Die Entwicklung des Nonprofit-Sektors bringt, durch die starke Konkurrenzsituation, Probleme mit sich, schafft aber auch Chancen und neue Herausforderungen für die Organisationen. Um ihre Zukunft zu sichern, müssen NPOs das betriebswirtschaftliche Denken annehmen. Sie können sich unter den veränderten Bedingungen nicht nur auf ihre Kernaufgabe konzentrieren, sondern müssen diese zusätzlich gut geplant, öffentlichkeitswirksam vermitteln, ohne dabei ihre Werte in den Hintergrund zu stellen. Vielen NPOs fehlen die erforderlichen Konzepte, Mittel und Kapazitäten, um Finanzierungsquellen zu erschließen. Daneben findet eine Umverteilung der Förderungszwecke statt. Durch einen Anstieg in der Sofort- und Nothilfe in Katastrophenfällen, verzeichnen insbesondere kirchliche Organisationen und NPOs, die in der Entwicklungshilfe tätig sind, rückläufige Spendeneinnahmen.8 Fragen wie: „In wie weit lassen sich soziale Projekte finanzieren?“, „Was ist wichtig für erfolgreiches Fundraising?“ oder „Wie lassen sich neue Quellen erschließen, wenn die staatliche Förderung ausfällt?“ sind Indikatoren für den Bedarf an Finanzierungskonzepten für NPOs. Die unter Punkt 1.1 benannten Problemfelder zwingen Entwicklungshilfeorganisationen dazu, ihre Vorgehensweise anzupassen, sich neu zu formieren und ganz neue Wege zu gehen. Die Basis hierfür ist die Entwicklung eines langfristig angelegten und professionell ausgerichteten Fundraisingkonzeptes, welches das zukünftige Handeln der Organisation bestimmt. Zu berücksichtigen ist, dass viele NPOs keine klaren wettbewerbsfähigen Strategien besitzen oder nur Fragmente von Konzepten nutzen. Die Herausforderung liegt hierbei in der Verknüpfung traditioneller Fundraisinginstrumente mit zukunftsweisenden und erfolgsversprechenden Erkenntnissen, die auf den Spender abgestimmt werden müssen. Die zentrale Aufgabe dieser Arbeit besteht darin, ein Fundraisingkonzept für NPOs zu entwickeln und dieses Konzept auf eine existierende NPO („Ärzte für die Welt e.V.“) anzuwenden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Problemstellung
1.3 Zielsetzung der Arbeit
1.4 Methodische Vorgehensweise
2. Grundlagen des Fundraisings
2.1 Definition: Fundraising
2.2 Begriff und Charakteristika von Nonprofit-Organisationen
2.3 Ethische Überlegungen im Fundraising
2.4 Der Spender und sein Verhalten
2.5 Aktuelle Entwicklung auf dem Fundraisingmarkt
2.5.1 Gesamtvolumen des deutschen Spendenmarktes
2.5.2 Quantitative Aspekte von Nonprofit-Organisationen
3. Bedingung für ein erfolgreiches Fundraisingkonzept
3.1 Fundraising als Managementaufgabe und die Komponenten eines erfolgreichen Fundraisingkonzeptes
3.2 Fundraising-Planung: Bedeutung von Missionstatement, Vision und Zielen im Fundraisingkonzept
3.3 Spenderbindung durch Relationship-Fundraising und die Analyse der Zielgruppen
3.4 Abgeleitetes hierarchisch-deduktiv gegliedertes Konzeptmodell für die Praxis
4. Aktuelle Fundraisinginstrumente im Überblick
4.1 Funktion und Stellenwert von Fundraisinginstrumenten
4.2 Ausgewählte Fundraisinginstrumente
4.2.1 Persönliches Gespräch
4.2.2 Spenden-Mailing
4.2.3 Telefonfundraising
4.2.4 Online-Fundraising
4.2.5 E
4.2.7 Großspenden-Werbung
4.2.8 Sponsoring
4.2.9 Bußgeldmarketing
4.3 Verknüpfung der Fundraisinginstrumente
5. Portrait des „Ärzte für die Dritte Welt e.V.“
5.1 Kurzdarstellung der „Ärzte für die Dritte Welt“
5.2 Grundidee
5.3 Geschichte der „Ärzte für die Dritte Welt“
5.4 Projekte und Einsatzorte der „Ärzte für die Dritte Welt“
6. Handlungsanalyse des bestehenden Fundraisingkonzeptes der „Ärzte für die Dritte Welt“
6.1 Leitbild, Vision und Ziele
6.2 Aktuelle Fundraisingstrategie der „Ärzte für die Dritte Welt“
6.3 Finanzierung und Mittelverwendung
6.4 Detailanalyse des bestehenden Fundraisingmix
6.4.1 Spenden-Mailing
6.4.2 Online-Fundraising
6.4.3 Events
6.4.4 Erbschaftsfundraising
6.4.5 Großspenden-Werbung
6.4.6 Sponsoring
6.4.7 Bußgeldmarketing
6.4.8 Sonstige Fundraisinginstrumente
6.5 Übersicht des aktuellen Fundraisingmix
6.6 Beschreibung und Ergebnisse der SWOT-Analyse
7. Handlungsempfehlung für die „Ärzte für die Dritte Welt“
7.1 Handlungsplan
7.1.1 Überprüfung und Anpassung der aktuellen Strategie
7.1.2 Zielplanung: Erhöhung des Bekanntheitsgrades und Erweiterung des Spenderstammes
7.1.3 Zielplanung: Langfristige Spenderbindung und Planungssicherheit durch dauerhafte Spendeneinnahmen
7.1.4 Budgetierung
7.2 Handlungsdurchführung: Empfohlener Fundraisingmix
7.3 Handlungsüberprüfung: Evaluation und Kontrolle
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein fundiertes Fundraisingkonzept für die Nonprofit-Organisation „Ärzte für die Dritte Welt e.V.“ zu entwickeln und zu optimieren. Dabei wird der Ist-Zustand des aktuellen Fundraisings analysiert, um auf Basis theoretischer Grundlagen sowie einer SWOT-Analyse gezielte Handlungsempfehlungen zur Professionalisierung der Mittelbeschaffung und Spenderbindung abzuleiten.
- Theoretische Fundierung des Fundraisings und der Nonprofit-Sektoren.
- Analyse des aktuellen Fundraisingmixes der „Ärzte für die Dritte Welt“.
- Entwicklung eines hierarchisch-deduktiven Konzeptmodells für die Fundraisingpraxis.
- Ableitung strategischer Optimierungsmöglichkeiten mittels SWOT-Analyse.
- Konzeption von Handlungsempfehlungen für Spenderbindung und Finanzierungsplanung.
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Persönliches Gespräch
„Die beste Fundraisingmethode ist die persönliche Ansprache, indem man zu jemandem hingeht und um eine Spende bittet“. 64
Das persönliche Gespräch zählt zu den erfolgreichsten und vielseitigsten Fundraisinginstrumenten. Der Vorteil ist hier im direkten persönlichen Kontakt mit dem Spender zu sehen. Durch gezielte Steuerung des Gesprächsverlaufs hat der Fundraiser die Möglichkeit auf Bedürfnisse des Spenders einzugehen, auf Fragen und Vorbehalte des Spenders kann umgehend eingegangen und reagiert werden. Der große Nachteil dieser Methode liegt darin, dass sie sehr zeitintensiv und wenn ein professioneller Fundraiser oder die Geschäftsführung integriert wird, auch kostenintensiv ist.65 Der Erfolg des persönlichen Gesprächs ist am größten, wenn Fundraiser und Spender sich persönlich kennen. Weitere Erfolgsfaktoren sind: das Auftreten des Fundraisers, seine sprachlichen Fähigkeiten und eine strategische Vorbereitung. Aufgrund des hohen Kosten- und Zeitaufwandes, aber auch wegen der hohen Erfolgsquote sollte das persönliche Gespräch bei Großspendern und bei Testamentspendern eingesetzt werden.66
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den wachsenden Bedarf an Fundraising aufgrund staatlicher Sparmaßnahmen und zunehmenden Wettbewerbsdrucks im Nonprofit-Sektor.
2. Grundlagen des Fundraisings: Dieses Kapitel definiert den Begriff Fundraising als strategische Mittelbeschaffung und beleuchtet die Charakteristika sowie die ethischen Herausforderungen für Non-Profit-Organisationen.
3. Bedingung für ein erfolgreiches Fundraisingkonzept: Hier wird Fundraising als zentrale Managementaufgabe identifiziert und die Notwendigkeit einer systematischen, strategischen Planung und Spendersegmentierung hervorgehoben.
4. Aktuelle Fundraisinginstrumente im Überblick: Der Abschnitt bietet einen Überblick über verschiedene Methoden, von traditionellen Mailings bis hin zu modernen Online- und Bußgeldmarketing-Instrumenten.
5. Portrait des „Ärzte für die Dritte Welt e.V.“: Dieses Kapitel stellt die Organisation, ihre Geschichte, Ziele und Projekte sowie die humanitäre Tätigkeit im Kontext der Entwicklungshilfe detailliert vor.
6. Handlungsanalyse des bestehenden Fundraisingkonzeptes der „Ärzte für die Dritte Welt“: Es erfolgt eine detaillierte Analyse der Ist-Situation, inklusive einer Auswertung der Finanzierungsstruktur und einer SWOT-Analyse.
7. Handlungsempfehlung für die „Ärzte für die Dritte Welt“: Auf Basis der Analyse werden konkrete strategische Handlungsempfehlungen zur Zielerreichung und Professionalisierung des Fundraisingmix formuliert.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit eines systematischen Qualitätsmanagements für den langfristigen Erfolg der NGO.
Schlüsselwörter
Fundraising, Non-Profit-Organisation, Spenderbindung, Relationship-Fundraising, Fundraising-Konzept, Strategie, Spendersegmentierung, Finanzierung, Öffentlichkeitsarbeit, NGO, Spenden, Sponsoring, Bußgeldmarketing, SWOT-Analyse, Entwicklungshilfe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines professionellen Fundraisingkonzepts für die NPO „Ärzte für die Dritte Welt e.V.“, um die Organisation angesichts eines schwieriger werdenden Marktumfelds nachhaltig zu finanzieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Feldern gehören die theoretischen Grundlagen des Fundraisings, die strategische Planung, die Analyse der Spenderbeziehungen sowie die Bewertung und Optimierung des Instrumentenmixes.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Hauptziel ist die Optimierung der Mittelbeschaffung durch die Ableitung konkreter, auf die spezifischen Bedürfnisse und Werte der Organisation zugeschnittener Handlungsempfehlungen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturrecherche, eine qualitative Handlungsanalyse mittels Experteninterviews mit der Geschäftsführung sowie eine strukturierte SWOT-Analyse.
Welche inhaltlichen Schwerpunkte deckt der Hauptteil ab?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Fundraisings, die Analyse des Ist-Zustands der Organisation und die anschließende Entwicklung eines zukunftsfähigen Maßnahmenkatalogs.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Fundraising, Spenderbindung, Relationship-Fundraising, NGO-Management, Strategieentwicklung und Finanzierung.
Warum ist das "persönliche Gespräch" für die Organisation so wichtig?
Obwohl zeitintensiv, gilt es als erfolgreichstes Instrument zur Betreuung von Groß- und Testamentspendern, da hier individuell auf Bedürfnisse eingegangen und Vertrauen aufgebaut werden kann.
Wie trägt die SWOT-Analyse zur Optimierung bei?
Sie ermöglicht eine strukturierte Erfassung interner Stärken und Schwächen sowie externer Chancen und Risiken, was als Basis für die Ableitung effektiver Strategien (SO, ST, WO, WT) dient.
Warum sollte die Organisation über eine Namensänderung nachdenken?
Die aktuelle Bezeichnung „Ärzte für die Dritte Welt“ birgt eine Verwechslungsgefahr mit dem französischen Konkurrenten „Ärzte ohne Grenzen“; der Name „German Doctors“ wird als prägnantere Alternative diskutiert.
- Quote paper
- Bachelor of arts Simon Rost (Author), 2006, Fundraising in Nonprofit-Organisationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57787