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Konflikt oder Kongruenz - Der französisch-britische Bilateralismus in der Europapolitik

Title: Konflikt oder Kongruenz - Der französisch-britische Bilateralismus in der Europapolitik

Term Paper , 1999 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Bettina Dettendorfer (Author)

Politics - Topic: European Union
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Frankreich und Großbritannien, die zwei ältesten Nationen Europas, zelebrierten in der Nachkriegszeit eine „entente cordiale“ geprägt von abwechselnder Konfrontation und Kooperation, die in Europa seines Gleichen sucht. Gerade auch auf dem Politikfeld der Europapolitik kam und kommt es statt Zusammenarbeit mehr zu Mißverständnissen, Konflikten oder offener Konfrontation. Historisch betrachtet ist die Beziehung charakterisiert durch eine geschichtlichen Rivalität, die sich vor allem im 19. Jahrhundert und in den Anfängen dieses Jahrhunderts an zahlreichen Kontinental- und Kolonialkriegen festmachen läßt. Doch nach dem zweiten Weltkrieg lassen sich eine Reihe von Gemeinsamkeiten feststellen: Frankreich und das Vereinigte Königreich waren nach 1945 beide frühere Großmächte, die mit ihrem Niedergang zu kämpfen hatten und gleichermaßen eine neue Rolle in der internationalen Ordnung finden müssen. In der Weltordnung wurden die zwei Nationen beide durch die Sowjetunion und die USA als neue Weltmächte ersetzt. Beide erhalten einen permanenten Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen und fühlen sich als formale Siegermächte des zweiten Weltkrieg verantwortlich für die neuen Herausforderungen und für den Wiederaufbau Europas. Trotz dieser Reihe von Gemeinsamkeiten, die gleiche Ziele konstatieren läßt, bringen diese keinen gemeinsamen Politikstil oder Kooperation her vor, denn der französisch-britische Bilateralismus der Nachkriegszeit scheint weiterhin geprägt zu sein von abwechselnder Rivalität, Mißverständnissen und zeitweiliger Kooperation auf den unterschiedlichsten Konfliktfeldern und in der unterschiedlichsten Intensität. Gerade auch in der Europapolitik läßt sich dieser charakteristische Bilateralismus zwischen Großbritannien und Frankreich seit den Anfängen der europäischen Gemeinschaft immer wieder feststellen. In dieser Arbeit soll nun anhand der Europapolitik der beiden Länder am Beispiel der Europäischen Politischen Zusammenarbeit (EPZ) und der Entwicklung der zweiten Säule der europäischen Union, der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP), untersucht werden, ob dieser charakteristische Bilateralismus auch im Zuge der fortgeschrittenen europäischen Integration die Beziehung zwischen den beiden Ländern prägt und wie er sich begründen läßt. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Konzeptionen in der Europapolitik

2.1 Französische Vorstellungen und Strategien

2.2 Britische Vorstellungen und Konzepte

2.3 Nie endende Mißverständnisse?

3 Frankreich und Großbritannien im Rahmen der Europäischen Politischen Zusammenarbeit (EPZ)

3.1 Allgemeine Betrachtung der EPZ

3.2 Die französische Strategie innerhalb der EPZ

3.3 Die britischen Handlungsstrategien im Rahmen der EPZ

3.4 Konflikt oder Kooperation?

4 Frankreich und Großbritannien im Rahmen der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP)

4.1 Institutionelle Darstellung der GASP

4.2 Französische Politik im Rahmen der GASP

4.3 Britische Konzeptionen innerhalb der GASP

4.4 Zusammenarbeit oder ständige Konflikte?

5 Erklärungsansätze für den französisch-britischen Bilateralismus in der Europapolitik

5.1 Erklärung des Bilateralismus in der EPZ anhand der Regimetheorie

5.1.1 Zur Theorie der Regimebildung

5.1.2 Erklärung des französisch-britische Bilateralismus in der EPZ

5.2 Erklärung des französisch-britischen Bilateralismus in der GASP anhand der Fusionstheorie

5.2.1 Die theoretische Grundlage der Fusionstheorie

5.2.2 Erklärung des französisch-britischen Bilateralismus in der GASP

6 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den historisch gewachsenen, ambivalenten Bilateralismus zwischen Frankreich und Großbritannien im Kontext der europäischen Integration. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob und wie dieser durch Konfrontation und Kooperation geprägte Bilateralismus die Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Politischen Zusammenarbeit (EPZ) sowie der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) beeinflusst und welche theoretischen Erklärungsansätze (Regime- und Fusionstheorie) hierfür herangezogen werden können.

  • Historische Rivalität und Gemeinsamkeiten der Nachkriegszeit
  • Französische und britische europapolitische Grundkonzeptionen
  • Rolle beider Nationen in der EPZ
  • Ausgestaltung der GASP als zweite Säule der EU
  • Theoretische Analyse mittels Regimetheorie und Fusionstheorie

Auszug aus dem Buch

2.3 Nie endende Mißverständnisse?

Auf dem Feld der Europapolitik gestaltete sich der französisch-britische Bilateralismus bereits im Vorfeld des britischen Beitritts als äußerst konfliktreich. Frankreich unter der Führung de Gaulles vermutete in Großbritannien „the trojan horse of America“ und sah die britische Annäherung an Europa als dreifache Bedrohung: als Attacke auf die französischen Interessen in der EWG, als Angriff auf das „europäische Europa“ und als Bedrohung für die angestrebte französische Führungsposition in der Gemeinschaft. Die britischen Beitrittsgesuche wurden somit durch französische Initiative 1963 und 1967 abgelehnt. Andere AutorInnen spekulieren, daß dies eine „Rache“ resultierend aus einer anderen französisch-britischen Konfliktsituation in der Sicherheitspolitik darstellt: 1958 verwarf Großbritannien den französischen Vorschlag zur Errichtung eines strategischen Direktoriums zur Eindämmung der amerikanischen Vormachtstellung innerhalb der Nato und unterstellte 1962 die britischen Atomwaffen dem Nato-Oberbefehl. Frankreich sah dies als Affront auf ein von Amerika unabhängiges Europa und die spezielle Beziehung zwischen Großbritannien und den USA sich bestätigen.

Auch wenn es während der fortschreitenden europäischen Entwicklung zu einer zeitweiligen Verbesserung der französisch-britischen Beziehung kam, die sich beispielsweise in der britischen, nicht uneigennützigen Unterstützung der französischen Euratom-Initiative zeigt, scheint die konfliktreiche Konfrontation zwischen beiden Ländern in der Europapolitik unausweichlich: Sie offenbarte sich in Fragen der mediterranen Erweiterung, der Wirtschafts- und Währungsunion und hinsichtlich der Sozialcharta als Richtlinie für die nationale Sozialpolitik.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Hinführung zum Thema des französisch-britischen Bilateralismus und Darstellung der Problemstellung sowie der methodischen Herangehensweise.

2 Konzeptionen in der Europapolitik: Analyse der grundlegenden europapolitischen Vorstellungen Frankreichs und Großbritanniens sowie der historischen Belastungsfaktoren.

3 Frankreich und Großbritannien im Rahmen der Europäischen Politischen Zusammenarbeit (EPZ): Untersuchung der institutionellen Rolle und der spezifischen Handlungsstrategien beider Nationen innerhalb der EPZ.

4 Frankreich und Großbritannien im Rahmen der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP): Analyse der Weiterentwicklung zur GASP und der damit verbundenen institutionellen und strategischen Divergenzen.

5 Erklärungsansätze für den französisch-britischen Bilateralismus in der Europapolitik: Anwendung der Regimetheorie und der Fusionstheorie zur theoretischen Deutung der bilateralen Beziehung.

6 Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der Entwicklungschancen und Schlussfolgerung über die Basis zukünftiger Zusammenarbeit.

Schlüsselwörter

Frankreich, Großbritannien, Bilateralismus, Europapolitik, EPZ, GASP, Regimetheorie, Fusionstheorie, Außenpolitik, Souveränität, Europäische Integration, Entente cordiale, Sicherheitspolitik, Kooperation, Konflikt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die ambivalenten Beziehungen zwischen Frankreich und Großbritannien im Rahmen der europäischen Integration von 1945 bis Ende der 90er Jahre.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf den europäischen Konzeptionen beider Länder, ihrer Rolle in der EPZ und GASP sowie den theoretischen Erklärungen für ihr wechselhaftes Kooperationsverhalten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu untersuchen, ob der typische französisch-britische Bilateralismus auch in der GASP fortbesteht und wie dieser wissenschaftlich begründet werden kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Autorin verwendet einen vergleichenden analytischen Ansatz und zieht die Regimetheorie sowie die Fusionstheorie zur Erklärung der bilateralen Beziehungen heran.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Konzeptionen, die praktische Zusammenarbeit in EPZ und GASP sowie die theoretische Fundierung dieser Beziehungen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Bilateralismus, europäische Außenpolitik, nationale Souveränität und die theoretische Unterscheidung zwischen Regimetheorie und Fusionstheorie.

Wie unterscheidet sich die französische von der britischen Position in der GASP?

Während Frankreich die GASP zur Stärkung eines von den USA unabhängigen Europas und zur Ausweitung der Integration nutzt, zeigt Großbritannien eine eher skeptische Haltung und betont die Rolle der NATO sowie die Bewahrung nationaler Souveränität.

Welche Bedeutung hatte die Westeuropäische Union (WEU) für das französisch-britische Verhältnis?

Die WEU war ein wichtiger Streit- und Verhandlungspunkt, da Frankreich sie als europäischen Pfeiler ausbauen wollte, während Großbritannien die Rolle der NATO als primäres Sicherheitsinstrument geschützt sehen wollte.

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Details

Title
Konflikt oder Kongruenz - Der französisch-britische Bilateralismus in der Europapolitik
College
University of Trier  (Politikwissenschaft)
Course
Einführung in die internationalen Beziehungen: Die Außenpolitik Frankreichs nach 1945
Grade
1,7
Author
Bettina Dettendorfer (Author)
Publication Year
1999
Pages
24
Catalog Number
V58342
ISBN (eBook)
9783638525688
ISBN (Book)
9783656795926
Language
German
Tags
Konflikt Kongruenz Bilateralismus Europapolitik Einführung Beziehungen Außenpolitik Frankreichs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bettina Dettendorfer (Author), 1999, Konflikt oder Kongruenz - Der französisch-britische Bilateralismus in der Europapolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58342
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