Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Didactics - Sport, Sport Pedagogy

Edmund Neuendorff im Kontext der Reformpädagogik

Title: Edmund Neuendorff im Kontext der Reformpädagogik

Term Paper , 2006 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Daniel Pater (Author)

Didactics - Sport, Sport Pedagogy
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Zeit um 1900 wird vielfach mit gesellschaftlichen Umbrüchen aufgrund zunehmender Industrialisierung und Landflucht in Verbindung gebracht. Die teilweise unmenschlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen für Menschen in Fabriken und Manufakturen stießen bereits einige Jahrzehnte zuvor auf heftige Kritik. In Folge dessen entstanden erste Gewerkschaften, die es der Arbeiterschaft ermöglichten, an der Politik der Jahrhundertwende teilzuhaben. Dabei wurden nicht nur Gewerkschaften zur politischen Meinungsäußerung genutzt, auch linksgerichtete Parteien wie die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) oder die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschland (USPD) erfreuten sich am zunehmenden Interesse der Arbeiterschaft. Signifikant für diese Epoche ist allerdings die Teilung in unterschiedliche politische Lager. Neben der linksgerichteten Arbeiterschaft existierte die große Masse der Konservativen, welche sich in zahlreiche Parteien aufsplitterte. Neben diesen beiden Gruppierungen gab es die Nationalgesinnten, welche zumeist aus dem Bürgertum stammten und ihre Interessen oftmals durch die Deutsche Turnerschaft artikulierten.

Nicht nur in gesellschaftlichen und politischen Bereichen kam es zu Umbrüchen, auch in kulturellen, wissenschaftlichen und philosophischen Disziplinen herrschte Uneinigkeit über die zunehmende Verwissenschaftlichung. In der Literatur und Philosophie äußerte sich dieser Disput in den konkurrierenden Epochen des Naturalismus und Symbolismus. In Deutschland sprach sich unter anderem der Turnführer Edmund Neuendorff gegen die anhaltende Verwissenschaftlichung zahlreicher Lebensbereiche und Disziplinen aus. In seinem Aufsatz „Wider den Intellektualismus und von seiner Überwindung durch die Schulgemeinde“ aus dem Jahre 1920 artikuliert Neuendorff seine Ansichten von Bildung und kritisiert die gegenwärtige Schulpolitik, die laut Neuendorff ebenfalls vom Intellektualismus befallen sei. Anhand dieses Aufsatzes wird die Verbindung zur Reformpädagogik, der aufkommenden pädagogischen Neuorientierung zur Jahrhundertwende hergestellt. Dabei versucht diese Ausarbeitung zu klären, inwieweit Neuendorff ein Reformpädagoge ist, oder ob seine pädagogischen Ideale lediglich der neuen antiautoritären Erziehung widersprechen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Bildungsauffassung Edmund Neuendorffs

2.1 Neuendorffs Gesellschaftskritik

2.2 Kritik am Intellektualismus

2.3 Kritik am Schulsystem

2.4 Neuendorffs Vorstellungen von schulischer Erziehung

3. Pädagogischer Umbruch um 1900

3.1 Libertäre Pädagogik um die Jahrhundertwende

3.2 Die reformpädagogische Bewegung

3.3 Grundmotive der Reformpädagogik

3.4 Koedukation im Kontext von Reformpädagogik

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den pädagogischen Ansatz von Edmund Neuendorff im Kontext der reformpädagogischen Bewegung um die Jahrhundertwende, um zu klären, inwieweit seine Ansichten als reformpädagogisch einzustufen sind oder ob sie eher konservativen Idealen widersprechen.

  • Gesellschaftskritik und Kritik am Intellektualismus im frühen 20. Jahrhundert
  • Analyse des Konzepts der "Schulgemeinde"
  • Vergleichende Untersuchung der reformpädagogischen Strömungen um 1900
  • Bedeutung der Koedukation in der pädagogischen Debatte der Weimarer Republik
  • Gegenüberstellung von autoritären Erziehungsvorstellungen und reformpädagogischen Idealen

Auszug aus dem Buch

2.2 Kritik am Intellektualismus

Neben seiner gesellschaftskritischen Stellungnahme verurteilt Neuendorff ebenso die Überschätzung des Intellekts. Zwar habe der Verstand auf technischen und naturwissenschaftlichen Gebieten zweifellos Enormes geleistet, die konsequente und unbeirrte Verwissenschaftlichung aller lebendigen Dinge geht Neuendorff jedoch zu weit. Unter der Zielsetzung, das Lebendige ebenfalls unterwerfen zu wollen, beziehe der Intellekt dieselben Methoden und Kausalreihen, die ihm in den Naturwissenschaften zur Verfügung stehen auf alles Organische und Menschliche. Neuendorff nimmt dabei besonders kritisch Stellung zu Marxs und Darwins Theorien.

Der Begriff des ‚Intellektualismus’ ist bei Neuendorff stets negativ konnotiert und impliziert eine übertriebene Verwendung des Intellekts auf alle Lebensbereiche. Besonders die ursprünglichen Kulturgemeinschaften, wie Familie und Volk drohen durch den zunehmenden Intellektualismus zerstört zu werden. Neuendorff begründet dies mit dem sozialistischen Kampfruf: „Proletarier aller Länder vereinigt euch!“, welcher die Auflösung aller Nationalstaaten im Sinne der Weltrevolution fordert.

Der Antrieb allen rationalen Handelns stammt allerdings aus den „geheimnisvollen Gründen der Seele“, so Neuendorff. Das Trieb- und Willenhafte sei allein für die wahrhaft wichtigen Erfindungen verantwortlich. Die Funktion der Wissenschaft bestehe lediglich in der Ordnung und Beweisfindung dieser Neuerungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die gesellschaftlichen und kulturellen Umbrüche der Zeit um 1900 und führt in Edmund Neuendorffs Kritik am zeitgenössischen Schulsystem ein.

2. Die Bildungsauffassung Edmund Neuendorffs: Dieses Kapitel analysiert Neuendorffs Kritik an Gesellschaft und Schule sowie seine positiven Entwürfe für eine humanistische und national-soziale Erziehung in der Schulgemeinde.

3. Pädagogischer Umbruch um 1900: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Reformpädagogik und libertärer Bildungsbewegungen dargestellt, einschließlich der Bedeutung von Koedukation.

4. Schluss: Der Schlussteil synthetisiert die Ergebnisse und kommt zu dem Resultat, dass Neuendorff reformpädagogische Ansätze verfolgt, jedoch nationale und konservative Elemente integriert, die ihn von klassischen libertären Vertretern unterscheiden.

Schlüsselwörter

Edmund Neuendorff, Reformpädagogik, Schulgemeinde, Intellektualismus, Pädagogischer Umbruch, Koedukation, Lebensgemeinschaft, Arbeitsgemeinschaft, deutsche Pädagogik, Weimarer Republik, Gesellschaftskritik, Erziehung, Bildungsauffassung, Materialismus, Idealismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit analysiert das pädagogische Denken des Turnführers Edmund Neuendorff vor dem Hintergrund der Reformpädagogik zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Kritik am Schulsystem und Intellektualismus, dem Konzept der Schulgemeinde sowie der historischen Einordnung in die reformpädagogische Bewegung und Debatten um Koedukation.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist zu klären, inwieweit Neuendorff als Reformpädagoge verstanden werden kann oder ob seine Ansichten eher im Gegensatz zu reformpädagogischen Idealen stehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer primärquellenorientierten Textanalyse, insbesondere unter Heranziehung von Neuendorffs Aufsatz „Wider den Intellektualismus und von seiner Überwindung durch die Schulgemeinde“.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung von Neuendorffs Bildungsauffassung und eine Einordnung in den allgemeinen pädagogischen Umbruch um 1900.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Reformpädagogik, Schulgemeinde, Kritik am Intellektualismus, Koedukation und das Ringen um eine neue pädagogische Identität in der Weimarer Republik.

Wie unterscheidet sich Neuendorffs Ansatz von der Reformpädagogik?

Während Neuendorff ähnliche methodische Ansätze wie die Reformpädagogen vertritt, ist seine politische Gesinnung national geprägt, was ihn von eher libertären oder "laissez-faire"-orientierten Reformpädagogen abhebt.

Welche Rolle spielt die Koedukation im Text?

Die Koedukation dient als Beispiel für den reformpädagogischen Diskurs der Weimarer Republik, wobei der Text aufzeigt, dass linksgerichtete Parteien wie die USPD/KPD diese vorantrieben, während Neuendorff sie in seinen Schriften interessanterweise nicht thematisiert.

Excerpt out of 17 pages  - scroll top

Details

Title
Edmund Neuendorff im Kontext der Reformpädagogik
College
University of Münster
Grade
2,0
Author
Daniel Pater (Author)
Publication Year
2006
Pages
17
Catalog Number
V57887
ISBN (eBook)
9783638522106
ISBN (Book)
9783638806855
Language
German
Tags
Edmund Neuendorff Kontext Reformpädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Pater (Author), 2006, Edmund Neuendorff im Kontext der Reformpädagogik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57887
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  17  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint