Ethische Entscheidungsfindung in der Impfdebatte. Lösungsfindung am Beispiel Masernimpfung


Hausarbeit, 2016

19 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

1 Hinführung zum Thema

2 Methodisches Vorgehen

3 Entscheidungsfindung
3.1 Analyse des Ist- Zustandes
3.1.1 Die Impfdebatte
3.1.2 Gesetzlicher Kontext
3.1.3 Masernerkrankung und -Impfung
3.2 Moralische Fragestellung in der Impfdebatte
3.3 Analyse der Argumente
3.4 Evaluation und Gewichtung der Argumente
3.5 Entscheidung und Implementierung

4 Diskussion

5 Fazit und Ausblick

6 Literaturverzeichnis:

Zusammenfassung

Das Für und Wider von Impfmaßnahmen wird mindestens seit der Existenz von Impfprogrammen in der Impfdebatte diskutiert. Inzwischen ist klar, dass Impfprogramme eine der effektivsten und zusätzlich kosteneffektivsten Präventionsmaßnahmen im Public Health Bereich darstellen. Die Masernimpfung im speziellen bietet eine realistische Möglichkeit eine der weltweit für erhöhte Kindersterblichkeit verantwortliche Erkrankung zu eliminieren. Bisher wurde dieses Potenzial auch in Deutschland nicht voll ausgeschöpft und die Durchimpfungsraten erreichen bislang nicht erstrebte Zielwerte. Mit der Masern-Impfentscheidung betraute Eltern entscheiden sich trotz eindeutiger Impfempfehlungen der zuständigen Stellen noch zu häufig gegen eine Masernimpfung. Aus ethischer Betrachtung folgt eine Verpflichtung zur Masernimpfung, um einen ausreichenden Herdenschutz für nicht impfbare Personen zu gewährleisten und parallel unnötige Verbreitung von Masernerkrankungen in Deutschland Asyl-Schutzsuchender Personen zu vermeiden. Entgegen dem Infektionsschutzgesetz sollte bereits vor der epidemischen Ausbreitung, daher auch eine gesetzliche Verpflichtung zur Masernimpfung greifen. Diese Entscheidung wird anhand eines Handlungsleitfadens zur Ethischen Entscheidungsfindung erarbeitet und bietet in ihrer Umsetzung individuelle, aber auch gesellschaftliche Chancen.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellenverzeichnis

Tabelle 3.2: Masernfälle in Deutschland (Robert Koch Institut, 2015)

1 Hinführung zum Thema

Impfungen gehören heute in Deutschland und Europa zu den erfolgreichsten und bedeutendsten Präventionsmaßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheitsvorsorge und dem Infektionsschutz. Die Masern, als eine der für den Menschen ansteckendsten Infektionskrankheiten haben in den Köpfen vieler Deutschen ihren Schrecken verloren, obwohl sie in anderen Regionen der Welt noch immer einen der wesentlichen Gründe für eine erhöhte Kindersterblichkeit darstellen (Robert Koch Institut, 2015). Trotz einer zwischen 2000 und 2013 um 75% gesenkten Anzahl von Maserntodesfällen, sterben weltweit täglich immer noch 400 Kinder durch eine Masernerkrankung (ebd.). Die WHO schätzt, dass Masernimpfungen alleine bislang über 15 Millionen Todesfälle verhindern konnten (ebd). Doch auch das Ziel, die Masern in der europäischen WHO-Region zu eliminieren ist noch nicht erreicht. Auf dem Weg zu dieser Zielerreichung tritt Deutschland nach Angabe des Robert Koch Instituts sogar auf der Stelle (ebd.). Dass sich Impfungen nicht nur für Einzelschicksale, sondern auch aus ökonomischer Sicht lohnen zeigt Marckmann (2008)in seinem Artikel „Impfprogramme im Spannungsfeld zwischen individueller Autonomie und allgemeinem Wohl“. Aufgabe dieser Arbeit soll es sein die ethische Problematik in der Impfentscheidung aufzuzeigen und auf Basis ethischer Entscheidungsfindung(Bleisch & Huppenbauer, 2011)vertretbare Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln.

2 Methodisches Vorgehen

Methodisch orientiert sich die vorliegende Arbeit an der ethischen Entscheidungsfindung nach Bleisch und Huppenbauer (2011). Die Autoren stellen ein fünf-schrittiges Vorgehen zur Verfügung, welches sich wie folgt darstellt (ebd.):

Schritt 1: Analyse des Ist-Zustandes:

Die Analyse des Ist-Zustandes steht zu Beginn der Entscheidungsfindung und stellt zugleich den aktuellen Forschungsstand zum Thema dar. Recherchierte Fakten werden in diesem Schritt gesammelt und geordnet. Inhaltlich fließen der aktuelle ordnungspolitische Kontext, die Gesetzgebung, aber auch die Identifizierung relevanter Interessengruppen mit ein. Zur Entwicklung von Kontextsensibilität werden Epidemiologische Zahlen herangezogen und die Impfdebatte im Bereich Impfung und Masernerkrankung zu konkretisieren.

Schritt 2: Benennung der moralischen Frage:

Auf die Analyse folgt die Identifizierung und Benennung der moralisch relevanten Konflikte und Fragen. Die benannte Fragestellung verfolgt einen normativen Anspruch. Das heißt, sie soll nach Orientierungspunkten oder allgemeingültigen Prinzipien für unser Handeln fragen, soll Antworten mit einer besonderen Verbindlichkeit fordern und sollte strittig formuliert sein. Nichtmoralische Aspekte, wie zum Beispiel bestimmte rein juristische, ökonomische oder politische Gesichtspunkte, sollte sie ausschneiden(Bleisch & Huppenbauer, 2011).

Schritt 3: Analyse der Argumente:

Auf die Fragestellung folgen die Argumente aus Sicht der unter Schritt 1 identifizierten Interessengruppen. Moralische Werte und Normen, die den gewählten Argumenten zu Grunde liegen, werden rekonstruiert und eingeordnet. Darauf findet ein Abgleich der Argumente mit Hintergrundtheorien aus der normativen Ethik statt.

Schritt 4: Evaluation und Entscheidung:

Ziel der unter dem vierten Schritt anschließenden Evaluation und Entscheidung, ist es einen möglichst universalen, vernunftorientierten, objektiven und informierten Standpunkt einzunehmen. Um eine stichhaltige Entscheidung zu erhalten, werden die Argumente moralisch beurteilt und gewichtet.

Schritt 5: Implementierung:

Im abschließenden Schritt der Implementierung wird aufgezeigt, wie es möglich sein könnte, die gewählte Entscheidung in der Praxis umzusetzen und auftretende Hindernisse zu überwinden.

3 Entscheidungsfindung

Das 5-schrittige Vorgehen wie im Methodenteil beschrieben kommt nachfolgend zur Anwendung.

3.1 Analyse des Ist- Zustandes

Die Analyse des Ist-Zustandes knüpft an die Einleitung in die Thematik an und erfasst die wichtigsten Begriffe in detaillierter Form. Ordnungspolitischer Kontext und Einordnung wichtiger Bergriffe

3.1.1 Die Impfdebatte

Die Impfdebatte ist wohl schon so alt wie die Entdeckung erster Impfstoffe. Denn mit den ersten Möglichkeiten zur Impfung gegen Infektionskrankheiten, bot sich nicht nur erstmals die Möglichkeit zur Entscheidung für oder gegen den Infektionsschutz durch Impfungen, sondern es startete gleichzeitig auch eine immer noch währende Impfdebatte(Meyer & Reiter, 2004, S. 1183). Beispielsweise gab es bereits 1902 in den USA den Fall, dass Reverend Henning Jacobsen eine gesetzlich vorgeschriebene Pockenschutzimpfung verweigerte(Marckmann, 2008)und sich somit, trotz Strafe und damals erhöhter Gefahr für Leib und Leben durch mögliche Pockeninfektionen, Impfgegnerisch positionierte. Eine Entscheidung für oder gegen Schutzimpfungen im Kindesalter treffen bekanntermaßen Eltern für ihren Nachwuchs. Betrachtet man in der deutschen Bevölkerung die unterschiedlichen Positionen zum Thema Impfen, so zeigen sich drei Positionen in der Impfdebatte(Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 2011): Erstens Impfbefürworter, zweitens Impfskeptiker und drittens Impfgegner. Impfbefürworter lassen ihre Kinder impfen und hegen keine einzelnen oder allgemeinen Vorbehalte gegenüber Impfungen (ebd.). Impfgegner lehnen Impfungen ihrer Kinder grundsätzlich ab (ebd.) und Impfskeptiker, lassen ihre Kinder nur teilweise impfen, wobei die Entscheidungen der Impfskeptiker teilweise auf einer differenzierten Betrachtung, von Wirkung, Nebenwirkung und Zeitpunkt der Impfung basieren, oder aber auch angstbedingt gefällt sein kann (ebd.). Meyer und Reiter(2004, S. 1183)fassen unter dem Begriff „ „Impfkritiker“ Impfgegner und Impfskeptiker zusammen. Eine Befragung der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (BZgA) von über 3000 Eltern zeigte unter den Befragten 1919 Impfbefürworter, 1057 Impfskeptiker und 26 Impfgegner (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 2011, S. 7 ff.). Meyer und Reiter(2004, S. 1185)schätzen den Anteil impfgegnerischer Einstellung auf drei bis fünf Prozent der deutschen Bevölkerung und beschreiben deren Argumentationsstil, als „irrational oder zumindest unwissenschaftlich“. Eine weltweite Verbreitung impfgegnerischer Thesen erfolgt hauptsächlich über das Internet (ebd.). Meyer und Reiter(2004, S. 1185)beschreiben auch eine Institutionalisierung der Impfgegner in Deutschland z.B. durch den Schutzverband für Impfgeschädigte e.V. oder die Organisation der Aktion klein-klein. Neben impfkritischen Institutionen werden auch impfkritische und impfgegnerische Ärzte herausgestellt und als häufig homöopathisch orientiert beschrieben (ebd.). Zum Beispiel werden „Impfungen gegen Masern, Mumps, Windpocken, Keuchhusten, Haemophilus influenzae Typ b, Hepatitis A und Influenza von 35- 60 % der homöopathisch orientierten Ärzte abgelehnt“ (ebd.). Eine grundsätzliche Ablehnung von Impfungen homöopathisch orientierter Ärzte liegt jedoch nicht vor (ebd.). Die Schädlichkeit von Impfstoffen, versuchen Impfgegner in Deutschland auch durch Daten der Versorgungsämter zu Impfkomplikationen nachzuweisen. Die Zahlen aus den Versorgungsämtern eignen sich jedoch nicht für kausale Schlüsse zur Schädlichkeit von Impfstoffen (Meyer & Reiter, 2004, S. 1186).

Impfungen zu Gute halten kann man, dass sie eine der wirksamsten Public-Health –Maßnahmen darstellen(Marckmann, 2008, S. 179), aber auch individuelle Krankheitsverläufe verhindern. Ulmer und Liu(2002, S. 291)konnten zeigen, dass durch die Pockenschutzimpfung und die weltweite Auslöschung der Pockenerkrankung innerhalb von 20 Jahren ca. 40 Millionen Pockentodesfälle verhindert wurden. Neben der hohen Effektivität von Impfprogrammen zur Krankheitsverhütung, schreibt Marckmann(2008)Impfprogrammen sogar eine hohe Kosteneffektivität zu. Das sogenannte Kosten-Effektivitäts-Verhältnis zeigt, „wie viel es kostet, ein (qualitätsbereinigtes) Lebensjahr, durch eine medizinische Maßnahme hinzuzugewinnen“(Marckmann, 2008, S. 179). Meist anerkannt wird ein Grenzwert von 50000 Us $ pro qualitätsbereinigtem Lebensjahr zur Berechnung der Kosteneffektivität einer Maßnahme. Hierzu berechneten Tengs et al. (1995)in ihrer Studie zur Kosteneffektivität von 587 lebensrettenden Maßnahmen eine besonders hohe Kosteneffektivität für Impfungen im Kindesalter. Die Kosten für ein qualitätsbereinigtes Lebensjahr beliefen sich dabei im Durchschnitt auf weniger als 1 Us $ pro gewonnenem Lebensjahr (ebd.). Auf Grund der nur begrenzt zur Verfügung stehenden Gesundheitsressourcen, bescheinigt Marckmann(2007)Impfprogrammen eine zusätzlich volkswirtschaftliche Bedeutung, da sie sich zur Vermeidung von Produktivitätsausfällen eignen.

Neben den genannten impfbefürwortenden Argumenten, soll hier im Zusammenhang mit dem Impfthema auch das sogenannte „Paradoxon wirksamer Prävention“ kurz erklärt werden (Meyer & Reiter, 2004, S. 1186). Dieses bezeichnet die in der öffentlichen Wahrnehmung sinkende Relevanz von Erkrankungen, gegen die ein wirksamer Impfstoff vorliegt und deren Fallzahlen entsprechend reduziert wurden (ebd). Gleichzeitig gibt der Erfolg der reduzierten Krankheitsfälle den seltenen Komplikationen des Impfens eine ungerechtfertigt hohe Bedeutung, obwohl die Gefahr von Komplikationen bei einer Maserninfektion weit höher ist (Betsch T. , 2011).

3.1.2 Gesetzlicher Kontext

In Deutschland besteht keine gesetzliche Verpflichtung für Impfungen. Stattdessen gibt es öffentliche Impfempfehlungen durch die sogenannte ständige Impfkommission (STIKO) mit ihrem Sitz am Robert Koch Institut (RKI). Das Bundesministerium für Gesundheit bestimmt alle drei Jahre das 16-köpfige, Gremium der STIKO(Hofmann, 2011). Einmal im Jahr veröffentlicht die STIKO im Epidemiologischen Bulletin des RKI die aktuellen Impfempfehlungen (ebd.). Nach geltendem Recht aus dem Infektionsschutzgesetz (IfSG)(Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz, 2010)besteht jedoch die Möglichkeit, bei Bedarf auch Impfungen, wie z.B. die Masernimpfung gesetzlich anzuordnen. Im Rahmen des IfSG sind in dessen Anwendung weitreichende Einschränkungen persönlicher Freiheitsrechte möglich. Wie unter § 17 Abs. 7 steht können im Rahmen besonderer Maßnahmen der zuständigen Behörden „die Grundrechte der Freiheit der Person, (Artikel 2 Abs. 2 Satz 2 im Grundgesetz), der Freizügigkeit (Artikel 11 Abs. 1 Grundgesetz), der Versammlungsfreiheit (Artikel 8 Grundgesetz) und der Unverletzlichkeit der Wohnung (Artikel 13 Abs. 1 Grundgesetz)“ eingeschränkt werden(Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz, 2010, S. 1045 ff.). Im Rahmen von Schutzimpfungen kann laut IfSG potenziell das „Grundrecht der körperlichen Unversehrtheit (Artikel 2 Abs. 2 Satz 1 Grundgesetz)“ eingeschränkt und zur Impfung verpflichtet werden (ebd.). Impfgeschädigte erhalten nach IfSG eine Entschädigung, wenn die Impfung von einer zuständigen Landesbehörde öffentlich empfohlen oder auf Grund nationaler oder Internationaler Gesundheitsvorschriften vorgenommen wurde (ebd.). Gemäß § 61 des IfSG genügt zur Schadensanerkennung „die Wahrscheinlichkeit des ursächlichen Zusammenhangs“, bestehen in der medizinischen Wissenschaft Zweifel über die Wahrscheinlichkeit, kann dennoch durch Zustimmung der obersten Landesbehörde ein Impfschaden anerkannt werden (ebd.). Zusammenfassend kann zur Gesetzeslage in Deutschland also festgehalten werden, dass auf Basis des IfSG aktuell keine Verpflichtung zur Masernimpfung festgeschrieben ist, diese jedoch durch die zuständigen Behörden, wie z.B. die STIKO empfohlen wird. Im Ernstfall kann die Empfehlung zur Impfung, jedoch durch eine Impfpflicht ersetzt werden und neben dem Grundsatz körperlicher Unversehrtheit, zum Schutz der Allgemeinheit noch weitere grundlegende Individual- und Freiheitsrechte eingeschränkt werden. Gleichzeitig bildet das IfSG auch eine Basis für Entschädigungen für Personen, die durch die gewählten Maßnahmen des Infektionsschutzes geschädigt wurden.

3.1.3 Masernerkrankung und -Impfung

Die Masernerkrankung gehört zu den ansteckendsten meldepflichtigen Erkrankungen und wird durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Das heißt, nahezu jeder Kontakt von ungeschützten bzw. ungeimpften Personen mit einem Erkrankten führt zur Ansteckung (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 2015). Die Masernimpfung, wird allgemein unter Impfungen gegen Infektionskrankheiten, als effektiv und kostengünstig beschrieben (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 2011). Laut Marckmann (2008)wird durch die Impfung gegen Masern im Kindesalter sogar Geld eingespart. Denn neben der Impfung ist bei der Masernerkrankung lediglich eine symptomatische Therapie möglich. Laut Robert Koch Institut (2014)ist eine wirksame Prävention der Masernerkrankung, bis hin zu einer weltweiten Elimination möglich, da nur der Mensch als Wirt für den Masernvirus zur Verfügung steht und ein geeigneter Impfstoff verfügbar ist. Eine Immunisierung gegen den Erreger der Masern erfolgt durch Injektion eines sogenannten Lebendimpfstoff, in Form von abgeschwächten Masernviren. Diese abgeschwächten Masernviren sind trotz ihrer Fähigkeit zur Vermehrung nicht Krankheitsauslösend (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 2015). Wie bei Arzneimitteln üblich, sind auch bei der Masernschutzimpfung Nebenwirkungen möglich. Schwerwiegende Fälle von Nebenwirkungen sind laut Ärztlichem Zentrum für Qualität in der Medizin (2015)sehr selten. Weltweit sind wenige Einzelfälle einer Gehirnentzündung bekannt (ebd.). Dabei ist jedoch nur ein zeitlicher Zusammenhang zwischen Gehirnentzündung (Auftreten nach der Masernimpfung) und Masernimpfung erwiesen, der Nachweis über einen Kausalen Zusammenhang bleibt bislang jedoch offen (ebd.). An der Einstichstelle bei der Masernimpfung kann es in den Tagen nach der Impfung zur Rötung, Schwellung und leichtem Brennen der Haut kommen (ebd.). Ca. eine Woche nach der Impfung kann es zu Symptomen wie Unwohlsein, Fieber und Kopfschmerzen kommen, da der Impfstoff zum Zweck der Antikörperbildung eine Infektion vortäuscht. Dies ist bei ca. einem von zehn Kindern der Fall (ebd.). Bei fünf von hundert Geimpften kommt es zu einem leichten Hautausschlag und Fieber, den so genannten Impfmasern (ebd.). Diese sind nicht ansteckend.

Seit 1984 ist die Elimination der Masernerkrankung durch Impfprogramme, erklärtes gesundheitspolitisches Ziel(Robert Koch Institut, 1999). Dabei sind für eine erfolgreiche Elimination der Masernerkrankung, wie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen, zwei Impfdosen pro Geimpftem notwendig (ebd.). Es wird davon ausgegangen, dass bei der Erstimpfung 5% der geimpften Personen unbemerkt mit einem anderen Virus infiziert sind und es deshalb zu einer Interferonbedingten Unterdrückung, der bei der Impfung gewünschten Immunreaktion kommt (Hofmann, 2011). Durch eine Zweitimpfung werden also mit einer gleichbleibenden Immunisierungschance von 95% mit ausreichender Wahrscheinlichkeit auch die bei der Erstimpfung noch nicht immunisierten Personen immunisiert (ebd.). Dadurch können dann die Bevölkerungsmitglieder, die aus Gründen der Gesundheit oder altersbedingt nicht geimpft werden können, vor dem Masernerreger geschützt werden (Robert Koch Institut, 2014). Bei diesem Phänomen spricht man auch von sogenannter Herdenimmunität.

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Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Ethische Entscheidungsfindung in der Impfdebatte. Lösungsfindung am Beispiel Masernimpfung
Hochschule
Hochschule Fresenius Idstein
Note
2,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
19
Katalognummer
V583714
ISBN (eBook)
9783346158161
ISBN (Buch)
9783346158178
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Masern, Impfung, Ethik, Entscheidungsfindung, Impfpflicht, Public health
Arbeit zitieren
Simon Kroth (Autor:in), 2016, Ethische Entscheidungsfindung in der Impfdebatte. Lösungsfindung am Beispiel Masernimpfung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/583714

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