Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der relativen Einkommensarmut in Deutschland. Zuerst werde ich zur Untersuchung der Entwicklung, den ersten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung der BRD (ARB) zur Hilfe nehmen. Betrachtet wird der Zeitraum 1973-1998, welche Gruppen besonders betroffen waren und welche möglichen Ursachen es für die vorliegende Entwicklung gibt. Des Weiteren werde ich die These überprüfen: „Wer wenig verdient, profitiert auch weniger von gesamtwirtschaftlichen Einkommenssteigerungen.“ Außerdem werde ich die Ergebnisse des Armutsberichtes der Bundesregierung mit den Ergebnissen des Armutsberichtes der Hans-Böckler-Stiftung vergleichen und untersuchen, welche Unterschiede es in den Datengrundlagen gibt. Da der Bericht die letzten aktuellen Daten aus dem Jahr 1998 enthält, werde ich darstellen, welche Entwicklungen es seitdem gegeben hat. Als Datengrundlage werden mir die Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung (DIW) und die Datenreporte des Statistischen Bundesamtes dienen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hintergrund der Berichterstattung
3. Zur Interpretation des Konzepts der relativen Einkommensarmut
4. Eingrenzung des Themas
5. Darstellung der relativen Einkommensarmut auf Grundlage des Armuts und Reichtumsbericht der Bundesregierung
5.1 Datengrundlagen des Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung
5.2 Entwicklung der relativen Einkommensarmut
5.3 Gruppenspezifische relative Einkommensarmut
5.4 These: „Wer wenig verdient, profitiert auch weniger von gesamtwirtschaftlichen Einkommenssteigerungen.“
6. Darstellung und Vergleich der relativen Einkommensarmut auf Grundlage des Armutsberichtes der Hans-Böckler-Stiftung, des DGB und des Paritätischen Wohlfahrtsverband mit dem Bericht der Bundesregierung
6.1 Datengrundlagen des Armutsberichtes der Hans-Böckler-Stiftung
6.2 Vergleich der Berichte
6.3 Gruppenspezifische relative Einkommensarmut
7. Entwicklung seit 1998 auf Basis der Datenreporte und der Sozio-ökonomischen Panels
8. Schlussbemerkungen
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht die Entwicklung der relativen Einkommensarmut in Deutschland im Zeitraum von 1973 bis 1998 sowie deren weitere Tendenz bis 2002. Dabei wird analysiert, inwieweit unterschiedliche Bevölkerungsgruppen von gesamtwirtschaftlichen Einkommenssteigerungen profitieren und wie sich die Ergebnisse verschiedener Armutsberichte auf Basis unterschiedlicher Datengrundlagen unterscheiden.
- Analyse der relativen Einkommensarmut in Deutschland (1973–1998)
- Vergleich des Armuts- und Reichtumsberichtes der Bundesregierung mit dem Bericht der Hans-Böckler-Stiftung
- Überprüfung der These zur Partizipation einkommensschwacher Gruppen am wirtschaftlichen Wohlstand
- Untersuchung der Datengrundlagen (EVS vs. SOEP)
- Betrachtung gruppenspezifischer Armutsrisiken und aktueller Trends
Auszug aus dem Buch
3. Zur Interpretation des Konzepts der relativen Einkommensarmut
Anders als der absolute Armutsbegriff, der sich mit dem physischen Existenzminimum als Armutsgrenze beschäftigt, befasse ich mich hier mit dem relativen Armutsbegriff, daher zunächst einmal die Definition von relativer Einkommensarmut:
Wer weniger als die Hälfte des durchschnittlichen Einkommens verdient gilt als arm, in diesem Fall wird das soziokulturelle Existenzminimum unterschritten. Das heißt, dass die Personen unterhalb dieser Schwelle sich in einer Lebenslage befinden, in der das Mindestversorgungsniveau zur Teilhabe an der Gesellschaft nicht erreicht wird.
Somit ist der relative Armutsbegriff abhängig vom Wohlstandniveau einer Gesellschaft.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themas und Erläuterung der Zielsetzung, den Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung mit anderen Berichten zu vergleichen.
2. Hintergrund der Berichterstattung: Darstellung der Entstehung und des Auftrags zur Erstellung der analysierten Armutsberichte.
3. Zur Interpretation des Konzepts der relativen Einkommensarmut: Definition des relativen Armutsbegriffs und Abgrenzung zum absoluten Armutsbegriff.
4. Eingrenzung des Themas: Beschreibung der Berechnung des Haushaltseinkommens und der angewandten Armutsschwellen.
5. Darstellung der relativen Einkommensarmut auf Grundlage des Armuts und Reichtumsbericht der Bundesregierung: Analyse der Entwicklung, der Gruppenspezifik und der These zur Teilhabe am Wohlstand basierend auf dem ersten Armutsbericht der Regierung.
6. Darstellung und Vergleich der relativen Einkommensarmut auf Grundlage des Armutsberichtes der Hans-Böckler-Stiftung, des DGB und des Paritätischen Wohlfahrtsverband mit dem Bericht der Bundesregierung: Kritische Gegenüberstellung der Datengrundlagen (SOEP vs. EVS) und der Ergebnisse der unterschiedlichen Berichte.
7. Entwicklung seit 1998 auf Basis der Datenreporte und der Sozio-ökonomischen Panels: Fortschreibung der Armutsanalyse über das Jahr 1998 hinaus unter Verwendung aktueller Datenquellen.
8. Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ableitung sozialpolitischer Handlungsbedarfe.
Schlüsselwörter
Relative Einkommensarmut, Armutsbericht, Bundesregierung, Hans-Böckler-Stiftung, EVS, SOEP, Einkommensverteilung, Wohlstandsniveau, Altersarmut, Kinderarmut, Erwerbsbiografie, Arbeitslosigkeit, Umverteilung, soziale Ausgrenzung, Armutslücke.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit vergleicht die Entwicklung der relativen Einkommensarmut in Deutschland anhand offizieller Regierungsberichte und zivilgesellschaftlicher Armutsberichte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Interpretation von Armut, die statistische Messung, die Entwicklung von Armutsquoten und die Auswirkungen des wirtschaftlichen Wachstums auf einkommensschwache Gruppen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Entwicklung der Armut zu untersuchen, die Unterschiede zwischen verschiedenen Datenquellen wie EVS und SOEP aufzuzeigen und die These zu prüfen, ob Geringverdiener ausreichend von gesamtwirtschaftlichen Einkommenssteigerungen profitieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende Analyse von Sekundärdaten und Berichten, die die Entwicklung der Armutsquoten über mehrere Jahrzehnte hinweg betrachtet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung und den Vergleich der Ergebnisse des Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung sowie der Analysen der Hans-Böckler-Stiftung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie relative Einkommensarmut, Wohlstandsniveau, Armutsrisiko und Datengrundlagen wie EVS und SOEP charakterisiert.
Warum unterscheidet sich das Armutsniveau zwischen den Berichten?
Der Unterschied liegt primär in den verschiedenen verwendeten Datengrundlagen (EVS vs. SOEP), da diese unterschiedliche Erfassungsmethoden und Stichprobengrößen aufweisen.
Welche Auswirkung hat Arbeitslosigkeit auf die Armutsentwicklung?
Die Arbeit identifiziert langanhaltende Arbeitslosigkeit und Brüche in der Erwerbsbiografie als wesentliche Faktoren für die Zunahme des Armutsrisikos, besonders für Familien und Alleinerziehende.
Welche Rolle spielt die Qualifikation für die Armutsprävention?
Hohe Qualifikationen werden als zentraler Schutzfaktor gegen Armut identifiziert, weshalb die Verhinderung vorzeitiger Ausbildungsabbrüche eine hohe sozialpolitische Priorität hat.
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- Alexander Fedtke (Author), 2004, Die Entwicklung der relativen Einkommensarmut in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58117