Was ist Benchmarking? Einführung, Benchmarking-Prozess und Praxistransfer


Hausarbeit, 2020

16 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen des Benchmarking
2.1. Definition „Benchmark“
2.2. Definition „Benchmarking“

3. Arten des Benchmarking
3.1. Internes Benchmarking
3.2. Externes Benchmarking
3.2.1 Branchenunabhängiges Benchmarking
3.2.2. Markt bzw. Konkurrentenbezogenes Benchmarking
3.2.3 Branchenbezogenes Benchmarking

4. Der Benchmarking-Prozess
4.1. Zielsetzung
4.2. Interne Analyse
4.3. Vergleichsphase
4.4. Ableitung von Maßnahmen
4.5. Umsetzung

5. Praxistransfer: Branchenunabhängiges, externes Benchmarking bei Praxispartner BMW Motorsport

6. Chancen und Grenzen des Benchmarking

7. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 - Benchmarking-Zyklus

Abbildung 2 - Arten des Benchmarking

Abkürzungsverzeichnis

BMW - Bayrische Motorenwerke

z.B. - Zum Beispiel

1. Einleitung

„Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“1

Dieses Zitat von Henry Ford verdeutlicht, dass eine stetige Weiterentwicklung essenziell für den Fortschritt ist, genau so ist es auch im Benchmarking.

Der ökonomische Wettbewerb ist aggressiver und globaler geworden denn je. Die Globalisierung und die nahezu vollständige Transparenz der Märkte, wachsender Kostendruck, die Dynamik der Märkte, kürzere Produktlebenszyklen sowie ständig wachsende Kundenwünsche zwingen Unternehmen dazu, ihre Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, sowie ihre Kosten zu senken, um in der heutigen Wirtschaft bestehen zu können.

Einerseits wird für die Unternehmensentwicklung eine gewisse Kontinuität erwartet, welche zwangsläufig mit stabilen Prozessen einhergeht, auf der anderen Seite verlangt der Markt eine sehr hohe Flexibilität bei stets steigenden Qualitätsanforderungen. Um diesen Spagat meistern zu können, müssen die Unternehmen kontinuierlich nach Verbesserungen und vor allem nach Innovationen streben.

Das Benchmarking ist ein geeignetes Tool, um eine Wettbewerbsposition zurückzugewinnen, zu sichern oder auszubauen. Bei diesem Management-Instrument wird das Ziel angestrebt, der ,,Beste der Besten" zu werden.

Im Rahmen dieser Arbeit wird zuerst auf die Grundlagen des Benchmarkings, sowie verschiedene Definitionen näher eingegangen. Anschließend wird ein Einblick in die verschiedenen Arten des Benchmarkings gegeben. Das Schwerpunktkapitel spiegelt detailliert den Benchmarking-Prozess anhand seiner fünf Phasen wider. Der anschließende Praxistransfer verdeutlicht die praktische Umsetzung des theoretischen Benchmarking-Konzeptes.

2. Grundlagen des Benchmarking

2.1. Definition „Benchmark“

Der Begriff Benchmark ist in der Literatur auf unterschiedlichste Art und Weise definiert und angewandt. Wörtlich übersetzt bedeutet dieses Schlagwort „Bezugspunkt, Maßstab“. Umfassender kann ein Benchmark somit als ein genau messbarer Referenzpunkt übersetzt werden.2

Die Autoren Sieber und Kempf definieren den Begriff Benchmarking wie folgt:

„Ein Benchmark ist eine gemessene Bestleistung, die als Referenzpunkt dient.“. 3

Mit dem Referenzwert ist es der Betriebswirtschaft ermöglicht, kontinuierliche Vergleiche von Unternehmen durchzuführen. Diese sollen verdeutlichen, was „Best Practice“ ist und somit als nicht zu übertreffender Standard angesehen werden kann.

