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Die Bedeutung der Websprache für die Entwicklung der deutschen Sprache - exemplifiziert am Beispiel des Weblogs

Title: Die Bedeutung der Websprache für die Entwicklung der deutschen Sprache - exemplifiziert am Beispiel des Weblogs

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Michael Hensch (Author)

German Studies - Linguistics
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Das Internet ist bis dato eines der am schnellsten wachsenden und vor allem eines der dynamischsten Kommunikationsmedien unserer Zeit. Bereits zur Zeit seiner Geburtsstunde als ARPANET 1 vor knapp vierzig Jahren, im Jahre 1969, diente es vorrangig zur Optimierung der Kommunikationsmöglichkeiten: ursprünglich zur Vernetzung von Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen. Avanciert wurde die Förderung der zivilen Gesprächskultur jederzeit; sie wurde 1993 erheblich beschleunigt durch die Erfindung des World Wide Webs, des Hypertext-Systems, das sich mithilfe eines geeigneten Programms (Browser) grafisch und somit benutzerfreundlich darstellen ließ. Das vormals nur einem kleinen Expertenkreis zugängliche Medium wurde so auch für Laien zugänglich. Die Popularisierung des Internets wurde unterstützt durch die fortschreitende Entwicklung neuer kostengünstiger Computertechnologien, so dass gegen Ende der 1990er-Jahre weder technische noch finanzielle Aspekte der Nutzung des Internets entgegenwirkten. Im Gegenteil: die Dimension des völlig neuen Mediums führte zur gesellschaftlichen Revolution, zu fundamentalen Veränderungen der sozialen, aber durchaus auch der wirtschaftlichen Verhältnisse. Die Zahl der deutschsprachigen Internetseiten stieg bis 2005 auf über acht Millionen, rund 62 Prozent der Bevölkerung nutzten das neue Medium für seine Bedürfnisse [Schlobinski 2005: S. 1]. Der durch die medial bedingte Erschließung neuer Möglichkeiten hervorgerufene inflationäre Aufschwung des Neuen Marktes Ende der 1990iger-Jahre und sein aus wirtschaftlicher Sicht katastrophaler Zusammenbruch im Jahr 2000 können als unmissverständliche Chiffre dafür angesehen werden, wieweit sich Großteile der Bevölkerung das Internet verfügbar machten, wie emotional und ungezwungen sich der Umgang mit dem neuen Medium gestaltete [Möller 2005: S. 41]. Euphorie und Entdeckertrieb erstreckten sich hierbei nämlich nicht nur auf das wirtschaftliche Ressort, sondern spiegelten sich auch im nichtökonomischen Gebrauch der neuen Möglichkeiten, beispielsweise in der privaten Kommunikation, die sich von Telefongesprächen und Briefen verstärkt auf elektronische Post (eMails) und virtuelle Gespräche mit realem Gesprächspartner (Chats), aber auch auf themenspezifische, problemorientierte Diskussionen, [...]

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Faktoren für den Wandel des Diasystems Sprache

2.1 Darstellung der Theorie

2.2 Quintessenz der Theorie

3. Sprachgemeinschaften und mediale Spezifika des Internets

3.1 Charakteristik der Blogautoren

3.2 Mediale Spezifika des Internets, der Textsorte „Weblog“

4. Stilistische Charakteristika der Sprache des Blogs

5. Fazit

6. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Sprachwandelpotential der Websprache am Beispiel der Textsorte „Weblog“. Dabei wird analysiert, inwiefern die medialen Spezifika des Internets zu einer Evolution der deutschen Sprache beitragen und wie sich die konzeptionelle Mündlichkeit in der schriftlichen Kommunikation auf die Einhaltung grammatikalischer und orthographischer Normen auswirkt.

  • Analyse der Faktoren des Sprachwandels nach Peter von Polenz (Ökonomie, Innovation, Variation, Evolution).
  • Charakterisierung der Sprachgemeinschaft des Internets und der Blogautoren.
  • Untersuchung der medialen Spezifika und der Dialogizität innerhalb von Weblogs.
  • Empirische Untersuchung anhand von zwei textlichen Fallbeispielen zur stilistischen Gestaltung.
  • Diskussion über den Zusammenhang von virtueller Nähe und normabweichendem Sprachgebrauch.

Auszug aus dem Buch

4. Stilistische Charakteristika der Sprache des Blogs

Blogs sind in dieser „Community“ seit mehr als drei Jahren Bestandteil des so genannten „Profils“, das zur Selbstdarstellung des Chatbenutzers (kurz: Chatters) dient. Persönliche Angaben über Größe, Alter und Gewicht sowie musikalische, belletristische, kulinarische und sexuelle Vorlieben können ebenso zur Eigenpräsentation dienen wie die Veröffentlichung eines Portraitfotos. Ziel des Profils ist die Kontaktaufnahme mit anderen Mitgliedern der virtuellen Gemeinschaft. Die Annahme, Blogs seien stilisiert, um im Dialog mit dem potentiellen Leser ein möglichst attraktives Bild vom eigenen Ich zu lancieren, ist deshalb gerechtfertigt.

