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Unterrichtsmethoden in der geographischen Umwelterziehung: Lernzirkel versus aktivierender Unterricht

Title: Unterrichtsmethoden in der geographischen Umwelterziehung: Lernzirkel versus aktivierender Unterricht

Examination Thesis , 2005 , 71 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Andrea Lehner (Author)

Didactics - Earth Science
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Summary Excerpt Details

Der verantwortliche Umgang mit der Umwelt ist im Lehrplan der bayerischen Realschule eines der obersten Bildungsziele. Vordergründig wird diese Aufgabe den Fächern Biologie, v.a. zur Verdeutlichung der biotischen Gemeinschaften, und Geographie, v.a. zur Darstellung von räumlichen Auswirkungen der Mensch-Umwelt-Beziehung, zugeschrieben. Dabei hält man grundsätzlich die Geographie dafür am geeignetsten, weil sie regional differenziert, lokale bis globale Maßstäbe berücksichtigt, Fernwirkungen von Umweltproblemen miteinbezieht und gesellschaftliche Konflikte in die Betrachtung einschließt. Allerdings ist das soweit nur bloße Theorie. Empirische Untersuchungen ergaben, dass Umwelterziehung weder quantitativ noch qualitativ hinreichend ausgeübt wird. Daraus geht auch hervor, dass trotz hohem Interesse und Betroffenheit das Wissen und die Handlungsbereitschaft verschwindend gering ist. Diese Diskrepanz ist seit über 20 Jahren ein heiß diskutiertes Thema. So wird bereits 1983 von Axel Braun festgestellt, dass es Unterrichtseinheiten geben muss, die in konkretes Umwelthandeln einmünden. Schon damals wurde nachgewiesen, dass Schüler, die im Unterricht konkrete Handlungserfahrungen gesammelt haben, sich auch außerhalb des Unterrichts umweltbewusster verhalten. Doch noch immer besteht das Problem in den Schulbüchern und Lehrplänen. Die Mehrheit der Themen zu Umweltproblemen stammt nicht aus der Erfahrungswelt der Schüler. Somit wird durch die räumlich Ferne das unmittelbare Erleben, die konkrete Betroffenheit, das Probehandeln und die nachfolgende Reflexion behindert. Darum soll es Aufgabe der vorliegenden Arbeit sein, wieder einen Schritt hin zum schülerzentrierten, aktivierenden Umweltunterricht machen, Vergleiche zwischen dieser „neuen“ Methode und der herkömmlichen theoretischen Informationsvermittlung zu ziehen und diese auch durch Datenerhebungen auszuwerten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort

2 Problemstellung und Zielsetzung der Untersuchung

2.1 Umwelterziehung

2.1.1 Umwelterziehung in der Schule

2.1.2 Umwelterziehung im Geographielehrplan

2.2 Theoretische Grundlagen und aktueller Forschungsstand

2.2.1 Frühe Entwicklungen bis zu den 1990er Jahren

2.2.2 Entwicklung seit den 1990ern

2.2.3 Ansätze und Probleme

2.3 Zielsetzung und Anlage der Untersuchung

3 Sachanalyse

3.1 Vorbemerkung zur Verwendung der analysierten Punkte

3.2 Der ZAW Donau-Wald

3.3 Mülldeponie Außernzell

3.4 Müllverbrennungsanlage München Nord

3.5 Möglichkeiten der Mülltrennung im ZAW Donau-Wald

3.6 Recycling allgemein

3.6.1 Recycling von Glas

3.6.2 Recycling von Papier

3.7 Möglichkeiten und Grenzen der Müllvermeidung

3.7.1 Müllvermeidung allgemein

3.7.2 Müllvermeidung im schulischen Alltag

3.8 Die Müllproblematik an der Realschule Schöllnach

4 Didaktische Analyse

4.1 Anthropogen-soziale Voraussetzungen der Schüler

4.2 Verlaufsschemata und Materialien

4.2.1 Verlaufsschema und Materialien des Lernzirkels

4.2.2 Verlaufsschema und Materialien des aktivierenden Unterrichts

4.3 Didaktischer Kommentar zu Lerninhalten und Unterrichtsgestaltung

4.3.1 Lernzirkel

4.3.2 Aktivierender Unterricht

4.4 Beurteilung des Verlaufs

4.4.1 Tatsächlicher Verlauf des Lernzirkels

4.4.2 Tatsächlicher Verlauf des aktivierenden Unterrichts

5 Zusammenfassung der Ergebnisse

5.1 Einstellung der Schüler zum Thema Müll

5.2 Kenntnisse der Schüler zum Thema Müll

6 Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Effektivität verschiedener Lehrmethoden in der Umwelterziehung, um die Diskrepanz zwischen theoretischem Wissen und tatsächlichem umweltbewussten Handeln bei Schülern der fünften Jahrgangsstufe zu verringern.

  • Vergleich zwischen konventionellem Lernzirkel und schülerzentriertem, aktivierenden Unterricht.
  • Analyse der Einstellungen und des Wissensstandes von Schülern zum Themenkomplex Abfall und Entsorgung.
  • Untersuchung des Einflusses von geschlechtsspezifischen Unterschieden auf das Lernverhalten im Umweltunterricht.
  • Erprobung handlungsorientierter Ansätze in der Praxis an der Realschule Schöllnach.
  • Evaluierung der Wirksamkeit von Müllvermeidung und -trennung als didaktisches Unterrichtsprinzip.

