Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Modern German Literature

Olimpia als romantische Leerstelle: Eine Untersuchung von E.T.A. Hoffmanns Sandmann

Title: Olimpia als romantische Leerstelle: Eine Untersuchung von E.T.A. Hoffmanns Sandmann

Seminar Paper , 2005 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Maria Blau (Author)

German Studies - Modern German Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die folgende Arbeit möchte es sich zur Aufgabe machen, E.T.A. HoffmannsSandmannzu untersuchen. Hierbei soll sich in erster Linie auf die Beziehung Nathanaels zu Olimpia bezogen werden, weil das Verhältnis dieser zwei Figuren die Hauptthemen des Textes komprimiert widerspiegelt. Das Projizieren und das Reflektieren ist eines der Grundprinzipien, welche die Hinwendung Nathanaels zu Olimpia charakterisiert. Es soll am Anfang dieser Textanalyse stehen und mich argumentativ zur Kategorie der Leerstelle, einem der Schwerpunkte des Hoffmannschen Textes führen. Da schließlich die Illusion der Realität daher rührt, dass Olimpia eben ein Androide, eine Maschine, ein Automat ist, wird auch dieses Themenkonglomerat der Künstlichkeit berücksichtigt. Das maschinelle Prinzip ist auch das Prinzip des Nicht-Lebenden, des Toten. Deswegen wird die Beziehung der „Figuren“ schließlich auch auf den Todesaspekt hin analysiert. Abschließen möchte ich meine Arbeit mit dem Schlussgedanken, dass derSandmannals Text symptomatische Abgründe des romantischen Subjektivismus aufzeigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Filmische Projektion – filmische Reflektion

II.1. Die starre Olimpia

II.2. Der lebendige Blick

III Kinematograph und Leinwand

III.3.1. Olimpia als Leinwand

III.3.2. Nathanael als Kinematograph

III.3.3. Olimpia als anderer Spiegel

III.3.4. Der voyeuristische Male Gaze

III.3.5. Olimpia als Fetisch ?

IV Die Leerstelle

IV.1. Unklarheiten

IV.2. Olimpias Leere

IV.3. Sprache als Leerstelle

IV.4. Dichtung als Leerstelle

IV.4. Das negative Prinzip der Dichtung

IV.4. Olimpia als Leerstelle

V Kunstwerk und Maschine

V.1. Olimpia als Maschine

V.2. Nathanael als Pygmalion

V.3. Verschiebungen

V.4. Dekonstruktionen

V.5. Nathanael als Automat

VI Die Todeskategorie

VI.1. Nathanael als Frankenstein

VI.2. Die tote Braut

VI.3. Der tote Nathanael

VII Die Abgründe der romantischen Dichtung

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit untersucht die Beziehung zwischen Nathanael und Olimpia in E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Der Sandmann“, um die zentralen Themen der Künstlichkeit, des Todes und der Leerstelle in ihrem Zusammenhang zu analysieren. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Funktion Olimpias als Projektionsfläche für Nathanaels Subjektivität und die damit verbundene Dekonstruktion der menschlichen Identität.

  • Die Kategorie der Leerstelle als zentraler Untersuchungsgegenstand des Textes.
  • Die Dynamik von Projektion und Reflexion innerhalb der Figur Nathanaels.
  • Die filmtheoretische Perspektivierung von Blick, Voyeurismus und Kinematographie.
  • Die Analyse der Künstlichkeit als maschinelles, lebloses Prinzip.
  • Die Todeskategorie als Konsequenz romantischen Subjektivismus.

Auszug aus dem Buch

III.3.4. DER VOYEURISTISCHE „MALE GAZE“

Wenn wir wieder zu dem Gedanken zurückkehren, der den Anstoß zu filmtheoretischen Überlegungen gab, nämlich dass der menschliche Körper den Projektor, bzw. die Kamera darstellt, dann muss Laura Mulveys Essay „Visual Pleasure and Narrative Cinema“ herangezogen werden. Dort attestiert die Theoretikerin dem Kino voyeuristische Qualitäten. Mulvey weist darauf hin, dass der Voyeurismus des Kinos stark mit dem maskulinen Blick zusammen hängt, d.h. die Bilder des Kinos generieren sich aus der maskulinen Perspektive, dem „male gaze“. Richard Allen geht sogar noch weiter, den Zuschauer, mit der Kamera zu identifizieren, d.h. der männliche Blick oder die männliche Perspektive wird mit der Perspektive der Kamera gleichgesetzt, was wieder als Rückverweis zu Christian Metz’ Ansatz gelten kann. Auch Nathanael wird zum Zuschauer, zum Voyeur, wenn er Olimpia beobachtet. Genau genommen haben wir es mit klassisch-voyeuristischen Situationen zu tun, wenn Nathanael einmal „die Treppe heraufsteigt und […] wahr[nimmt], dass die sonst einer Glastüre dicht vorgezogene Gardine zur Seite einen kleinen Spalt lässt. Ein hohes, sehr schlank im reinsten Ebenmaß gewachsenes, herrlich gekleidetes Frauenzimmer saß im Zimmer vor einem kleinen Tisch […].“

Der kleine Spalt, den die Gardine freilässt, die ja gerade die Funktion erfüllt, vor dem Blick des Fremden zu schützen, erlaubt ein Erhaschen, ein nur heimliches Beobachten, was genau den voyeuristischen Blick ausmacht. Auch der Umstand, dass Coppola ihm gerade das prädestinierte „Werkzeug des Voyeurismus“, das Perspektiv verkauft, muss beachtet werden. Bezeichnenderweise trifft der erste Blick durch das Perspektiv Olimpia, die genau ab diesem Zeitpunkt zum Objekt der Begierde wird. Das Perspektiv erweckt als optisches Werkzeug, zumal natürlich auch mit einer Linse ausgestattet, aus der heutigen Sicht möglicherweise die Assoziation zur Kamera, bzw. zum Projektor, die ja beide zu Beginn des Kinos im Gegenstand des Kinematographen vereint waren. Es scheint fast so, als generierte Nathanael Olimpia erst durch seinen Blick durch das Perspektiv, als würde sie erst durch seinen Blick, dem die Zwischeninstanz des Perspektivs vorgeschaltet ist, zum Leben erweckt.

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Darstellung der Forschungsabsicht, E.T.A. Hoffmanns „Der Sandmann“ hinsichtlich der Beziehung zwischen Nathanael und Olimpia zu untersuchen und dabei Kategorien wie Leerstelle und Künstlichkeit zu beleuchten.

II Filmische Projektion – filmische Reflektion: Analyse der Hinwendung Nathanaels zu Olimpia unter dem Aspekt der unheimlichen Projektion und des lebendigen Blicks.

III Kinematograph und Leinwand: Untersuchung der Beziehung unter filmtheoretischen Aspekten, wobei Olimpia als Projektionsfläche und Nathanael als kinematographische Instanz sowie Voyeur verstanden werden.

IV Die Leerstelle: Erläuterung der Leerstelle als zentrales Motiv, das sich auf sprachlicher und dichterischer Ebene manifestiert und Olimpia zu einem leeren Gefäß für Nathanaels Wünsche macht.

V Kunstwerk und Maschine: Dekonstruktion der Menschlichkeit von Nathanael und Olimpia durch den Vergleich mit dem Automaten-Motiv und dem Pygmalion-Mythos.

VI Die Todeskategorie: Analyse der Verbindung zwischen dem Schöpfer-Aspekt, dem Tod und der Perfektion, wobei Nathanaels Spiegelung in Olimpia als „todeserweckend“ gedeutet wird.

VII Die Abgründe der romantischen Dichtung: Zusammenfassende Betrachtung des Textes als Auseinandersetzung mit der Krise des romantischen Subjektivismus und dem Scheitern des genialischen Poesiebegriffs.

Schlüsselwörter

Sandmann, E.T.A. Hoffmann, Olimpia, Nathanael, Leerstelle, Projektion, Voyeurismus, Male Gaze, Künstlichkeit, Automat, Tod, Romantik, Subjektivismus, Filmtheorie, Sprache.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Nathanael zu Olimpia in E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Der Sandmann“ und analysiert dieses als Schlüssel zum Verständnis zentraler Themen wie Künstlichkeit, Identitätsverlust und Tod.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die Analyse bewegt sich an der Schnittstelle von Literaturwissenschaft und Medientheorie, wobei insbesondere der „male gaze“, die filmische Projektion und das Motiv der „Leerstelle“ untersucht werden.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den „Sandmann“ als einen Text zu interpretieren, der symptomatische Abgründe des romantischen Subjektivismus offenlegt und die Künstlichkeit der menschlichen Identität dekonstruiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die filmtheoretische Konzepte (z.B. von Laura Mulvey und Christian Metz) auf die literarische Erzählung anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Projektion und Blick, die Analyse von Sprache und Dichtung als Leerstelle sowie die Erörterung des Maschinen-Motivs und der Todeskategorie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind unter anderem Leerstelle, Olimpia, Voyeurismus, Automat, Projektion und das Scheitern des romantischen Subjektivismus.

Warum wird Olimpia als "Leerstelle" bezeichnet?

Olimpia wird als leeres Gefäß begriffen, das keine eigene Identität besitzt, sondern erst durch Nathanaels Blick und seine Projektionen mit Bedeutung gefüllt wird – sie ist ein reiner Verweischarakter.

Inwiefern wird Nathanael selbst als "Automat" gesehen?

Die Arbeit argumentiert, dass die Grenze zwischen Mensch und Maschine verschwimmt; Nathanael projiziert sein eigenes Ich in die Puppe, wodurch er seine eigene Subjektivität in Frage stellt und als ebenfalls „leblos“ oder maschinenhaft erscheinen lässt.

Welche Bedeutung hat das "Perspektiv" in der Erzählung?

Das Perspektiv fungiert als technologisches Medium, das den voyeuristischen Blick Nathanaels erst ermöglicht und kanalisiert, wodurch es Olimpia als Objekt der Begierde „erzeugt“.

Excerpt out of 19 pages  - scroll top

Details

Title
Olimpia als romantische Leerstelle: Eine Untersuchung von E.T.A. Hoffmanns Sandmann
College
University of Constance
Grade
1,0
Author
Maria Blau (Author)
Publication Year
2005
Pages
19
Catalog Number
V57775
ISBN (eBook)
9783638521147
ISBN (Book)
9783656788669
Language
German
Tags
Olimpia Leerstelle Eine Untersuchung Hoffmanns Sandmann
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maria Blau (Author), 2005, Olimpia als romantische Leerstelle: Eine Untersuchung von E.T.A. Hoffmanns Sandmann, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57775
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  19  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint