Die Arbeit handelt von transnationaler Produktion, die anhand des Automobilsektors, mit Fokus auf Europa, beleuchtet werden soll. Der Text zielt einerseits darauf ab, Entwicklungen der letzten 20 Jahre zusammenzufassen und andererseits das Verhältnis zwischen den Markenherstellern und ihren Zulieferern zu erfassen. Ein Überblick über frühere Phasen der Internationalisierung in der Autoindustrie gewährt werden. Im Anschluss werden aktuelle Entwicklungen in der Automobilproduktion behandelt, die der Internationalisierung eine neue Dynamik verliehen haben.Auch die Auswirkung auf die Beziehung zwischen den Autoherstellern und ihren Zulieferern wird beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Transnationale Produktion in der Autoindustrie
3. Aktuelle Entwicklungen in der Autoindustrie
3.1. Lean-Production Modell
3.2. Modularisierung der Produktion
3.3. Verlagerung nach Mittel- und Osteuropa
4. Automobilzulieferer
4.1. Verhältnis der Zulieferer zu den OEMs
4.2. Gründe für das Machtgefälle zwischen OEM und Zulieferern
4.3. Strategien der Automobilzulieferer
4.4. Parallelen zur Bekleidungsindustrie
5. Veränderungen in der deutschen Automobilindustrie
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Internationalisierung und Restrukturierung in der Automobilindustrie auseinander. Ziel ist es, die Entwicklung der transnationalen Produktion in den letzten 20 Jahren zu analysieren und dabei insbesondere das Machtverhältnis zwischen Automobilherstellern (OEMs) und ihren Zulieferern unter dem Druck neuer Produktionsmodelle zu beleuchten.
- Wandel der Produktionsstrategien (Lean-Production und Modularisierung)
- Dynamik der Standortverlagerung nach Mittel- und Osteuropa
- Analyse des Machtgefälles und der Abhängigkeiten zwischen OEMs und Zulieferern
- Konsequenzen für den deutschen Automobilsektor und die dortige Beschäftigungssituation
- Vergleich der Entwicklungen mit anderen Branchen wie der Bekleidungsindustrie
Auszug aus dem Buch
3.1. Lean-Production Modell
Einen wichtigen Impuls leistete die Anfang der 90-er in Gang gesetzten Entwicklung hin zu einer schlanken Produktion, dem lean-production Modell. Der Grundgedanke kam aus der japanischen Automobilindustrie und wird nach der Marke Toyota auch als Toyotismus bezeichnet. Es bedeutete eine Dezentralisierung der OEMs hinsichtlich ihrer Herstellungsstandorte. Beispielsweise muss jedes einzelne Komponentenwerk für sich einen festgelegten Gewinn abliefern, es wird nicht durch Gewinne von anderen Standorten finanziert. Die einzelnen Unternehmensbereiche werden auch dem Wettbewerb ausgesetzt und müssen sich in der Konkurrenz gegen Zulieferer behaupten. Zentral von den OEMs gelenkt wird hierbei lediglich die finanzielle Zielvorgabe an die Standorte (BLÖCKER 2009: 9293). Mit diesem Modell konnte man zusätzlich auch die Produktivität und Kosten jedes Produktionsschrittes zwischen den OEMs vergleichen. Dies lädt zusätzlichen Druck auf die einzelnen Werke.
In der Folge versuchte man vor allem über die Arbeitskosten Geld einzusparen, was auch gelang, 2007 lag der Anteil durchschnittlich unter einem Fünftel der Gesamtkosten. Erreichen konnte man dies durch das niedrigere Lohnniveau in Mittel- und Osteuropa. Mit Arbeitskosten pro Stunde von 8,10 Euro in Tschechien, 6,00 Euro in Polen oder 4,80 Euro in der Slowakei kann Deutschland mit 42,29 Euro nicht mithalten. Alle Arbeitskosten beziehen sich auf durchschnittliche Werte aus dem Jahr 2007 und sind inklusive der Sozialabgaben (BLÖCKER 2009: 91).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über die Internationalisierung in der Automobilindustrie und definiert den Fokus auf die Beziehung zwischen Herstellern und Zulieferern.
2. Transnationale Produktion in der Autoindustrie: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung und die Oligopol-Struktur der großen Automobilhersteller.
3. Aktuelle Entwicklungen in der Autoindustrie: Hier werden die neuen Produktionsmethoden wie Lean-Production und Modularisierung sowie der Trend zur Verlagerung nach Mittel- und Osteuropa analysiert.
4. Automobilzulieferer: Das Kapitel befasst sich mit der veränderten Rolle der Zulieferer, dem Preisdruck und der Entstehung von Abhängigkeiten in der Lieferkette.
5. Veränderungen in der deutschen Automobilindustrie: Untersuchung der ökonomischen Bedeutung der Branche für Deutschland und der Beschäftigungseffekte infolge von Restrukturierungsprogrammen.
6. Fazit: Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse bezüglich der Verschiebung von Kompetenzen und den Herausforderungen für Arbeitnehmer durch die transnationale Produktion.
Schlüsselwörter
Automobilindustrie, Transnationale Produktion, Globalisierung, Lean-Production, Modularisierung, Standortverlagerung, Automobilzulieferer, OEM, Kostendruck, Wertschöpfungskette, Deutschland, Mittel- und Osteuropa, Arbeitskosten, Restrukturierung, Automobilbranche.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Internationalisierungsprozesse und die strukturelle Umgestaltung innerhalb der Automobilindustrie in den letzten zwei Jahrzehnten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf neuen Produktionsmodellen, der Verlagerung von Produktionsschritten nach Mittel- und Osteuropa sowie der ökonomischen Machtverteilung zwischen OEMs und Zulieferern.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu verstehen, wie Internationalisierung und Restrukturierung das Verhältnis zwischen Autoherstellern und ihren Zulieferern verändert haben und welche Konsequenzen dies für den Wirtschaftsstandort Deutschland hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer kritischen Auseinandersetzung mit Fachliteratur, insbesondere einer Fallstudienanalyse von Antje Blöcker zu den Themen Internationalisierung und Restrukturierung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die technologischen und organisatorischen Entwicklungen der Autoindustrie, die Situation der Zulieferer und die spezifischen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Automobilindustrie, Transnationale Produktion, Lean-Production, OEM, Standortverlagerung und Wertschöpfung sind zentrale Begriffe dieser Arbeit.
Warum ist der Kostendruck für Zulieferer in Deutschland so hoch?
Durch die Modularisierung und den Wettbewerb unter den Zulieferern sowie die Möglichkeit der Verlagerung in Niedriglohnländer entsteht ein massiver Preisdruck, der vor allem kleinere und mittlere Unternehmen belastet.
Welche Rolle spielen die sogenannten "Ingenieursgesellschaften"?
Diese Gesellschaften waren lange Zeit für Innovationen essenziell, verloren jedoch an Bedeutung, da OEMs Entwicklungsaufgaben zunehmend in eigene Tochterunternehmen zurückholten.
Was ist die Konsequenz der "neuen Qualität der Internationalisierung"?
Sie ermöglicht es den OEMs, auch hochtechnologische Fertigungsschritte in Niedriglohnländer zu verlagern, was die Wertschöpfungstiefe im Stammland reduziert.
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- Philipp Straßer (Autor), 2016, Arbeit und transnationale Wertschöpfung. Automobilindustrie im Wandel, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/584722