Diese Arbeit befasst sich mit dem Thema der Drogenhilfe bei Jugendlichen, aus der systemischen Sicht und ob sich das Ganze als sinnvoll erweist. Im ersten Teil der Arbeit wird sich mit der Begriffsdefinition beschäftigt und geklärt, was unter den Begriffen Sucht und System verstanden wird. Der Hauptteil geht über in die systemischen Ansätze und erklärt, wie Sucht überhaupt aus systemischer Sicht gesehen wird. Anschließend werden Handlungsansätze erläutert, die in der Familientherapie verwendet werden: die strukturelle, strategische und systemische Familientherapie. Daraufhin wird auf einen ressourcen- und lösungsorientierten Lösungsansatz eingegangen und die systemischen Interventionsmethoden, die angewendet werden während der Therapie, erklärt.
Eine bedeutende Phase der Entwicklung und Veränderung für Jugendliche, stellt die Adoleszenz dar. Der Jugendliche tritt in die Erwachsenenwelt ein und lernt Dinge wie Verantwortung und Selbstständigkeit. Für sein Handeln ist er nun selbst verantwortlich. Er setzt sich mit den Werten und Normen der Gesellschaft auseinander, versucht seinen Platz in der Gesellschaft zu finden und bildet seine Identität. Besonders in dieser Zeit sind Bezugspersonen sehr wichtig, die verstehen und auffangen. Viele fühlen sich verloren und mit den Ansprüchen der Gesellschaft überfordert und suchen nach Möglichkeiten diese Defizite zu kompensieren. Demnach kann es vorkommen, dass Jugendliche zu Drogen greifen. Statistisch bewiesen, greifen mehr Jugendliche aus ,,funktionsunfähigen’’ Familien zu Drogen, als Jugendliche aus ,,intakten’’ Familien. Wichtig zu erwähnen ist auch, dass in dieser Phase der Jugend, auch einfach gerne herumexperimentiert wird und es bei den meisten auch einfach dabei bleibt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Begriffserklärungen
1.1 Sucht/ Abhängigkeit
1.2 System
2. Systemische Ansätze
3. Sucht aus systemischer Sicht
4. Familientherapeutische Handlungsansätze
4.1 Strukturelle Familientherapie
4.2 Strategische Familientherapie
4.3 Systemische Familientherapie
5. Ressourcen- und lösungsorientierter Lösungsansatz
6. Systemische Interventionsmethoden
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht die Anwendung und Sinnhaftigkeit systemischer Ansätze in der Drogenhilfe bei Jugendlichen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie diese methodischen Ansätze den therapeutischen Prozess beeinflussen und ob sie im Kontext einer ambulanten Drogenhilfe effektiv umgesetzt werden können.
- Systemische Grundlagen und Begriffsdefinitionen (Sucht und System)
- Familientherapeutische Handlungsansätze bei Drogenabhängigkeit
- Ressourcen- und lösungsorientierte therapeutische Vorgehensweisen
- Systemische Interventionsmethoden (z. B. zirkuläres Fragen, Wunderfrage)
- Die systemische Sichtweise auf Sucht als Bewältigungsform
Auszug aus dem Buch
Zirkuläres Fragen
Entwickelt wurde das zirkuläre Fragen von der Mailänder Gruppe. Es werden auf indirektem Weg Beziehungsfragen gestellt, die Aufschluss über den Umgang im System geben sollen. Familienmitglieder sollen ihre Meinung über Gedanken und Gefühle anderer Mitglieder mitteilen (vgl. Thomasius u.a. 2000, S.138f.). Diese Methode wird gerne in der systemischen Familientherapie angewendet, da durch die Fragetechnik eine Landkarte der Familie erstellt werden kann. Es lässt sich durch die Fragen eine Verhaltensänderung vor oder nach einer Situation schließen.
Diese Interventionsmethode ist die Hauptinterventionsmethode, nach der sich alle anderen einordnen. Sie gibt Auskunft über die Konstruktion und Kommunikation im familiären System. Die Klienten lernen außerdem sich in die Lage anderer hineinzuversetzen, was besonders Suchtkranken oft schwerfällt.
Alle Beteiligten bekommen durch das zirkuläre Fragen viele Informationen und der Therapeut behält weiterhin seine neutrale Position (vgl. Gemeinhardt 2008, 423f.). Auch in der Einzeltherapie wendet man das zirkuläre Fragen an, denn es funktioniert auch mit nicht anwesenden Mitgliedern eines Systems.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in das Thema der Drogenhilfe bei Jugendlichen aus systemischer Sicht und Darstellung der Problemstellung.
1. Begriffserklärungen: Definition der zentralen Begriffe Sucht, Abhängigkeit und System im wissenschaftlichen Kontext.
2. Systemische Ansätze: Erläuterung der systemtheoretischen Konzepte, von der Kybernetik 1. Ordnung bis hin zur systemisch-konstruktivistischen Denkrichtung.
3. Sucht aus systemischer Sicht: Einordnung von Sucht als soziales Phänomen und sinnvolle Lösungsstrategie innerhalb von menschlichen Beziehungen.
4. Familientherapeutische Handlungsansätze: Darstellung verschiedener Ansätze wie der strukturellen, strategischen und systemischen Familientherapie.
5. Ressourcen- und lösungsorientierter Lösungsansatz: Fokussierung auf die vorhandenen Stärken der Klienten anstelle der Defizitorientierung.
6. Systemische Interventionsmethoden: Vorstellung konkreter Methoden wie Joining, zirkuläres Fragen, Skalierungsfragen, Refraiming, Wunderfrage, Externalisierung und metaphorische Systemdarstellungen.
Fazit: Zusammenfassende Bewertung der systemischen Arbeit als entstigmatisierende und zeitgemäße Form der Drogenhilfe.
Schlüsselwörter
Systemische Therapie, Drogenhilfe, Jugendliche, Sucht, Abhängigkeit, Familientherapie, Ressourcenorientierung, Lösungsorientierung, Interventionsmethoden, Zirkuläres Fragen, Konstruktivismus, Soziale Arbeit, Kommunikation, Systemtheorie, Identität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einsatz systemischer Ansätze in der Drogenhilfe für Jugendliche und bewertet deren Sinnhaftigkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen systemtheoretische Grundlagen, familientherapeutische Interventionsformen sowie lösungsorientierte Ansätze in der Suchthilfe.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu analysieren, wie systemische Verfahren in der ambulanten Drogenhilfe angewendet werden und ob sie zur Bewältigung der Problematik beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit systemtherapeutischen Konzepten und Literatur zum Thema Drogenhilfe und Familientherapie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Definition von Sucht, den theoretischen Ansätzen der Familientherapie sowie einer detaillierten Erläuterung praktischer Interventionsmethoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind systemische Therapie, Drogenhilfe, Sucht, Ressourcenorientierung, Familientherapie und Interventionsmethoden wie die Wunderfrage.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen Kybernetik 1. und 2. Ordnung eine Rolle?
Sie markiert den Perspektivenwechsel in der systemischen Therapie hin zur Einbeziehung des Beobachters und der Subjektivität, was die therapeutische Arbeit bei Suchterkrankungen maßgeblich verändert hat.
Wie trägt die Externalisierung zur Therapie bei?
Die Externalisierung hilft, die Identität des Jugendlichen von seinem Suchtproblem zu trennen, was Schuldgefühle reduziert und neue Handlungsspielräume schafft.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Drogenhilfe bei Jugendlichen aus systemischer Sicht. Handlungs- und Lösungsansätze für die Familientherapie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/584782