Islamischer Feminismus und die Wahrnehmung von Geschlechterrollen. Eine Neuinterpretation des Korans und des Islams


Fachbuch, 2021

66 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Unterdrückung von Frauen im Islam?

3 Islamischer Feminismus - eine begriffliche Annäherung
3.1 Geschichte des islamischen Feminismus
3.2 Einführung in die Begriffsklärungen des islamischen Feminismus
3.3 Was ist islamischer Feminismus?
3.4 Gender-Dschihad und Idschtihād
3.5 Begriffsgeschichte des Idschtihād

4 Gegner*innen des islamischen Feminismus

5 Fundamentalismus
5.1 Fundamentalismus im arabischen Islam
5.2 Tradition des Islams?

6 Hermeneutik des islamischen Feminismus
6.1 Beispiel
6.2 Probleme des Islamischen Feminismus
6.3 Kritik am Ziel des islamischen Feminismus

Fazit

Literaturverzeichnis

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Impressum:

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1 Einleitung

Mit der wachsenden Zahl von Muslim*innen im Westen entstehen neue Diskussionen über Feminismus und Religion. Der übliche Tenor ist, dass der Islam die Frauen stark diskriminiert. Dieses Argument wird vor allem vom rechten Flügel benutzt, um zu propagieren, dass die Frauen des Westens1 von der diskriminierenden Tradition des Islams bedroht werden. Zur gleichen Zeit gibt es eine islamische feministische Bewegung, die auf der ganzen Welt stattfindet. Das mag auf den ersten Blick wie ein Widerspruch in sich selbst erscheinen. Aber ist das wirklich so? Oder sind es unterschiedliche Definitionen oder Meinungen darüber, was Islam und was Feminismus ist?

Die Kombination zwischen dem Islam und dem Feminismus wurde immer problematisch angesehen. Es gibt westlich sozialisierte oder westlich orientierte muslimische Feminist*innen, die die Meinung vertreten, beides sei nicht zu vereinbaren2. Es wird immer auf den frauenfeindlichen Charakter des Islams verwiesen: Die Polygamie (für Männer), Zwangsheirat und die Verschleierung sind Beispiele, die als Hindernisse vor einer feministischen Bewegung stehen. Deshalb sehen viele Feminist*innen den Islam und den Feminismus als zwei Perspektiven, die niemals zusammentreffen können.

Andererseits behaupten diverse Islamist*innen3 und Muslim*innen, dass Feminismus den authentischen Grundgedanken des Islams schade, weil laut diesen der Islam keine Geschlechtergleichheitsprobleme zwischen Männern und Frauen hat.

Dieses Thema wirft viele Fragen auf. Auf den folgenden Seiten möchte ich darauf eingehen, wie Geschlechterrollen im Islam wahrgenommen werden. Um diese Frage zu analysieren, werde ich kurz einige Themen der Unterdrückung von Frauen im Islam erwähnen. Dies ist wichtig, um zu verstehen, ob der islamische Feminismus in sich ein Widerspruch ist4.

Dann wird diese Seminararbeit in drei Kapitel unterteilt: Als erstes wird das Konzept des islamischen Feminismus, relevante Begriffe dazu und sein Aufstieg im geschichtlichen Kontext erläutert. Anschliessend wird auf momentan etabliertere Geschlechterverständnisse im islamischen Kontext eingegangen. Im dritten Teil wird die Hermeneutik des islamischen Feminismus dargestellt und ein innerislamischer kritischer Blick auf den islamischen Feminismus geworfen. Im Rahmen dieser Arbeit wird versucht, folgende Fragen zu beantworten: Besteht die Möglichkeit, politische Geschlechtergleichheit in der islamischen Welt zu realisieren, wenn man sie religiös begründet? Wie wird im islamischen Feminismus Geschlechtergleichheit wahrgenommen? Und wie können islamische Feminist*innen Kritik am Koran ausüben und ablehnen, wenn etwas im Bezug auf Geschlechtergleichheit nicht akzeptabel ist?

2 Unterdrückung von Frauen im Islam?

Die Unterdrückung von Frauen ist in vielen islamischen Ländern zweifellos ein grosses Problem. Die meisten der Gesellschaften, welche die Unterdrückung der Frauen mit der Scharia rechtfertigen, begründen ihre Argumente mit dem Familienrecht der Scharia: Die Männer sind das Oberhaupt der Familie und die Mädchen werden ihrem Vater und ihren Brüdern unterstellt und können gewaltsam zur Heirat gezwungen werden, sobald sie in die Pubertät kommen. In der Ehe sind sie ihrem Ehemann unterstellt, der alle Entscheidungen treffen kann. Auch werden die Frauen in erbrechtlichen Fragen diskriminiert5. Die Frauen dürfen ihre nackte Haut nicht in der Öffentlichkeit zeigen und im Extremfall schütteln die Männer die Hände von Frauen nicht, und umgekehrt. Es gibt natürlich noch andere Beispiele, auf die hier nicht eingegangen werden kann, weil sie den Rahmen dieser Arbeit sprengen würden. Der wichtige Punkt ist aber, dass es zahlreiche Beispiele für islamisch begründete Diskriminierung von Frauen gibt.

Die iranische Forscherin Ziba Mir-Hosseini6 zeigt jedoch, dass diese Gesetze nur eine Interpretation und nicht unbedingt das Gesetz Gottes selbst sind. Sie unterscheidet zwischen Fiqh - dem Rechtsprechung - und der Shari'a - Gottes Gesetz. Sie argumentiert, dass die Jurisprudenz von Menschen gemacht ist und daher nicht von Gott stammt. Es gibt viele verschiedene Interpretationen und Schulen der islamischen Rechtswissenschaft, welche die Diskriminierung von Frauen ablehnen. Hosseini argumentiert, dass der Hauptgrund für die Diskriminierung von Frauen im Islam darin besteht, dass er innerhalb eines patriarchalischen Systems praktiziert wird, welches seine Macht über Frauen rechtfertigt, indem es Religion als Legitimation einsetzt. Die Diskriminierung von Frauen ist daher Teil eines historischen und sozialen Kontextes und nicht der Religion selbst. Die Hauptbotschaft des Islams ist, dass Gerechtigkeit über allem liegt, was genauso die Frauen wie die Männer umfasst7.

Trotz der Logik dieses Arguments wird diese Ansicht von Traditionalisten weitgehend bestritten. Sie argumentieren, dass die Fiqh genauso von Gott kommt wie die Shari'a und dass Gottes Gesetz nicht jedes Mal neu interpretiert werden kann, wenn sich der soziale Kontext ändert: Nach ihnen gibt es keinen Raum für Interpretation und man kann Gottes Worte nicht ändern8. Das Problem mit diesem Argument ist, dass die prominenten Stimmen der islamischen Traditionalist*innen selbst hauptsächlich männlich sind und daran Interesse haben, den Status quo beizubehalten, um ihre Macht nicht zu verlieren9.

Das war/ist ebenfalls im Christentum der Fall. Auch christliche Frauen im Westen mussten Diskriminierung ertragen. Es hat lange gedauert, die Gleichstellung zu erreichen, die noch nicht ganz abgeschlossen ist. Vor allem im Katholizismus gibt es immer noch eine gewisse Diskriminierung von Frauen. Frauen können beispielweise nicht Priesterin werden10. Die christlichen Traditionalist*innen verwenden genau das gleiche Argument wie islamische, um dies zu rechtfertigen. Es ist das Argument, dass es der Wille Gottes sei und dieser nicht geändert werden kann. Nur weil der soziale Kontext und das Verständnis von Gleichheit sich verändert hat11, ändern die Traditionalist*innen ihre Haltung nicht. Die Tatsache, dass Feminismus mit Mary Wollstonecraft12 bereits im 18. Jahrhundert in einem religiösen Kontext entstanden ist, hat sie dazu getrieben, die Gleichberechtigung von Mann und Frau mit Bibelzitaten zu belegen13. So hat sich das Christentum angepasst oder zumindest gelernt, sich an neue soziale Kontexte und an ein neues Gleichheitsverständnis anzupassen. Natürlich kann man die beiden Religionen und die historischen und sozialen Kontexte nicht eins zu eins vergleichen, aber diese Entwicklung zeigt, dass auch der islamische Feminismus durchaus ein effektives Mittel sein könnte. Anschließend soll kurz auf den Aufstieg und die Funktion des islamischen Feminismus eingegangen werden.

3 Islamischer Feminismus - eine begriffliche Annäherung

Laut der iranischen Forscherin Hosseini könnte man meinen, dass der Feminismus von Europa einen grosse Unterstützung für muslimische Frauen gewesen wäre beim Kampf um ihre Rechte. Doch, obwohl es sicherlich dazu beigetragen hat, dass diese sich ihrer Rechte und auch der Möglichkeit, dafür zu kämpfen, mehr bewusst wurden, war der europäische Feminismus eher ein Hindernis für die Entwicklung des islamischen Feminismus. Der Grund dafür war, dass, als in Europa die erste Welle des Feminismus aufkam, viele muslimische Länder immer noch unter Kolonialherrschaft standen. Das Problem war also, dass der Feminismus als etwas koloniales angesehen wurde, das der Westen den kolonisierten Völkern aufzwingen wollte, oder zumindest damit beweisen wollte, das er entwickelter war. Kritik am islamischen System als frauendiskriminierend wurde daher als Betrug angesehen, als Kollaboration mit dem Feind. Gleichzeitig beschuldigten Feministinnen Musliminnen, die weiterhin Diskrimination ertrugen oder tolerierten, damit, die feministische Sache zu betrügen. Frauen waren daher gezwungen, zwischen ihrer religiösen und ihrer Geschlechtsidentität zu wählen. Islamischer Feminismus schien etwas unmögliches14.

Was gemäss Hosseini überraschenderweise die Situation veränderte war das Aufkommen des politischen Islams. Die von diesen Fundamentalisten ausgedrückten extremen Ansichten legitimisierten Kritik unter Moderaten ohne das Gefühl, dabei den Islam zu hintergehen. Plötzlich war Raum da für Kritik und ein islamischer Feminismus begann zu entstehen15. Es gibt islamisch orientierte Wissenschaftler*innen und Feminist*innen, die behaupten, dass Männer und Frauen in Koran gleich seien16 und deshalb könnten die Rechte für muslimische Frauen im Bezug auf Geschlechtergleichheit nur von einem islamischen Kontext her kommen - Veränderung könne also nur von Innen kommen17. Nur durch Diskussion um, über und mit der Religion selbst könne Kritik akzeptiert und eingebracht werden18. Diese Forscher*innen sind ein gutes Beispiel dafür, dass Gleichheit/Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern mit der islamischen Tradition selbst legitimiert werden kann19. Andere Wissenschaftler*innen heben hervor, dass selbst wenn gewisse Koranverse die Unterwürfigkeit der Frauen gegenüber den Männern besagen, es kein Hindernis sei, sich an ein modernes Verständnis von Gleichheit anzupassen, da in der Zeit Mohammeds ein komplett anderer sozialer Kontext bestand20. Diese Forscher*innen verlangen nach einer Veränderung des islamischen Rechts und geben schon Vorschläge, wie das Recht neu interpretiert und auf die Geschlechtergleichheit angewendet werden kann21.

In Europa hat es einige Zeit gedauert, bis sich der islamische Feminismus etabliert hat. Muslimische Frauen formten den Begriff Feminismus in Bezug auf Frauen ihrer Ethnizität neu. Zum Beispiel gab es in Grossbritannien eine türkischsprachige Aktivistinnengruppe. Viele waren skeptisch, sich unter einer religiösen Identität zu sammeln um für die Rechte der Frauen zu kämpfen, weil sie Angst hatten, dabei die Gemeinschaft zu zerbrechen. Mit der Entstehung der Gruppe Women Living Under Muslim Laws hat sich dies schliesslich geändert. Sie starteten eine riesige Initiative mit tausenden von Forscher*innen, Gelehrt*innen, Aktivist*innen und Anwält*innen, um gegen die Diskriminierung von Frauen zu kämpfen, die dem muslimischen Recht unterworfen waren. Sie umfasste somit auch nichtmuslimische Frauen22.

3.1 Geschichte des islamischen Feminismus

Edward Said schrieb in seinem Werk Orientalismus, dass der Orient sich nie selbst definierte, sondern durch den Westen und seiner westlichen Perspektive und Denkart konstruiert wurde: Damit hat er die These postuliert, dass es sich hierbei um eine kolonialistische Konstruktion “des Anderen”23 handelt, die vom Westen selbst erfunden wurde. Said definierte diese Beziehung bzw. das Verhältnis zwischen Okzident und Orient folgendermassen: “The relationship between Occident and Orient is a relationship of power, of domination, of varying degrees of a complex hegemony”24.

Said war überzeugt, dass Orientalismus somit mehr als nur die diskursive Konstruktion eines Anderen ist: Dies bedeutet, dass die Produktion von Wissen über den Orient nicht ohne Ausübung von Macht gedacht werden kann25. In dieser Hinsicht hat Said die gleiche Denklogik wie Foucault, die dieser in seinen späteren Schriften als Macht-Wissen-Komplex26 beschrieben hatte. Während (in der westlichen Konstruktion) Europa oder der Westen als zivilisiert dargestellt werden, wird der Orient als Ort der Sexualität, Gewalt und Bedrohung gezeigt. Mit dem Identifizieren des Ostens definierte der Westen sich eigentlich selbst. Alle positiven Besonderheiten des Westens hat der Osten nicht, und alle negativen Merkmale, die der Okzident nicht hat, trägt der Orient27. Damit der Kolonialismus und seine Herrschaft gerechtfertigt werden können, wurde er als eine zivilisatorische Mission dargestellt: Das Ziel bzw. die Speerspitze dieser Zivilisationsmission waren die unterdrückten muslimischen Frauen (besonders im Bezug auf die Verschleierung), die befreit werden sollten28. Die Rhetorik des „White men are saving brown women from brown men“29. hatte auf die meisten Feminist*innen den Effekt, dass sie sich nicht gegen die Kolonialmächte stellten, sondern sie unterstützten. Laut Al-Azm sind deshalb alle Einflüsse, die das arabische Leben während ca. 150 Jahren in wichtigem Masse geprägt haben europäischer Herkunft30.

Auch während der französischen Kolonialherrschaft stand das Thema der Entschleierung algerischer Frauen im Zentrum. Der Schleier wurde als Symbol des Obskurantismus und Rückschritt der islamischen Gesellschaft betrachtet: Auch hier wurde die Kolonialherrschaft mit dem Motto der zivilisatorischen Mission gerechtfertigt, um die Frauen durch die Entschleierung vom arabisch-muslimischen Patriarchat zu befreien31 . Dieses Vorgehen ist gescheitert, weil der Schleier in der muslimischen Orthodoxie seine eigene religiöse Logik besass. Er entwickelte sich zum Protest gegen die europäische Kolonialherrschaft und zum Widerstandssymbol der Frauen gegen die französische Kolonialisierung. Das abendländische Modernitäts­modell wurde als Folge dieser Entwicklungsphase von den Islamist*innen abgelehnt und stattdessen wurde eine alternative islamische Moderne verteidigt32.

Besonders in der Zeit nach 9/11 wurde die Tragweite des Feminismusdiskurses für imperialistische Zwecke instrumentalisiert. Bush führte einen imperialistischen Krieg in Afghanistan und Irak, u.A. unter dem Motto „Befreiung der Frauen“. Nach 9/11 wurde Islamismus in einer breiten Öffentlichkeit, zumindest in Europa und den USA, unmittelbar mit „Terrorismus“ und gewaltbereiten dschihadistischen Gruppierungen in Verbindung gebracht. Laut der marokkanischen Islam-Feministin Nadia Yassine dient die Manipulation von Begriffen wie Islamismus der Konstruktion des Anderen, also eines Feindbildes, das sich dem westlichen Liberalismus entgegensetzt33. Der amerikanische Imperialismus wird dadurch durchgesetzt und eine westliche Hegemonie gerechtfertigt. Es ist Teil davon, dafür zu sorgen, die Interessen der nördlichen Hemisphäre weltweit umzusetzen. Sie beschuldigt die marokkanische Regierung, dass sie diese mit der Angleichung der US-Ablaufplans nach den Casablanca -Attentaten dazu entschieden hat, die Durchsetzung dieser Interessen zu gewährleisten und mitzumachen34.

Anders als viele islamische Feminist*innen, die sich vom Islamismus wegen solcher islamistischen Anschläge abgegrenzt haben, reagiert Nadia Yassine mit einem klaren Bekenntnis: "Ich führe meine Präsentation fort, in dem ich sage, dass ich zu dieser islamischen Welt gehöre, die Amerika beschlossen hat, sie zu bestraffen und zu einer Bewegung, die wir als „radikaler Islamist“ bezeichnen“35 36. Islamismus sei nach Yassine Verständnis eine Art und Weise, im Koran und in der Sunna Lösungen für die in der Krise steckenden muslimischen Gesellschaften zu finden. Dennoch dementiert sie nicht, dass es innerhalb der islamistischen Strömung extremistische Kräfte gibt, diese seien aber zum Teil einer jahrelangen kulturellen Aggressivität gegenüber der muslimischen Welt und dem Kolonialismus geschuldet37.

Andererseits sei bis in den Beginn der muslimischen Geschichte ein Missbrauch des Islams für opportunistische politische Ziele zu beobachten. Der Ursprung geht davon bereits auf die Dynastie der Umayyaden zurück, als die vom Prophet Mohammed gegebenen befreienden Dynamiken usurpiert wurden und der Koran und Islam zum Diener der Macht wurde38. Das Grundprinzip des Islams nämlich die Gemeinschaft als Ganzes und als heilig zu betrachten, wurde manipuliert und einzelne Personen wurden sakralisiert: At this fateful juncture in Muslim history the proper relationship between politics and ethics was entirely reversed: religion came to serve power, shura was replaced by fardiyya (Individualism), community was converted to empire, and egalitarianism gave way to nepotism 39 .

Eine Lösung für die Probleme von muslimischen Gesellschaften könne derweil nur im Islam, das heisst in den eigenen kulturellen Wurzeln gefunden werden40. Einer der Slogans, die Yassine stark propagiert hat, war ursprünglich ein Buchtitel, Die Moderne islamisieren. Es spiegelt einerseits ihre Idee wieder von der Adaption der Moderne – nicht ihrer Zurückweisung – diese dabei aber mit islamischen Werten zu unterlegen. Andererseits ist es die Zurückweisung eines Diskurses, der sich nach 9/11 um die „notwendige Modernisierung des Islams“ bildete41. Die Notwendigkeit, sich in einer modernen, globalisierten Welt zurechtfinden zu müssen, sieht sie gleichzeitig als Chance, eine gewisse Konzeption im heutigen Islam zu hinterfragen, besonders was die Frauen anbelangt.

Die europäische Moderne kann keinen Dialog zwischen der islamischen und christlichen Welt etablieren, der eine Bewegung innerhalb dieser Kultur auszulösen vermag, weil die europäische Moderne der arabischen Kultur und ihrer Geschichte gegenüber fremd ist. Deshalb sollte gemäss Al-Jabri die arabische Kultur beginnen, sich selbst zu kritisieren und ihren eigenen Weg zur Moderne finden42. „Leider ist die Moderne im zeitgenössischen arabischen Denken noch nicht soweit“43. Al-Jabri fügt hinzu, dass man die Moderne nicht mit der Denkart der europäischen Intellektuellen verstehen sollte, sondern als eine Gegenwart, die ihre Normen aus sich selbst schöpft44. Aus dieser Analyse heraus ergibt sich eine Ablehnung des Konzepts des Feminismus allgemein, da dieser in einem säkularen und agnostischen Kontext entwickelt und ihre Kritik oft rein materialistisch sei. Hingegen basiert der islamische Feminismus auf einer spirituellen Basis. Deswegen führt Yassine das Argument auf, dass ein grosser Teil der muslimischen Frauen sich mit ihren religiösen Wurzeln verbunden fühlt und nicht glaubt, dass westliche Werte ihnen helfen, ihre ökonomischen und politischen Probleme zu lösen45 Sie zitiert dabei eine Studie vom Gallup Institut von 2005, die 8000 Frauen von acht verschiedenen muslimischen Ländern umfasste: „It is particularly interesting to know that an overwhelming majority of the women surveyed think that the most positive aspect of their society is its attachment to moral and spiritual values“46. Es ist deshalb wichtig, dass der islamische Feminismus die Modernisierung der islamischen Welt aus islamischen Normen und Werten zieht, weil eine überwältigende Mehrheit der befragten Frauen denken, dass der positivste Aspekt ihrer Gesellschaft ihre Verbundenheit mit moralischen und spirituellen Werten ist.

