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Landarbeiterleben in der Magdeburger Börde und in Altbayern im 19. Jahrhundert - Ein Vergleich

Titre: Landarbeiterleben in der Magdeburger Börde und in Altbayern im 19. Jahrhundert - Ein Vergleich

Dossier / Travail , 2005 , 39 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Christian Körber (Auteur)

Gestion d'entreprise - Histoire Economique et Sociale
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Die vorliegende Arbeit ist innerhalb der aktuellen Forschungsliteratur der einzige Regionalvergleich der Lebens- und Arbeitsverhältnisse der Landarbeiterschaft im Deutschland des 19. Jahrhunderts. Zwar existiert eine Fülle von Regionalstudien zum Thema bzw. allgemeine, überregionale Abhandlungen. Jedoch untersuchen diese isoliert voneinander die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Landarbeiter. Ziel dieser Abhandlung ist es daher, die wichtigsten Untersuchungen zur Magdeburger Börde und Altbayerns zu synthetisieren und in einen direkten Vergleich zu stellen. Dabei werden insbesondere auch regional unterschiedlich ablaufende Spielarten der Etablierung kapitalistischer Wirtschaftsweisen berücksichtigt. Denn gerade der Magdeburger Börde gelang aufgrund der Intensivierung des Zuckerrübenanbaus bereits in den 1850er Jahren ein vergleichsweise enormer agrarindustrieller Aufschwung und kann daher als Prototyp der Herausbildung einer marktwirtschaftlich industriellen Agrarverfasstheit gesehen werden. Welche Folgen diese Entwicklung für das entstehende Landproletariat, für Gesinde und Tagelöhner und Wanderarbeiter zeitigte, welche ökonomischen, sozialen und kulturellen Ausprägungen stattfanden und ob dabei von einer analog zum Bauerntum ablaufenden Tendenz zur Verbürgerlichung gesprochen werden kann, stellt den Kern dieser Arbeit dar und steht dabei stets in Relation zur tendenziell rückständig verfassten subsistenzorientierten Agrarkorporation Altbayerns mit mittel- und kleinbäuerlichem Schwerpunkt.

Extrait


Gliederung der Arbeit

1. Einleitung: Forschungsstand und Vorgehensweise

2. Zur begrifflichen Einordnung und Unterscheidung der Landarbeiterschaft

2.1. Der Gesindestatus

2.2. Der Tagelöhner

2.3. Zur Begriffsproblematik

3. Einige Vorbedingungen zur Behandlung der Entwicklung der Landarbeiterverhältnisse im 19. Jahrhundert

3.1. Politisch-geographische und -rechtliche Einordnung

3.1.1. Magdeburger Börde 10

3.1.2. Altbayern 10

3.2. Die Etablierung des Agrarkapitalismus in den Vergleichsgebieten

3.2.1. Magdeburger Börde

3.2.2. Altbayern

4. Arbeitsrecht und Arbeitsalltag: Die dienstherrliche Abhängigkeit der Landarbeiter

4.1. Das Gesinde

4.2. Die Tagelöhner

5. Die Lebenswelt des Landarbeiters

5.1. Wohnen, Essen und Kleidung

5.2. Sittlichkeit und Moral

5.3. Politisches und gesellschaftliches Protestverhalten

6. Schlusswort

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Arbeits- und Lebensverhältnisse der Landarbeiter im 19. Jahrhundert in der Magdeburger Börde und in Altbayern vergleichend gegenüberzustellen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede vor dem Hintergrund verschiedener politischer, geographischer und agrarökonomischer Rahmenbedingungen aufzuzeigen.

  • Begriffliche Differenzierung und Einordnung der verschiedenen Landarbeitergruppen (Gesinde vs. Tagelöhner).
  • Analyse der agrarökonomischen Entwicklungen und des Einflusses des Agrarkapitalismus in den Vergleichsregionen.
  • Untersuchung der arbeitsrechtlichen Abhängigkeiten und der dienstherrlichen Machtstrukturen.
  • Darstellung der Lebenswelt, inklusive Wohnsituation, Ernährung und sozialer Lebensumstände der Landbevölkerung.
  • Betrachtung von Protestverhalten, politischer Partizipation und dem Einfluss der Industrialisierung.

Auszug aus dem Buch

3.2. Die Etablierung des Agrarkapitalismus in den Vergleichsgebieten

Die wenigen Jahre der Zugehörigkeit zu Westfalen sind von großer Bedeutung für die weitere Entwicklung hin zur kapitalistischen agrarischen Wirtschaftsweise gewesen. Denn die Einführung des Code Napoléon hob den Gesindezwangdienst auf und ermöglichte die Freizügigkeit der Bauern wie die Ablösung der feudalherrlichen Grundlasten.

Die preußische Politik nach 1815 revidierte dies nicht, sondern führte diese Reformen, auch wenn sie durch vielerlei restfeudale Hemmnisse gebremst wurden, bis um die Mitte des Jahrhunderts zu Ende. Im Rahmen dieses „preußischen Wegs“ wurde nun der bäuerliche Loskauf von den Feudallasten praktiziert. Jedoch fand diese Ablösung in der Börde nicht wie in den ostelbischen Gebieten Preußens über eine Abfindung in Form von Geld- und Landabtretungen statt, sondern durch Geld- und Naturalabfindung. Eine Ausnahme bildete dabei der Zwangsverkauf von Grundstücken infolge hoher Verschuldung, von denen eine größere Zahl an Bauern – zumeist Kleinbauern – später betroffen war. Insgesamt führte diese Regelung zum weitgehenden Erhalt von bäuerlichem Grundbesitz, worin sich die Struktur der Landbesitzverteilung der Börde von den östlichen preußischen Gebieten gravierend unterscheidet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Forschungsstand und Vorgehensweise: Das Kapitel skizziert die wissenschaftliche Ausgangslage und die Herausforderungen der Quellenlage bei der Erforschung der Landarbeiter im 19. Jahrhundert.

2. Zur begrifflichen Einordnung und Unterscheidung der Landarbeiterschaft: Es erfolgt eine Definition und Abgrenzung der zentralen Akteure wie Gesinde und Tagelöhner sowie eine Erörterung der damit verbundenen Begriffsdiskussionen.

3. Einige Vorbedingungen zur Behandlung der Entwicklung der Landarbeiterverhältnisse im 19. Jahrhundert: Das Kapitel analysiert die politischen Rahmenbedingungen und den Prozess der Kapitalisierung der Landwirtschaft in der Magdeburger Börde und Altbayern.

4. Arbeitsrecht und Arbeitsalltag: Die dienstherrliche Abhängigkeit der Landarbeiter: Hier wird die arbeitsrechtliche Stellung und das tägliche Abhängigkeitsverhältnis der Landarbeiter gegenüber ihrer Dienstherrschaft detailliert beleuchtet.

5. Die Lebenswelt des Landarbeiters: Dieser Abschnitt behandelt die soziokulturellen Aspekte, darunter Wohn- und Ernährungsverhältnisse, moralische Bewertung und politisches Protestverhalten.

6. Schlusswort: Das Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse des regionalen Vergleichs zusammen und ordnet sie in den weiteren Kontext der gesellschaftlichen Entwicklung ein.

Schlüsselwörter

Landarbeiter, 19. Jahrhundert, Magdeburger Börde, Altbayern, Agrarkapitalismus, Gesinde, Tagelöhner, Arbeitsverhältnisse, Lebensbedingungen, Bauernbefreiung, Zuckerrübenindustrie, Landflucht, Dienstherr, Lohnstruktur, Sozialgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Arbeits- und Lebensverhältnisse der Landarbeiter im 19. Jahrhundert durch einen direkten Vergleich zweier unterschiedlicher Regionen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die soziale Schichtung auf dem Land, die rechtliche Stellung des Gesindes und der Tagelöhner sowie die Auswirkungen der agrarkapitalistischen Transformation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Identifizierung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden bei der Herausbildung proletarischer Strukturen innerhalb der Landbevölkerung im 19. Jahrhundert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt einen komparativen, historisch-analytischen Ansatz unter Heranziehung zeitgenössischer Quellen und regionaler Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die rechtlichen Rahmenbedingungen, die Entlohnung, die Wohnsituation, die sittlichen Vorstellungen und die Protestkultur der Landarbeiter.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Gesindestatus, Tagelöhner, Agrarkapitalismus, Pauperismus und Klassenbildung geprägt.

Welche Rolle spielt die Zuckerrübe für die Magdeburger Börde?

Sie fungierte als entscheidender Katalysator für die Industrialisierung der Landwirtschaft und führte zu einer frühzeitigen Entstehung eines freien Landproletariats.

Warum unterscheiden sich die Bedingungen in Altbayern von denen in der Magdeburger Börde?

Der Unterschied liegt primär im Tempo der Transformation, das in Altbayern aufgrund kleinbäuerlicher Strukturen und geringerer Industrialisierung deutlich langsamer verlief.

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Résumé des informations

Titre
Landarbeiterleben in der Magdeburger Börde und in Altbayern im 19. Jahrhundert - Ein Vergleich
Université
Dresden Technical University  (Institut für Geschichte)
Cours
Hauptseminar: Bürgertum im 19. Jahrhundert
Note
1,3
Auteur
Christian Körber (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
39
N° de catalogue
V57848
ISBN (ebook)
9783638521758
ISBN (Livre)
9783640506200
Langue
allemand
mots-clé
Landarbeiterleben Magdeburger Börde Altbayern Jahrhundert Vergleich Hauptseminar Bürgertum Jahrhundert
Sécurité des produits
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Citation du texte
Christian Körber (Auteur), 2005, Landarbeiterleben in der Magdeburger Börde und in Altbayern im 19. Jahrhundert - Ein Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57848
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Extrait de  39  pages
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