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Das Motiv der Niederlage in ausgewählten Texten von Hans Erich Nossack

Titel: Das Motiv der Niederlage in ausgewählten Texten von Hans Erich Nossack

Magisterarbeit , 2006 , 81 Seiten , Note: 1

Autor:in: Magister Magdalena Plaszczyk (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Arbeit setze ich mir das Ziel, das Motiv der Niederlage, des Scheiterns, des Untergangs und verschiedenartiger Katastrophen in ausgewählten Werken von Hans Erich Nossack festzustellen, zu analysieren und miteinander zu vergleichen. Hans Erich Nossack, ein deutscher Romanschriftsteller, Essayist und Dramatiker, berührt in vielen Büchern sowohl das Problem der Grenzüberschreitung als auch des Scheiterns, der Beziehungslosigkeit und des versuchten Ausbruchs.

Bereits die ersten herausgegebenen Bücher von Nossack, „Gedichte“, der Roman „Nekyia. Bericht eines Überlebenden“ und die Prosasammlung unter dem Titel „Interview mit dem Tode“ zeugen von seinem damaligen Gemütszustand. Er beschäftigte sich besonders mit der Thematik der physischen und geistigen Vernichtung der Menschheit. Er war sich dessen bewusst, dass seine Anstrengungen hoffnungslos ist, trotzdem versuchte er, den Sinn des Lebens und des Sterbens des Menschen zu ergründen, ihn besser kennen zu lernen, sich darin gründlicher, mit allen Einzelheiten zu vertiefen und alles in seinen Büchern darzustellen.

Er tat das u.a. in „Spätestens im November“ und „Spirale. Roman einer schlaflosen Nacht“. Meine Arbeit besteht aus vier Kapiteln. Im ersten Kapitel erkläre ich mit Hilfe verschiedener Lexika den Begriff des „Motivs“ sowohl in der Philosophie, Psychologie als auch in der Literaturwissenschaft. Hierin befinden sich auch „Niederlage -Begriffserklärung und Vorbetrachtung“ und die Erklärung des Begriffs „Niederlage“ aus der Perspektive der Psychologie. Im zweiten Kapitel bringe ich dem Leser die Gestalt des Autors näher.

Im dritten Kapitel setze ich mir als Ziel, alle Werke, in denen das Motiv der Niederlage vorkommt, vorzustellen und genau zu analysieren, z.B. die ungewöhnliche und letztlich tödlich endende Liebesgeschichte im Roman „Spätestens im November“ oder der autobiographische Augenzeugenbericht über die Bombardierung Hamburgs im Juli 1943 im „Untergang“ in „Interview mit dem Tode“. Im letzten, vierten Kapitel sind meine Schlussbemerkungen zusammengefasst.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Das Motiv der Niederlage

1.1. Der Motivbegriff in der Philosophie und Psychologie

1.1.1. Motivkategorien

1.2. Motivbegriff in der Literaturwissenschaft

1.3. „Niederlage“ – Begriffserklärung und Vorbetrachtung

1.3.1. Der Begriff „Niederlage“ aus der Perspektive der Psychologie

2. Hans Erich Nossacks Biographie

2.1. Hans Erich Nossack – Autobiographie

2.2. Hans Erich Nossack in der Geschichte der westdeutschen Literatur seit 1945

2.3. Das Publikationsverbot

2.4. Der Außenseiter

2.5. Die verbrannten Manuskripte

3. Verschiedene Arten von Niederlage in Nossacks Werken

3.1. Interview mit dem Tode - Der Untergang

3.2. Spätestens im November

3.3. Nekyia. Bericht eines Überlebenden

3.4. Spirale. Roman einer schlaflosen Nacht – Das Mal

4. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Motiv der Niederlage, des Scheiterns und des Untergangs in ausgewählten Werken von Hans Erich Nossack, um die verschiedenen Facetten dieser Grenzerfahrungen literarisch zu analysieren und miteinander zu vergleichen.

  • Analyse des Motivbegriffs in Philosophie, Psychologie und Literaturwissenschaft.
  • Biographische Einordnung von Hans Erich Nossack und seiner Rolle in der deutschen Nachkriegsliteratur.
  • Untersuchung zentraler Werke hinsichtlich ihrer Darstellung existentieller Katastrophen.
  • Gegenüberstellung von persönlichem Scheitern und gesellschaftlichem Untergang.
  • Reflexion über den Umgang des Menschen mit Niederlagen als Ausgangspunkt für mögliche Neuanfänge.

Auszug aus dem Buch

2.1. Hans Erich Nossack - Autobiographie

Hans Erich Nossack betrachtete sein Leben als gespalten. Er behauptete, dass er – wie viele Autoren – zwei Biographien habe, dass er in zwei Realitäten, also zwei verschiedenen Welten lebe und zwischen dem langweiligen und konventionellen äußerlichen Dasein gerissen sei. Um das besser zu verstehen, habe ich in diesem Kapitel seine Autobiographie beigefügt.

„Autobiographie? Welche Biographie bitte? Denn es gibt bekanntlich zwei, die nichts miteinander zu tun haben.

Über die eine, ganz gleich, ob man sie die bürgerliche, gesellschaftliche, geographische, geschichtliche oder statistische Biographie nennt, können Standes-, Wohnungs-, Finanzämter und andere Behörden weit besser Auskunft geben als ich. Die Register sind absolut zuverlässig, da sie phantasielos sind. Danach bin ich z. B. wahlberechtigt, aber nicht pensionsberechtigt wie die, die ich wähle.