3.2 Einführung in die Begriffsklärungen des islamischen Feminismus

Islamkritiker*innen hierzulande haben oft die Ansicht, dass Feminismus und Islam per se verschieden und auf keinen Fall vereinbar sind. Viele vertreten die Meinung, dass Islam bzw. Muslim*innen keine Demokrat*innen sein könnten oder sie sich nicht für die Menschenrechte und Feminismus einsetzen könnten, weil „[...] ihnen dies Ihr Glauben verbiete“47.

Im folgenden Abschnitt wird eine kurze Einführung in den Begriff des „islamischen Feminismus“48 und den dazugehörenden Subbegriffen gegeben, insofern sie die für diese Art der Frauenbewegung relevant scheinen.

In den 1990er Jahren erschien der Begriff des islamischen Feminismus in verschiedenen Regionen der Welt. Dieser Ausdruck kam zum ersten Mal in der teheranischen Frauenzeitschrift Zanan in die Öffentlichkeit, welche von Shala Sherkat49 gegründet worden war. In dieser Zeitschrift erläuterten die iranischen Forscherinnen Ziba Mir-Hosseini und Afsaneh Najmabadi den Aufstieg und die Verwendung des Begriffs. 1996 wurde „islamischer Feminismus“ in den Artikeln der türkischen Forscherinnen Feride Acar und Yesim Arat50 benutzt, bald darauf auch von der saudi-arabischen Forscherin Mai Yamani in ihrem Buch „Feminism and Islam“ verwendet51.

3.3 Was ist islamischer Feminismus?

Die Theoretikerin des islamischen Feminismus und eine seiner prominentesten Akteurinnen Margot Badran beantwortet die Frage und gibt eine kurze Definition:

„Islamischer Feminismus [...] ist ein feministischer Diskurs und eine feministische Praxis, die sich innerhalb eines islamischen Paradigmas artikulieren. Der Islamische Feminismus, der sein Verständnis und sein Mandant vom Koran herleitet, fordert Rechte und Gerechtigkeit für Frauen - und für Männer - in ihrer gesamten Existenz ein“52.

Die Nahostforscherin Miriam Cooke hebt dabei hervor, dass die islamischen Feminist*innen somit eine fundamentale Kritik an den vorwiegenden hermeneutischen Positionen im islamischen Diskurs anbringen. Sie bemühen sich, durch eine Neuinterpretierung von Koran und Sunna für die Gleichwertigkeit der Geschlechter zu argumentieren und feministische Positionen herauszukristallisieren. Wichtig ist aber, die doppelte Argumentationslinie zu artikulieren: Einerseits werden feministische Positionen islamisch begründet und patriarchalen und traditionellen islamischen Positionen gegenübergestellt. Andererseits wird versucht zu zeigen, dass bestimmte Auslegungen von Koran und Sunna nachweisen, dass sich durch den Islam die Gleichstellung von Mann und Frau begründen lässt53. An dieser Stelle definiert die Ethnologin Ziba Mir-Hosseini den islamischen Feminismus als „[...] einen Gender-Diskurs, der feministisch ist in seinen Bestrebungen und Forderungen, aber islamisch in seiner Sprache und seinen Quellen der Legitimation“54. Der Islam wird demnach als Weg zur Erreichung feministischer Ziele gesehen.

Zusammengefasst ist der islamische Feminismus das Streben nach Emanzipation der Frau innerhalb des islamischen Diskurses, welcher auf dem Koran und der Sunna basiert.55.

3.4 Gender-Dschihad und Idschtihād

Für Wadud ist das wichtigste Grundprinzip, das sie als Ausgangpunkt nimmt, die Gleichheitsgedanken (für alle Lebewesen) im Koran aufzuspüren und sie für ihr Ziel, welches sie „Gender-Dschihad“56 nennt, als Basis der Neuinterpretation des Korans zu verwenden. Ihr Engagement für Frauenrechte wird von islamischen Feminist*innen mit dem arabischen Wort „Dschihad“57 bezeichnet, was so viel wie Bemühung oder Anstrengung bedeutet58. Dieser Begriff hat zwei Bedeutungen und zwei Ziele:

Zum einen wird Dschihad dem Gebrauch desselben Begriffs durch islamische Militanten entgegengestellt, die damit ihren Gewalttaten religiöse Legitimation verleihen wollen. Zum anderen verweisen islamische Feminist*innen auf die ursprüngliche Bedeutung des Dschihads und somit auf den Propheten Mohammed, der nach einem Verteidigungskampf zu seinen Gefährten gesagt haben soll: „Wir haben jetzt den kleinen Jihad hinter uns, nun beginnt der große Jihad59 “. Als seine Gefährten nachhakten, erklärte er: „Das ist der Jihad gegen dich selbst60 “ Dieser Hadith wird von den wichtigsten Religionsgelehrten als möglicherweise gefälscht bezeichnet. Dieser Überlieferung steht auch nicht in den als glaubwürdig angesehenen Hadithsammlungen von Sahih Al-Bukhari und Sahih Muslim61. Interessanterweise wird er aber von den meisten islamistischen Feminist*innen als wahr aufgenommen, zu dem Masse, dass die islamisch-feministische Theorie oft darauf aufbaut. Andererseits werden manche Überlieferungen bewusst abgelehnt und für unecht erklärt. Mit dem grossen Dschihad wird gegen diskriminierende gesellschaftliche Strukturen gekämpft. Die deutsch-ägyptische Politikwissenschaftlerin und Frauenrechtlerin Hoda Salah beschreibt das Ziel von Feminist*innen, das sie durch den grossen Dschihad erreichen wollen, folgendermassen: Der grosse Dschihad, nämlich der Dschihad gegen sich selbst, wird Frauen wieder zu denjenigen Rechten zu verhelfen, die ihnen der Islam bereits vor 1400 Jahren zugestanden hatte. Auf der anderen Seite richtet sich der grosse Dschihad gegen die eigene Person bzw. gegen die eigenen Schwächen und Ängste. Dadurch bekommen islamische Feminist*innen die Kraft, sich aus der Gefangenschaft ihrer herkömmlichen frauenfeindlichen Traditionen zu befreien, ihre Religion neu zu erkennen und zu interpretieren. Sie treten also im Kleinen wie im Grossen für die Reform von Frauenrechten ein62.

Damit der Koran als Legitimationsmittel verwendet werden kann, wird versucht, inner-islamische bzw. von islamischen Religionsgelehrten akzeptierte Begriffe zu Gunsten der Frauen nützlicher zu machen. Idschtihād ist so ein Begriff, welcher wortwörtlich Anstrengung bedeutet aber in weitesten Sinn heisst es die Bemühungen von qualifizierten islamischen Rechtsgelehrten (eines Mudschtahid 63 ), die die Gesetze aus den religiösen Quellen abzuleiten, wenn diese nicht explizit sind. „Allgemeiner bezeichnet das Wort die reflexive und intellektuelle Bemühung, den Islam in seinem Kontext zu denken“64.

Weil die islamischen Feminist*innen ihre Argumente aus dem Koran und der Sunna beziehen und sich dabei islamisch legitimierten Mitteln wie dem Idschtihād bedienen, verschaffen sie sich in der muslimischen Gesellschaft Raum und stellen gewisse Machtansprüche, die kaum zurückgewiesen werden können.

3.5 Begriffsgeschichte des Idschtihād

Es gibt im Koran keinerlei Hinweise darauf, ob der Koran durch Idschtihād interpretiert werden kann, oder je nach Situation individuell entschieden werden kann. Deswegen wird sowohl von islamischen Feminist*innen als auch von Reformist*innen üblicherweise zur Rechtfertigung ein Hadith angeführt. In dieser Überlieferung wird erzählt, dass als Mohammed seinen Gefährten Muʿādh ibn Dschabal nach Jemen senden wollte, ihn fragte, wie er sich verhalten werde, wenn er ein Urteil über eine Situation geben müsse. Darauf antwortete sein Gefährte, dass er sich zuerst am Koran orientiere. Für den Fall, dass er darin nichts finde, orientiere er sich an der Sunna des Propheten und als letztes, wenn die Antworten sich auch dort nicht finden lasse, wird er die Situation selber bewerten und sein eigenes Urteil bilden. Die Antwort von Muʿādh ibn Dschabal wurde dann von dem Propheten gebilligt. Obwohl auch dieser Hadith Lücken im Isnad 65 aufweist,66 wird er trotzdem in der sunnitischen Rechtstheorie (aber auch beim islamischen Feminismus) allgemein als normative Grundlage akzeptiert67. Daher wurde der Begriff Idschtihād in der islamischen Geschichte immer als Legitimationsmittel für Reformen benutzt. Das zeigt sich besonders im 19. und 20. Jahrhundert.

4 Gegner*innen des islamischen Feminismus

Durch diesen geschichtlichen und theoretischen Hintergrund haben sich zwei Arten von Gruppen entwickelt, die sich streng gegen den islamischen Feminismus richten. Laut der Wirtschaftspädagogin und Vorstandsmitglied der Muslimischen Jugend Österreichs, Dudu Küçükgöl, definieren sich die Gruppen wie folgt68:

1. Die erste Gruppe, gemäss Küçükgöl, sind die Feminist*innen, die mit dem Hintergrund eines kolonialen Verständnisses denken, für alle Frauen zu sprechen und über sie Entscheidungen treffen zu dürfen. Dieser “white middle-class feminism“ wurde in den 1990er Jahren vom „Third Wave Feminism als auch vom „Black Feminism“ kritisiert. Die Vertreter*innen des white middle-class Feminismus vertreten nach Küçükgöl die Meinung, dass die Erfahrungen der Frauen, die der weißen Mittelklasse angehören auf alle Frauen der Welt angewandt werden können. Andererseits wird von ihnen dargelegt, dass die einzig relevante Kategorie der Diskriminierung für Frauen das Geschlecht ist. Daneben werden aber viele Frauen, die aufgrund des Glaubens, Hauptfarbe oder wegen der sozialen Herkunft und dadurch ganz andere Lebensbedingungen und Erfahrungen haben, vernachlässigt. Dieser Haltung wird von Küçükgöl wie folgt kritisiert:

„Anstatt sich mit marginalisierten Frauen zu solidarisieren, stehen diese Feministinnen meist in einer Linie mit rechtpopulistischen PolitikerInnen und merken nicht, dass sie in ihrer Arroganz Frauen schaden, die ohnehin mehrfach diskriminiert werden“69.

[...]


1 Obwohl der Begriff ursprünglich die westeuropäische Kultur bezeichnete, wird in unserer Zeit meistens die als gemeinsame Werte der Nationen in Europa und Nordamerika definiert(westliche Welt in Wikipedia)

2 Amirpur Katajun, Den İslam neu denken, Der Dschihad für Demokratie, Freiheit und Frauenrechte, 2013, erste Aufl. (München: Verlag C.H. Beck 2013),145.

3 Der Begriff Islamismus bezeichnet eine religiös motivierte Form des politischen Extremismus: “Was ist Islamismus” Bundesamt für Verfassungsschutz, www.verfassungsschutz.de/de/arbeitsfelder/af-islamismus-und-islamistischer-terrorismus/was-ist-islamismus

4 Editorial, “Islam and gender in Europe: subjectivities, politics and piety Source,” Feminist Review, No. 98 (2011): 4.

5 Mahrokh Charlier , „ Der muslimische Mann,“: Lettre International 84 (Frühjahr 2009): 76-80.

6 Mir-Hosseini, Ziba: “Muslim Women’s Quest for Equality: Between Islamic Law and Feminism,” Critical Inquiry, Vol. 32, No. 4 (2006): 632-633.

7 Manea Elham, Women and Shari’a Law: The Impact of Legal Pluralism in the UK, 2016, erste Aufl. (London: I.B Tauris 2016), 210.

8 Manea, Women and Shari’a Law, 213.

9 ebd., 217.

10 Florin Christiane, „Dürfen Frauen Priesterinnen werden? “ Deutschlandfunk, 15.04.2017 , http://www.deutschlandfunk.de/katholische-kirche-duerfen-frauen-priesterinnen-werden. 2927.de.html?dram:article_id=383904.

11 Florin, „Dürfen Frauen Priesterinnen werden?“

12 Mary Wollstonecraft (1759-1797) war eine englische Schriftstellerin, Philosophin, Frauenrechtlerin und Übersetzerin mit irischer Abstammung.

13 Hosseini, “Muslim Women’s Quest for Equality: Between Islamic Law and Feminism,” 641-642.

14 ebd., 639.

15 ebd., 639.

16 ebd., 642.

17 ebd., 642.

18 ebd., 642.

19 Editorial, „Islam and gender in Europe: subjectivities, politics and piety Source, “ 3.

20 Manea, Women and Shari ‘a Law, 210.

21 ebd., 210.

22 Balchin, Cassandra, “Emergence of a Transnational Muslim Feminist Consciousness among Women in the WENAAZ (Western Europe, North America, Australia and New Zealand) Context” in Muslim Diaspora in the West. Negotiating Gender, Home and Belonging, Surrey, hrsg. Moghissi, Haideh und Ghorashi, Halleh, 39-51 (New York: Ashgate Publishing, 2010), 39-41.

23 Said Edward, Orientalism, 1978 Originalausgabe (New York: Vintage Books, 1994), 5.

24 Said, Orientalism, 5.

25 ebd., 3.

26 Foucault Michel, Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses, 9. Aufl. (Frankfurt am Main: Suhrkamp,1994), 39.

27 Said, Orientalism, 5f.

28 Ali Zahra, „Schluss: Den Feminismus entkolonialisieren und erneuern,“ in Islamische Feminismen, Passagen Thema, hrsg. von Peter Engelmann , 203-209 (Wien: Passagen Verlag, 2014), 203.

29 Gayatri Spivaks, „Can the subaltern speak? “, in Cary Nelson und Lawrence Grossberg, Marxism and the Interpretation of Culture, hrsg. Nelson; Grossberg, 271-313 (University of Illinois: 1988).

30 Sadik J. Al- Azm, Unbehagen in der Moderne. 1993 Original Ausgabe (Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, 1993), 77.

31 Ali, „Schluss: Den Feminismus entkolonialisieren und erneuern, “203.

32 Muhammed Abed Al- Jabri , Kritik der Arabischen Vernunft. 2009, erste Aufl. (Berlin: Perlen Verlag, 2009), 57.

33 Yassine Nadia, “Between etymology and Realpolitik, “in Islamism. Contested Perspectives on Political İslam, hrsg. Martin, Richard C.; Barzegar, Abbas 67-73 (Stanford: Stanford University Press, 2010), 67-73.

34 Yassine, Nadia, „ Toutes voiles dehors,” 2003, erste Aufl. (Casablanca: Le Fennec, 2003), 10-12, 196-199.

35 Yassine, „ Toutes voiles dehors, “ 10.

36 Original Zitat: "Je poursuis ma présentation en disant que j’appartiens à ce monde islamique que l’Amérique a décidé de punir et à un mouvement que l’on taxe d’<islamiste radical>“.

37 Yassine Nadia [1.1], Universit.t Granada, 10.05.2010): La femme arabe aujourd’hui. [Videodatei]

38 ebd. [1.1]. https://www.facebook.com/Nadia1Yassine/videos/vb.50515971999/1463568825861/?ty Pe=2&theater [Zugriff vom 12.08.2018].

