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Die politische Corporate Social Responsibility. Politische Verantwortung von multinationalen Unternehmen in einer globalisierten Welt

Title: Die politische Corporate Social Responsibility. Politische Verantwortung von multinationalen Unternehmen in einer globalisierten Welt

Textbook , 2020 , 170 Pages

Autor:in: Oliver Hämmerle (Author)

Politics - Basics and General
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Summary Excerpt Details

In einer globalisierten Welt reichen staatliche Regulierungen nicht mehr aus, um die Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung zu bewältigen. Nationalstaaten stoßen an Grenzen, die Reichweite von Politik und Recht ist begrenzt. Daraus entstehen Governance-Lücken und eine Verschiebung der Verantwortungsebene.

Besonders wichtig werden solche Themen, wenn es um multinationale Unternehmen geht. Können solche Unternehmen politische Verantwortung übernehmen? Und wenn ja, unter welchen Voraussetzungen? Der Schlüsselbegriff lautet hier Corporate Social Responsibility (CSR). In seiner Publikation zeigt Oliver Hämmerle, wie relevant das Konzept für die Praxis tatsächlich ist.

Dazu erklärt er zunächst, was genau politische CSR bedeutet und wie sie funktioniert. Außerdem geht er darauf ein, inwiefern multinationale Unternehmen auch politische Akteure sind und wie sie Governance-Lücken schließen können. Sein Buch öffnet eine politische Sicht auf die Corporate Social Responsibility.

Aus dem Inhalt:
- Nachhaltigkeit;
- Globalisierung;
- Corporate Citizenship;
- Corporate Political Activity;
- Global Governance

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Zielsetzung der Arbeit

1.2 Aufbau der Arbeit

2 Konzeptioneller Rahmen

2.1 Das multinationale Unternehmen

2.2 Der politische Begriff

2.3 Konzeptionelle Entwicklung in der CSR-Forschung

2.3.1 Unternehmerische Nachhaltigkeit

2.3.2 Corporate Governance

2.3.3 Corporate Citizenship

2.3.4 Corporate Social Responsibility

2.3.5 Corporate Political Activity

2.4 Political Corporate Social Responsibility

2.5 Global Governance

2.6 Zusammenfassung der theoretischen Uberlegungen

3 Politische Macht und politische Verantwortung multinationaler Unternehmen

3.1 Das multinationale Unternehmen als politischer Akteur

3.1.1 Die neue Politisierung von multinationalen Unternehmen

3.1.2 Fallbeispiel: The Coca-Cola Company AIDS Kampagne in Afrika

3.2 Der Begriff der Verantwortung

3.3 Die Machtverhältnisse zwischen nationalen Regierungen und multinationalen Unternehmen

3.3.1 Der Begriff der Macht

3.3.2 Der Machtwandel im Globalisierungsprozess

3.3.3 Fallbeispiel: Lobbyismus in Europa

3.4 Macht und Verantwortung

3.5 Demokratisches Defizit und die Frage nach der Legitimität

3.5.1 Das demokratische Defizit

3.5.2 Die Frage nach der Legitimität

3.6 Das Modell der sozialen Verbindung nach Young (2008)

4 Die Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Politik im Kontext der Globalisierung

4.1 Fallbeispiel: Die Ölförderung der Talisman Energy Inc. im Sudan

4.2 Die hybride Form öffentlich-privater Verantwortung

4.2.1 CSR-induzierte öffentlich-private Partnerschaft

4.2.2 Fallbeispiel: Die Beteiligung des Privatsektors am Bildungssystem in Indien

4.2.3 Fallbeispiel: Die Multi-Stakeholder-Initiative UN Global Compact

4.2.4 Hybride Governance

4.3 Deliberative Demokratie

4.3.1 Die Idee der deliberativen Demokratie

4.3.2 Fallbeispiel: Der Forest Stewardship Council

4.3.3 Kritik am Konzept der deliberativen Demokratie

5 Auswertung der Ergebnisse

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die kritische Untersuchung und Bewertung der politischen Verantwortung multinationaler Unternehmen. Die Forschungsfrage hinterfragt, inwieweit aktuelle Argumente eine politische Sicht auf Corporate Social Responsibility (CSR) stützen und welche Rahmenbedingungen eine Legitimität dieser Verantwortungsübernahme erzeugen können.

