Strategien mit Optionen


Seminararbeit, 2005

16 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Symbolverzeichnis

1 Einleitung

2 Basisstrategien mit Optionen
2.1 Kaufoptionen
2.2 Verkaufsoptionen

3 Kombinationsstrategien mit Optionen
3.1 Straddles
3.2 Strangles
3.3 Spreads
3.3.1 Bull Spreads
3.3.2 Bear Spreads
3.3.3 Butterfly Spreads
3.3.4 Box Spreads
3.4 Gegenüberstellung von Optionsstrategien

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Kurs/Gewinn-Diagramm von Long Call und Short Call

2 Kurs/Gewinn-Diagramm von Long Put und Short Put

3 Kurs/Gewinn-Diagramm eines Long Straddles

4 Kurs/Gewinn-Diagramm eines Long Strangles

5 Kurs/Gewinn-Diagramm eines Bull Spreads auf Basis von Calls

6 Kurs/Gewinn-Diagramm eines Bear Spreads auf Basis von Calls

7 Kurs/Gewinn-Diagramm eines Butterfly Spreads auf Basis von Calls

Tabellenverzeichnis

1 Gegenüberstellung von Handelsstrategien

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Als Option ist das Recht, aber nicht die Verpflichtung zu verstehen, einen zugrunde liegenden Basiswert zu einem bestimmten Preis (Ausübungspreis) innerhalb einer bestimmten Frist (Amerikanische Option) oder an einem bestimmten Tag (Europäische Option) zu kaufen (Call-Option) oder zu verkaufen (Put-Option). Hierbei zahlt der Käufer der Option dem Verkäufer (Stillhalter) eine Optionsprämie, der im Gegenzug eine Liefer- bzw. Abnahmeverpflichtung des Basiswertes zu den geltenden Konditionen eingeht.[1] Die zentralen Motive des Optionshandels stellen die Absicherung bestehender Portfolios gegen Kursrisiken (Hedging) und die Gewinnerzielung anhand risikoloser Transaktionen äquivalenter Positionen (Arbitrage) oder risikobehafteter Transaktionen in Form von Spekulation über die Entwicklung des Basiswertes (Trading) dar. Während Anleger, die Hedging oder Arbitrage betreiben, Risiken meiden, geht der Spekulant das Risiko einer Fehlprognose des zukünftigen Umweltzustandes ein, weshalb sein Gewinnpotential in der Regel am größten ist.[2] Als bedeutende und weit verbreitete Komponente der modernen Finanzwelt ermöglichen Optionen Handelsstrategien, die differenzierte Erwartungen bezüglich der Kursentwicklung abdecken können und den Anleger im Vergleich zu einer Direktinvestition in z.B. Wertpapiere oder Währungen mit einer hohen Flexibilität ausstatten. Ausgehend von einer individuellen Kurs- oder Volatilitätsprognose des Anlegers lassen sich demnach Strategien mit fixierten Auszahlungsfunktionen konstruieren, die bei Eintritt des erwarteten Szenarios unabhängig davon Gewinne versprechen, ob die Prognose steigende, fallende oder stagnierende Kursentwicklungen beinhaltet.[3]

Ziel dieser Arbeit ist es daher, Handelsstrategien mit Aktienoptionen sowie die damit verbundenen Kurserwartungen, Gewinn- und Verlustpotentiale zu präsentieren und Überscheidungen mit Absicherungs- und Arbitragestrategien anzudeuten. Hierfür werden nach der Darstellung der Basisstrategien (Kapitel 2) im Hauptteil dieser Arbeit ausgewählte kombinierte Optionsstrategien beschrieben (Kapitel 3), bevor Kapitel 4 mit einem Fazit schließt. Aus Vereinfachungsgründen bleiben im Folgenden Transaktionskosten unberücksichtigt. Außerdem werden die vorgestellten Strategien ausschließlich am Verfallstag der Optionen betrachtet, so dass eine Differenzierung amerikanischer und europäischer Optionen und die Betrachtung des Zeitwertes entfallen kann und nur der Kurs des Basiswertes den Optionspreis erklärt.

2 Basisstrategien mit Optionen

2.1 Kaufoptionen

Gegen Zahlung der Optionsprämie (P) erwirbt der Käufer einer Kaufoption (Long Call) das Recht, den Basiswert am Verfallstag der Option zum festgelegten Ausübungspreis (A) vom Stillhalter beziehen zu können. Der Käufer wird dieses Recht ausüben, wenn der Kurs des Basiswertes am Verfallstag über dem Ausübungspreis liegt, um die Aktien zum Ausübungspreis zu beziehen und zum höheren Börsenkurs zu verkaufen, so dass er den um die Optionsprämie reduzierten Gewinn aus der Differenz von Börsenkurs und Ausübungspreis vereinnahmen kann. Dem theoretisch unbegrenzten Gewinnpotential des Long Calls steht ein auf die Prämie begrenzter Maximalverlust gegenüber, der bei Aktienkursen unterhalb des Ausübungspreises realisiert wird (vgl. Abb.1), wenn der Call nicht ausgeübt wird und wertlos verfällt. Folglich ist ein Long Call eine auf steigende Kurse spekulierende Strategie.[4]

Der Verkäufer des Calls (Short Call) geht gegen den Erhalt der Optionsprämie die Verpflichtung ein, die Aktien zum Ausübungspreis am Verfallstag zu liefern, falls der Optionsinhaber die Kaufoption ausübt. Insofern ist ein Short Call eine geeignete Strategie für stagnierende oder leicht fallende Kursszenarien, in denen die Optionsprämie vereinnahmt und der Call nicht ausgeübt wird. Stehen die Aktien nicht im Besitz des Stillhalters, riskiert dieser bei auf die Prämie begrenztem Gewinnpotential einen unbegrenzten Verlust, wenn der Kurs des Basiswerts steigt und der Basiswert zur Erfüllung der Lieferpflicht zum höheren Börsenkurs gekauft werden muss (vgl. Abb.1). Eine populäre Strategie ist deshalb ein durch den Basiswert gedeckter Short Call (Covered Call Writing), der im Fall sinkender oder stagnierender Kurse die Rendite eines Portfolios durch die Prämieneinnahme im Vergleich zur alleinigen Aktieninvestition steigert und bei steigenden Kursen lediglich das Gewinnpotential der Aktienposition auf den Ausübungspreis als maximalen Verkaufskurs begrenzt.[5]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2 Verkaufsoptionen

Mit einer Verkaufsoption erwirbt der Käufer (Long Put) das Recht, den Basiswert am Verfallstag der Option zum Ausübungspreis an den Verkäufer der Option zu verkaufen, wobei ein Long Put sowohl als Handels- als auch als risikoaverse Absicherungsstrategie genutzt wird. Im Rahmen der Handelsstrategie erwartet der Anleger fallende Kurse, um die Aktien zu einem Börsenkurs unterhalb des Ausübungspreises zu beziehen und sie durch Ausübung der Option zum höheren Ausübungspreis an den Stillhalter zu verkaufen. Für den Fall der Ausübung stellt die um die Optionsprämie reduzierte Differenz aus Ausübungspreis und Börsenkurs den Gewinn der Strategie dar, welcher bei einem theoretischen Aktienkurs des Basiswertes von 0 maximal ist und einem auf die Prämie beschränkten Verlustpotential gegenübersteht (vgl. Abb.2).[6] Zur Absicherung einer Aktienposition gegen fallende Kurse bieten sich Long Puts an, da der Anleger im Fall sinkender Kurse die Verkaufsoption ausüben und sich einen das eingesetzte Kapital erhaltenden Verkaufskurs sichern kann, der dem Ausübungspreis des Puts abzüglich der Optionsprämie entspricht. Falls der Aktienkurs über den Ausübungspreis steigt, verfällt der Put wertlos und der Anleger partizipiert an der Entwicklung des Basiswertes abzüglich der gezahlten Prämie.[7]

Beim Verkauf einer Verkaufsoption (Short Put) verpflichtet sich der Anleger für den Erhalt der Optionsprämie, den Basiswert zum Ausübungspreis am Verfallstag abzunehmen, wenn der Optionsinhaber dies verlangt. Die Strategie des Short Puts wird deshalb von Anlegern angewandt, die stagnierende oder leicht steigende Kurse des Basiswertes erwarten, um den Maximalgewinn in Höhe der Optionsprämie zu erzielen, während die Option wertlos verfällt. Verluste treten ein, wenn der Aktienkurs unter den Ausübungspreis abzüglich Optionsprämie fällt, und erreichen ihr Maximum bei einem theoretischen Aktienkurs des Basiswertes von 0 (vgl. Abb.2).[8]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Tatsache, dass das Kurs/Gewinn Diagramm des Kaufs einer Option dem an der Kurs-Achse gespiegelten Abbild eines Verkaufs entspricht, verdeutlicht einen wesentlichen Gesichtspunkt des Optionsmarktes, die Eigenschaft des Nullsummenspiels, wonach das Gewinnpotential eines Marktteilnehmers dem Verlustpotential seines Vertragspartners gleicht.[9] Diesem Grundsatz folgen auch die auf den Basisstrategien aufbauenden Kombinationsstrategien, die zur Anpassung der Auszahlungsfunktion an die individuellen Erwartungen der Anleger konstruiert werden.[10]

3 Kombinationsstrategien mit Optionen

3.1 Straddles

Bei einem Straddle wird eine gleiche Anzahl von Calls und Puts mit gleichem Basiswert, gleichem Verfallstag und gleichem Ausübungspreis gekauft (Long Straddle) oder verkauft (Short Straddle). Während bei einem Long Straddle ein stagnierender Kurs des Basiswertes zu einem Maximalverlust in Höhe der gezahlten Optionsprämien führt, folgt aus der Abweichung des Aktienkurses vom Ausübungspreis am Verfallstag die Ausübung einer der beiden Optionen, die abzüglich der gezahlten Prämien das nahezu unbegrenzte Gewinnpotential bestimmt (vgl. Abb.3).[11]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Strategie des Long Straddles erzielt Gewinn, wenn der Kurs des Basiswertes unter den Ausübungspreis abzüglich Optionsprämien fällt oder den Ausübungspreis zuzüglich Optionsprämien übertrifft. Steigt der Aktienkurs über den Ausübungspreis, verfällt der Put wertlos und der Call wird ausgeübt, indem die Aktie zum Ausübungspreis bezogen wird und zum höheren Börsenkurs veräußert wird, so dass der Gewinn mit steigenden Kursen zunimmt. Im Fall sinkender Kurse wird der Call nicht ausgeübt und der Put dazu genutzt, die an der Börse günstiger erworbenen Aktien an den Stillhalter mit Gewinn zu veräußern, weshalb auch mit fallenden Kursen der Gewinn dieser Strategie zunimmt. Ein Long Straddle ist daher eine geeignete Strategie um ausgehend vom derzeitigen Kursniveau des Basiswertes auf starke Kursausschläge (hohe Volatilität) am Verfallstag zu spekulieren, wobei unabhängig von der Richtung der Kursentwicklung Gewinne erzielt werden.[12]

Aufgrund der Eigenschaft des Nullsummenspiels ergibt sich das Kurs/Gewinn-Diagramm des Short Straddles als an der Kurs-Achse gespiegelter Long Straddle. Folglich spekuliert ein Anleger mit einem Short Straddle auf eine geringe Volatilität der Kurse, um seinen Maximalgewinn, die Optionsprämien, zu vereinnahmen und im Optimalfall der Identität von Börsenkurs und Ausübungspreis weder Call noch Put bedienen zu müssen. Tritt dieser Optimalfall nicht ein, wird entweder der Call oder der Put ausgeübt, so dass sich der Gesamtgewinn des Stillhalters um die Verluste aus der Ausübung der jeweiligen Option verringert. Da sich fast unbeschränkte Verluste bei einer starken Kursentwicklung in eine beliebige Richtung einstellen können, wird die Strategie des Short Straddles als hoch riskante Anlage charakterisiert.[13]

3.2 Strangles

Strangles bestehen aus einem Call und einem Put auf den gleichen Basiswert mit gleichem Verfallstag, aber unterschiedlichen Ausübungskursen, wobei der Aktienkurs bei Kauf eines Strangles (Long Strangle) oft zwischen dem geringeren Ausübungspreis des Puts (A1) und dem höheren des Calls (A2) liegt, folglich beide Optionen aus dem Geld sind. Analog zum Straddle wird mit dem Long Strangle bei auf die Optionsprämien begrenzten Verlust- und nahezu unbeschränkten Gewinnpotential auf Kursschwankungen des Basiswertes spekuliert, ohne die Richtung der Kursentwicklung prognostizieren zu müssen (vgl. Abb.4).[14]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Liegt der Kurs des Basiswertes am Verfallstag zwischen den Ausübungspreisen A1 und A2, wird der Anleger keine der Optionen ausüben und seinen Maximalverlust erleiden. Oberhalb von A2 wird der Call, unterhalb von A1 der Put ausgeübt, so dass die Gewinnzone eines Long Strangles außerhalb des Intervalls der beiden Ausübungspreise beginnt, wenn der Gewinn aus einer der Optionen die Summe der Prämien kompensiert hat. Hierbei gilt, dass ein kürzeres Intervall der Ausübungspreise mit einer höheren Wahrscheinlichkeit, einen Gewinn zu erzielen, d.h. einen Aktienkurs außerhalb des Intervalls zu beobachten, und einem höheren Verlustpotential (höheren Optionsprämien) einhergeht. Bei der Spekulation auf hohe Kursausschläge ist deshalb zu beachten, dass das Verlustpotential eines Long Strangles geringer als das eines Long Straddles einzuschätzen ist, die Volatilität des Basiswertes zur Erzielung eines Gewinns beim Long Strangle aber höher sein muss.[15]

Demgegenüber impliziert der Verkauf des Strangles (Short Strangle) die Erwartung geringer Volatilität des Basiswertes, der im Intervall zwischen den beiden Ausübungspreisen stets den Maximalgewinn der Strategie in Höhe der Optionsprämien erzielt. Außerhalb dieses Intervalls können Verluste analog zu den Gewinnen des Long Strangles in fast unbegrenztem Umfang anfallen, wenn der Inhaber der im Geld stehenden Option vom Stillhalter die Erfüllung der Verpflichtung einfordert. Folglich stellt diese sehr spekulative Strategie das an der Kurs-Achse gespiegelte Abbild des Long Strangles im Kurs/Gewinn-Diagramm dar. Ebenso wie beim Long Strangle lässt sich der gleichgerichtete Zusammenhang von Rendite und Risiko beim Short Strangle beobachten, da ein langes Intervall der Ausübungspreise einem geringen Risiko, Verluste zu erleiden, und geringen, zu verdienenden Prämien entspricht. Im Vergleich zum Short Straddle ergibt sich beim Short Strangle somit ein geringeres Gewinnpotential bei höherer Wahrscheinlichkeit, diesen Gewinn zu erzielen.[16]


[...]

[1] Vgl. Briys et al. [1998], S.15-17.

[2] Vgl. Müller-Möhl [1989], S.115f.

[3] Vgl. Beer/Goy [1996], S.17.

[4] Vgl. Hull [2003], S.6f.

[5] Vgl. Bookstaber [1981], S.6f. sowie Kolb [2003], S.343, 370f.

[6] Vgl. Bookstaber [1981], S.7f.

[7] Vgl. Uszczapowski [1995], S.154f.

[8] Vgl. Kolb [2003], S.346-348.

[9] Vgl. Kolb [2003], S. 343.

[10] Vgl. Müller-Möhl [1989], S.166.

[11] Vgl. Bookstaber [1981], S.114f.

[12] Vgl. Kolb [2003], S.349-351.

[13] Vgl. Hull [2003], S.195.

[14] Vgl. Kolb [2003], S.351.

[15] Vgl. Hull [2003], S.196.

[16] Vgl. Müller-Möhl [1989], S.169-171.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Strategien mit Optionen
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Institut für Betriebswirtschaftslehre)
Veranstaltung
'Marketing und Finance'
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
16
Katalognummer
V58154
ISBN (eBook)
9783638524261
Dateigröße
471 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Einführung in die Strategien mit Optionen unter ausschließlicher Betrachtung der Gewinn- und Verlustsituationen am Verfallstag der Optionen! Illustriert durch die Standard-Graphiken zu den Auszahlungsmustern der Strategien! Auch einfach zur ersten Orientierung in der gängigen Literatur nutzbar!
Schlagworte
Strategien, Optionen, Finance”
Arbeit zitieren
Michael Czirr (Autor), 2005, Strategien mit Optionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58154

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