Eine ausführliche Arbeit über die Verbreitung des Deutschen in Lateinamerika am Beispiel Rio Grande do Sul. Hintergrundinformationen über die Gründe der Emigration, über Schwierigkeiten der Anpassung an die neuen Lebensumstände und viele sprachliche Beispiele runden diese Arbeit ab. Ideal für Studierende der Germanistik im Hauptstudium.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Grundsätzliche Fragen
II. 1.) Was ist Sprache ?
II. 2.) Was versteht man unter Mundart/Dialekt ?
III. Immigrantensprachen in Brasilien
III. 1.) Definition des Hunsrückisch
III. 2.) Die geographische Lage des Hunsrück
IV. Deutsche Immigranten in Rio Grande do Sul
IV. 1.) Rio Grande do Sul
IV. 2.) Die Gründung der Kolonie
IV. 3.) Die Herkunft der Einwanderer
IV. 4.) Die Auswanderung und ihre Motive
V. Die deutsche Sprache in Rio Grande do Sul
VI. Die Dialektvarietäten des Deutschen in Rio Grande do Sul
VI. 1.) Hunsrückisch
VI. 2.) Hochdeutsch
VI. 3.) Sprachmischung
VI. 4.) Brasildeutsch
VI. 5.) Portugiesisch
VI. 6.) Dialekterhalt, - verfall und - renaissance
VII. Schluss
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die historische Entstehung und die soziolinguistische Entwicklung der deutschen Sprache in Südbrasilien, mit besonderem Fokus auf den Dialekt Hunsrückisch im Bundesstaat Rio Grande do Sul.
- Sprachwissenschaftliche Grundlagen von Sprache und Dialekt
- Historische Hintergründe der deutschen Einwanderung nach Brasilien
- Die Entstehung und Definition des Hunsrückischen als Dialektvarietät
- Sprachmischungsprozesse und das Phänomen des Brasildeutschen
- Faktoren für den Dialekterhalt sowie Einflüsse durch Assimilierungspolitik
Auszug aus dem Buch
VI. 1.) Hunsrückisch
Hunsrückisch ist der Oberbegriff für eine überregionale Varietät des Deutschen in Rio Grande do Sul (Südbrasilien), die ein Dialektkontinuum darstellt, dessen sprachliche Konstitution auf die rhein-/moselfränkische Basis zurückgeht und eine Vielfalt sprachkontaktbedingter Elemente anderer deutscher Dialekte sowie des Portugiesischen einschließt.
Dialektale Ausgangsbasis für die riograndenser Varietät sind das rheinische Hunsrückisch und das rheinfränkische und moselfränkische Hunsrückisch; die dialektale Färbung unterscheidet sich jedoch innerhalb des jeweiligen Kontinuums. Ein Ausgleichsprozess setzte ein. Dieser bestand in einer weitgehenden Homogenisierung der untereinander heterogenen sprachlichen Beiträge, die die beteiligten Ortsdialekte des Ausgangsgebietes der Hunsrückerkolonisation beigesteuert hatten (interdialektaler Kontakt). Also war die Komposition des Hunsrückisch aus den Dialekten des rheinischen Hunsrückisch ein Selektionsvorgang, der entweder konkurrierende Elemente aufnahm (positive Selektion) oder vollständig eliminierte (negative Selektion).
Hinzukommend hat natürlich der Kontakt mit dem Portugiesischen (interlingualer Kontakt), der Amtssprache Brasiliens, deutliche Spuren lexikalischer Interferenz hinterlassen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Verbreitung der deutschen Sprache weltweit und stellt die Forschungsfrage zur Entstehung und Veränderung des Hunsrückischen in Südbrasilien.
II. Grundsätzliche Fragen: Es werden sprachwissenschaftliche Definitionen von Sprache und Mundart/Dialekt erörtert, um den theoretischen Rahmen für die Analyse zu setzen.
III. Immigrantensprachen in Brasilien: Dieses Kapitel definiert die Rolle marginaler Sprachen in Brasilien und führt den Begriff des Hunsrückischen als dominante Dialektvarietät ein.
IV. Deutsche Immigranten in Rio Grande do Sul: Der historische Kontext der Einwanderung nach Rio Grande do Sul wird beleuchtet, einschließlich der Gründungsgeschichte der Kolonien und der Herkunft der Siedler.
V. Die deutsche Sprache in Rio Grande do Sul: Das Kapitel beschreibt den Einfluss des Schulwesens und die Auswirkungen der Assimilierungspolitik auf die deutsche Sprachgemeinschaft.
VI. Die Dialektvarietäten des Deutschen in Rio Grande do Sul: Es werden die verschiedenen Varietäten (Hunsrückisch, Hochdeutsch, Brasildeutsch) sowie Prozesse der Sprachmischung und der Dialektentwicklung detailliert analysiert.
VII. Schluss: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die zukünftige Beständigkeit des Deutschen in der Region und betont die identitätsstiftende Kraft der Sprache.
Schlüsselwörter
Hunsrückisch, Rio Grande do Sul, Sprachkontakt, Brasildeutsch, Dialektvarietät, Einwanderung, Assimilierung, Sprachmischung, Siedlungsgeschichte, Sprachverfall, Sprachrenaissance, Deutschbrasilianer, Mehrsprachigkeit, Koine, Sprachbewahrung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Entwicklung der deutschen Sprache in Südbrasilien, insbesondere den Dialekt Hunsrückisch, unter Berücksichtigung historischer und soziolinguistischer Aspekte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Im Zentrum stehen die Einwanderungsgeschichte nach Rio Grande do Sul, die Herausbildung des Hunsrückischen, die Sprachmischung mit dem Portugiesischen sowie die Auswirkungen der staatlichen Assimilierungspolitik.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Ziel ist es zu klären, wie der deutsche Dialekt Hunsrückisch in Brasilien entstand, wie er sich verbreitete und welchen Einflüssen er bis heute unterliegt.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit genutzt?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung soziolinguistischer Theorien sowie historischer Berichte zur Einwanderungsbewegung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den theoretischen Grundlagen, der Geschichte der deutschen Einwanderung, der Rolle der deutschen Sprache in Brasilien sowie einer differenzierten Betrachtung der verschiedenen Dialektvarietäten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Untersuchung?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Hunsrückisch, Sprachkontakt, Brasildeutsch, Assimilierung und Einwanderung zentral bestimmt.
Warum wird das Brasildeutsche im Text als "Kreolsprache" bezeichnet?
Es wird als Kreolsprache klassifiziert, da es aus der Mischung von Portugiesisch und Hunsrückisch entstanden ist, grammatische Eigenheiten aufweist und als tägliche Kommunikationsvarietät fungiert.
Welche Rolle spielte das Schulwesen für das Deutsche in Rio Grande do Sul?
Das Schulwesen war anfangs ein wesentlicher Stützpfeiler zur Bewahrung der deutschen Sprache, wurde jedoch später durch Nationalisierungsgesetze stark beschnitten und auf Portugiesisch umgestellt.
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- Sybille Kleinschmitt (Author), 2006, Deutsch in Lateinamerika - Hunsrückisch in Rio Grande do Sul, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57977