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Friedrich Schiller und die Weltgeschichte

Title: Friedrich Schiller und die Weltgeschichte

Seminar Paper , 2006 , 13 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Manuela Skala (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Schillers Antrittsrede in Jena zum Thema „Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?“ (1789) steht im Kontext eines geplanten „universalgeschichtlichen Projekts“, das in weiteren Vorlesungen erläutert wird; alle seine Vorträge zur Universalgeschichte sind thematisch gegliedert und enthalten politische und soziale Problemstellungen. In einem Brief an seinen Freund Körner (1789) berichtet Schiller von seiner Absicht eine Universalhistorie zu verfassen (oder sich zumindest zeit- oder phasenweise damit auseinanderzusetzen): „Eigentlich sollten Kirchengeschichte, Geschichte der Philosophie, Geschichte der Kunst, der Sitten und Geschichte des Handels mit der politischen in Eins zusammengefaßt werden und dieß erst kann Universalhistorie sein. Mein Plan ist es, diesen Weg zu gehen und zwar so früh als möglich dazu Hand ans Werk zu legen.“ (Dann, Otto (Hrsg.): Friedrich Schiller. Historische Schriften und Erzählungen I. Frankfurt/Main 2000, S. 831.)
In diesen Worten spiegelt sich Schillers Überzeugung wider: Nur durch das übergreifende Studium der Geschichte und der Philosophie werde es möglich, Gesamtzusammenhänge zu erschließen.

Excerpt


Gliederung

1) Schillers Inspiration: August Ludwig Schlözer

2) Fragen an Schiller

3) Geschichtsphilosophisches Intermezzo

4) Das Genie und die Weltgeschichte

5) Die Welt und das menschliche Geschlecht

6) Herleitung der Weltgeschichte

7) Enthusiast und Skeptiker

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit analysiert Friedrich Schillers akademische Antrittsrede von 1789, "Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?", um den Begriff der Weltgeschichte in seinem Denken sowie dessen Bezug zur Geschichtsphilosophie Immanuel Kants und zu Schillers eigenen skeptischen Ansichten zu untersuchen.

  • Rezeption von August Ludwig Schlözers Universalhistorie durch Schiller
  • Untersuchung des Verhältnisses von Weltgeschichte und Fortschritt
  • Gattungsgeschichte der Menschheit bei Schiller
  • Teleologisches Prinzip in der Geschichte nach Kant und Schiller
  • Spannungsfeld zwischen Idealismus und Skepsis (Vergleich Vorlesung und "Der Geisterseher")

Auszug aus dem Buch

Die Welt und das menschliche Geschlecht

„So waren wir. [...] Was sind wir jetzt?“

Mit dieser Aussage spannt Schiller den Bogen vom Beginn des menschlichen Geschlechts über dessen Entwicklung und Errungenschaften bis hin zu einem zukunftsweisenden Blick.

Schiller beginnt seine Ausführungen zur Gattungsgeschichte der Menschheit quasi mit einer Vorstufe des Menschen, dem „Wilden“, der ohne Gesetze, ohne technische Errungenschaften und gänzlich ohne Kultur sein Leben fristet. Nur Krieg und Despotismus seien ihnen gemein gewesen. „[...] der Mensch musste sich erst durch eine außerordentliche Anstrengung zur Gesellschaft erheben.“

Die europäischen Seefahrer und Reisebeschreiber schildern die Weltgeschichte, also deren Entwicklung, „[...] als ein eben so lehrreiches als unterhaltendes Schauspiel.“ Sie beschreiben fremde Völker, die wiederum die Vorstufe zur Kultur des 18. Jahrhunderts darstellen und Schiller die Kindheit der eigenen Kultur vor Augen führen. Demnach lässt sich aus dem Entwicklungsstand fremder Völker der Ursprung der eigenen Kultur rekonstruieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Schillers Inspiration: August Ludwig Schlözer: Das Kapitel erläutert, wie Schillers Definition von Universalgeschichte maßgeblich von den Ansätzen des Historikers August Ludwig Schlözer geprägt wurde.

2) Fragen an Schiller: Hier wird dargelegt, wie Schiller in seiner Antrittsvorlesung systematisch den Sinn des Geschichtsstudiums und den Nutzen der Weltgeschichte hinterfragt und adressiert.

3) Geschichtsphilosophisches Intermezzo: Dieser Abschnitt beschreibt Schillers historische Schriften als eine Phase, die er selbst eher als „Brotberuf“ betrachtete, die jedoch in der heutigen Forschung an Bedeutung gewonnen hat.

4) Das Genie und die Weltgeschichte: Es wird analysiert, wie Schiller den Anspruch an das „wahre Genie“ formuliert, Geschichte nicht als Bruchstück, sondern als Teil eines übergeordneten Zusammenhangs zu betrachten.

5) Die Welt und das menschliche Geschlecht: Dieses Kapitel behandelt Schillers Betrachtung der Gattungsgeschichte der Menschheit, von ihren rohen Anfängen bis hin zur modernen Zivilisation.

6) Herleitung der Weltgeschichte: Hier wird Schillers teleologisches Geschichtsverständnis untersucht, das er unter dem Einfluss von Immanuel Kants „Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht“ entwickelt.

7) Enthusiast und Skeptiker: Das abschließende Kapitel beleuchtet den Kontrast zwischen Schillers idealistischem Ansatz in der Vorlesung und seiner skeptischen Sichtweise im Roman „Der Geisterseher“.

Schlüsselwörter

Friedrich Schiller, Universalgeschichte, Weltgeschichte, Geschichtsphilosophie, August Ludwig Schlözer, Aufklärung, Immanuel Kant, Teleologie, Gattungsgeschichte, Fortschritt, Der Geisterseher, Historische Antrittsrede, Menschheitsgeschichte, Idealismus, Skepsis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der geschichtsphilosophischen Konzepte in Friedrich Schillers akademischer Antrittsrede von 1789 an der Universität Jena.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Herleitung des Begriffs Weltgeschichte, die Gattungsgeschichte der Menschheit sowie die kritische Reflexion des Fortschrittsbegriffs im 18. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Untersuchung, wie Schiller den Begriff der Weltgeschichte herleitet, wie er ihn im Vergleich zu Immanuel Kant einordnet und wie er das Spannungsfeld zwischen Idealismus und Skeptik bewertet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verfolgt einen textanalytischen und vergleichenden Ansatz, indem sie Schillers Vorlesung mit zeitgenössischen Quellen (Schlözer), philosophischen Bezugspunkten (Kant) und eigenen literarischen Texten (Der Geisterseher) in Beziehung setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Schillers Inspirationsquellen, seine methodische Herangehensweise in der Vorlesung, das teleologische Geschichtsbild und den Vergleich mit seiner literarischen Skepsis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Weltgeschichte, Geschichtsphilosophie, Aufklärung, Teleologie und den Namen Friedrich Schiller charakterisiert.

Wie unterscheidet sich Schillers Ansatz von dem von August Ludwig Schlözer?

Während Schlözer stark auf die Erforschung von Spezialgeschichten einzelner Völker fokussierte, setzt Schiller bei der Menschheit als ganzer Gattung an und sucht nach allgemeingültigen Kriterien für deren Fortschritt.

Wie erklärt die Autorin den Widerspruch zwischen der Vorlesung und dem „Geisterseher“?

Die Autorin vermutet, dass dieser Gegensatz durch die Literarisierung im Roman entsteht, wobei Schiller den Menschen selbst als denjenigen sieht, der das teleologische Prinzip in eine an sich nicht teleologische Geschichte hineinprojiziert.

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Details

Title
Friedrich Schiller und die Weltgeschichte
College
University of Potsdam  (Historisches Institut)
Course
Proseminar: Geschichtsphilosophie der Aufklärung
Grade
1,0
Author
Manuela Skala (Author)
Publication Year
2006
Pages
13
Catalog Number
V57737
ISBN (eBook)
9783638520881
ISBN (Book)
9783656805090
Language
German
Tags
Friedrich Schiller Weltgeschichte Proseminar Geschichtsphilosophie Aufklärung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuela Skala (Author), 2006, Friedrich Schiller und die Weltgeschichte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57737
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