Der Prophet Elija


Hausarbeit, 2006

20 Seiten, Note: 2.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Zur Terminologie

2. Definition „Prophet“

3. Zur Typologie
a) Die Ordens- und Genossenschaftspropheten
b) Die Tempel- bzw. Kultpropheten
c) Die Hofpropheten
d) Die freien oppositionellen Einzelpropheten
e) Die literarischen Propheten (Tradenten - Propheten)

4. „Wahre“ und „falsche“ Prophetie

5. Die Bedeutung der Prophetie

6. Die Zeit der Propheten (Übersichtstafel)

7. Eine Übersicht über die Königsbücher

8. Der Prophet Elija

9. Eine Übersicht über die Elijageschichten
a) Elija am Bach Kerit ( 1Kön 17,1-7)
b) Elija in Sarepta (1Kön 17,8-24)
c) Das Gottesurteil auf dem Karmel ( 1Kön 18,1-46)
d) Elija am Horeb ( 1Kön 19,1-13a)
e) Neue Aufträge ( 1Kön 19,13b-18) und die Berufung Elischas ( 1Kön 19,19-21)
f) Nabots Weinberg ( 1Kön 21,1-29)
g) Die Entrückung Elijas ( 2Kön 2,1-18)

10. Literatur

1. Zur Terminologie

Um sich an den Terminus Prophet anzunähern, lohnt sich ein Blick in dessen Etymologie. Der Begriff entsprang der griechischen Religionsgeschichte. Man kann ihn von dem Verb projainw ableiten, welches zum einen „vorzeigen, erscheinen lassen, zum Vorschein bringen“, zum anderen „offenbaren und verkünden“ meinen kann. Man übersetzt es auch mit für jemanden bzw. für Gott sprechen, oder in seinem Auftrag reden. Deswegen stellt ein Prophet jemanden dar, der in Gottes Namen spricht und verkündet. Ursprünglich diente das Wort zur Bezeichnung lokaler Spezialisten, erfuhr aber rasch eine Bedeutungserweiterung und bezeichnete nunmehr auch Seher, Divinatoren, Berufs- und Orakelpriester. Die doch aktive Konnotation, die den Bezeichneten als Handlungsträger erachtet, lässt sich auf semitischen Sprachgebiet nicht finden. Wir stoßen hier auf das Nomen „nabi“, welches dem akkadischen Verb „nabum“ entstammt und sich mit „nennen, berufen“ übersetzen lässt. Ein „nabi“ ist demnach ein von Gott Berufener, ein berufener Rufer oder ein Übermittler des Gotteswortes. Trotz dieses passiven Beiklanges wurde der Terminus adäquat dem des Propheten gebraucht. In der Septuaginta wurde „nabi“ auch hauptsächlich mit Prophet übersetzt. Weitere Bezeichnungen sind zum Beispiel „baen- nabi“, was so viel bedeutet wie Prophetensohn oder Mitglied einer Prophetengenossenschaft, „nebbim“, was Prophetengruppen oder Ordenspropheten bezeichnet, „ro, aeh, hozaeh“ welche Begriffe den Seher oder Schauer benennen, oder aber einfach der „Gottesmann“, welche eine eher alte Bezeichnung ist.

(vgl.: Zenger, Erich; Einleitung in das AT; Stuttgart; Kohlhammer; 1998, S. 371 f.)

2. Definition „Prophet“

Ein Prophet bezeichnet eine Frau oder einen Mann, die/der im Sinne seines Glaubens eine Botschaft oder Prophezeiung von einem Gott oder einer Gottheit, hier JHWH, durch Vision, Audition oder Traum empfängt und den Auftrag erfüllt, diese Botschaft anderen mittels Symbolhandlungen, Zeichen sowie gesprochenem und geschriebenem Wort zu überbringen. Das meist (aber nicht immer) vorhandene Selbstverständnis als Prophet beruht auf einem persönlichen Gottesverhältnis.

In den Berufungsgeschichten der biblischen Propheten zeigt sich, dass es keinen speziellen „Typ“ für die Aufgabe des Propheten gibt. Fast jede/r Berufene hielt sich zunächst für ungeeignet die Aufgabe zu übernehmen.

Es scheint offenbar nicht entscheidend zu sein, ob man rhetorisch begabt ist. Wichtig ist jedoch, dass man glaubwürdig ist - und dass sich Propheten nicht selbstständig zum Sprachrohr Gottes machen (siehe 4., „Wahre“ und „falsche“ Prophetie). Auch eine Mischung aus gewachsenem Mut, Überzeugungskraft und Bescheidenheit kommt als bedeutender Punkt hinzu. (vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Prophet, vom 07.06.2006, 11:32 Uhr)

„Die Botschaft eines Propheten kommt nicht aus seinem eigenen Herzen - es ist die Gottheit, die sich kundtut. Monotheistische Religionen sprechen von Offenbarung, und im Alten Testament beginnt der Prophet seine Reden oft mit dem Satz: So spricht der Herr!“

( http://de.wikipedia.org/wiki/Prophet, vom 07.06.2006, 11:49 Uhr)

Die Bedeutsamkeit der Propheten findet sich keineswegs nur im Juden- und Christentum, sondern in fast allen Religionen.

3. Zur Typologie

Es ist uns möglich, die Propheten grob in fünf unterschiedliche Kategorien einzuordnen.

a) Die Ordens- und Genossenschaftspropheten

Die Ordens- und Genossenschaftspropheten werden „Prophetensöhne“, bzw. „Prophetenjünger“ genannt. Sie bilden eine Prophetengemeinschaft („Prophetenkonvente“) um Elija, Elischa und Samuel. Ordens- und Genossenschaftspropheten suchen den Kontakt zu ihrer Gottheit durch Ekstase, das heißt durch Musik, aber auch durch Tanz. Sie agieren hauptsächlich als Heilpraktiker, Wundertäter, Seelsorger, Erteiler von Gottessprüchen, allerdings auch als politische Unruhestifter. Häufig leben sie als Hirten oder Bauern. Sie treffen sich regelmäßig bei einem Meister in der Prophetenschule zu ihren prophetischen Sitzungen. (vgl.: Zenger, Erich; Einleitung in das AT; Stuttgart; Kohlhammer; 1998, S. 372 f.)

b) Die Tempel- bzw. Kultpropheten

Die Tempel- und Kultpropheten sind in Jerusalem der Priesterschaft untergeordnet. Sie gehören auch zum staatlichen und königliche Beamtenapparat. Ihre Hauptfunktion besteht in Fürbitte und Gotteszuspruch. Die Tempel- und Kultpropheten stehen in Verbindung zu den Heiligtümern, wirken aber auch außerhalb dieser, zum Beispiel in der familiären Religion. (vgl.: Zenger, Erich; Einleitung in das AT; Stuttgart; Kohlhammer; 1998, S. 373)

c) Die Hofpropheten

Die Hofpropheten stehen im Dienst eines Königs und seiner Politik. Zu ihren Aufgaben gehört ihr Gottesspruch in „kritischen Situationen wie Krieg und Katastrophen“. Ihre Dienste werden auch bei festlichen Anlässen benötigt, so zum Beispiel bei Inthronisation oder Jubiläum des Königs, bei königlichen Hochzeiten, aber auch bei Vertragszeremonien. Die Hofpropheten sollen den Frieden und das Heil sichern und Unheil abhalten. Auch Frauen können als Hofprophetinnen wirken.

(vgl.: Zenger, Erich; Einleitung in das AT; Stuttgart; Kohlhammer; 1998, S. 373)

d) Die freien, oppositionellen Einzelpropheten

Die freien, oppositionellen Einzelpropheten stellen die bedeutendste, wenn auch kleinste und zu ihrer Wirkungszeit am wenigsten angesehene Gruppe der Propheten dar. Außer Hab, Nah und Joel gehören alle Schriftpropheten des ersten Testaments dieser Gruppe an. Die Einzelpropheten kommen aus den unterschiedlichsten soziologischen Milieus. So sind sie zum Beispiel Bauern, Weisheitslehrer oder Söhne angesehener Priesterfamilien. Durch verschiedene „Berufungserfahrungen, die allein ihre Legitimation ist“, werden sie aus ihrer gewohnten Umgebung herausgerissen. „Als öffentliche und die Öffentlichkeit suchende Kritiker beanspruchen sie in der Kraft der ihnen zuteil gewordenen Gottesworte eine über allen Institutionen und Einzelpersonen stehende Autorität, die als solche Anlass permanenter Provokation, Unruhe und Innovation darstellt“(Zenger, Erich; Einleitung in das AT; S. 373). Zugleich werden sie allerdings sowohl verspottet, als auch verfolgt. Akzeptiert wurden alle erst im nachhinein. Immer dann, wenn ihre Botschaft im Lauf der Zeit bestätigt wurde und „als die Wahrheit ihrer Gottesworte durch aktualisierende Fortschreibung auch für neue Situationen festgehalten wurde: so wurden sie zu ‚Schriftpropheten’“ (Zenger, Erich; Einleitung in das AT; S. 374).

[...]

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Details

Titel
Der Prophet Elija
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Institut für Katholische Theologie)
Veranstaltung
Gottesbegegnungen der Propheten
Note
2.0
Autor
Jahr
2006
Seiten
20
Katalognummer
V57989
ISBN (eBook)
9783638522939
Dateigröße
510 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Prophet, Elija, Gottesbegegnungen, Propheten
Arbeit zitieren
Janina Weber (Autor), 2006, Der Prophet Elija, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57989

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