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Die Kollektivierung in der UDSSR 1928-33 - Ein Überblick über Gründe, Durchführung und Ergebnisse

Title: Die Kollektivierung in der UDSSR 1928-33 - Ein Überblick über Gründe, Durchführung und Ergebnisse

Term Paper , 2006 , 20 Pages , Grade: 1- (sehr gut)

Autor:in: Polina Schwarzgorn (Author)

History - Asia
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Summary Excerpt Details

Mit dem ersten Fünfjahresplan wurden in der Sowjetunion die Weichen für die künftige, alle Wirtschaftsbereiche umfassende Planwirtschaft gestellt. Mit seinen drei Hauptbestandteilen: Industrialisierung, Kollektivierung und Kulturrevolution bewirkte er auch tiefe Einschnitte in dem sich vom
Bürgerkrieg langsam erholenden Land: forcierte Industrialisierung, das Ende der Nationalitätenpolitik, den Kampf gegen Religion und Traditionen, sowie einen seit dem Bürgerkrieg in diesem Ausmaße nicht mehr dagewesenen Terror. In dieser Arbeit möchte ich mich nun mit einem der Bestandteile des Fünfjahresplans beschäftigen, der Kollektivierung, die sowohl Bedeutung für die Industrialisierung, als auch für die Kulturrevolution hatte, wie später aufgezeigt wird. Ich möchte allerdings weniger auf einzelne Details
eingehen denn versuchen, einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Gründe, die Durchführung, sowie die Ergebnisse der Kollektivierung zu geben. Dabei möchte ich sowohl auf die politischen und wirtschaftlichen, als auch auf die sozialen Aspekte eingehen. Um mich mit dem Thema vertraut zu machen und die Kollektivierung zunächst richtig einordnen zu können habe ich nicht nur Literatur zur Kollektivierung, sondern auch zur Industrialisierung der Sowjetunion und zur Kulturrevolution gelesen. So war „Istorija Industrialisazii SSSR 1926-1941gg“ – eine Sammlung von Dokumenten und Materialien zur Industrialisierung aus dem Jahre 1970 – recht hilfreich (vor allem wegen der wertungsfrei und exakt angegebenen Daten). Während „Die Sowjetunion im Zeichen der Weltwirtschaftskrise“ von Patricia Flor die nötigen Hintergrundinformationen zur Verbindung von Industrialisierung und Kollektivierung lieferte. Zur Kollektivierung selbst waren die Werke von N.A. Ivnizkij, Markus Wehner, sowie einzelne Themen aus dem „Handbuch der Geschichte Russlands“ meine Hauptquellen. Zu den sozialen Aspekten des Kolchoslebens fand ich vor allem Angaben in Sheila Fitzpatricks „Stalin’s Peasants“ und in Carsten Goehrke’s „Russischer Alltag“. Schließlich verwendete ich auch einige andere Artikel, Monographien, und auch einige Reden und Artikel Stalin’s um einen tieferen Einblick in die Thematik zu gewinnen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Hauptteil

I. Gründe

1. Wirtschaftliche Gründe

a) Ausgangslage

b) Getreideexport

c) Städteversorgung

d) Aufbau einer Agrarwirtschaft

2. Politische Gründe

a) Sowjetstaat auf dem Dorf

b) Einfluss alter Eliten

c) Nationalitäten

3. Sozialpolitische/Ideologische Gründe

II. Durchführung

1. Erste Etappe: Winter 1927-Frühjahr 1930

2. Zweite Etappe: Atempause im Frühling/Sommer 1930

3. Dritte Etappe: Neue Terrorwelle und Hunger 1932/33

III. Ergebnisse

1. Politische Ergebnisse

2. Wirtschaftliche Ergebnisse

3. Lebenszustände und soziale Verhältnisse im Kolchos

a) Lebensstandart

b) Familie und Frauen

c) Religion

d) Denunziation

C. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die sowjetische Kollektivierung in den Jahren 1928 bis 1933 als zentralen Bestandteil des ersten Fünfjahresplans. Dabei wird untersucht, welche wirtschaftlichen, politischen und ideologischen Motive die Führung unter Stalin verfolgte, wie die Durchführung des Prozesses verlief und welche verheerenden Auswirkungen dies auf die bäuerliche Bevölkerung hatte.

  • Wirtschaftliche Motive zur Finanzierung der Industrialisierung
  • Die politische Konsolidierung des Sowjetstaates auf dem Land
  • Etappen der Zwangskollektivierung und der Widerstand der Bauern
  • Soziale Folgen, inklusive der Hungersnot 1932/33
  • Die Transformation der Kolchosen zur Befehlswirtschaft

Auszug aus dem Buch

1. Wirtschaftliche Gründe

Einer der Hauptbestandteile des 1. Fünfjahresplanes der Sowjetunion war die Industrialisierung des Landes. Zwar war die in den Jahren des Bürgerkrieges brachgelegene Industrie bereits um das Jahr 1925 allmählich wieder dem Produktionsniveau am Ende der Zarenzeit nahe gekommen und hatte 1927 auf einigen Gebieten den Produktionsstand dieser Zeit sogar überholt. Dieser Wirtschaftswachstum war allerdings darauf zurückzuführen, dass größtenteils bereits bestehende Werke wieder in Betrieb genommen wurden; ein solches Tempo konnte also nicht mehr lange ohne entsprechende Investitionen durchgehalten werden.

Gleichzeitig war der Aufbau der Industrie im Agrarstaat Sowjetunion aber eines der wichtigsten Ziele der sowjetischen Führung, allein schon ausgehend von den Lehren des Marxismus-Leninismus galt es, die Industrie der kapitalistischen Länder „in relativ kurzer historischer Frist einzuholen und dann zu übertreffen“. Die Vorantreibung der Industrie in einem Land, von dessen Bevölkerung 1926 noch ganze 82% Landbewohner, also größtenteils Bauern waren, erforderte indes zwei bis dahin kaum vorhandene Faktoren: technische Mittel und qualifizierte Arbeiter.

Weder das Eine, noch das Andere war da, es gab also im Grunde nur eine Lösung: Import sowohl von erforderlichen Technologien als auch von Arbeitskräften, die mit selbiger überhaupt umgehen konnten. Um zu importieren und ausländische Arbeiter bezahlen zu können, brauchte man natürlich Geld: geplant waren 13,5 Milliarden Rubel, von welchen 11,1 Milliarden für die Industrie gedacht waren. Aber woher nehmen? Der Export wurde als Finanzierungsbasis gesehen, doch selbiger war zu diesem Zeitpunkt „bescheiden“, zwischen 1925 und 1927 mussten sogar teils Investitionen gestrichen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Gründe: Dieses Kapitel erläutert die wirtschaftlichen, politischen und ideologischen Motive, die Stalin zur gewaltsamen Umgestaltung der Landwirtschaft bewegten.

II. Durchführung: Hier wird der Prozess der Zwangskollektivierung in drei chronologische Etappen unterteilt und die Rolle von Terror und politischem Druck dargestellt.

III. Ergebnisse: Dieses Kapitel analysiert die politischen und wirtschaftlichen Konsequenzen sowie die katastrophalen sozialen Auswirkungen für die Bauern, einschließlich der Hungersnot.

Schlüsselwörter

Kollektivierung, UdSSR, Stalinismus, Fünfjahresplan, Industrialisierung, Kolchos, Zwangskollektivierung, Bauernschaft, Kulaken, Hunger, Landwirtschaftspolitik, Sowjetunion, Staatliche Kontrolle, Denunziation, Agrarwirtschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet einen historischen Überblick über die Kollektivierung der Landwirtschaft in der UdSSR zwischen 1928 und 1933, beleuchtet die Motive Stalins und untersucht die Durchführung sowie die Folgen dieser Politik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die wirtschaftliche Finanzierung der Industrialisierung, die politische Kontrolle über die ländliche Bevölkerung und die sozialen Umbrüche durch die Zwangskollektivierung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Gründe für die Kollektivierung darzulegen und deren Durchführung sowie Ergebnisse unter Berücksichtigung politischer, wirtschaftlicher und sozialer Aspekte umfassend aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die Fachliteratur, zeitgenössische Dokumente und Stalins Reden auswertet, um eine historische Gesamtschau zu erstellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil ist in die Bereiche Gründe, Durchführung in drei Etappen und die Ergebnisse hinsichtlich Politik, Wirtschaft und sozialer Verhältnisse gegliedert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Kollektivierung, Stalinismus, Fünfjahresplan, Kolchos und die soziale Katastrophe der Hungersnot 1932/33 charakterisieren.

Warum war die Getreidebeschaffung ein Hauptgrund für die Kollektivierung?

Der Staat benötigte Kapital für den Import von Industrietechnologie und ausländischen Arbeitskräften; da die Bauern ihre Überschüsse zurückhielten, sollte die Kollektivierung die landwirtschaftliche Produktion unter staatliche Kontrolle bringen.

Welche Rolle spielte der Terror bei der Kollektivierung?

Der Terror diente als Einschüchterungsmittel, um Bauern in die Kolchosen zu zwingen, „Kulaken“ als Klasse zu liquidieren und jeglichen Widerstand gegen die neue Befehlswirtschaft zu brechen.

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Details

Title
Die Kollektivierung in der UDSSR 1928-33 - Ein Überblick über Gründe, Durchführung und Ergebnisse
College
University of Freiburg  (Historisches Seminar)
Course
Proseminar: Sowjetische Nationalitätenpolitik unter Lenin und Stalin (1917-1953)
Grade
1- (sehr gut)
Author
Polina Schwarzgorn (Author)
Publication Year
2006
Pages
20
Catalog Number
V58397
ISBN (eBook)
9783638526036
ISBN (Book)
9783656784203
Language
German
Tags
Kollektivierung UDSSR Gründe Durchführung Ergebnisse Proseminar Sowjetische Nationalitätenpolitik Lenin Stalin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Polina Schwarzgorn (Author), 2006, Die Kollektivierung in der UDSSR 1928-33 - Ein Überblick über Gründe, Durchführung und Ergebnisse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58397
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