Die Arbeit beschäftigt sich mit Stressfaktoren im Home-Office und versucht Faktoren für diesen möglichen Stress anhand folgender Fragen herauszufinden.
Stellt sich Home-Office als Bedrohung für den Mitarbeiter dar, weil es auch Nachteile mit sich ziehen kann, indem die Privatsphäre darunter leiden kann? Verursacht Home-Office dementsprechend Stress anstatt die Mitarbeiterzufriedenheit zu steigern? Dieser Frage soll durch eine empirische Forschung in Form von Umfragen nachgegangen werden. Anschließend werden die gewonnenen Daten ausgewertet, um die daraus resultierenden Erkenntnisse unter Rückbezug auf die abgeleiteten Hypothesen zu diskutieren.
Im Jahr 2014 bot in Deutschland knapp jedes fünfte Unternehmen (22%) die Möglichkeit von Zuhause aus zu arbeiten. Vier Jahre später waren es vier von zehn Unternehmen (39%). Dies war vorwiegend deshalb möglich, weil dank der Digitalisierung viele Tätigkeiten unabhängig von Zeit und Raum getätigt werden konnten. Der Trend nimmt weiterhin zu, denn laut einer Bitkom-Studie, erwarten 43% der befragten Unternehmen, dass der Anteil der Mitarbeiter, die Home-Office nutzen, in den nächsten fünf bis zehn Jahren noch weiter steigen wird. In anderen EU-Ländern ist das mobile Arbeiten noch stärker verbreitet. Doch was genau ist dieser Trend und was wollen Unternehmen damit bezwecken? In erster Linie wollen Unternehmen Gewinn erzielen. Dies lässt sich eher mit zufriedenen Mitarbeitern erreichen, als mit gestressten Mitarbeitern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Teil
2.1 Definition
2.2 Home-Office
2.3 Stress
2.4 Forschungsstand
3. Empirischer Teil
3.1 Merkmale quantitativer Forschung
3.2 Auswertung
4. Fazit
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit untersucht die Forschungsfrage, ob die Tätigkeit im Home-Office tatsächlich mit einer Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit einhergeht oder ob sie aufgrund der Entgrenzung von Berufs- und Privatleben sowie potenzieller Isolationsfaktoren zu einem erhöhten Stresslevel bei den Beschäftigten führt. Hierzu wird der theoretische Rahmen durch eine eigene empirische, quantitative Untersuchung ergänzt, die den Zusammenhang zwischen Home-Office-Nutzung und Stressempfinden unter Berücksichtigung von Alter und Geschlecht prüft.
- Analyse der Begriffsdefinitionen von Home-Office und Telearbeit
- Untersuchung von Stressfaktoren und deren subjektiver Wahrnehmung
- Evaluation des aktuellen Forschungsstands zu Arbeitsplatztypen
- Methodik der quantitativen Datenerhebung mittels standardisierter Fragebögen
- Überprüfung von Hypothesen zu Stressbelastungen im Home-Office
Auszug aus dem Buch
2.4 Forschungsstand
Viele Mitarbeiter kritisieren Großraumbüros. Sie klagen über beklemmende Enge, Lärm und schlechte Luft. Forscher der Hochschule Luzern haben durch eine Befragung von rund 1200 Beschäftigte in Großraumbüros rausgefunden, dass sie öfter abgelenkt, unzufriedener sind und häufiger über Müdigkeit klagen, als ihre Kollegen in Einzelbüros. 60% der Beschäftigten gaben an, sich ständig von den Kollegen abgelenkt und gestört zu fühlen. Außerdem leiden sie unter juckende Augen oder trockene Gesichtshaut. Diese Unzufriedenheit wirkt sich direkt auf die Gesundheit aus, denn Forscher haben die Krankheitstage der Mitarbeiter in verschiedenen Bürotypen miteinander verglichen und kamen auf das eindeutige Ergebnis, dass die Anzahl der Krankheitstage mit der Zahl der Menschen, die in einem Büro arbeiten steigt.
Zudem stellt sich die fehlende Privatsphäre in Großraumbüros als psychische Belastung dar, weil sie sich wie auf einem Präsentierteller vorkommen. Oft sind die individuellen Bedürfnisse sehr unterschiedlich, die in einem Großraumbüro aufeinandertreffen. Denn wenn die fehlende Möglichkeit besteht zu entscheiden, ob ein Fenster geöffnet, das Licht angemacht oder die Heizung aufgedreht werden soll, haben die Mitarbeiter das Gefühl keine Kontrolle über ihre unmittelbaren Arbeitsbedingungen zu besitzen. Als Folge hieraus sinkt das Wohlbefinden und die Akzeptanz des Arbeitsplatzes, was oft darin resultiert, dass die Unzufriedenheit sogar auf die inhaltliche Zufriedenheit des Jobs übertragen wird.
Teleheimarbeit ist nicht viel besser. Eine Untersuchung der ILO (International Labour Organization) hat ergeben, dass zu Hause der Stress ebenso groß ist. Zwar zeigen die erhobenen Daten (die in 15 Ländern erhoben worden sind), dass Beschäftigte von zu Hause produktiver sind, jedoch klagen viele über Erschöpfung. 42% der befragten Beschäftigten, die Teleheimarbeit (oder mobile Arbeit) betreiben leiden unter Schlaflosigkeit/-störungen. Das sind 13% mehr als Beschäftigte, die in normalen Büros arbeiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Zunahme des Home-Office-Trends ein und formuliert die zentrale Fragestellung, ob diese Arbeitsform zu mehr Stress statt zur erhofften Mitarbeiterzufriedenheit führt.
2. Theoretischer Teil: Hier werden grundlegende Begriffe wie Home-Office und Stress definiert sowie der aktuelle Forschungsstand zu Arbeitsbedingungen in Büros und im Home-Office kritisch beleuchtet.
3. Empirischer Teil: In diesem Teil wird das methodische Vorgehen der quantitativen Forschung beschrieben, Hypothesen hergeleitet und die Ergebnisse der Datenauswertung von 62 Teilnehmern präsentiert.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, die zeigen, dass in der untersuchten Stichprobe kein signifikanter Zusammenhang zwischen Stress und der Häufigkeit der Home-Office-Nutzung besteht.
Schlüsselwörter
Home-Office, Telearbeit, Stress, Mitarbeiterzufriedenheit, quantitative Forschung, Empirie, Arbeitsbelastung, psychische Belastung, Großraumbüro, Hypothesenprüfung, Korrelationsanalyse, Arbeitszeitflexibilität, Stressfaktor, Digitalisierung, Berufs-Privatleben-Entgrenzung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht kritisch die Auswirkungen von Home-Office auf das Stressempfinden von Mitarbeitern und prüft, ob die mit dieser Arbeitsform verbundene Flexibilität tatsächlich zur Mitarbeiterzufriedenheit beiträgt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Definition und Abgrenzung von flexiblen Arbeitsformen, die psychologische Belastung durch Stress sowie die empirische Analyse von Arbeitsbedingungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, ob Home-Office im Vergleich zum klassischen Büro Arbeitsstress verursacht und inwiefern Faktoren wie das Alter oder das Geschlecht dabei eine Rolle spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine quantitative Forschungsmethode angewandt, bei der durch Fragebögen Daten erhoben und anschließend mittels statistischer Verfahren, insbesondere Korrelationsanalysen, ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Fachbegriffe und Studienlage sowie einen empirischen Teil, der die Auswertung einer Umfrage unter 62 Home-Office-Nutzern darstellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Home-Office, Stress, Mitarbeiterzufriedenheit, quantitative Forschung, Telearbeit und Arbeitsbedingungen.
Welche Hypothesen wurden in der Studie geprüft?
Es wurden drei Hypothesen geprüft: 1. Mehr Home-Office-Tage verursachen mehr Stress. 2. Ältere Menschen erleben mehr Stress im Home-Office. 3. Frauen sind im Home-Office gestresster als Männer.
Zu welchem Ergebnis kommt die Studie bezüglich des Stresses?
Die Studie konnte alle drei aufgestellten Hypothesen falsifizieren, da die erhobenen Daten nur schwache Zusammenhänge zeigen und teilweise sogar eine Tendenz zur Stressminderung bei höherer Home-Office-Nutzung aufweisen.
- Arbeit zitieren
- Hatem Aouni (Autor:in), 2017, Stress im Home-Office. Faktoren und Auswirkungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/583413