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Tacitus "Germania" im deutschen und italienischen Humanismus

Zu den Veränderungen des Germanenbildes im 15. und 16. Jahrhundert

Title: Tacitus "Germania" im deutschen und italienischen Humanismus

Term Paper , 2003 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Daniela Sechtig (Author)

German Studies - Comparative Literature
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„Wann der Hermann net gewäse wehr[...], dehte mer vielleicht ladeinisch schwätze." , so eine Darmstädter Lokalposse von 1841. Doch wer war dieser Hermann, woher wusste man im biedermeierlichen Deutschland von ihm und warum sollte er einen so großen Einfluss auf unsere Sprachgewohnheiten gehabt haben? Um zu einer Antwort auf diese Fragen zu kommen, muss man bis in das erste Jahrhundert unserer Zeitrechnung zurückgehen und die „Annalen“ sowie die „Germania“ des Tacitus heranziehen. Vor allem mit der kleinen Schrift über den Ursprung und Wohnsitz der Germanen verband sich im Laufe der Jahrhunderte ein Mythos , der bis in unsere Zeit lebendig geblieben ist und der immer wieder mit den verschiedensten Intentionen belegt wurde. Die italienischen und deutschen Humanisten der Renaissance bildeten den Anfang. Sie bemühten sich um eine neue Sichtweise der Germanen und ihrer Nachfahren, welche letztlich weitreichende Folgen hatte.
Der Gegenstand der vorliegenden Arbeit soll daher die Rezeption der Schrift „De origine et situ germanorum" des römischen Historikers Cornelius Tacitus im europäischen Humanismus des 15. und 16. Jahrhunderts sein. Die Zielsetzung besteht darin herauszufinden, ob und inwieweit das von Tacitus entworfene Germanenbild und dessen Intention durch die Humanisten einem Wandel unterlag. Dazu werde ich als erstes Tacitus und die „Germania“ vorstellen und die Intention seines Germanenbildes herausarbeiten. Im Folgenden soll die Wiederentdeckung des Werkes im 15. Jahrhundert und dessen Rezeption durch die italienischen Humanisten dargestellt werden. Daraufhin wird untersucht, welche Aufnahme die „Germania“ im deutschen Humanismus erfuhr und welche Auswirkungen der Germanenmythos seinerzeit hatte. Im Fazit wird das Ergebnis dieser Arbeit zusammengefasst dargestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Das Germanenbild in Tacitus` „Germania“

1.1. Tacitus: Biographie und Inhalt der „Germania“

1.2. Das Germanenbild des Tacitus und seine Intention

2. Die „Germania“ im italienischen Humanismus

2.1. Die Wiederentdeckung der „Germania“ im 15. Jahrhundert

2.2. Das Germanenbild der italienischen Humanisten und ihre Intention

3. Die „Germania“ im deutschen Humanismus

3.1. Der deutsche Humanismus vor der Wiederentdeckung der „Germania“

3.2. Das Germanenbild von Konrad Celtis und seine Intention

3.3. Das Germanenbild von Ulrich von Hutten und seine Intention

Fazit

Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rezeption der Schrift „De origine et situ germanorum“ des römischen Historikers Tacitus im europäischen Humanismus des 15. und 16. Jahrhunderts. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das ursprünglich von Tacitus entworfene Germanenbild durch italienische und deutsche Humanisten modifiziert, instrumentalisiert und in einen nationalen Mythos transformiert wurde.

  • Rezeption der „Germania“ im italienischen Humanismus zur politischen Legitimation.
  • Die Entwicklung eines deutschen Nationalbewusstseins durch die Identifikation mit germanischen Vorfahren.
  • Kulturkritik und Bildungsreform im Werk von Konrad Celtis.
  • Die politische Instrumentalisierung von Arminius als Symbolfigur des deutschen Patriotismus bei Ulrich von Hutten.

Auszug aus dem Buch

3.3. Das Germanenbild von Ulrich von Hutten und seine Intention

Am 21. April 1488 wurde Ulrich von Hutten als ältester Sohn des Reichsritters Hans von Hutten auf Burg Steckelberg bei Schlüchtern geboren. Nach einem mehrjährigen Besuch der Klosterschule Fulda, studierte er ab 1503 an der Universität Erfurt. Bis 1511 reiste Hutten durch ganz Deutschland und besuchte mehrere Hochschulen. Er unternahm eine Italienreise nach Pavia und Bologna 1512/13 und eine zweite nach Rom und Bologna 1516/17. Nach dem Vorbild der italienischen Humanisten befasste sich Hutten mit der Lektüre der antiken Klassiker und auch mit der eigenen nationalen Vergangenheit. Durch Werke wie den „Arminius – Dialog“ (postum Hagenau 1529) und seine Beiträge zum zweiten Teil der Epsitolae Obscurorum Virorum erwarb sich Hutten schnell den Ruf eines ausgezeichneten lateinischen Dichters, Satirikers und politischen Publizisten.

Anders als sein Vorreiter Celtis, ging es Hutten nicht nur darum, die humanistische Bildung in Deutschland voranzutreiben. Der Reichsritter wollte nicht allein mit Worten, sondern auch mit dem Schwert kämpfen. Seine Hoffnung war eine militärische Befreiungsaktion gegen die römisch-klerikale Herrschaft. Das Ziel war die gewaltsame Auflösung der politischen Machtzentren der Kirche in Deutschland. Da Huttens Bemühungen in dieser Richtung nicht fruchteten, blieb ihm nur der publizistische Feldzug gegen die unrechtmäßigen Machtansprüche des Papstes. Obwohl Hutten schließlich sogar in deutscher Sprache schrieb, überwand er seine Standesvorurteile nie. Dadurch verlor er auch die Sympathie der Bauern und Bürger. Auch wenn Hutten zu Lebzeiten keine politische Wirkung erzielen konnte, tat er doch etwas, das Auswirkungen bis in unsere Zeit haben sollte: er führte die erste Symbolfigur des deutschen Patriotismus in die Literatur ein - Arminius, auch „Hermann der Cherusker“ genannt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung der „Germania“ als Ausgangspunkt für den Germanenmythos ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich des Wandels des Germanenbildes im Humanismus.

1. Das Germanenbild in Tacitus` „Germania“: Dieses Kapitel skizziert Leben und Werk des Tacitus sowie sein ethnographisches Verständnis der Germanen als kriegerisches, aber unorganisiertes Volk.

2. Die „Germania“ im italienischen Humanismus: Das Kapitel analysiert die Wiederentdeckung der Schrift durch italienische Humanisten und deren politische Instrumentalisierung, insbesondere zur Motivation für Kreuzzüge gegen die Türken.

3. Die „Germania“ im deutschen Humanismus: Hier wird der Prozess der nationalen Emanzipation beschrieben, bei dem deutsche Humanisten Tacitus nutzten, um ein positives Gegenbild zur italienischen Barbaren-Kritik zu entwerfen.

Fazit: Das Fazit fasst die Transformation des Germanenbildes vom faulen Barbaren bis hin zur heldenhaften Symbolfigur Arminius zusammen.

Literatur: Bibliographisches Verzeichnis der verwendeten Quellen.

Schlüsselwörter

Tacitus, Germania, Humanismus, Germanenbild, Ethnographie, Nationalbewusstsein, Konrad Celtis, Ulrich von Hutten, Arminius, Germanenmythos, Renaissance, Türkengefahr, Patriotismus, Literaturgeschichte, Rezeption.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Rezeption und Interpretation der Schrift „Germania“ von Tacitus durch Humanisten des 15. und 16. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Entstehung eines deutschen Nationalbewusstseins, die Instrumentalisierung antiker Texte für politische Zwecke sowie die Entwicklung von Identitätskonstruktionen durch Humanisten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Wandel des Germanenbildes – von der antiken Sichtweise hin zur instrumentellen Nutzung im Humanismus – wissenschaftlich nachzuvollziehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-literaturwissenschaftliche Analyse, indem sie zeitgenössische Texte und deren Kontext unter Einbeziehung der Forschungsliteratur auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Tacitus’ ursprüngliche Intention, die italienische Rezeption zur Zeit der Türkenkriege und schließlich die deutsche Rezeption durch Figuren wie Konrad Celtis und Ulrich von Hutten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Humanismus, Germanenbild, Tacitus, Nationalidentität, Arminius und antike Rezeption.

Welche Rolle spielt Arminius/Hermann in der Arbeit?

Arminius wird durch Ulrich von Hutten als Symbolfigur des deutschen Patriotismus eingeführt, der als „Idealgermane“ und Befreier gegen römische Unterdrückung fungiert.

Wie unterschied sich Celtis' Ansatz von den italienischen Humanisten?

Während italienische Humanisten die „Germania“ primär für aktuelle politische Interessen nutzten, zielte Celtis auf eine umfassende Bildungs- und Sittenreform nach germanischem Vorbild ab.

Warum war das Germanenbild für deutsche Humanisten so wichtig?

Es diente als Mittel, um sich vom Vorwurf der geistigen Rückständigkeit gegenüber Italien zu emanzipieren und ein eigenes nationales Selbstbewusstsein zu begründen.

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Details

Title
Tacitus "Germania" im deutschen und italienischen Humanismus
Subtitle
Zu den Veränderungen des Germanenbildes im 15. und 16. Jahrhundert
College
University of Osnabrück
Course
Seminar: Literatur und Mythos
Grade
1,7
Author
Daniela Sechtig (Author)
Publication Year
2003
Pages
23
Catalog Number
V57815
ISBN (eBook)
9783638521475
ISBN (Book)
9783638734998
Language
German
Tags
Tacitus Germania Humanismus Seminar Literatur Mythos
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniela Sechtig (Author), 2003, Tacitus "Germania" im deutschen und italienischen Humanismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57815
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