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Chancen und Grenzen der digitalen Außenprüfung

Titre: Chancen und Grenzen der digitalen Außenprüfung

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2019 , 18 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Niklas Pulte (Auteur)

Droit - Droit fiscal
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Die Digitalisierung aller Lebensbereiche ist ein scheinbar unausweichlicher Prozess, der in nur wenigen Jahrzehnten viele Bereiche des Alltags grundlegend verändert hat. Bekannte Prozesse können nun mithilfe von elektronischer Datenverarbeitung (EDV) um ein Vielfaches beschleunigt werden, jedoch fordern die Vorzüge der Digitalisierung oft eine neue Denkweise.

Auch der Gesetzgeber erkannte nach der Jahrtausendwende das Potential und die Notwendigkeit der Digitalisierung im Besteuerungsverfahren. Der akute Personalmangel innerhalb der Finanzverwaltung und immer komplexer werdende Steuersachverhalte führten zu Digitalisierungsreformen, wie dem Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens. Auch in der Außenprüfung ist der EDV-Einsatzbemerkbar: Papierlose Buchführung, elektronische Registrierkassen und mathematisch-statistische Prüfungsprogramme sind Schlagwörter dieser Entwicklung. Der Grundstein dafür wurde mit dem Steuersenkungsgesetz aus dem Jahr 2000 gelegt. Seitdem ist es möglich, dass die Finanzbehörden auf elektronisch erstellte Buchführungsdaten zugreifen und diese maschinell auswerten.

Wie bei bisherigen Digitalisierungsvorhaben ist die digitale Außenprüfung mit Chancen, aber auch mit Risiken für die Finanzverwaltung und für den Stpfl. verbunden. Verfahrensbeschleunigung und neue Kontrollmöglichkeiten sind Vorteile dieser Entwicklung, jedoch ergeben sich auch neue, vorher eher weniger bedeutende Risiken wie im Datenschutz oder dem Umgang mit Prüfungsprogrammen.

Im Zuge dieser Seminararbeit wird untersucht, welche Änderungen mit der digitalen Außenprüfung einhergehen und wie diese für die verschiedenen Parteien zu beurteilen sind. Zunächst folgt ein Grundlagenkapitel, das die wichtigsten Grundlagen und Neuerungen der digitalen Außenprüfung darstellt, gefolgt von einem Analysekapitel, das die Chancen und Risiken für die Finanzverwaltung und den Steuerpflichtigen untersucht. Abschließend erfolgt ein umfassendes Fazit, das die gewonnen Ergebnisse zusammenfasst und die gegenwärtige und zukünftige Gesamtentwicklung der Außenprüfung bewertet.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Grundlagen der digitalen Außenprüfung

2.1. Gesetzliche Grundlagen der Außenprüfung

2.2. Anforderungen an elektronische Aufzeichnungssysteme

2.3. Ablauf der digitalen Außenprüfung

3. Chancen und Risiken der digitalen Außenprüfung

3.1. Analyse der Chancen

3.1.1. Vorteile für die Finanzverwaltung

3.1.2. Vorteile für den Steuerpflichtigen

3.2. Analyse der Risiken

3.2.1. Fehlerhafte Anwendung der Prüfungsprogramme

3.2.2. Risiken in der Kassenführung

3.2.3. Risiken im Datenschutz

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Seminararbeit untersucht die Auswirkungen und Veränderungen, die mit der Einführung der digitalen Außenprüfung für die Finanzverwaltung und Steuerpflichtige einhergehen. Dabei wird analysiert, wie moderne EDV-gestützte Prüfungsverfahren die Effizienz steigern, aber gleichzeitig neue regulatorische und datenschutzrechtliche Herausforderungen schaffen.

  • Gesetzliche Grundlagen und Anforderungen an elektronische Aufzeichnungssysteme
  • Methoden der digitalen Datenanalyse und deren Auswirkungen auf die Prüfungstiefe
  • Chancen durch Prozessbeschleunigung und risikoorientierte Prüfungsansätze
  • Risiken in der Kassenführung und Anforderungen des StManSchG
  • Datenschutzrechtliche Aspekte beim Datenzugriff durch die Finanzbehörden

Auszug aus dem Buch

3.2.1. Fehlerhafte Anwendung der Prüfungsprogramme

Erste Risiken lassen sich in der Frage erkennen, wie der Prüfer seine digitalen Prüfungsprogramme einsetzt und interpretiert. Diese sollen die nötige Ermittlungstiefe andeuten und können ggf. bei Schätzungen herangezogen werden. Die Abgrenzung zwischen den Rohergebnissen der Prüfungsprogramme und der Gesamtwürdigung des Sachverhalts durch den Prüfer gestaltet sich in der Praxis jedoch oft schwierig. Ungeeignete Datenmengen und falsche Schlussfolgerungen können das Ergebnis einer Außenprüfung stark beeinflussen und stellen ein hohes Risiko für den Stpfl. dar. Mögliche Folgen sind Schätzungen und u.U. sogar buß- und strafrechtliche Konsequenzen.

