Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Soziologie - Arbeit, Ausbildung, Organisation

Effekte eines postbürokratischen Organisationsmodells. Wie Entscheidungen in einem formal hierarchiefreien Unternehmen getroffen werden

Titel: Effekte eines postbürokratischen Organisationsmodells. Wie Entscheidungen in einem formal hierarchiefreien Unternehmen getroffen werden

Bachelorarbeit , 2019 , 30 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziologie - Arbeit, Ausbildung, Organisation
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich maßgeblich mit der Frage, wie Entscheidungen in einem Unternehmen getroffen werden, welches ohne Hierarchien, also formal ohne Vorgesetzte, auskommt. Im Genaueren wird ein Unternehmen beleuchtet, welches sein Organisationsmodell vom hierarchischen auf das sogenannte „Beta“-Modell umgestellt hat. Es wird dabei untersucht, ob sich Machtbeziehungen unter den formal gleichgestellten Beschäftigten herausbilden. Die Analyse basiert auf fünf Interviews, welche mit Beschäftigten der Firma geführt wurden. Im Laufe der Arbeit wird herausgearbeitet, wie sich die Machtbeziehungen hier zeigen. Dazu wird insbesondere der Begriff des Führens eingeführt und anhand diesem die Aussagen der Beschäftigten analysiert.

Um zu ergründen, ob das Abschaffen von Hierarchien und das Einführen formaler Gleichstellung der Beschäftigten allgemein auch eine Gleichstellung in Entscheidungsfragen bewirkt, lautet meine Forschungsfrage wie folgt: Wie werden Entscheidungen im “Beta-Modell getroffen? Dabei werde ich mich insbesondere darauf konzentrieren zu ergründen, wer Entscheidungen trifft und weshalb einzelne Personen Entscheidungen (vermehrt) treffen. Wie die zwei Unteraspekte der Forschungsfrage bereits implizieren, vermute ich, dass bestimmte Personen in Entscheidungsprozessen, trotz der formalen Hierarchiefreiheit, herausstechen und die Führung von einzelnen Personen übernommen wird. Meine These lautet somit, dass trotz der Gleichstellung im „Beta“-Modell Machtbeziehungen zwischen den Beschäftigten herrschen und dadurch in Entscheidungsfragen Führung realisiert wird.

Mit Hilfe einer empirischen Untersuchung in Form von Interviews mit Beschäftigten des Unternehmens werde ich analysieren, wie Entscheidungen im „Beta“-Modell getroffen werden. Da das Modell keinen festen Regeln unterliegt und sich stets im Wandel befindet, beziehe ich mich auf den Stand im Zeitraum März bis Mai 2019. In diesem Zeitraum wurden die Interviews durchgeführt. Als theoretische Grundlage setze ich mich mit den Begriffen Führung und Macht auseinander, und definiere diese für die darauffolgenden Analysezwecke. Im Anschluss stelle ich in Kapitel 3 die gewählte Forschungsmethodik vor. Daraufhin folgt in Kapitel 4 die Auswertung der Interviews in Bezug auf die Forschungsfrage. Danach gehe ich auf mögliche Verzerrungen der Ergebnisse durch die Rollenübernahme der befragten Personen ein und überprüfe die Ergebnisse auf vorliegende Machtbeziehungen innerhalb des Unternehmens.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Forschungsfrage

1.2 These

1.3 Aufbau der Arbeit

2 Grundlagen

2.1 Macht

2.2 Führung

3 Forschungsmethodik

3.1 Erhebungsmethodik und Datenumfang

3.1.1 Experteninterviews

3.1.2 Durchführung der Interviews

3.1.3 Interviewleitfaden

3.2 Auswertungsmethodik

3.2.1 Qualitative Inhaltsanalyse

3.2.2 Herleitung des Kategoriensystems

4 Ergebnisse der empirischen Untersuchung

4.1 Beantwortung der Forschungsfrage

4.1.1 Wie werden Entscheidungen getroffen?

4.1.2 Wer trifft Entscheidungen?

4.1.3 Wieso trifft eine Person eine Entscheidung?

4.2 Das Problem der Rollenübernahme

4.3 Machtbeziehungen im „Beta“ Modell

5 Fazit

5.1 Entscheidungsfindung durch die Realisierung von Führung

5.2 Weiterer Forschungsbedarf

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie in einem formal hierarchiefreien Unternehmen (dem sogenannten „Beta“-Modell) Entscheidungen getroffen werden und ob sich trotz der Gleichstellung informelle Machtbeziehungen und Führungsstrukturen herausbilden.

  • Analyse von Entscheidungsprozessen in formal gleichgestellten Teams
  • Untersuchung von Machtverhältnissen und informeller Führung
  • Rolle von Fachwissen und Verantwortungsübernahme als Legitimationsressourcen
  • Kritische Reflexion der Gleichstellungsideologie in der modernen Arbeitswelt
  • Vergleich von alltäglichen Entscheidungen und Entscheidungen in kritischen Momenten

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Wie werden Entscheidungen getroffen?

Bei der Frage, wie Entscheidungen getroffen werden, wird zwischen alltäglichen Entscheidungen und Entscheidungen in kritischen Momenten unterschieden. Alle fünf Befragten gaben an, dass es in alltäglichen Entscheidungen in der Regel kaum Uneinigkeiten gäbe, da es für jeden Bereich eine Fachkraft gäbe, welcher die Entscheidung übernehme. Die Aufgabenbereiche seien in vielen Teams so präzise aufgeteilt, dass in den meisten Fällen klar sei, wer die Entscheidung über bzw. die Bearbeitung einer Aufgabe übernehme. Selbst wenn es mehrere Fachkräfte zu einem Feld gäbe, hätten diese wiederum die verschiedenen Bereiche so unter sich aufgeteilt, dass es wenige Reibungsmöglichkeiten gäbe. Fachkräfte seien dabei in der Regel Personen, welche besonders viel Erfahrung in ihrem Aufgabengebiet hätten und somit am besten entscheiden könnten, was in entsprechendem Fall zu tun sei:

„Im Großteil aller Fälle würde ich sagen, gibt es irgendeinen Experten zu dem Thema. Nehmen wir an, es ist [irgendein] backend Programmierthema, dann gibt’s einen Programmierer, der die meiste Ahnung davon hat und alle lassen ihn entscheiden […]. Das ist der Idealfall. Der ist ja auch unkritisch.“ (2/1)

Eine andere Herangehensweise, welche hier auch zu den Fachkräfteentscheidungen gezählt wird, ist das agieren nach Datensätzen. Das Unternehmen stütze sich bei all seinen Handlungen auf Daten und auch bei Entscheidungen in manchen Teams würden die Zahlen von vorherigen Aktionen darüber entscheiden, was zu tun sei:

„Wir sind […] sehr datengetrieben. Wir machen diese Diskussion […] nicht aus dem Bauchgefühl, sondern [aus dem] Interest for the client, also finden eine Metrik.“ (1/3)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung des „Beta“-Modells und Darlegung der Forschungsfrage zur Entscheidungsfindung ohne formale Hierarchien.

2 Grundlagen: Theoretische Definition der Begriffe Macht und elementares Führen als Basis für die Analyse.

3 Forschungsmethodik: Erläuterung der qualitativen Experteninterviews mit Beschäftigten und der Methode der Inhaltsanalyse zur Datenauswertung.

4 Ergebnisse der empirischen Untersuchung: Auswertung der Interviews hinsichtlich Entscheidungsprozessen, Meinungsführerschaft und der Problematik der Rollenübernahme.

5 Fazit: Zusammenführung der Ergebnisse und Bestätigung der These, dass auch in „Beta“-Strukturen Führung durch Fachwissen und Verantwortungsübernahme realisiert wird.

Schlüsselwörter

Beta, Entscheidungsfindung, postbürokratische Unternehmensform, Hierarchie, informale Strukturen, Führung, Machtbeziehungen, Experteninterviews, Fachkraft, Verantwortungsübernahme, Rollenübernahme, Elementares Führen, Konsens, Management, Unternehmensmodell

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Entscheidungsprozesse in einem Unternehmen, das formale Hierarchien abgeschafft hat und nach dem „Beta“-Modell arbeitet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Machtbeziehungen, informelle Führungsstrukturen, Rollenübernahme innerhalb von Teams und die Legitimation von Entscheidungsbefugnissen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: Wie werden Entscheidungen im „Beta“-Modell getroffen? Dabei steht im Fokus, wer diese trifft und warum bestimmte Personen vermehrt Führung übernehmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer empirischen Untersuchung in Form von fünf qualitativen Experteninterviews mit Beschäftigten des Unternehmens, die mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Praxis der Entscheidungsfindung, identifiziert Meinungsführer und zeigt auf, wie Wissen und Verantwortungsübernahme als informelle Machtressourcen dienen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Beta-Modell, Hierarchiefreiheit, informale Strukturen, Führung, Machtbeziehungen, Fachwissen und Verantwortungsübernahme.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen alltäglichen und kritischen Entscheidungen eine Rolle?

In alltäglichen Situationen dominiert das Fachwissen als Entscheidungsgrundlage, während in kritischen Momenten informelle Führungspersonen durch ihre Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme an Bedeutung gewinnen.

Wie legitimiert das „Beta“-Modell Führung ohne Vorgesetzte?

Führung wird hier als „elementares Führen“ begriffen: Es ist eine situative Anerkennung eines Führungsanspruchs durch die Gruppe, gestützt auf fachliche Expertise oder die Übernahme der Verantwortung für Konsequenzen.

Stellt die formale Gleichstellung im Unternehmen eine Illusion dar?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass formale Hierarchiefreiheit nicht bedeutet, dass keine Machtverhältnisse existieren; informelle Führung und der Einfluss des Managements bleiben bestehen.

Welches Fazit zieht der Autor hinsichtlich der Nachhaltigkeit des Modells?

Das Modell ist ein lebender Organismus im Wandel, wobei die Gefahr besteht, dass sich situative Rollen dauerhaft verfestigen und das System in Richtung informeller Machtstrukturen wandelt.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Effekte eines postbürokratischen Organisationsmodells. Wie Entscheidungen in einem formal hierarchiefreien Unternehmen getroffen werden
Hochschule
Universität Potsdam
Note
2,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
30
Katalognummer
V583404
ISBN (eBook)
9783346155351
ISBN (Buch)
9783346155368
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Beta postbürokratsich Hierarchie Hierarchiefrei Entscheidung Entscheidungsfindung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2019, Effekte eines postbürokratischen Organisationsmodells. Wie Entscheidungen in einem formal hierarchiefreien Unternehmen getroffen werden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/583404
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  30  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum