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'Berufliche Qualifizierung für Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf'. Prävention von Schulmüdigkeit und Schulverweigerung

Title: 'Berufliche Qualifizierung für Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf'. Prävention von Schulmüdigkeit und Schulverweigerung

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 27 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Florian Link (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Leschinsky und Cortina beginnen ihr erstes Kapitel des 2003 vorgelegten Berichtes, welcher einen systematischen Überblick über das Bildungswesen in der Republik Deutschland geben soll: „Das Bildungswesen in der Bundesrepublik Deutschland steht seit dem Ende der 1990erJahre deutlich im Zeichen eines tief greifenden Wandels, dessen Zielpunkt sich erst in Umrissen andeutet.“ Auch wurde durch insgesamt eher unerfreuliche Befunde internationaler Vergleichsstudien, wie etwa „TIMSS“ (Third International Mathematics and Science Study) und „PISA“ (Programme for International Student Assessment), über den Leistungsstand der deutschen Schüler, sowie über den gestiegenen Mangel an Chancengleichheit an deutschen Schulen eine massive öffentliche Beunruhigung ausgelöst. Dadurch wurde aber der Weg geebnet einen Vergleich zwischen den etablierten Schulformen und der Schulpolitik der einzelnen Bundesländer anzuregen. Somit dürfte der Handlungsdruck der zuständigen Organe enorm gewachsen sein. Die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Heidemarie Wieczorek-Zeul schrieb dazu treffender weise: „Gerechtigkeit heißt vor allem, die Chancengleichheit zu mehren: zum Beispiel zwischen Mann und Frau, zwischen abhängig Beschäftigten und Unternehmern, zwischen Bildungssuchenden mit unterschiedlicher familiärer Herkunft, zwischen Deutschen und ausländischen Mitbürgern in unserem Lande.“
Im Folgenden wird auf Grund der umfassenden Materie zum Bildungssystem der Bundesrepublik Deutschland der Schwerpunkt dieser Arbeit auf der „Prävention von Schulmüdigkeit und Schulverweigerung“ liegen.
Im ersten Teil werden Definitionen, von für in der restlichen Arbeit wiederkehrenden wichtigen Begriffen, gegeben. Daneben wird ein geeigneter Einstieg in das Thema durch die Darlegung der „Sozialisation und Identität in der Lebensphase Jugend“ vorgenommen.
Der zweite Teil beschäftigt sich mit dem Versuch, die Netzwerkarbeit des Deutschen Jugendinstituts (DJI) „Prävention von Schulmüdigkeit und Schulverweigerung“ am Beispiel des Programms „Berufliche Qualifizierung für Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung näher darzustellen und zu diskutieren.
Abschließend wird ein Ausblick für das Gelingen von Prävention von Schulmüdigkeit und Schulverweigerung gewagt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen

2.1 Sozialisation und Identität in der Lebensphase Jugend

2.2 Benachteiligtenförderung

2.3 Schulmüdigkeit und Schulverweigerung

2.4 Interventions- und Präventionsansätze bei Schulmüdigkeit und Schulverweigerung

3. Prävention von Schulmüdigkeit und Schulverweigerung am Beispiel des Programms „Berufliche Qualifizierung für Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

3.1 Ausgangsproblematik

3.2 Zielsetzung und Konzept

3.3 Umsetzung

3.4 Formen der Prävention von Schulmüdigkeit und Schulverweigerung

3.4.1 Erste Phase der Prävention – Frühe Prävention an der Schule

3.4.2 Zweite Phase der Prävention – Kooperation von Schule und Jugendhilfe an der Schwelle Schule-Beruf

3.4.3 Dritte Phase der Prävention – Außerschulische Beschulung

3.5 Fazit der Netzwerkarbeit

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Ansätze zur Prävention von Schulmüdigkeit und Schulverweigerung, insbesondere vor dem Hintergrund sozialer Benachteiligung. Ziel ist es, die Netzwerkarbeit des Deutschen Jugendinstituts (DJI) und die Anwendung innovativer Förderprogramme zur Reintegration betroffener Jugendlicher zu analysieren und zu diskutieren.

  • Sozialisationsprozesse und Identitätsbildung im Jugendalter
  • Strukturelle Rahmenbedingungen der Benachteiligtenförderung
  • Differenzierung der Phänomene Schulmüdigkeit und Schulverweigerung
  • Interdisziplinäre Kooperationsmodelle zwischen Schule und Jugendhilfe
  • Praxisbeispiele präventiver Interventionen am Übergang Schule-Beruf

Auszug aus dem Buch

c. Schulmüdigkeit und Schulverweigerung

Bei der Auseinandersetzung mit dem Thema „Schulmüdigkeit und Schulverweigerung“ begegnet man einer Reihe von weiteren Begriffen, wie Schulvermeidung, Schulaversion, Schulunlust, Schulpflichtverletzung, Schulversäumnisse, Schulangst, Schulphobie, Schulverdrossenheit, Schwänzen und vielen anderen mehr. Begriffe, wie Schulvermeidung oder Schulverweigerung, implizieren zum Beispiel, stärker als andere Begriffe, ein aktives Verhalten des Schülers oder der Schülerin, während Begriffe, wie Schulaversion, Schulangst oder Schulphobie, einen eher klinischen Kontext vermuten lassen. Schulpflichtverletzung oder Schulversäumnis sind neutralere Bezeichnungen, wobei die erste Bezug auf den rechtlichen Rahmen nimmt und die zweite nicht zwischen entschuldigtem und unentschuldigtem Fehlen differenziert. Begriffe, wie Schulunlust, Schulverdrossenheit oder Schulmüdigkeit, können auf strukturelle Mängel und Motivationsdefizite des Schulsystems hindeuten, während Schwänzen die wohl unter Schülern gebräuchlichste Bezeichnung ist.

Auch gibt es zahlreiche Perspektiven, unter denen sich das Fernbleiben von Schülern und Schülerinnen vom Unterricht betrachten lässt und aus denen sich unterschiedliche Reaktionen und Schwerpunktsetzungen bei der Auseinandersetzung mit entsprechenden Schülern und Schülerinnen ergeben.

Nach Ehmann und Rademacker legt eine ordnungspolitische Betrachtung beispielsweise besonderen Wert auf die Unterscheidung zwischen erlaubten und unerlaubten Schulversäumnissen, wobei Letzteres eine Verletzung der Schulpflicht darstellt. Dabei kann das entschuldigte Fehlen, das in der Praxis oft einem Erlaubten gleichgesetzt wird, durchaus eine verschleierte Schulpflichtverletzung sein.

Aus kriminologischer Sicht stellt Schulverweigerung eine Form von abweichenden Verhalten dar, die oft mit kriminellen Handlungen einhergeht und nur im Kindes- und Jugendalter auftritt, da Erwachsene nicht schulpflichtig sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Situation des deutschen Bildungssystems im Kontext internationaler Vergleichsstudien und definiert den Fokus der Arbeit auf die Prävention von Schulmüdigkeit.

2. Definitionen: Dieses Kapitel erläutert soziologische Grundlagen der Sozialisation und Identitätsbildung sowie die theoretische Verortung der Benachteiligtenförderung und die begriffliche Vielfalt rund um Schulverweigerung.

3. Prävention von Schulmüdigkeit und Schulverweigerung am Beispiel des Programms „Berufliche Qualifizierung für Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung: Hier wird die Netzwerkarbeit des DJI detailliert beschrieben, beginnend bei der Ausgangslage über das Konzept bis hin zu spezifischen dreiphasigen Präventionsformen.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit einer engen, verbindlichen Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe zusammen und bewertet das untersuchte Netzwerk als wirksamen Schritt zur gesellschaftlichen Integration.

Schlüsselwörter

Schulmüdigkeit, Schulverweigerung, Sozialisation, Identitätsbildung, Benachteiligtenförderung, Jugendsozialarbeit, Prävention, Schulabbruch, Bildungsbenachteiligung, Netzwerkarbeit, Integration, Schulpflicht, Übergang Schule-Beruf, Interdisziplinarität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Ursachen und Erscheinungsformen von Schulmüdigkeit und Schulverweigerung bei benachteiligten Jugendlichen sowie mit Strategien zu deren Prävention.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Sozialisation im Jugendalter, die Definitionsproblematik schulvermeidenden Verhaltens und die Analyse des DJI-Modellprogramms zur beruflichen Qualifizierung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist die Darstellung und kritische Diskussion von Handlungsansätzen, die durch Kooperation von Schule und Jugendsozialarbeit der Schulverweigerung entgegenwirken sollen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Untersuchung dokumentierter Praxisbeispiele innerhalb des vom DJI koordinierten Netzwerks.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Ausgangsproblematik, die Konzeption des Förderprogramms sowie drei spezifische Präventionsphasen von der Schule bis zur außerschulischen Beschulung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Schulverweigerung, Prävention, Benachteiligtenförderung, Jugendsozialarbeit und Bildungsintegration.

Welche Bedeutung hat das „Netzwerk Prävention“ für die betroffenen Jugendlichen?

Es bietet durch die Verzahnung von schulischen und sozialpädagogischen Konzepten neue Perspektiven für den Schulabschluss und den Einstieg in das Erwerbsleben.

Warum ist die Kooperation von Schule und Jugendhilfe laut Autor so entscheidend?

Da die Schule allein oft an der komplexen Problemvielfalt (z.B. Delinquenz, soziale Problemlagen) scheitert, ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit essenziell für nachhaltige Hilfe.

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Details

Title
'Berufliche Qualifizierung für Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf'. Prävention von Schulmüdigkeit und Schulverweigerung
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Soziologie)
Course
Sozialisation benachteiligter Jugendlicher in der Gegenwartsgesellschaft
Grade
2,0
Author
Florian Link (Author)
Publication Year
2006
Pages
27
Catalog Number
V58316
ISBN (eBook)
9783638525473
ISBN (Book)
9783656306795
Language
German
Tags
Prävention Schulmüdigkeit Schulverweigerung Beispiel Programms Berufliche Qualifizierung Zielgruppen Förderbedarf Bundesministeriums Bildung Forschung Sozialisation Jugendlicher Gegenwartsgesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Link (Author), 2006, 'Berufliche Qualifizierung für Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf'. Prävention von Schulmüdigkeit und Schulverweigerung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58316
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