Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - Theory of Science, Anthropology

Vergleich zwischen der Anthropologie Platons und Rudolf Steiners

Title: Vergleich zwischen der Anthropologie Platons und Rudolf Steiners

Seminar Paper , 2006 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christian Aichner (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Das Durchdenken der Welt als Objekt gewinnt mit Platon die Oberhand über die vorsokratische Art zu denken. Diese Art, das Erzählen von Geschichten über die Welt, gleich dem Mythenerzählen, ist von enormer Bildlichkeit geprägt. Im Gegensatz zu dieser ist die platonische Philosophie ein Versuch der Objektivierung der Sinneseindrücke, ein Zurückführen der kosmischen Vorgänge auf Ursachen, die durch die Vernunft, die im Menschen angelegt ist, erkennbar sind. Dadurch schafft Platon einen dynamischen Wissensbegriff, der das andauernde Streben des Menschen nach Einsicht beschreibt und gerade die Neuzeit bestimmt.1 Steiner beschreibt den Übergang, der sich bereits in der Vorsokratik anbahnte, wie folgt: „Mit dem [...] Fortschritt der menschlichen Entwicklung hängt zusammen, dass sich der Mensch vom Auftreten des Gedankens [...] an in ganz anderem Sinne als abgesondertes Wesen, als Seele fühlen musste, als das früher der Fall war. [...]. Mit dem Gedanken [...] fühlt sich der Mensch von der Natur ausgesondert; [...]. Es entsteht immer mehr die deutliche Empfindung des Gegensatzes von Natur und Seele.“2 Die beschriebene Loslösung des Menschen von der Welt hat die Entstehung der apodiktischen Wissenschaft zur Folge. Die damit einhergehende Objektivierung der Welt ermöglicht nicht nur die wissenschaftliche Betrachtung der selben, sondern stellt den Menschen zudem als ein eigenständiges Ich dar, welches sich nun auch selbst betrachten kann.
Deshalb hat sich laut Steiner „der Gedanke [...] in Platon erkühnt, nicht nur auf die Seele hinzuweisen, sondern auszudrücken, was die Seele ist, sie gewissermaßen zu beschreiben.“3 Ausgehend von dieser Beschreibung der Seele werde ich nunmehr im Folgenden einen Vergleich zwischen den Anthropologien Platons und Rudolf Steiners ziehen. Zu diesem Zweck werde ich zunächst die platonische Seelenlehre der steinerschen Lehre von den Lebensleibern des Menschen gegenüberstellen und Ähnlichkeiten herausarbeiten. Im Anschluss daran richte ich meinen Fokus auf die bereits oben kurz erwähnten Anknüpfungspunkte zwischen beiden Philosophien. Dabei ist zunächst der Glaube an die Unsterblichkeit der menschlichen Seele in den Vordergrund zu rücken. Mit dieser Thematik einhergehend stellt sich die Frage nach dem Tod und der Wiedergeburt des Menschen. Desweiteren findet sich eine entscheidende Gemeinsamkeit in der Betrachtung der Stellung des Menschen. Dies soll schließlich auch der Fluchtpunkt der im Folgenden dargestellten Gedanken sein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Anknüpfungspunkte zwischen der platonischen Philosophie und der Geheimwissenschaft Rudolf Steiners

2. Vergleich der Anthropologien Steiners und Platons

2.1. Das Wesen des Menschen

2.1.1. Platons Seelenlehre

2.1.2. Steiners Lehre von den Lebensleibern

2.2. Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Seelenlehren

3. Bezugspunkte zwischen der Anthropologie Steiners und Platons

3.1. Unsterblichkeit und Wiederverkörperung der Seele

3.1.1. Beweise für die Unsterblichkeit der Seele bei Platon

3.1.2. Steiners Betrachtung der Unsterblichkeit ausgehend von der Art der platonischen Beweisführung

3.1.3. Der Glaube an die Wiederverkörperung der Seele bei Platon

3.1.4. Der Wiedergeburtsgedanke bei Steiner im Vergleich zu Platons Sichtweise

3.2. Weitere Bezugspunkte: die Liebe und der Drang nach Wissen

4. Abschließende Zusammenfassung: Gleichheit der menschlichen Stellung in beiden Philosophien

Zielsetzung und thematischer Fokus

Die vorliegende Arbeit vergleicht die Anthropologie des antiken Philosophen Platon mit der geisteswissenschaftlichen Perspektive Rudolf Steiners. Ziel ist es, trotz der unterschiedlichen erkenntnistheoretischen Zugänge, die strukturellen Ähnlichkeiten und gemeinsamen Bezugspunkte hinsichtlich des menschlichen Wesens, der Unsterblichkeit der Seele sowie des Schicksalsgedankens herauszuarbeiten.

  • Vergleichende Analyse der Seelenlehren von Platon und Steiner.
  • Untersuchung des Konzepts der Unsterblichkeit und Wiederverkörperung (Reinkarnation).
  • Gegenüberstellung der anthropologischen Stellung des Menschen als vermittelndes Wesen zwischen zwei Welten.
  • Betrachtung von Phänomenen wie der Liebe und dem Streben nach Erkenntnis im Kontext der Geschlechtertrennung.

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Platons Seelenlehre

Platons Lehre von der menschlichen Seele ist in ein Gesamtkonzept, das die Ordnung des Kosmos beschreibt, eingewoben. Dieses trennt die intelligible Welt des unveränderlich immerwährenden Seins, die Ideenwelt, von der wahrnehmbaren veränderlichen Welt, die dem Menschen durch seine Sinne offenbar ist.

Der Mensch befindet sich hierbei in einer Zwischenstellung; er hat aufgrund der in ihm angelegten Vernunft die Möglichkeit die Ideenwelt zu schauen, bleibt aber aufgrund seines körperlichen Daseins während des Lebens im Diesseits verhaftet. Somit existiert der Mensch in einem „Spannungsfeld von Gegensätzen: [zwischen Sein und Werden]; zwischen Tier und Gott; zwischen Tod und Unsterblichkeit; zwischen Freiheit und Notwendigkeit; zwischen der Isolierung, in die ihn sein Egoismus treibt, und dem Glück einer gerechten Gemeinschaft. [...] Die Seele ist das Dazwischen, in dem die Gegensätze aufeinandertreffen, und sie hat das Vermögen, zwischen ihnen zu wählen und so sich selbst zu bestimmen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Anknüpfungspunkte zwischen der platonischen Philosophie und der Geheimwissenschaft Rudolf Steiners: Das Kapitel verortet Platon als Ausgangspunkt abendländischen Denkens und stellt die Rezeption seiner Ideen durch Rudolf Steiner sowie die Bedeutung der Vernunft für die menschliche Selbstwerdung dar.

2. Vergleich der Anthropologien Steiners und Platons: Hier werden die Seelenlehren beider Denker gegenübergestellt, wobei insbesondere die Struktur der Seelenvermögen und die unterschiedlichen Wege der Erkenntnis (Vernunft vs. übersinnliche Schau) analysiert werden.

3. Bezugspunkte zwischen der Anthropologie Steiners und Platons: Dieses Kapitel vertieft die Thematik der Unsterblichkeit, des Wiedergeburtsgedankens und der Rolle der Liebe als Folge menschlicher Entwicklungsprozesse.

4. Abschließende Zusammenfassung: Gleichheit der menschlichen Stellung in beiden Philosophien: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass der Mensch in beiden Systemen als ein Wesen begriffen wird, das durch Arbeit an sich selbst die Brücke zwischen sinnlicher Welt und geistiger Wirklichkeit schlagen kann.

Schlüsselwörter

Platon, Rudolf Steiner, Anthropologie, Seele, Unsterblichkeit, Wiederverkörperung, Seelenlehre, Erkenntnis, Vernunft, Dazwischen-Sein, Eros, Anthroposophie, Reinkarnation, Menschheitsentwicklung, Geist.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der platonischen Philosophie und der Anthroposophie Rudolf Steiners im Hinblick auf das Menschenbild.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen das Wesen der menschlichen Seele, die Unsterblichkeit, die Wiedergeburt sowie das Streben nach Erkenntnis und Liebe.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, dass trotz unterschiedlicher Ursprünge eine ähnliche ethische und anthropologische Auffassung über die Stellung des Menschen zwischen geistiger und sinnlicher Welt besteht.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um einen vergleichenden, philosophischen Ansatz, der Quellenanalysen der zentralen Schriften beider Autoren kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Seelenkonzepte (Seelenteile), die Analyse der Unsterblichkeitsbeweise und eine Erörterung des Schicksalsbegriffs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Platon, Rudolf Steiner, Unsterblichkeit, Wiederverkörperung, Vernunft und das Dazwischen-Sein.

Wie definiert Platon das "Dazwischen-Sein" des Menschen?

Platon sieht den Menschen als ein Wesen, das durch seine Vernunft die Ideenwelt schauen kann, jedoch durch seinen Körper an die veränderliche Welt des Werdens gebunden bleibt.

Was unterscheidet den Erkenntnisweg von Steiner von dem Platons?

Während Platon Erkenntnis vor allem durch begriffliches Denken und die Dialektik begründet, stützt sich Steiner auf eine übersinnliche Schau, die durch einen individuellen Entwicklungsweg erworben wird.

Excerpt out of 25 pages  - scroll top

Details

Title
Vergleich zwischen der Anthropologie Platons und Rudolf Steiners
College
LMU Munich
Course
Tod und Unsterblichkeit in der Philosophie Platons
Grade
1,0
Author
Christian Aichner (Author)
Publication Year
2006
Pages
25
Catalog Number
V58469
ISBN (eBook)
9783638526531
ISBN (Book)
9783638731911
Language
German
Tags
Vergleich Anthropologie Platons Rudolf Steiners Unsterblichkeit Philosophie Platons
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Aichner (Author), 2006, Vergleich zwischen der Anthropologie Platons und Rudolf Steiners, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58469
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  25  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint