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Netzwerkartige Organisationsformen; eine ökonomische Austauschform jenseits von Märkten und Hierarchien

Title: Netzwerkartige Organisationsformen; eine ökonomische Austauschform jenseits von Märkten und Hierarchien

Essay , 2004 , 14 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Carlo Cerbone (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Wie allgemein bekannt ist, zählt die Koordination neben Spezialisierung, Konfiguration, Entscheidungsdelegation und Formalisierung zu den fünf Dimensionen organisatorischer Strukturen. Neben den innerbetrieblichen, das heisst die hierarchischen Koordinierungsformen gibt es auch die zwischenbetrieblichen Koordinierungsformen. Hier lassen sich vor allem Märkte zuordnen. Neben diesen beiden klassischen Koordinierungsformen Hierarchien und Märkten fügt nun Powell eine dritte Kategorie, nämlich die netzwerkartigen Organisationsformen, ein. Ziel dieser Arbeit ist es anhand Powells Aufsatz: „Neither Market nor Hierarchy: Network Forms of Organisations“ festzustellen, wie diese Zuordnung vorgenommen wird. Genauer gesagt, warum das „Markt-Hierarchie-Kontinuum“ nicht angemessen ist, welche Hauptmerkmale bestimmt werden können und was die Gründe für netzwerkartige Organisationen sind. Anschließend werde ich darstellen wie man die Grenzen von Unternehmen definieren kann, indem ich sowohl auf die Grenzen des einzelnen im Netzwerk verankerten Unternehmen, als auch auf das gesamte Netzwerk an sich eingehen werde. Schließlich versuche ich, sofern dies noch nicht im Verlauf des Essays geschehen ist, auf der einen Seite die Stärken und auf der anderen Seite die Schwächen dieses Ansatzes systematisch herauszuarbeiten und mich bei den Schwächen vor allem auf die Begriffe Macht und Vertrauen beziehen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Zentrale Fragestellungen der Arbeit

2. Unangemessenheit des Markt-Hierarchie-Kontinuums

3. Hauptmerkmale von Netzwerken

4. Gründe für Netzwerkformen

5. Grenzen von Unternehmen

6. Stärken uns Schwächen des Ansatzes

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert kritisch Walter W. Powells theoretischen Ansatz zu netzwerkartigen Organisationsformen, um deren Abgrenzung gegenüber klassischen Märkten und Hierarchien zu verstehen und die ökonomischen sowie sozialen Rahmenbedingungen dieses Strukturtyps zu bewerten.

  • Kritik am traditionellen Markt-Hierarchie-Kontinuum
  • Bestimmung zentraler Charakteristika netzwerkartiger Organisationsformen
  • Analyse der ökonomischen und sozialen Beweggründe für Netzwerkbildungen
  • Diskussion über die Definition organisatorischer Grenzen in Netzwerkstrukturen
  • Kritische Würdigung der Bedeutung von Vertrauen und Machtverhältnissen

Auszug aus dem Buch

3. Hauptmerkmale von Netzwerken

Powell geht davon aus, dass Netzwerke eine eigene innere Logik besitzen und damit von den anderen zwei Formen unterschieden werden können. Um diese Unterscheidung deutlich zu machen entwirft er eine Kontrastierung, indem er die stilisierten Modelle von Markt, Hierarchie und Netzwerk beschreibt. (vgl. Powell 1990, S. 301ff) Die stilisierten Modelle sind keine empirische Beschreibung der Realität, sondern nur Idealtypen, die analytisch verglichen werden können. (vgl. Powell 1990, S. 301) Ich werde hier nur die wichtigsten Ansatzpunkte seiner Darstellung anfügen und darüber hinaus versuchen seine Gedanken weiterzuführen, die daraus möglichen resultierenden Konsequenzen aufzudecken und kritisch zu einzelnen Punkten Stellung zu nehmen.

Powell beginnt seine Unterscheidung mit der normativen Basis, auf der die Transaktionen beruhen. Bei Märkten besteht diese Basis vor allem aus vertraglichen Verpflichtungen und Eigentumsrechten und ergibt sich nicht oder nur selten aus persönlichen Beziehungen. Daraus ergeben sich Vorteile, da zum Beispiel auf der einen Seite Vertauen zwischen Organisationen keine notwendige Voraussetzung ist und zum anderen Verstöße gegen diese Verträge mit staatlichen Sanktionen belegt sind. Vertrauensbrüche treten meiner Meinung nach häufiger auf, als er verlauten lässt. Auf die möglichen Probleme ungleicher Machtverteilung werde ich aber noch im letzten Kapitel näher eingehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zentrale Fragestellungen der Arbeit: Das Kapitel leitet in das Thema ein, erläutert die Einordnung von Netzwerken als dritte Koordinationsform neben Markt und Hierarchie und definiert das Ziel der kritischen Auseinandersetzung mit Powells Aufsatz.