2.2. Definition „Benchmarking“

Benchmarking hat heutzutage einen sehr hohen Stellenwert unter den Managementinstrumenten. Aber was genau ist eigentlich Benchmarking? Die formale Definition wurde aus der Erfahrung und den Erfolgen aus den ersten Tagen der Anwendung des Benchmarking im Fertigungsbereich abgeleitet:

„Bechmarking ist the continuous process of measuring products, services, and practices against the toughest competitores or those companies recognized as industry leaders“4

Des Weiteren beschreibt der Begründer der Benchmarking-Methodik, Robert C.Camp seinen Kerngedanken mit der folgenden Definition:

„Benchmarking ist die Suche nach Lösungen, die auf den besten Methoden und Verfahren der Industrie, den „Best Practices“ basieren und ein Unternehmen zu Spitzenleistungen führen“5

Entscheidend ist die Frage: „Warum machen es Andere besser und was können wir daraus lernen?“. Ein Benchmark wurde als einzelner Wert (Referenzpunkt) definiert, nachdem gestrebt werden sollte. Vereinfacht kann Benchmarking als der gesamte Prozess gesehen werden, um diesen Benchmark zu erreichen. In Anlehnung an die genannten Definitionen soll Benchmarking wie folgt definiert und im weiteren Verlauf dieser Arbeit gesehen werden:

„Benchmarking ist ein strategisches Instrument des Managements zum Vergleich von Prozessen und Produkten mittels Benchmarks, welche der Identifizierung von Benchmarking-Partnern dienen. Diese Vergleichspartner werden anhand von Affinitäten in der eigenen Branche (internes Benchmarking) oder bei branchenfremden Unternehmen (externes Benchmarking) gefunden. Ziel des Benchmarking ist es, die eigenen Unternehmensprozesse und Produkte anhand des Vorbildes des „Best of Best“ entscheidend zu verbessern. Um erfolgreiche Vergleiche ausarbeiten zu können, muss Benchmarking als ein kontinuierliches Instrument im Unternehmen implementiert werden“6

Nach der Definition von Benchmarking an sich wird in der folgenden Grafik der Benchmarking-Zyklus kurz beschrieben.

Abbildung 1: Benchmarking-Zyklus

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: https://business.trustedshops.de/blog/definition-benchmarking-wettbewerbsvorteil/

Die abgebildete Grafik zeigt das Benchmarking mit den Phasen der Planung, Datenerhebung, Analyse, Maßnahmen, Kontrolle und den nötigen Anpassungen.

3. Arten des Benchmarking

Die Benchmarking-Methoden unterscheiden sich meist nur im Detaillierungsgrad und in den Bezeichnungen. Das Grundprinzip bleibt in etwa gleich: Vergleiche zeigen Unterschiede zwischen der eigenen Organisation und den Benchmarking-Partnern auf. Dementsprechend lassen sich Folgerungen für die eigene Organisation ableiten, was einen Lernprozess einleitet. 7

Abbildung 2: Arten des Benchmarking

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die abgebildete Grafik zeigt wie das interne und das externe Benchmarking voneinander getrennt sind.

Quelle: http://slideplayer.org/slide/216565/1/images/8/2.+Arten+des+Benchmarking.jpg

3.1. Internes Benchmarking

Das interne Benchmarking lässt sich in zwei Arten unterscheiden, in das Unternehmensbezogene und das Konzernbezogene Benchmarking.

Internes Benchmarking stellt sehr häufig den ersten Schritt aller Benchmarking Aktivitäten dar, es wird sowohl als ein separater Vorgang, als auch als Grundlage für das anschließende externe Benchmarking gesehen“8

Diese Form des Benchmarking findet ausschließlich innerhalb der eigenen Organisation und Branche statt.

Arten des Benchmarking können sein:

Internes Benchmarking

- Unternehmensbezogenes Benchmarking
- Konzernbezogenes Benchmarking
- Externes Benchmarking
- Branchenbezogenes Benchmarking
- Konkurrenzbezogenes Benchmarking
- Branchenunabhängiges Benchmarking

Der große Vorteil dieses Benchmarking ist, dass erstens die Daten gut erhältlich und zweitens Vergleiche auf Kennzahlenebenen möglich sind. „Betriebswirtschaftliche Kennzahlen drücken messbare Sachverhalte eines Unternehmens aus, die in konzentrierter Form über bestimmte Aspekte informieren. Durch Kennzahlen lassen sich Vergleiche, bezogen auf Zeitpunkte bzw. Perioden innerhalb eines Unternehmens (Zeitvergleiche) bzw. zwischen Unternehmen (Branchen), durchführen“9

3.2. Externes Benchmarking

Benchmarking ist insbesondere eine Technik, um nach außen zu blicken, wobei ein Vergleich der Praktiken des eigenen Unternehmens mit unternehmensexternen Praktiken vorgenommen wird. „Vergleich bedeutet hier ebenso wie beim internen Benchmarking, dass eine Grundlinie von Ähnlichkeiten vorhanden sein muss“10 Beim externen Benchmarking werden drei Unterformen unterschieden, auf die in den kommenden drei Kapiteln näher eingegangen wird.