Als Negativbeispiel für den Einsatz von Prüfungssoftware kann ein Fall vor dem Finanzgericht Münster dienen. Zwei Diskotheken wiesen erhebliche Mängel in der Kassenführung auf, sodass die Buchführung -zu Recht- verworfen und eine Schätzung auf Basis eines Zeitreihenvergleichs vorgenommen wurde. Die ermittelten Aufschlagsätze stellten die Höchsten im Jahr dar und schwankten zum Jahresende und Jahresanfang stark. Dennoch wurden sie vom Prüfer als Durchschnittsaufschlag genutzt und dem gesamten Jahr zu Grunde gelegt. Das FG Münster sah aufgrund dessen die Aufschlagsätze als nicht repräsentativ für das gesamte Jahr an. Es äußerte erhebliche Zweifel hinsichtlich der erfolgten Schätzungen und bezeichnete die Auswahl der ausgewählten Zeiträume als „willkürlich“ erscheinend.

Dieser Fall zeigt, dass bei der Anwendung digitaler Prüfmethoden hohe Anforderungen an den Prüfer gesetzt werden müssen. Er muss sowohl viel klassisches Fachwissen, als auch detaillierte Kenntnis im Einsatz und der Interpretation von EDV besitzen. Ein blindes Vertrauen in die Prüfungsergebnisse kann fatale Folgen haben. Der Stpfl. sollte daher insbesondere bei Schätzungen die Gründe für herangezogene Zeiträume hinterfragen und nicht repräsentative Zeiträume als solche anmerken.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet den Prozess der Digitalisierung im Besteuerungsverfahren und die Entwicklung hin zur EDV-gestützten Außenprüfung durch gesetzliche Reformen.

2. Grundlagen der digitalen Außenprüfung: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Anforderungen an Aufzeichnungssysteme und den Ablauf der digitalen Prüfung durch die Finanzverwaltung.

3. Chancen und Risiken der digitalen Außenprüfung: Dieser Hauptteil analysiert differenziert die Vorteile für Finanzbehörden und Steuerpflichtige sowie die spezifischen Risiken bezüglich Prüfungssoftware, Kassenführung und Datenschutz.

4. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der Gesamtentwicklung und stellt fest, dass die Digitalisierung trotz technischer Herausforderungen ein notwendiger und vorteilhafter Schritt für alle Beteiligten ist.

Schlüsselwörter

Digitale Außenprüfung, Finanzverwaltung, Steuerpflichtiger, EDV-Systeme, Datenzugriff, IDEA, Kassenführung, StManSchG, Datenschutz, Verfahrensbeschleunigung, Betriebsprüfung, Steuerehrlichkeit, Plausibilitätsprüfung, Schätzungen, Risikomanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Transformation der klassischen Betriebsprüfung hin zur digitalen Außenprüfung unter Berücksichtigung der damit verbundenen Chancen und Risiken.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der gesetzlichen Regulierung, den technischen Möglichkeiten der Finanzverwaltung, der Datensicherheit und den Auswirkungen auf die steuerliche Praxis von Unternehmen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu beurteilen, wie sich der technologische Fortschritt auf die Effizienz des Besteuerungsverfahrens auswirkt und welche Anforderungen dies an Prüfer und Unternehmen stellt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es handelt sich um eine literatur- und rechtsquellenbasierte Analyse, die theoretische Grundlagen mit der Auswertung aktueller Gesetzesänderungen und finanzgerichtlicher Rechtsprechung verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Chancenanalyse für Verwaltung und Steuerpflichtige sowie eine kritische Auseinandersetzung mit Risiken, insbesondere bei der Interpretation von Prüfungsdaten und der Kassenführung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Zentrale Begriffe sind die digitale Außenprüfung, das StManSchG, der Datenzugriff (Z1-Z3), die Kassen-Nachschau und der Datenschutz.

Welche Bedeutung hat das StManSchG für die Kassenführung?

Das Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen zwingt Unternehmen zur Nutzung zertifizierter Sicherheitssysteme, um die Beweiskraft der Buchführung bei bargeldintensiven Betrieben sicherzustellen.

Warum ist das Urteil des FG Münster in dieser Arbeit relevant?

Es dient als Negativbeispiel, das verdeutlicht, dass eine rein softwarebasierte Schätzung ohne fachliche Plausibilisierung zu willkürlichen Ergebnissen führen kann, die vor Gericht keinen Bestand haben.

Wie gehen Unternehmen am besten mit den verschiedenen Zugriffsarten (Z1-Z3) um?

Die Arbeit empfiehlt, basierend auf der Unternehmensgröße die jeweils effizienteste Methode zu wählen und sicherzustellen, dass nur steuerlich relevante Daten im Zugriff der Finanzbehörde liegen.

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Résumé des informations

Titre
Chancen und Grenzen der digitalen Außenprüfung
Université
University of Siegen
Cours
Seminar zur Unternehmensbesteuerung
Note
1,0
Auteur
Niklas Pulte (Auteur)
Année de publication
2019
Pages
18
N° de catalogue
V584008
ISBN (ebook)
9783346197450
ISBN (Livre)
9783346197467
Langue
allemand
mots-clé
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Citation du texte
Niklas Pulte (Auteur), 2019, Chancen und Grenzen der digitalen Außenprüfung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/584008
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