2. Unangemessenheit des Markt-Hierarchie-Kontinuums: Es wird dargelegt, warum das klassische Kontinuum zur Erfassung ökonomischer Austauschprozesse nicht ausreicht und weshalb soziale Faktoren wie Reziprozität und Kooperation stärker berücksichtigt werden müssen.

3. Hauptmerkmale von Netzwerken: Hier werden die Idealtypen nach Powell vorgestellt und eine erste kritische Gegenüberstellung bezüglich der normativen Basis und Kommunikationsstrukturen vorgenommen.

4. Gründe für Netzwerkformen: Die Untersuchung konzentriert sich auf Ursachen wie wissensbasiertes Know-how, den Bedarf an hoher Verarbeitungsgeschwindigkeit und die stabilisierende Wirkung von Vertrauen.

5. Grenzen von Unternehmen: Das Kapitel analysiert, wie sich die Grenzen von Einzelunternehmen in Netzwerkstrukturen durch Inklusions- und Exklusionsmechanismen verschieben und durchlässiger werden.

6. Stärken uns Schwächen des Ansatzes: Abschließend wird der Wert des Pionieransatzes von Powell gewürdigt, während gleichzeitig Defizite in der systematischen Erläuterung sowie die Vernachlässigung von Machtverhältnissen und Risiken durch Vertrauensmissbrauch kritisiert werden.

Schlüsselwörter

Netzwerkartige Organisationsformen, Markt-Hierarchie-Kontinuum, Transaktionskosten, Kooperation, Reziprozität, Know-how, Vertrauen, Wissensaustausch, Unternehmensgrenzen, Inklusion, Exklusion, Machtverhältnisse, Abhängigkeitsbeziehungen, Arbeitsorganisation, Innovation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der soziologischen und ökonomischen Analyse von Netzwerkstrukturen als eine eigenständige Form der Organisation, die über klassische Markt- oder Hierarchieprinzipien hinausgeht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Dekonstruktion des Markt-Hierarchie-Modells, der Identifikation von Netzwerkmerkmalen sowie der Untersuchung der strategischen und sozialen Gründe für die Wahl solcher Kooperationsformen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Powells theoretischen Aufsatz kritisch zu hinterfragen, die Logik netzwerkartiger Austauschformen zu erläutern und dabei besonders auf die Grenzen von Unternehmen in solchen Gefügen einzugehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um einen essayistischen Ansatz, der auf der theoretischen Literaturanalyse von Powells Kernthesen basiert und durch ergänzende soziologische und betriebswirtschaftliche Perspektiven kritisch kommentiert wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden das Modell von Powell methodisch gegliedert, die Charakteristika von Netzwerken (Kommunikation, Verpflichtung, Flexibilität) analysiert und abschließend deren Stärken und Schwächen bewertet.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Wichtige Begriffe sind insbesondere die Netzwerklogik, das Konzept der komplementären Stärken, Vertrauen als Bindeglied sowie die Dynamik von Inklusion und Exklusion innerhalb von Unternehmensnetzwerken.

Wie unterscheidet der Autor zwischen der Grenze eines Einzelunternehmens und des gesamten Netzwerks?

Die Arbeit grenzt die klassische, vertragsbasierte Mitgliedschaft in Unternehmen von der netzwerkübergreifenden, auf Kooperation und Wissensaustausch basierenden Zugehörigkeit ab, bei der die operativen Grenzen zunehmend verschwimmen.

Warum übt der Verfasser Kritik an Powells Einschätzung zum Thema Vertrauen?

Der Verfasser argumentiert, dass Powell Vertrauen als stabilisierenden Faktor idealisiert, während in der Realität das Risiko eines einseitigen Vertrauensmissbrauchs durch eigennützige ökonomische Kalküle und Wettbewerbsdruck stets präsent bleibt.

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Details

Title
Netzwerkartige Organisationsformen; eine ökonomische Austauschform jenseits von Märkten und Hierarchien
College
University of Bamberg
Grade
2,3
Author
Carlo Cerbone (Author)
Publication Year
2004
Pages
14
Catalog Number
V57544
ISBN (eBook)
9783638519885
ISBN (Book)
9783638836876
Language
German
Tags
Netzwerkartige Organisationsformen Austauschform Märkten Hierarchien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carlo Cerbone (Author), 2004, Netzwerkartige Organisationsformen; eine ökonomische Austauschform jenseits von Märkten und Hierarchien , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57544
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