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Die Figur des Dietrich von Bern im "Eckenlied" und im "Rosengarten A"

Title: Die Figur des Dietrich von Bern im "Eckenlied" und im "Rosengarten A"

Seminar Paper , 2004 , 39 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Claudia Behm (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Die Figur des Dietrich von Bern ist im späten Mittelalter die populärste Gestalt der germanisch-deutschen Heldensage gewesen. Über keinen anderen Helden waren dermaßen viele Erzählungen verbreitet und aus keinem anderen Stoff haben sich so viele Dichtungen so lange gehalten. Umso erstaunlicher ist es, dass die Dietrichdichtungen von der Forschung eine bisher eher stiefmütterliche Zuwendung erfuhren. In der vorliegenden Arbeit soll vor allem die Figur des Dietrich von Bern im Untersuchungsmittelpunkt stehen. Ziel ist es, zu prüfen, inwiefern der Held in verschiedenen Dichtungen unterschiedlich dargestellt wird und inwiefern sich Wesenszüge und Verhaltensweisen ähneln. Dazu ist in der Hauptsache eine inhaltliche Analyse der Texte erforderlich. Eine Formanalyse der Dichtungen soll deshalb in dieser Arbeit keine Rolle spielen. Exemplifiziert werden soll dies an zwei Texten, die zur aventiurehaften Dietrichepik zu zählen sind: Es handelt sich hierbei um das ‚Eckenlied’ und den ‚Rosengarten zu Worms’, welcher jedoch lediglich in der Fassung A herangezogen wird. Anhand der Texte soll zum einen die Zeichnung der Dietrichfigur verdeutlicht und analysiert werden und zum anderen sollen die daraus gewonnenen Ergebnisse der zu untersuchenden Dichtungen miteinander verglichen werden. Aufgrund dessen, dass die zu untersuchenden Texte ein und derselben Gruppe zuzuordnen sind, ist zu erwarten, dass die Darstellungen der Dietrichfigur eine Reihe von Gemeinsamkeiten aufweisen. Jedoch wird in besonderem Maße festzustellen sein, inwiefern und welche Unterschiede in der Darstellungsweise vorhanden sind und es muss sich dann gefragt werden, wie diese Unterschiede zustande kommen und welchen Zweck sie erfüllen. Bereits im ersten Teil der Arbeit wird festgestellt werden, dass eine Betrachtung und Analyse bestimmter Elemente in der Dietrichepik nicht möglich ist, ohne Aspekte des Artusromans vergleichend hinzu zu ziehen. Aus diesem Grunde soll im zweiten Teil der Arbeit beleuchtet werden, inwiefern höfische und nicht höfische Elemente in den jeweiligen Texten eine Rolle spielen. Des weiteren wird im letzten Kapitel auf tragische und komische Aspekte im ‚Eckenlied’ und im ‚Rosengarten’ eingegangen, denn dies sind wiederkehrende Merkmale der Dichtungen der Dietrichepik und sind ebenso in den diesen Texten feststellbar und vergleichbar.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1 ENTSTEHUNG UND BEDEUTUNG DER DIETRICHEPIK

