, die man kennt und gesehen hat Die Romane und ihre Gattung

4.1. Emil und die Detektive – Das Kinderbuch

Kinderliteratur kann als ein Subgenre somit als ein Ausschnitt des literarischen Gesamtangebots angesehen werden.[68] Dazu gehören Werke, die in der Regel explizit von Erwachsenen für Kinder geschrieben werden. Die Inhalte und die Sprache sind dem kindlichem Alter und Verständnis angepasst.[69]

Auf Anregung von Edith Jacobsohn, der Herausgeberin der Weltbühne, schrieb Kästner Emil und die Detektive:

„Es fehlt an guten deutschen Autoren“, sagte sie. „Schreiben Sie ein Kinderbuch!“
Ich war völlig verblüfft. „Um alles in der Welt, wie kommen sie darauf, daß ich das könnte?“
„In ihren Kurzgeschichten kommen häufig Kinder vor“, erklärte sie. „Davon verstehen Sie eine ganze Menge. Es ist nur noch ein Schritt. Schreiben Sie einmal nicht nur über Kinder, sondern auch für Kinder!“
„Das ist sicher schwer“, sagte ich. „Aber ich werd’s versuchen.“[70]

So soll - laut Kästner - seine Kinderbuchautorkarriere begonnen haben.

Emil und die Detektive trägt den Untertitel Ein Roman für Kinder. Somit legt Kästner selbst fest, dass es sich hierbei unbestritten um ein Kinderbuch handelt. Die Hauptakteure sind Kinder, die Handlung ist überschaubar und die Sprache durchaus dem kindlichen Niveau angepasst. Der große unmittelbare Erfolg ist besonders auf den damaligen Gegenwartsbezug und die realistische Erzählweise zurückzuführen. Im 19. Jahrhundert beherrschten zeitlose, rückwärtsgewandte und idyllische Erzählungen den Kinderbuchmarkt. Märchen in allen Variationen, Abenteuer – und Fantasiegeschichten sowie klassische Mädchenbücher waren dementsprechend die am weitesten verbreiteten kinderliterarischen Typen.

Im Rahmen der Modernisierung kam es zu einem Paradigmenwechsel innerhalb der Kinderliteratur. Die unrealistische, märchenhafte, im ländlichen und zeitlos biedermeierlichen Idyll spielende von folgsamen und gehorsamen Kind erzählende Geschichte wird abgelöst durch Kinderromane, die Kinder in der Gegenwart agieren, reagieren und denken lassen. Helga Karrenbrock spricht von „einer Revolution im Bücherschrank der Kinder.“[71]

4.2. Was ist neu an Kästners Kinderbuch?

Emil und die Detektive ist ein Großstadtroman, der auf Aktualität, Tempo und Abenteuer ausgerichtet ist. Im Laufe des 19. Jahrhunderts entdeckten Autoren wie Charles Dickens oder Emile Zola die Großstadt als literarischen Ort. In Deutschland verzögerte sich der Prozess der Urbanisierung aufgrund der späten nationalen Einigung. 1871 wurde Berlin zwar Hauptstadt, spielte jedoch in der Literatur zunächst keine große Rolle. Erst nach dem Ersten Weltkrieg wurde Berlin zum politischen und wirtschaftlichen und nicht zuletzt zum kulturellen Mittelpunkt – zum Schauplatz literarischer Handlungen auch von Kinderbüchern. [72] Der Großstadtroman für Kinder lässt sich nicht auf Kästners Urheberschaft zurückführen. Vorläufer waren die 1925 erschienene Geschichte Peter Stoll von Carl Dantz sowie Kai aus der Kiste (1926) von Wolf Durian, die ebenfalls im großstädtischen Milieu spielen.

Aber dennoch gilt Kästners Emil und die Detektive heute als „exemplarisches Kinderbuch der neuen Sachlichkeit“.[73] Drei Aspekte sind dabei von besonderer Bedeutung: Zum einen handelt es sich um eine realistische Erzählung, zum anderem spielt die Geschichte in der Großstadt Berlin. Vor allen Dingen wird hier ein neuartiger aktiver und selbstbewusster Kindertypus präsentiert.

Auch die Thematik ist neu: Kriminalität in Zusammenhang mit Kindern. Kriminalität gehörte in den 20er Jahren zum bevorzugten Gegenstand des allgemeinen Interesse, hervorgehoben durch die Darstellungen innerhalb der verbreiteten Massenmedien. Fiktive Kriminalgeschichten erschienen in deutscher Sprache

wie zum Beispiel Erzählungen von Edgar Ellen Wallace – und fanden reißenden Absatz. Somit verarbeitete Kästner ein hochaktuelles Thema; dass er dies in Form eines Kinderbuches tat, war sicherlich spektakulär und berechnend, denn die kindliche Begeisterung war ihm angesichts einer solchen Thematik gewiss.

Kästner benutzte seit seinem ersten Kinderbuch Emil und die Detektive ein literarisches Mittel, das in der Fachwelt als „kästnern“ bezeichnet wird. Gemeint ist damit

die gesuchte Nähe zu den kindlichen Lesern, hergestellt nicht nur dadurch, daß die story sich hauptsächlich an wiedererkennbaren Orten abspielt und an realen Kindererfahrungen orientiert, sondern auch durch die ständige Aktivierung der Leser durch Anreden, Nachfragen und komische Einwürfe des Erzählers...hier wird ein ‚Autor – Erzähler’ konstruiert. Der sich vor allem durch das augenzwinkernde Herstellen eines Einverständnis mit dem kindlichem Leser darüber, daß es ruhig Spaß machen darf, etwas über Vernunft und Anständigkeit zu lernen, manifestiert – und auch legitimiert.[74]

Völlig neu ist dieses Mittel sicherlich nicht,[75] jedoch gelingt es Kästner tradierte Erzählformen mit neuen Inhalten zu verknüpfen. In dem Vorwort zu Emil und die Detektive kritisierte Kästner die veraltete traditionelle Kinderliteratur als Literatur, die die Kinder täuscht und die er nicht weiter fortführen möchte.[76] Deshalb möchte er kein den Erwartungen entsprechenden Kinderroman, sondern etwas Neuartiges die Regeln Brechendes schreiben.

So bestehen die ersten Sätze seiner Erzählung daraus, auf seinen innovativen Ansatz hinzuweisen:

Die Sache mit Emil kam mir auch unerwartet. Eigentlich hatte ich ein ganz anderes Buch schreiben wollen. [...]Einen richtigen Südseeroman hatte ich vor. Weil mir mal ein Herr mit einem großen Umhängebart erzählt hatte, sowas würdet ihr am liebsten lesen.[77]

4.3. Fabian – Roman der Moderne

Der Roman Fabian, wird dieser heute eindeutig der ‚Neuen Sachlichkeit’ zugeordnet. Fabian ist ein Roman der Moderne und ebenso ein Zeitroman, also dem zeitgeschichtlichen Kontext angepasst. Der Protagonist Jakob Fabian hat mit den Helden des klassischen Bildungsromans ebenso wenig gemeinsam wie mit den tiefgründigen Romanfiguren von Franz Kafka oder Hermann Hesse. Kästner hat formal und inhaltlich neue Akzente gesetzt.[78] Die Herkunft und Entwicklung des Protagonisten tritt in den Hintergrund, wichtiger ist die Möglichkeit der Identifizierung des Lesers mit der Person Fabian und der damaligen Krisengesellschaft. Fabian ist ein Großstadtroman, der in der Metropole Berlin spielt. Als Vorbild diente Kästner der 1929 erschienene Roman Berlin Alexanderplatz von Alfred Döblin. Ebenso wie seine Zeitgenossen zeigte sich auch Kästner beigeistert von diesem Großstadtroman und der neuartigen Montagetechnik, die Döblin verwendete. In beiden Erzählungen nimmt die Großstadt selbst mit ihren neuen technischen Errungenschaften, Verkehrsmitteln und den vielen Schattenseiten des Lebens in ihr eine zentrale Rolle ein.