Schön, wenn man diese zuverlässigen Daten mit anderen Daten vergleicht, zeigt es sich, dass es da zur gleichen Zeit ein paar Kriege, Hungersnöte, Inflationen und sogar zwölf Jahre Diktatur gegeben hat. Aber das geht Millionen so; es ist keine Spezialität von mir, und es ist nicht einzusehen, was eine solche Biographie zu der Vorsilbe "Auto" berechtigt. Sogar die schöne Hauptsilbe "bio" scheint mir ein Missbrauch zu sein. Kurz, die statistischen Angaben haben hervorragenden Wert für jede Friedhofsverwaltung, doch um einem Künstler ein klein wenig Sicherheitsgefühl zum Weiterleben zu gewähren, dazu sind sie völlig ungeeignet.

Und die andere Biographie? Aber mit der mühe ich mich doch sozusagen Tag und Nacht ab, und zwar so "Auto" wie möglich. Wozu also noch theoretisch darüber reden? Das hieße ihre Selbstverständlichkeit anzweifeln.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Motiv der Niederlage: In diesem Kapitel werden grundlegende Begrifflichkeiten des „Motivs“ und der „Niederlage“ aus interdisziplinärer Sicht (Philosophie, Psychologie, Literaturwissenschaft) hergeleitet.

2. Hans Erich Nossacks Biographie: Hier wird der Lebensweg des Autors beleuchtet, wobei Themen wie Identitätskrisen, das Publikationsverbot während der NS-Zeit und seine Rolle als Außenseiter im Literaturbetrieb im Fokus stehen.

3. Verschiedene Arten von Niederlage in Nossacks Werken: Das Hauptkapitel analysiert konkrete Werke wie „Der Untergang“, „Spätestens im November“, „Nekyia“ und „Spirale“ hinsichtlich ihrer Auseinandersetzung mit existentiellen Niederlagen.

4. Schlussbemerkungen: Zusammenfassend wird reflektiert, wie Nossack das Scheitern als notwendige, wenn auch schmerzhafte Grenzerfahrung darstellt, die den Menschen zur kritischen Auseinandersetzung mit sich selbst zwingt.

Schlüsselwörter

Hans Erich Nossack, Niederlage, Scheitern, Untergang, Literaturwissenschaft, Existentialismus, Motivforschung, Nachkriegsliteratur, Grenzsituation, Identitätskrise, Biographie, Autobiographie, psychologische Perspektive, Grenzüberschreitung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Darstellung von Niederlagen, Scheitern und Untergang im Werk des Autors Hans Erich Nossack.

Welche Themenfelder werden zentral behandelt?

Im Zentrum stehen die Auseinandersetzung mit existentiellen Krisen, die Rolle des Autors als Außenseiter und die Analyse von Werken vor dem Hintergrund persönlicher und historischer Katastrophen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das Motiv der Niederlage in ausgewählten Romanen und Erzählungen von Nossack festzustellen, zu analysieren und die künstlerische Verarbeitung dieser Erfahrungen miteinander zu vergleichen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die ergänzend psychologische und philosophische Begriffsdefinitionen sowie biographische Daten zur Interpretation der Texte heranzieht.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in eine biographische Darstellung des Autors und eine detaillierte Einzelanalyse seiner Werke „Der Untergang“, „Spätestens im November“, „Nekyia“ und „Spirale“.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den Schlüsselbegriffen gehören Niederlage, Grenzerfahrung, Außenseitertum, existentieller Untergang und die Selbstreflexion des Menschen.

Wie geht Nossack mit dem Verlust seiner Manuskripte im Jahr 1943 um?

Nossack thematisiert diesen Verlust als zentralen Einschnitt, der sein Verständnis von der „Ausgeliefertheit“ des Menschen an einen anonymen Apparat prägte und ihn zur Verteidigung geistiger Werte gegen den Institutionalismus bewegte.

Warum wird die „Nekyia“ als besonders bedeutsam hervorgehoben?

Sie gilt als eines der dunkelsten und komplexesten Werke Nossacks, das den Zusammenbruch herkömmlicher Realitätsebenen im Kontext der Nachkriegskatastrophe verdeutlicht.

Wie bewertet Nossack die Rolle des „Außenseiters“ in seinem Leben?

Trotz seiner Selbsteinschätzung als Einzelgänger und Kritiker des Literaturbetriebs nimmt Nossack eine wichtige Stellung in der Literatur ein, was eine Diskrepanz zwischen seinem Ideal und der literaturinstitutionellen Realität aufzeigt.

Welche Funktion hat der Tod in „Spätestens im November“?

Der Tod wird hier nicht nur als negatives Ereignis, sondern als mögliche Entlastung und Befreiung von einer unerträglich gewordenen, sinnlosen Realität dargestellt.

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Details

Titel
Das Motiv der Niederlage in ausgewählten Texten von Hans Erich Nossack
Hochschule
Universitas Wratislaviensis
Note
1
Autor
Magister Magdalena Plaszczyk (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
81
Katalognummer
V57823
ISBN (eBook)
9783638521512
ISBN (Buch)
9783656805939
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Motiv Niederlage Texten Hans Erich Nossack
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Magister Magdalena Plaszczyk (Autor:in), 2006, Das Motiv der Niederlage in ausgewählten Texten von Hans Erich Nossack, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57823
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Leseprobe aus  81  Seiten
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