1.1 Überlieferung der Dietrichepik

1.2 Das ‚Eckenlied’ und der ‚Rosengarten zu Worms’ als aventiurehafte Dietrichepen

2 DIE FIGUR DES DIETRICH VON BERN

2.1 Theoderich der Große – die historische Vorlage des Dietrich von Bern

2.2 Dietrich von Bern als literarische Figur

2.2.1 Die Tugenden des Dietrich von Bern

2.2.2 Dietrich von Bern im Frauendienst

2.2.2.1 Dietrichs Frauendienst im ‚Eckenlied’

2.2.2.2 Dietrichs Frauendienst im ‚Rosengarten’

2.2.3 Dietrichs Zaudern als Spezifikum der aventiurehaften Dietrichepik

2.2.3.1 Dietrichs Zaudern im ‚Eckenlied’

2.2.3.2 Dietrichs Zaudern im ‚Rosengarten’

2.2.3.3 Thesen zur Entwicklung des Zagheitsmotivs als Erklärung für Dietrichs zögerliches Verhalten

2.2.4 Dietrichs Klage im ‚Eckenlied’

2.2.5 Dietrich von Bern im Kampf

2.2.5.1 Dietrichs Kämpfe gegen Ecke und Siegfried

2.2.5.2 Dietrichs Kämpfe gegen Vasolt und die Eckensippe

2.2.6 Die Darstellung Dietrichs von Bern in den Schlussszenen des ‚Eckenliedes’

3 HÖFISCHE UND UNHÖFISCHE ELEMENTE IM ‚ECKENLIED’ UND IM ‚ROSENGARTEN ZU WORMS’

3.1 Unhöfische Elemente und Elemente höfischer Epik im ‚Eckenlied’

3.2 Unhöfische und höfische Elemente im ‚Rosengarten’

3.3 Vergleich des (Un-)Höfischen im ‚Eckenlied’ und im ‚Rosengarten’

4 TRAGIK UND KOMIK IM ‚ECKENLIED’ UND IM ‚ROSENGARTEN’

4.1 Aspekte von Tragik und Komik im ‚Eckenlied’

4.2 Aspekte von Tragik und Komik im ‚Rosengarten’

FAZIT

LITERATURLISTE

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die literarische Figur des Dietrich von Bern im ‚Eckenlied’ sowie im ‚Rosengarten zu Worms’ (Fassung A) vergleichend zu untersuchen. Dabei soll analysiert werden, inwiefern der Held in diesen Dichtungen der aventiurehaften Dietrichepik unterschiedlich dargestellt wird, welche Gemeinsamkeiten in seinen Wesenszügen bestehen und wie er in spezifische, durch andere Akteure initiierte Konfliktsituationen eingebunden ist.

  • Vergleich der Darstellung der Dietrich-Figur hinsichtlich ihres Verhaltens und ihrer Motivation.
  • Analyse der Rolle von höfischen und unhöfischen Elementen sowie der aventiurehaften Struktur.
  • Untersuchung des Zagheitsmotivs und dessen Funktion im Kontext der Heldendichtung.
  • Betrachtung von tragischen und komischen Aspekten in beiden Werken.
  • Kritische Einordnung des Minne- und Aventiurewesens innerhalb der Texte.

Auszug aus dem Buch

Die Figur des Dietrich von Bern als literarische Figur

Bevor in den folgenden Kapiteln auf bestimmte ausgewählte Aspekte der Dietrichfigur eingegangen wird, soll zuerst geschaut werden, welches Dietrichbild von anderen Figuren der Dichtung gezeichnet wird und inwiefern dieses den Verlauf der Handlung beeinflusst.

Sowohl im ‚Eckenlied’ als auch im ‚Rosengarten’ wird Dietrich damit eingeführt, dass verschiedene Figuren sich zur Person des Berners und seinen Eigenschaften äußern.

Schlüsse über die Darstellung des Helden Dietrich von Bern können im ‚Eckenlied’ bereits in den ersten Strophen gezogen werden. Es sitzen die Riesen Vasolt, Ecke und Ebenrot in einem Aventiuregespräch zusammen und stellen übereinstimmend fest „…das nieman kΦner w(r ze not, den von Bern her Dietheriche: der w(r ain helt úber allú lant…“ (2,9-2,11) Demnach kommt in Kampf und Not kein Held der Welt Dietrich gleich. Keiner der Männer jedoch ist Dietrich vorher je begegnet. Ihre Äußerungen beruhen demnach nicht auf ihrer eigenen Kenntnis, sondern beziehen sich lediglich auf das, was die Riesen gerüchteweise gehört haben. Dietrichs Taten werden von den Leuten weit und breit gelobt und er wird als der berühmteste Held gepriesen. Dieses übermächtige Gerede der Leute evoziert ein dermaßen positives Bild über Dietrich, dass sich der Riese Ecke provoziert fühlt, den Nachweis über Schein und Sein zu führen. Auch er hat ruhmreiche Taten vollbracht und fragt sich darum, warum er nicht in aller Munde ist. Ecke selbst will die höchste Anerkennung innerhalb der ritterlich-feudalen Elite gewinnen und ist bereit, dafür sein Leben zu opfern („… ich mΓs in vinden und striteclich im bi gestan. Er tΓt mich libes ane, ald sin lob mΓs zergan…“ 3,10-3,13). Das eigentliche Ziel der Eingangsrede Eckes (vgl. 3,4-6,13) ist es zu verdeutlichen, dass er nicht nur den Kampf auf Leben und Tod gegen den Berner begehrt, sondern er beabsichtigt konkret herauszufinden, ob Dietrich wirklich das Lob gebührt, dass ihm von jedermann zuteil wird.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Einleitung stellt die Popularität der Dietrich-Figur fest und definiert das Ziel, die Darstellung Dietrichs im ‚Eckenlied’ und ‚Rosengarten’ inhaltlich zu vergleichen und kritisch zu hinterfragen.

1 ENTSTEHUNG UND BEDEUTUNG DER DIETRICHEPIK: Dieses Kapitel verortet die Dietrichepik in der germanisch-deutschen Heldensagentradition und unterscheidet zwischen der historischen und der aventiurehaften Form.

