Die wissenschaftliche Untersuchung von Megalitharchitektur und der damit zusammenhängenden Keramik der TBK in den Niederlanden und in Nordwest-deutschland, der sogenannten Westgruppe, läßt sich bis in das 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Die angewandten Methoden sowie die Ergebnisse, zu denen die jeweiligen Ausgräber bzw. Auswerter gelangten, waren recht unterschiedlich. So wurde noch bis ins beginnende 18. Jahrhundert von einigen Gelehrten ernsthaft der Standpunkt vertreten, die sogenannten ,,Hünengräber" seien von Riesen errichtet worden. Klarheit in diesen Punkt verschaffte erst die Untersuchung von Knochenfunden durch einen Arzt, der feststellte, daß es sich hierbei mitnichten um die Überreste von Riesen, sondern vielmehr um die normalproportionierter Menschen handelte. Auch die Technik und Dokumentation der Ausgrabungen war mehr als dürftig. Andererseits gibt es bei den Publikationen der Altgrabungen auch Ausnahmen, bei denen sich die Autoren die Mühe machten, Zeichnungen der Keramik, Überblicke über deren Verbreitung sowie Datierungsversuche beizufügen.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Gefäßformen
a) Schultergefäße
b) Kragenflaschenflaschen
c) Ösenflaschen
d) Trichterbecher
e) Ösen- /Prunkbecher
f) Steilwandige Becher/Eimer
g) Schalen
h) Halsrillengefäße
i) Kerbleistengefäße
j) Tüllennäpfchen
k) Löffel
l) Backteller
III. Typochronologie der Keramik nach Maßgabe von Bakker
a) Drouwen A
b) Drouwen B
c) Drouwen C
d) Drouwen D1
e) Drouwen D2
f) Early Havelte E
g) Middle Havelte F
h) Late Havelte G
IV. Flint- und Steinartefakte
a) Äxte
b) Beile
c) Kleinwerkzeuge
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die typochronologische Entwicklung der Keramik der Trichterbecherkultur (TBK) in der Westgruppe (Niederlande und Nordwestdeutschland) systematisch darzustellen, basierend auf den wegweisenden Ansätzen von Bakker. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie durch die Analyse von Verzierungsmustern und Gefäßformen eine präzise chronologische Einordnung des keramischen Materials ermöglicht wird.
- Forschungsgeschichte der Megalitharchitektur und der dazugehörigen Keramik.
- Systematische Klassifikation der verschiedenen Gefäßformen der TBK.
- Entwicklung und Anwendung einer detaillierten Typochronologie (Stufen A-G).
- Kurze Analyse von Flint- und Steinartefakten als begleitendes Fundgut.
Auszug aus dem Buch
II. Gefäßformen
Die Keramik der Westgruppe der TBK weist eine Vielzahl von Formen auf, über die an dieser Stelle ein kurzer Überblick gegeben werden soll. Es bleibt zu beachten, daß Schalen, Schultergefäße, Trichterbecher und Kragenflaschen den Hauptteil des Fundgutes ausmachen, während die weiteren Gefäßformen deutlich weniger häufig vertreten sind.
a) Schultergefäße: Die Bezeichnung Schultergefäße tragen all jene Gefäße, bei denen sich der Hals mehr oder weniger deutlich vom Unterteil absetzt. Knöll, der diesen Begriff prägte, teilte Keramik dieser Art in drei Gruppen auf: Schultertassen/Krüge, Amphoren und Terrinen. Die Proportionen der einzelnen Gefäßteile sind unterschiedlich, bei den Schultertassen jedoch überwiegt gewöhnlich die Breite die Höhe.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Forschungsgeschichte der Keramik der Trichterbecherkultur und begründet die methodische Anlehnung an die Typochronologie von Bakker.
II. Gefäßformen: Hier erfolgt eine detaillierte systematische Klassifizierung und Beschreibung der verschiedenen vorkommenden Gefäßtypen, von Schultergefäßen bis hin zu Löffeln und Backtellern.
III. Typochronologie der Keramik nach Maßgabe von Bakker: Dieses Kapitel erläutert das chronologische System in den Stufen A bis G, basierend auf der Analyse von Verzierungsmustern und Gefäßformen.
IV. Flint- und Steinartefakte: Ein kurzer Überblick über die für die Westgruppe charakteristischen Werkzeugformen aus Felsgestein und Feuerstein, darunter Äxte, Beile und Kleinwerkzeuge.
Schlüsselwörter
Trichterbecherkultur, Westgruppe, Typochronologie, Keramik, Drouwen, Havelte, Gefäßformen, Tiefstichkeramik, Schultergefäße, Flintartefakte, Archäologie, Bakker, Neolithikum, Verzierungsmuster, Megalitharchitektur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der materiellen Kultur der Trichterbecherkultur (TBK) in der sogenannten Westgruppe, die sich über die Niederlande und Nordwestdeutschland erstreckt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der morphologischen Klassifikation der Keramikgefäße sowie der chronologischen Einordnung dieser Funde anhand spezifischer Verzierungstechniken.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist die Darstellung der typochronologischen Entwicklung der TBK-Keramik, wie sie durch das von Bakker entwickelte System in den Stufen A bis G definiert wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine typologische Methode angewandt, bei der sowohl Gefäßformen als auch spezifische Ober- und Untermuster der Verzierungen als Datierungskriterien dienen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Beschreibung der verschiedenen Gefäßformen (z.B. Trichterbecher, Amphoren) und eine chronologische Abfolge der Entwicklungsphasen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Trichterbecherkultur, Typochronologie, Keramik, Westgruppe, Drouwen-Stufen und Havelte-Stufen.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Ober- und Untermuster bei der Datierung wichtig?
Bakker bewertete die Entwicklung der Verzierung als präziseres Datierungskriterium als die Gefäßform allein, da letztere stärker von individuellen Töpferfertigkeiten abhängig war.
Was ist das Besondere an der Typochronologie von Bakker im Vergleich zu seinen Vorgängern?
Bakker integrierte die Ansätze von Van Giffen und Knöll, erweiterte diese und präzisierte die Einteilung durch die zusätzliche Angabe von Fundorten, was eine breitere Anwendbarkeit ermöglichte.
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- Magister Artium Christian E. Schulz (Author), 2002, Keramik der Trichterbecherkultur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5758