  • Politische Rolle multinationaler Unternehmen (MNUs) in der Globalisierung
  • Konzeptioneller Rahmen von Political Corporate Social Responsibility (PCSR)
  • Machtverhältnisse zwischen Staaten und Unternehmen
  • Demokratisches Defizit und Legitimität privater Akteure
  • Methoden der politischen Einflussnahme (Lobbyismus, Partnerschaften)

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Fallbeispiel: The Coca-Cola Company AIDS Kampagne in Afrika

Der Präsident der International AIDS Society, Joep Lange, sagte auf einer AIDS Konferenz in Barcelona 2002 (zitiert nach Ruggie 2004: 524): „If we can get cold Coca-Cola and beer to every remote corner of Africa, it should not be impossible to do the same with drugs.“ Zivilgesellschaftliche Akteure griffen das Thema auf, kritisierten das US-amerikanische Unternehmen öffentlich und beschuldigten es der unterlassenen Hilfeleistung. Das Unternehmen sah sich gezwungen zu reagieren und begann damit Medikamente, Aufklärungs- und Präventivmittel in sein globales Verteilernetzwerk auf dem afrikanischen Kontinent zu integrieren und sich dadurch in diesem Bereich zu engagieren (Ruggie 2004: 517). 2010 wurde bei einem Meeting der Clinton Global Initiative vereinbart, dass die The Coca-Cola Company, der Global Fund und die Bill und Melinda Gates Foundation, ihre Kräfte bündeln werden, um lebenswichtige Medikamente und Vorräte zu denen zu bringen, die sie am dringendsten benötigen.

Das Projekt „Last Mile“ startete 2010 mit dem Ziel, afrikanische Regierungen dabei zu unterstützen, lebenswichtige Medikamente und Vorräte in schwer zu erreichende Regionen zu bringen. Die innovative staatlich-privatwirtschaftliche Partnerschaft nutzt die Infrastruktur und das Know-how von Coca-Cola, um dazu beizutragen, die staatlichen Gesundheitssysteme in ganz Afrika zu verbessern. „Unser Fokus liegt auf dem Aufbau von Kapazitäten sowie der Vermittlung und dem gemeinsamen Austausch geistigen Eigentums“, meint Adrian Ristow, Leiter des Projekts „Last Mile“, auf der unternehmenseigenen Homepage (Moye 2017). „Genauso, wie wir unsere Produkte in alle Teile der Welt bringen, mit dem Ziel, dass die Menschen quasi nur noch ‚ihre Hand danach auszustrecken brauchen‘, teilen wir dieses Know-how, um wichtige Medikamente wie HIV-/Aids-Medikamente dorthin zu bringen, wo sie am dringendsten gebraucht werden.“ (ibid.)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der politischen Rolle von Unternehmen in der globalisierten Welt ein und stellt die zentrale Forschungsfrage sowie den Aufbau der Arbeit vor.

2 Konzeptioneller Rahmen: Dieses Kapitel legt die theoretischen Grundlagen durch eine Literaturrecherche zu den Begriffen CSR, Corporate Citizenship, PCSR und Global Governance.

3 Politische Macht und politische Verantwortung multinationaler Unternehmen: Das Kapitel analysiert Unternehmen als politische Akteure, untersucht die Machtverhältnisse zu nationalen Regierungen und beleuchtet Fragen des Demokratiedefizits und der Legitimität.

4 Die Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Politik im Kontext der Globalisierung: Hier werden Fallbeispiele und Rahmenkonzepte (Öffentlich-Private Partnerschaften, deliberative Demokratie) diskutiert, die als Lösungsansätze für die politische Verantwortungsübernahme dienen.

5 Auswertung der Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die empirische Expertenbefragung, die das Meinungsbild zur politischen Rolle von Unternehmen und der Relevanz von CSR skizziert.

6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Chancen und Risiken der politischen Verantwortung von multinationalen Unternehmen.

Schlüsselwörter

Corporate Social Responsibility, CSR, Politische Verantwortung, multinationale Unternehmen, MNU, Globalisierung, Global Governance, Lobbyismus, Politische CSR, demokratisches Defizit, Legitimität, deliberative Demokratie, Öffentlich-Private Partnerschaften, Unternehmensethik, Nachhaltigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die wachsende politische Bedeutung multinationaler Unternehmen in einer globalisierten Welt und deren Verantwortung in Bereichen, die traditionell nationalen Regierungen vorbehalten waren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den zentralen Themen gehören das Konzept der "Political Corporate Social Responsibility", die Machtverhältnisse zwischen Konzernen und Nationalstaaten, sowie die Debatte über Legitimität und demokratische Kontrolle im Kontext globaler Governance.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu analysieren, inwieweit aktuelle Erkenntnisse eine politische Perspektive auf CSR unterstützen und welche Rahmenbedingungen notwendig sind, um eine legitime politische Verantwortungsübernahme durch Unternehmen sicherzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt einen interdisziplinären Ansatz mit einer qualitativen Literaturrecherche sowie einer empirischen Expertenbefragung unter 33 Vertretern aus Wirtschaft, Politik und NGOs.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Politisierung multinationaler Konzerne, analysiert deren Machtressourcen, diskutiert die "Privatisierung" von Politik durch Lobbyismus und untersucht Lösungsansätze wie deliberative Demokratie und öffentlich-private Partnerschaften.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind PCSR (Political Corporate Social Responsibility), Global Governance, Lobbyismus, Demokratiedefizit, Legitimität und Unternehmensverantwortung.

Wie wird das Fallbeispiel "Last Mile" durch Coca-Cola im Kontext der CSR bewertet?

Das Beispiel wird als politische Verantwortungsübernahme eingestuft, da das Unternehmen originaire staatliche Aufgaben (Gesundheitsversorgung) übernimmt, wobei der Erfolg maßgeblich auf der Zusammenarbeit im "Goldenen Dreieck" (Wirtschaft, Regierung, Gesellschaft) beruht.

Welche Rolle spielt der Forest Stewardship Council (FSC) in der Argumentation des Autors?

Der FSC dient als Beispiel für ein deliberatives Konzept, das versucht, durch strenge Standards und ein Dreikammer-System eine hybride Global-Governance-Struktur zu schaffen, wenngleich er auch mit Legitimationsproblemen und Kritik an der Wirksamkeit konfrontiert ist.

Was kritisieren die befragten Experten an den aktuellen Multi-Stakeholder-Initiativen?

Die Experten kritisieren insbesondere die mangelnde Verbindlichkeit der Standards, das Fehlen unabhängiger Kontrollen, die Intransparenz der Verfahren und die Gefahr des "Greenwashings".

Zu welchem Ergebnis kommt das Fazit bezüglich der Zukunft der politischen CSR?

Das Fazit betont, dass eine rein wirtschaftliche Sicht auf CSR nicht mehr ausreicht. Es fordert neue Institutionen, die einerseits die Expertise der Wirtschaft nutzen, aber andererseits die politische Macht der Konzerne demokratisch kontrollieren und regulieren.

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Details

Title
Die politische Corporate Social Responsibility. Politische Verantwortung von multinationalen Unternehmen in einer globalisierten Welt
Author
Oliver Hämmerle (Author)
Publication Year
2020
Pages
170
Catalog Number
V583765
ISBN (eBook)
9783960959083
ISBN (Book)
9783960959090
Language
German
Tags
Political Corporate Social Responsibility Nachhaltigkeit Globalisierung Corporate Citizenship Corporate Political Activity Global Governance Politische Verantwortung von Unternehmen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Hämmerle (Author), 2020, Die politische Corporate Social Responsibility. Politische Verantwortung von multinationalen Unternehmen in einer globalisierten Welt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/583765
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