Untersuchungsgegenstand dieser Seminararbeit ist das 1991 in der Reihe „Linguistische Arbeiten, Band 147“ vom Niemeyer Verlag in zweiter Auflage veröffentlichte translationswissenschaftliche Werk „Grundlegung einer allgemeinen Translationstheorie“ von Katharina Reiß und Hans J. Vermeer. Ziel dieser Arbeit ist es, den funktionsorientierten Ansatz einer umgreifenden Translationstheorie ausführlich zu erläutern und dessen translatorische Relevanz zu verdeutlichen. Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit wird die Untersuchung der von Reiß und Vermeer erstellten Basistheorie sein, die sprach- und kulturwissenschaftliche Aspekte, wie etwa die Theorie von „Sprachen und Welten“ und die „Informationsangebot- Theorie“, behandelt. Hauptbestandteil wird ebenfalls die „Skopostheorie sein, die besonders im ersten Teil der Arbeit behandelt wird. Kurz untersucht werden dann im Anschluß auch die „Speziellen Theorien“, die textlinguistische Fragen wie beispielsweise die „Textsortentheorie“ oder das Verhältnis „Äquivanlenz - Adäquatheit“ erörtern. Die vorliegende Arbeit richtet sich im Aufbau und der Gestaltung nach dem Untersuchungsgegenstand. Somit soll die von den Verfassern erdachte Logik, das Verständnis und die Korrektheit gewahrt werden. Die Begründung für die Schwerpunktverteilung erfolgt im Schlußwort.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Basistheorie
2.1. Von Sprachen und Welten
2.2. Translation als „Informationsangebot“
2.2.1. Translation als „Imitation“
2.3 Die Skopostheorie
3. Spezielle Theorien
3.1. Äquivalenz und Adäquatheit
3.2. Textsortentheorie
3.3. Texttyp und Translation
4. Schlusswort
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, den funktionsorientierten Ansatz der „Grundlegung einer allgemeinen Translationstheorie“ von Katharina Reiß und Hans J. Vermeer umfassend zu erläutern und dessen translatorische Relevanz für das professionelle Handeln herauszuarbeiten.
- Untersuchung der Basistheorie (Sprachen, Welten und Informationsangebot)
- Erläuterung der Skopostheorie als handlungsorientiertes Modell
- Analyse der Begriffe Äquivalenz und Adäquatheit
- Diskussion von Textsortentheorie und Texttypologie in der Translation
- Betonung der Bedeutung von Bikulturalität für den Translator
Auszug aus dem Buch
2.2. Translation als „Informationsangebot“
Bevor Reiß und Vermeer das Modell der „Informationsangebotstheorie“ ausführlich erklären, greifen sie auf zwei andere Translationsdefinitionen zurück, die bislang am Gebräuchlichsten waren. Es wird auf den zweistufigen Kommunikationsvorgang nach Karl Salomo Zachariae (Reiß/Vermeer, 21991, 147) verwiesen, der die Translation als reine Transkodierung eines Textes sieht und bei dem [...] „einmal (das) Verstehen eines fremdsprachlichen Textes und zum anderen (die) sinngetreue Wiedergabe desselben in der Zielsprache“ (Reiß/Vermeer, 21991, 147) eine Translation ausmachen.
Nichtsprachliche Aspekte, wie kulturelle Phänomene beispielsweise finden in dieser Definition keinen Platz. Ferner wird in dieser Definition nicht berücksichtigt, dass die vom Autor intendierte Mitteilung und die Auffassung durch den Translator voneinander abweichen können. Charakteristisch für diese Theorie ist des Weiteren, dass [...] „eine Funktionsänderung des Zieltextes gegenüber dem Ausgangstext (...) nicht erwogen (wird).“ Der Punkte der Funktionsänderung wird an späterer Stelle noch ausführlicher erörtert.
Der Translator erfüllt die Funktion eines Sprachmittlers, der den Ausgangstext auf- und übernimmt (= rezipiert) und den rezipierten Sinn in der Zielsprache erneut verschlüsselt, enkodiert. „Übersetzen ist Mitteilen. Genau gesagt entschlüsselt der Übersetzer die Mitteilung, die in dem Text des Originalautors enthalten ist, und formuliert (chiffriert) sie in seine Sprache.“ (vgl. Levý (1969, 33) in Reiß/ Vermeer, 147)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Untersuchungsgegenstandes und Definition des Ziels, den funktionsorientierten Ansatz von Reiß und Vermeer zu erläutern.
2. Basistheorie: Detaillierte Betrachtung der handlungstheoretischen Grundlagen, der Kulturabhängigkeit von Sprache sowie der Definition der Translation als Informationsangebot und Skopostheorie.
3. Spezielle Theorien: Diskussion textlinguistischer Aspekte, insbesondere des Verhältnisses von Äquivalenz und Adäquatheit sowie die Einordnung von Textsorten und Texttypen.
4. Schlusswort: Resümee über die Bedeutung der Rolle des Translators als bikultureller Handlungsexperte und Bestätigung der Nicht-Absolutheit der Theorie.
5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen Werke und Online-Quellen.
Schlüsselwörter
Translationstheorie, Reiß, Vermeer, Skopostheorie, Informationsangebot, Äquivalenz, Adäquatheit, Bikulturalität, Textsortentheorie, Texttypologie, Handlungstheorie, Translator, Sprachmittelung, Kulturraum, Kommunikationsvorgang.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem 1984 erschienenen Werk „Grundlegung einer allgemeinen Translationstheorie“ von Katharina Reiß und Hans J. Vermeer.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Basistheorie der Autoren, der Skopostheorie sowie speziellen textlinguistischen Ansätzen wie Textsorten und Äquivalenz.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den funktionsorientierten Ansatz der Autoren zu erläutern und zu verdeutlichen, wie dieser die Rolle und die Entscheidungsfindung des Translators beeinflusst.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die zentrale Konzepte des Werkes von Reiß und Vermeer systematisch erschließt und in den Kontext der Translationswissenschaft stellt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der theoretischen Grundlagen des Translationsprozesses (Basistheorie) und die anschließende Betrachtung spezieller Konzepte wie Äquivalenz und Textsorten.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere Translationsskopos, Informationsangebot, Bikulturalität und die Entscheidungskompetenz des Translators.
Wie unterscheiden Reiß und Vermeer den Begriff der Äquivalenz von der Adäquatheit?
Während Äquivalenz produktorientiert auf eine gleichwertige Wiedergabe abzielt, ist Adäquatheit prozessorientiert und bezieht sich auf die Angemessenheit der Zeichenwahl in Bezug auf das Ziel der Übersetzung.
Warum wird im Dokument die „Negation der Situationskonstanz“ betont?
Die Autoren argumentieren, dass ein Text nie in derselben Situation rezipiert wird, in der er verfasst wurde, weshalb der Translator stets auf die neue, aktuelle Situation reagieren muss.
- Quote paper
- Gina Mero (Author), 2003, Der funktionsorientierte Ansatz einer Translationstheorie. Eine Untersuchung anhand von "Grundlegung einer allgemeinen Translationstheorie" von Katharina Reiß/Hans J. Vermeer (1984), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57803