39 Euben Roxanne, „Princeton Readings in Islamist Thought. Texts and Contexts from al-Banna to Bin Laden, “(Princeton N.J: Princeton University Press, 2009), 307.

40 Yassine Nadia [1.1], Universit.t Granada, 10.05.2010): La femme arabe aujourd’hui. [Videodatei]: https://www.facebook.com/Nadia1Yassine/videos/vb.50515971999/1464209201870/?ty pe=2&theater [Zugriff vom 12.08.2018].

41 Yassine, „Toutes voiles dehors,“ 13-14.

42 Al- Jabri, Kritik der Arabischen Vernunft, 2009, erste Aufl. (Berlin: Perlen Verlag, 2009),57.

43 ebd., 56.

44 ebd., 58.

45 vgl. Yassine (2009), S.311‐312.

46 ebd., 312.

47 Katajun Amirpur, „Islamischer Feminismus: Kritik und Inhalt eines Konzepts,“ in Unbeschreiblich Weiblich? Neue Fragestellung zur Geschlechterdifferenz in den Religionen, hrsg. Christine Gerber, Silke Petersen, Wolfram Weiße, 195-213 (Berlin: LIT Verlag, 2011), 195.

48 Margot Badran, Islamischer Feminismus, “ in Islamische Feminismen, Passagen Thema, hrsg. Von Peter Engelmann, 203-209 (Wien: Passagen Verlag, 2014), 39.

49 Shahla Sherkat, ist eine prominente iranische Autorin, Journalistin und Herausgeberin der Zeitschrift „Zanan“ (Frauen). Sherkat studierte Psychologie und machte ihren Master in Frauenstudien. Sie war eine der Vorkämpferin der Gleichstellung von Frauen seit Gründung der islamischen Republik.

50 Feminism and Islam und Feride Acar, Women in the Ideology of Islamic Revivalism in Turkey.

51 Margot Badran, Islamischer Feminismus, “ 41.

52 ebd., 39.

53 Cooke, Miriam, „Multiple Critique, Islamic Feminist Rhetorical Strategies,” in Postcolonialism, Feminism, and Religious Discourse, hrsg. Donaldson, Laura E.; Pui-Lan, Kwok, (New York, London, 2002), 145.

54 Hosseini M. Ziba, „Muslim Women’s Quest for Equality: Between Islamic Law and Feminism, “in Critical Inquiry 32, (2006): 640. https://www.jstor.org/stable/10.1086/508085

55 Cooke, Miriam, „Multiple Critique, Islamic Feminist Rhetorical Strategies,”,145.

56 Siehe die Arbeiten von Wadud (2006), Barlas (2006, 2005, 2002), Mir-Hosseini (1999)

57 Dschihad oder Jihad.

58 Salah Hoda, „Diskurse des islamischen Feminismus, „in Gender Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft 1, (2010): 48f. http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-394005

59 Salah Hoda, „Diskurse des islamischen Feminismus, “49.

60 ebd., 49

61 ebd., 49

62 ebd., 49

63 Ein islamischer Rechtsgelehrter, der die Befähigung zur selbständigen Urteilsbildung, zum Idschtihād, besitzt.

64 Ali Zahra, „Glossar“ in Islamische Feminismen, Passagen Thema, hrsg. Von Peter Engelmann, 211-213 (Wien: Passagen Verlag, 2014), 211.

65 Der Isnād (arabisch إسناد ‚Stütze‘) ist die Kette der Überlieferer eines Hadith, die als Stütze für die Authentizität einer Aussage des Propheten Mohammed dient und diese stets einleitet.

66 Abbas Poya, Anerkennung des Iǧtihād - Legitimation der Toleranz , Möglichkeiten innerer und äusserer Toleranz im Islam am Beispiel der Iǧtihād-Diskussion, 2003, erste Aufl. (Berlin: Klaus Schwarz Verlag, 2003) 50 f.

67 Birgit Krawietz, Hierarchie der Rechtsquellen im tradierten sunnitischen İslam, 2002, erste Aufl. (Berlin: Duncker & Humblot, 2002) 208f.

68 Dudu Kücükgöl, „Brauchen wir einen muslimischen Feminismus?“ in Mehr Kopf als Tuch, hrsg. Amani Abuzahra, 81-102 (Innsbruck-Wien: Tyrolia Verlag, 2017) 98.

69 Küçükgöl, „Brauchen wir einen muslimischen Feminismus?“98.

Ende der Leseprobe aus 66 Seiten

Details

Titel
Islamischer Feminismus und die Wahrnehmung von Geschlechterrollen. Eine Neuinterpretation des Korans und des Islams
Autor
Jahr
2021
Seiten
66
Katalognummer
V584644
ISBN (eBook)
9783963551307
ISBN (Buch)
9783963551314
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Neuinterpretation des Korans und Islams, Islamischer Feminismus, Gender und Islam, Naheoststudien, Kritik des Islamischer Feminismus, Islamischer Feminismus: ein Widerspruch in sich?, Koran, Gender-Dschihad, Idschtihād, Fundamentalismus, Diskriminierung
Arbeit zitieren
Vedat Ates (Autor), 2021, Islamischer Feminismus und die Wahrnehmung von Geschlechterrollen. Eine Neuinterpretation des Korans und des Islams, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/584644

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