2 DIE FIGUR DES DIETRICH VON BERN: Dieser zentrale Abschnitt beleuchtet die historische Vorlage, die Tugenden Dietrichs, sein Auftreten im Frauendienst, das Motiv des Zauderns, seine Klagen sowie seine Kampfdarstellungen und deren unterschiedliche Ausprägung in den Schlussszenen.

3 HÖFISCHE UND UNHÖFISCHE ELEMENTE IM ‚ECKENLIED’ UND IM ‚ROSENGARTEN ZU WORMS’: Das Kapitel untersucht die strukturellen und inhaltlichen Verbindungen zum Artusroman und stellt die parodistische sowie kritische Verwendung höfischer Konzepte in beiden Werken heraus.

4 TRAGIK UND KOMIK IM ‚ECKENLIED’ UND IM ‚ROSENGARTEN’: Hier werden die komischen und tragischen Elemente analysiert, wobei insbesondere die Figur des Riesen Ecke und der Mönch Ilsan als Träger dieser Aspekte fungieren.

FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass trotz vieler Gemeinsamkeiten eine unterschiedliche, teils explizit kritische Auseinandersetzung mit höfischen Idealen in den beiden Epen stattfindet.

Schlüsselwörter

Dietrich von Bern, Eckenlied, Rosengarten zu Worms, Dietrichepik, Aventiure, Frauendienst, Heldenepik, Artusroman, Minne, Zagheitsmotiv, Kampfesstärke, Theoderich der Große, Mittelalter, ritterliches Tugendideal, Gattungskritik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der literarischen Darstellung der Figur des Dietrich von Bern in zwei bedeutenden Epen der aventiurehaften Dietrichepik: dem ‚Eckenlied’ und dem ‚Rosengarten zu Worms’ (Fassung A).

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das ritterliche Selbstverständnis, der Vergleich zwischen historischer Vorlage und literarischer Figur, die Funktion aventiurehafter Strukturen, das Motiv des Zauderns sowie das Zusammenspiel von Tragik und Komik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Wesenszüge und Verhaltensweisen des Helden in den beiden Dichtungen vergleichend darzustellen und zu analysieren, inwiefern die Texte höfische Ideale reflektieren oder kritisch parodieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich primär um eine inhaltliche Analyse der Texte, wobei eine Formanalyse explizit ausgeschlossen wird. Die Arbeit stützt sich zudem auf die Auswertung existierender Forschungsliteratur zur Dietrichepik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Dietrichs Tugenden, sein Auftreten im Frauendienst, die Analyse seines Zauderns als spezifisches Motiv, seine Klagemomente sowie seine Kampfszenen und deren Abgrenzung zwischen höfischen und unhöfischen Elementen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselwörter umfassen Dietrich von Bern, Eckenlied, Rosengarten zu Worms, aventiurehafte Dietrichepik, ritterliches Tugendideal, Frauendienst, Zagheitsmotiv, Minne, sowie die Gattungskritik am höfischen Roman.

Welche Rolle spielt das Motiv der ‚Zagheit’ konkret für Dietrich?

Dietrichs Zaudern oder seine Zagheit dient in den untersuchten Epen als Mittel, um seine Kampfbereitschaft erst durch äußere Provokation – etwa durch den Vorwurf der Feigheit – zu wecken, wobei das Motiv in der historischen Dietrichepik nicht existiert.

Wie unterscheidet sich die Darstellung von Kriemhild von einer typischen Minnedame?

Kriemhild wird als parodistische Kritik an der artushaften Minnedame gezeichnet, da sie durch ihre Sensationslust, ihr unhöfisches Verhalten und die Instrumentalisierung des Kampfes das höfische Ideal der Minne ad absurdum führt.

Warum spielt der Mönch Ilsan im ‚Rosengarten’ eine wichtige Rolle?

Ilsan ist der Hauptträger der Komik. Durch sein burleskes Verhalten bei der Übergabe der erkämpften Rosenkränze und den Kuss-Preis untergräbt er die höfischen Konventionen und übt gleichzeitig implizite Kritik an der Entartung des zeitgenössischen Mönchtums.

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Details

Title
Die Figur des Dietrich von Bern im "Eckenlied" und im "Rosengarten A"
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Institut für Deutsche Philologie)
Course
Historische Dietrichepik
Grade
2,0
Author
Claudia Behm (Author)
Publication Year
2004
Pages
39
Catalog Number
V57526
ISBN (eBook)
9783638519724
ISBN (Book)
9783656808961
Language
German
Tags
Figur Dietrich Bern Eckenlied Rosengarten Historische Dietrichepik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudia Behm (Author), 2004, Die Figur des Dietrich von Bern im "Eckenlied" und im "Rosengarten A", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57526
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