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Frühe Entwicklungen bis zu den 1990er Jahren

Nach einer euphorischen Aufbruchsphase der Umwelterziehung in der 1970er Jahren meinte man, dass die Umweltkrise normativ-pädagogisch im Form von Ausagen wie: „Wir dürfen nicht, weil...“ zu bewältigen sei. Auf diese Art wurde dann, je nach Ermessen der Lehrkraft, Umwelterziehung im Unterricht praktiziert. Erst 1980 wurde eine gemeinsame Basis für die Umwelterziehung in der Schule unter dem Titel „Grundsätze und Ziele der Erziehung zum Umweltbewusstsein und Umweltschutz“ im KMK-Beschluss geschaffen. Die Festsetzung der jahrgangsbezogenen Schwerpunkte für die unterrichtliche Durchführung folgte wiederum erst zwölf Jahre später, 1992.

Die Schulerdkunde lässt sich in den 1970ern unter dem Stichwort „Inwertsetzung von Räumen“ zusammenfassen, was den unkritischen Fortschrittsglauben der damaligen Zeit widerspiegelt. In den frühen 80er Jahren folgte, ausgelöst durch die Energiekrise und Diskussionen über die Ressourcenknappheit, eine tiefe Erschütterung der Geographiedidaktik, die von ihr geforderte Generalrevision des Curriculums in der Schulerdkunde blieb jedoch aus. Nach dieser Zeit lässt sich eine gewisse Zwiespältigkeit des Geographielehrplans beobachten. Umweltgefährdung und –schutz wurden zwar behandelt, allerdings als eine von anderen Themenbereichen isolierte Einheit.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Vorwort: Einleitung in die Bedeutung der Umwelterziehung als Bildungsziel und Erläuterung der Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln.

2 Problemstellung und Zielsetzung der Untersuchung: Theoretische Einordnung der Umwelterziehung, aktueller Forschungsstand und Zielsetzung der praktischen Unterrichtsanalyse.

3 Sachanalyse: Detaillierte Darstellung der Entsorgungsstrukturen des ZAW Donau-Wald, der Müllverbrennung und der Möglichkeiten der Müllvermeidung.

4 Didaktische Analyse: Beschreibung der methodischen Durchführung, der Lernziele sowie der Auswertung des Unterrichtsverlaufs in den zwei fünften Klassen.

5 Zusammenfassung der Ergebnisse: Auswertung der Fragebögen und Wissenstests zur Überprüfung der Lernfortschritte und Einstellungsänderungen bei den Schülern.

6 Schlusswort: Fazit des Autors hinsichtlich des Nutzens handlungsorientierter Unterrichtsmodelle für eine zukunftsorientierte Umwelterziehung.

Schlüsselwörter

Umwelterziehung, Geographiedidaktik, Abfallwirtschaft, Mülltrennung, Recycling, Müllvermeidung, Lernzirkel, Aktivierender Unterricht, Handlungsorientierung, Realschule, Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein, Stoffkreislauf, Müllverbrennung, Unterrichtsevaluation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Verbesserung der Umwelterziehung an bayerischen Realschulen durch den Einsatz schülerzentrierter und handlungsorientierter Unterrichtsmethoden.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Themen Müllvermeidung, Mülltrennung, Recycling sowie die fachdidaktische Vermittlung dieser komplexen ökologischen Prozesse.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Im Zentrum steht die Frage, ob eine aktivierende Unterrichtsform (wie das praktische Sortieren von Müll) im Vergleich zu einem herkömmlichen Lernzirkel zu einem nachhaltigeren Lernerfolg und einer positiveren Einstellung führt.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Datenerhebung verwendet?

Der Autor nutzt empirische Erhebungen mittels anonymer Fragebögen (vor und nach dem Unterricht) sowie einen Multiple-Choice-Wissenstest, um die Effektivität der Unterrichtseinheiten quantitativ zu erfassen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Sachanalyse der regionalen Entsorgungsstrukturen (ZAW Donau-Wald) und eine didaktische Analyse, die konkrete Verlaufsschemata und Arbeitsmaterialien für den Unterricht darstellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Kernbegriffe sind Umwelterziehung, Handlungsorientierung, Mülltrennung, Recycling und didaktische Unterrichtsevaluation.

Wie schnitten die Schüler in der handlungsorientierten Klasse (5c) ab?

Die Auswertungen zeigten, dass die handlungsorientierte Form besonders bei männlichen Schülern eine hohe Begeisterung auslöste und zu einer signifikanten positiven Einstellungsänderung führte.

Welche Müllproblematik herrschte an der untersuchten Realschule Schöllnach?

Die Trennung des anfallenden Mülls wurde in der Schule aufgrund mangelnder Konzepte und fehlender Papierkörbe in den Pausenhallen äußerst unpädagogisch und ineffektiv gehandhabt.

Zu welchem Schluss kommt der Autor bezüglich der Didaktik?

Der Autor plädiert dafür, dass handlungsorientierte Modelle unumgänglich sind, um Schüler zu mündigem, verantwortungsbewusstem Handeln zu befähigen.

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Details

Title
Unterrichtsmethoden in der geographischen Umwelterziehung: Lernzirkel versus aktivierender Unterricht
College
University of Passau  (Institut für Geographie)
Grade
1,0
Author
Andrea Lehner (Author)
Publication Year
2005
Pages
71
Catalog Number
V57522
ISBN (eBook)
9783638519700
ISBN (Book)
9783656781752
Language
German
Tags
Unterrichtsmethoden Umwelterziehung Lernzirkel Unterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Lehner (Author), 2005, Unterrichtsmethoden in der geographischen Umwelterziehung: Lernzirkel versus aktivierender Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57522
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