Wie repräsentativ die ausgewählten Beispiele deshalb sind, unterlegt die von Wirth formulierte Feststellung: „die Suche nach Aufmerksamkeit ist – neben der Suche nach Information – der eigentliche Antrieb, sich im Internet aufzuhalten“ [Wirth 2005: S. 79]. Aus linguistischer Sicht ist es interessant, unter welchen Voraussetzungen und mit welchen Mitteln dieser Dialog gestaltet wird, welche situativen Texteigenschaften feststellbar sind. Die von mir gewählten Beispiele zeigen, dass die konzeptionelle Gestaltung der Weblogs höchst arbiträr ausfallen kann und, dass es dennoch möglich ist, eindeutige und weitgehend gültige Aussagen zu treffen:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Entwicklung des Internets ein und erläutert die Relevanz der Untersuchung des Sprachwandels durch neue Medien.

2. Faktoren für den Wandel des Diasystems Sprache: Hier werden die theoretischen Grundlagen von Peter von Polenz zur Sprachökonomie, Innovation, Variation und Evolution dargelegt und für die Websprache operationalisiert.

3. Sprachgemeinschaften und mediale Spezifika des Internets: Das Kapitel charakterisiert die Nutzergruppen und untersucht die mediale Beschaffenheit der Textsorte „Weblog“ sowie deren demokratisches Potential.

4. Stilistische Charakteristika der Sprache des Blogs: Anhand zweier konkreter Textbeispiele wird die stilistische Gestaltung von Weblogs analysiert und auf ihre Konformität mit schriftsprachlichen Normen geprüft.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die empfundene Nähe im Internet zu einer oralen Ausrichtung führt, die Normabweichungen begünstigt.

6. Bibliographie: Dieses Kapitel listet alle verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Online-Ressourcen der Arbeit auf.

Schlüsselwörter

Sprachwandel, Weblog, Internetkommunikation, Sprachökonomie, Medienlinguistik, Soziolinguistik, Textsorte, Orthographie, Dialogizität, Somatizität, Sprachnorm, Digitale Kommunikation, Sprachgebrauch, Evolution, Innovation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss das Internet als Kommunikationsmedium auf die deutsche Sprache hat und ob durch neue Formen der Online-Kommunikation ein Sprachwandel stattfindet.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind Sprachwandeltheorien, die Charakteristika von Internetbenutzern sowie die stilistische Analyse von Texten in Weblogs.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu klären, ob und in welcher Weise die Websprache, insbesondere die Textsorte Weblog, zur Evolution der deutschen Sprache beiträgt und wie Sprachnormen im virtuellen Raum transformiert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer linguistischen Analyse, die theoretische Konzepte (insbesondere von Peter von Polenz) auf zwei konkrete, ausgewählte Textbeispiele anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Sprachwandelfaktoren definiert, dann die soziale und mediale Umgebung von Blogs beschrieben und schließlich die stilistischen Besonderheiten von Weblog-Einträgen analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sprachwandel, Weblog, Sprachökonomie, mediale Spezifika, digitale Kommunikation und Sprachnorm.

Was bedeutet der Begriff "Somatizität" in dieser Arbeit?

Der von Quasthoff geprägte Begriff bezieht sich auf die Körpergebundenheit der Kommunikation. Die Arbeit untersucht, wie dieser Grad bei der Textproduktion im Web durch kompensatorische Mittel (wie Emoticons oder Ausdrucksweisen) ersetzt wird.

Warum weichen Autoren in Weblogs von der korrekten Orthographie ab?

Die Arbeit zeigt, dass diese Abweichungen oft ökonomisch motiviert sind (Schnelligkeit) oder der Simulation von Nähe und Mündlichkeit dienen, um ein „gesprochenes“ Gefühl in der schriftlichen Interaktion zu erzeugen.

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Details

Title
Die Bedeutung der Websprache für die Entwicklung der deutschen Sprache - exemplifiziert am Beispiel des Weblogs
College
University of Potsdam
Grade
1,3
Author
Michael Hensch (Author)
Publication Year
2006
Pages
22
Catalog Number
V57992
ISBN (eBook)
9783638522960
ISBN (Book)
9783656779261
Language
German
Tags
Bedeutung Websprache Entwicklung Sprache Beispiel Weblogs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Hensch (Author), 2006, Die Bedeutung der Websprache für die Entwicklung der deutschen Sprache - exemplifiziert am Beispiel des Weblogs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/57992
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