Der Erzählweise des Romans weist Parallelen zum journalistischen Schreibstil auf. Das schnelle Erzähltempo, welches das gesamte Werk bestimmt, wird vorgegeben durch aufeinanderfolgende Schlagzeilen, die jedes Kapitel einleiten. „Durch eine rasante Episodenfolge sowie zahlreiche Nebenfiguren und Schauplätze wird der aus der einfachen parataktischen Syntax resultierende schnelle Erzählrhythmus noch gesteigert.“[79] konstatiert Britta Jürgs und dass „der szenische Aufbau des Romans und die abrupten Szenenwechsel mitunter wie filmische Schnitte wirken.“[80]

Um als Zeitroman möglichst realistisch zu wirken, benutzt Kästner eine einfache, neutrale Sprache, die sich häufig durch kurze und emotionslose Sätze auszeichnet.

Eben dieser Aspekt der Sprache, die Großstadtmotive und die journalistische Gestaltung machen Fabian zu einem modernen und neusachlichen Roman.

[...]


[1] Kästner, Erich: Kästner über Kästner.(1949) In: Kästner, Erich: Werke (in neun Bänden). Hrsg. von Franz Josef Görtz. München. 1998. Bd.II. S. 323 – 328. Hier: S. 326.

[2] Kästner, Erich: Zur Naturgeschichte des Jugendschriftstellers.(1960) In: Kästner, Erich: Werke. Bd. VI. S. 654 – 662. Hier: S. 659.

[3] ebd. S. 659.

[4] vgl. Karrenbrock, Helga: Das ‚Kästnern’ – oder: Über die schriftstellerische Herstellung eines Einverständnisses. In: Asholt, Wolfgang et. al.: Unruhe und Engagement. Blickeröffnung für das Andere. Festschrift für Walther Fähnders zum 60. Geburtstag. Bielefeld. 2004. S.335 – 347. Hier: S.339.

[5] vgl. Haywood, Susanne: Kinderliteratur als Zeitdokument. Alltagsnormalität der Weimarer Republik in Erich Kästners Kinderromanen. Frankfurt am Main, 1998. S.132.

[6] Kästner, Erich: Das junge Deutschland. In: Neue Leipziger Zeitung. 9. November. 1928. S. 18. Zitiert nach: Haywood, Susanne: Kinderliteratur als Zeitdokument. S. 132.

[7] Karrenbrock, Helga: Revolution im Bücherschrank der Kinder. Zur Synchronisierung von Kindheit in den Kinderromanen der Neuen Sachlichkeit. In: Wild, Reiner(Hrsg.): Gesellschaftliche Modernisierung und Kinder – und Jugendliteratur. St. Ingbert. 1997. S. 124 – 139. Hier: S. 131.

[8] Kästner, Erich: Pünktchen und Anton. (1931) In: Kästner, Erich: Werke. Bd.VII. S. 451 – 545. Hier: S. 545.

[9] Kästner, Erich: Ansprache zum Schulbeginn. (1950). In: Kästner, Erich: Werke. Bd. II. S. 194 – 198. Hier. S. 195.

[10] Rodrian, Fred: Notizen zu Erich Kästners Kinderbüchern. In: Neue deutsche Literatur.8.Jahrgang. Heft 9.1960. S.117 – 129. Hier S. 120.

[11] vgl. Görtz, Franz/Sarkowicz, Hans: Erich Kästner. Eine Biographie. 3. Auflage. München, 1999. S.33.

[12] vgl. ebd. S.322.

[13] Deutsche Wochenzeitschrift zur Zeit der Weimarer Republik mit den Schwerpunkten Politik, Kunst und Wirtschaft. Sie wurde von den Nationalsozialisten verboten und erschien zuletzt im März 1933.

[14] Im Folgenden als Fabian zitiert

[15] Kästner, Erich: Mein liebes, gutes Muttchen, Du! Dein oller Junge. Briefe und Postkarten aus 30 Jahren. Ausgewählt und eingeleitet von Luiselotte Enderle. Hamburg. 1981. S.40.

[16] Die Verfolgungen der NS richtete sich auch gegen oppositionelle Künstler, Schriftsteller, Journalisten und Wissenschaftler, die mit Berufsverbot belegt wurden. Als Höhepunkt einer vierwöchigen Aktion „Wider den undeutschen Geist“ wurden am 10.5.1933 u.a. in Berlin Bücher deutscher Autoren verbrannt, deren Werke nicht mehr verkauft oder gelesen werden durften. Kästner übte aus linker Sichtweise Kritik am bestehenden System und so wurden seine Werke auf den Index gesetzt (außer Emil und die Detektive) und seine Bücher verbrannt. Er war bei diesem Ereignis anwesend.

[17] vgl. Tornow, Ingo: Erich Kästner und der Film. München. 1998. S.20.

[18] Kästner, Erich: Dieses Na ja!, wenn man das nicht hätte! Ausgewählte Briefe von 1909 bis 1972. Herausgegeben von Sven Hanuschek. Zürich. 2003. S.106.

[19] Pony Bouché (1907 – 2000) war von 1929 bis 1930 Kästners Geliebte, nach der Trennung blieben sie befreundet und hielten Briefkontakt. Ihr Mädchenname lautet Margot Schönlank. Sie ist das Vorbild für die Mädchenfigur Pony Hütchen in Emil und die Detektive und führte seitdem diesen Vornamen.

[20] vgl. Zonneveld, Johan: Erich Kästner als Rezensent 1923 – 1933. Frankfurt am Main. 1991. S.285 ff.

[21] vgl. Benson, Renate: Erich Kästner. Studien zu seinem Werk. Bonn, 1973. S. 31.

[22] Kästner, Erich: Werke. Bd. II. S.326.

[23] Kästner, Erich: Werke. Bd. II. S.325f.

[24] Die Folgenden Jahreszahlen beziehen sich auf das 20. Jahrhundert.

[25] vgl. Zonneveld, Johan: Erich Kästner als Rezensent. S.21.

[26] ebd. S. 21.

[27] vgl. Benjamin, Walter: Linke Melancholie. Zu Erich Kästners neuem Gedichtbuch. In: Die Gesellschaft. April 1931, S.181-184.

[28] Reich – Ranicki, Marcel: Ist das Leichte gleich verächtlich? In: Reich – Ranicki, Marcel: Wer schreibt, provoziert. München, 1966. S.172 – 175.Hier S.173.

[29] Hofrichter,Ruth J.: Erich Kästner as a Representative of ‚Neue Sachlichkeit’. In: German Quarterly V,4, 1932. S.173 – 177.

[30] Blankenagel, John C. : Four Volumes of Verse by Erich Kästner. In: German Quarterly IX,1, 1936. S. 1-9.

[31] Genschmer, Fred: The Ordeal of Erich Kästner. In: Monatshefte für den deutschen Unterricht. 39.Jg., 5, 1947. S.389 – 402.

[32] Winkelman, John: Erich Kästner and Social Criticism. In: Monatshefte für den deutschen Unterricht, 44. Jg., 7, 1952. S.366 – 371.

[33] Winkelman, John: Social Criticism in the Early Works of Erich Kästner. Diss. The University of Missouri. Studies No. 4. Vol. XXV. 1953

[34] Winkelman, John: Existentialist Elements in the Early Works of Erich Kästner. In: German Quaterly, 27. Jg., 1, 1954. S. 41 – 47.

[35] Winkelman, John: The Poetic Style of Erich Kästner. Lincoln. Nebrasca University.1957.

26 - 32 zitiert nach: Drouve, Andreas: Erich Kästner – Moralist mit doppelten Boden. Marburg, 1999. S.20.

[36] Endler, Adolf: Provokatorische Notizen über einen Gebrauchslyriker. In: Neue deutsche Literatur. 11. Jahrgang. Heft 9, 1963. S.96 – 108.

[37] vgl. Rodrian, Fred: Notizen zu Erich Kästners Kinderbüchern. S.129.

[38] vgl. Endler, Adolf: Provokatorische Notizen über einen Gebrauchslyriker. S.108.

[39] Beutler, Kurt: Erich Kästner. Eine Literaturpädagogische Untersuchung. Weinheim/Berlin. 1966.

[40] Drouve, Andreas: Moralist mit doppelten Boden.S.28.

[41] Lethen, Helmut: Kästners Fabian oder die Karikatur freischwebender Intelligenz. In:Lethen, Helmut: Neue Sachlichkeit 1924 – 1932. Studien zur Literatur des ‚weißen Sozialismus ’. 2. Auflage. Stuttgart. 1975. S.142 – 155.

[42] Klotz, Volker: Forcierte Prosa. Stilbeobachtungen an Bildern und Romanen der Neuen Sachlichkeit. In: Wolff, Rudolf (Hrsg.): Erich Kästner. Werk und Wirkung. Bonn. 1983. S.70 – 90.

[43] vgl. Benjamin, Walter: Linke Melancholie. S.181 – 184.

[44] Walter, Dirk: Zeitkritik und Idyllensehnsucht. Erich Kästners Frühwerk (1928 – 1933) als Beispiel linksbürgerlicher Literatur in der Weimarer Republik. Heidelberg, 1977.

[45] Mank, Dieter: Erich Kästner im nationalsozialistischen Deutschland. 1933 - 1945: Zeit ohne Werk? Frankfurt. 1981.

[46] vgl. ebd. S. 40f. und S. 93f.

[47] Bäumler, Marianne: Die aufgeräumte Wirklichkeit des Erich Kästners. Wuppertal/Köln. 1984.

[48] Steck – Meier, Esther: Erich Kästner als Kinderbuchautor: eine erzähltheoretische Analyse. Bern. 1999.

[49] Haywood, Susanne: Kinderliteratur als Zeitdokument. Alltagsnormalität der Weimarer Republik in Erich Kästners Kinderromanen. Frankfurt am Main. 1998.

[50] Karrenbrock, Helga: Märchenkinder – Zeitgenossen. Untersuchung zur Kinderliteratur der Weimarer Republik. 2.neu durchgesehene Auflage. Stuttgart. 2001.

[51] Doderer, Klaus: Erich Kästners ‚Emil und die Detektive’ – Gesellschaftskritik in einem Kinderroman. In: Wolff, Rudolf (Hrsg.): Erich Kästner. Werk und Wirkung. Bonn. 1983. S.104 – 117.

[52] Haywood, Susanne: Kinderliteratur als Zeitdokument.S.31.

[53] vgl. ebd. S.33.

[54] Enderle, Luiselotte: Erich Kästner. 19. Auflage. Hamburg. 2001.

[55] Kordon, Klaus: Die Zeit ist kaputt. Die Lebensgeschichte des Erich Kästners. 2. Auflage. Weinheim. 1995.

[56] Doderer, Klaus: Erich Kästner. Lebensphasen – politisches Engagement – literarisches Wirken. Weinheim/München. 2002. S.32.

[57] Görtz, Franz/Sarkowicz, Hans: Erich Kästner. Eine Biographie.

[58] Hanuschek, Sven: Keiner blickt dir hinter das Gesicht. Das Leben des Erich Kästners. München. 2003.

[59] Lindner, Martin: Leben in der Krise. Zeitromane der Neuen Sachlichkeit und die intellektuelle Mentalität der klassischen Moderne. Stuttgart/Weimar. 1994. S. 167.

[60] Becker, Sabina: Neue Sachlichkeit im Roman. In: Becker, Sabina/ Weiss, Christoph (Hrsg.): Neue Interpretationen zum Roman der Weimarer Republik.. Stuttgart. 1995. S.7 – 26. Hier S.16f.

[61] wie zum Beispiel Romane von Irmgard Keun, Hans Fallada, Gabriele Tergit, Arnold Zweig, Martin Kessel und auch Erich Kästner.

[62] Becker, Sabina: Neue Sachlichkeit im Roman. S.17.

[63] Becker, Sabina: „ Sachliche Generation“ und „neue Bewegung“: Erich Kästner und die literarische Moderne der zwanziger Jahre. In: Ladenthin, Volker (Hrsg.): Erich Kästner Jahrbuch Band 4. Kästner – Debatte. Kritische Positionen zu einem kontroversen Autor. Würzburg. 2004. S.115 – 126. Hier S. 117.

[64] Kästner, Erich: Prosaische Zwischenbemerkung. In: Kästner, Erich: Werke. Bd. I.S.88.

[65] ebd. S. 136.

[66] Kästner, Erich: Werke. Bd. VI. S. 103.

[67] vgl. Becker, Sabina: „ Sachliche Generation“ und „neue Bewegung“. S. 118.

[68] vgl. Ewers, Hans – Heino: Literatur für Kinder und Jugendliche. Eine Einführung. München. 2000. S. 15f.

[69] vgl. Kaminski, Winfried: Einführung in die Kinder – und Jugendliteratur. Literarische Phantasie und gesellschaftliche Wirklichkeit. 4. Auflage. Weinheim. 1998. S.65f.

[70] vgl. List, Sylvia: Das Kästner Buch. Von und über Erich Kästner in Texten und Bildern. 4. Auflage. München. 1987. S.91.

[71] Karrenbrock, Helga: Revolution im Bücherschrank der Kinder. S.131.

[72] vgl. Schikorsky, Isa: Erich Kästner. 4. Auflage. München. 2003. S.119f.

[73] Schikorsky, Isa: Literarische Erziehung zwischen Realismus und Utopie – Erich Kästners Kinderroman „Emil und die Detektive“. In: Hurrelmann, Bettina (Hrsg.): Klassiker der Kinder – und Jugendliteratur. Frankfurt. 1995. S.218.

[74] Karrenbrock, Helga: Das ‚Kästnern’ S.337.

[75] Direkte Ansprachen des Lesers finden sich zum Beispiel auch bei E.T.A. Hoffmann in seinem Werk Der Sandmann (1817) und auch schon in der englischsprachigen Literatur bei Daniel Defoe in dem Roman Moll Flanders (1722).

[76] vgl. Ladenthin, Volker: Ein Klassiker der Moderne: Erich Kästner und die Ästhetik des Kinder und Jugendbuchs. In: Ladenthin, Volker (Hrsg.): Erich Kästner Jahrbuch Band 4. Kästner – Debatte. Kritische Positionen zu einem kontroversen Autor. Würzburg. 2004. S.171 – 182. Hier. S. 173.

[77] Kästner, Erich: Werke. Bd. VII. S. 195.

[78] vgl. Schikorsky, Isa: Erich Kästner. S.80.

[79] Jürgs, Britta: Neusachliche Zeitungsmacher, Frauen und alte Sentimentalitäten. Erich Kästners Roman ‚Fabian. Die Geschichte eines Moralisten’. In: Becker, Sabina/ Weiss, Christoph (Hrsg.): Neue Sachlichkeit im Roman. Neue Interpretationen zum Roman der Weimarer Republik. Stuttgart/Weimar. 1995. S. 195 – 211. Hier S.199.

[80] ebd. S.203.

Ende der Leseprobe aus 103 Seiten

Details

Titel
Die Lebenswelten und -entwürfe der Protagonisten in Erich Kästners „Emil und die Detektive“ und „Fabian – die Geschichte eines Moralisten“
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
103
Katalognummer
V57520
ISBN (eBook)
9783638519687
ISBN (Buch)
9783638724784
Dateigröße
897 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Eine, Untersuchung, Lebenswelten, Lebensentwürfe, Protagonisten, Erich, Kästners, Werken, Detektive“, Geschichte, Moralisten“, Thema Erich Kästner
Arbeit zitieren
Kyra Damke (Autor), 2005, Die Lebenswelten und -entwürfe der Protagonisten in Erich Kästners „Emil und die Detektive“ und „Fabian – die Geschichte eines Moralisten“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57520

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