3.2.1 Branchenunabhängiges Benchmarking

Beim branchenübergreifenden Benchmarking erfolgt der Vergleich mit Unternehmen, die weder der eigenen Branchen noch dem eigenen Konzern angehören. Man möchte die beste gegenwärtig vorhandene Praxis erkennen, einholen und dann überholen. Deshalb richtet sich Benchmarking nach den Besten aus. „Erfolg an externen Kriterien zu definieren, bedeutet eine detaillierte Vorstellung von erreichbaren Bestleistungen zu entwickeln und das Unternehmen auf ein neues Leistungsniveau zu heben“11

Benchmarking am „Klassenbesten“ beruht auf der Überzeugung, dass der Prozess der Wertschöpfung über viele unterschiedliche Institutionen hinweg auf ähnlichen Merkmalen beruht. Branchenunabhängiges Benchmarking ist folglich ein Benchmarking von Geschäftsprozessen. Voraussetzung ist daher eine klare Definition der zu vergleichenden Prozess. Diese sehr aufwendige Benchmarking Form hat ein enormes Lern- und Verbesserungspotenzial. Zudem sind die Daten besser verfügbar als bei dem Konkurrenz-Benchmarking.

3.2.2. Markt bzw. Konkurrentenbezogenes Benchmarking

Hierunter versteht man die Analyse und den Vergleich von Produkten, Abläufen, Leistungen und Methoden bei direkten Wettbewerbern. Das Hauptinteresse gilt dem Vergleich von Kennzahlen, der allerdings aus Gründen des Wettbewerbs nur sehr eingeschränkt möglich ist. Konkurrenzbezogenes Benchmarking bedingt eine besonders gute Vorbereitung und sehr offene Kommunikation, da jeder Teilnehmer die Sicherheit haben muss, dass die abgegebenen und erhaltenen Informationen in einem ausgewogenen Verhältnis stehen

Auch ist es wichtig, dass alle Partner vom Projekt überzeugt sind und einander nicht durch das Zurückhalten von Informationen zu übervorteilen versuchen. Der Vorteil eines erfolgreichen Konkurrenz-Benchmarking ist die klare Positionierung des eigenen Unternehmens im Wettbewerb. Dem stehen zwei Nachteile gegenüber. „Erstens ist es schwierig, Kennzahlen oder sogar Prozesse mit der direkten Konkurrenz zu vergleichen. Zweitens zeigt die Erfahrung von abgeschlossenen Projekten, dass die Erkenntnisse aus Konkurrenz-Benchmarking einen geringen Neuigkeitsgrad haben“12

3.2.3 Branchenbezogenes Benchmarking

„Branchenbezogenes Benchmarking geht über den bloßen Vergleich zweier oder mehrerer Firmen direkter Konkurrenz hinaus und hat seinen Schwerpunkt in der Suche nach Trends innerhalb der ganzen Branche“.13 Es untersucht also die Leistungsfähigkeit einer bestimmten Funktion in branchenweiter Ausprägung. Es wird gezielt nach Trends und Innovationen statt nach Wettbewerbspositionen gesucht. Hieraus ergibt sich auch der wesentliche Vorteil, es besteht keine unmittelbare Wettbewerbssituation, da auch auf anderen Märkten agiert wird. „Darüber hinaus ist beim branchenbezogenen Vergleich von Prozessen und Methoden von einer erhöhten Vergleichbarkeit der Untersuchungsgegenstände auszugehen, da sich die Geschäftsbereiche von Unternehmen innerhalb einer Branche […] an ähnlichen Voraussetzungen am Markt orientieren und sich ihre strategische Ausrichtung anhand gut vergleichbarer Ziele vollzieht“.14 Mit einem signifikanten Leistungssprung bei der Wettbewerbsfähigkeit ist bei dieser Art des Benchmarking nicht zu rechnen, da auch hierbei die wirksamste Orientierung an der weltweit besten Praktik ausbleibt.

Die letztendlich in Bezug auf Wettbewerbsvorteile effektivste Form des Benchmarking ist das branchenunabhängige Benchmarking. Die Einbeziehung von Best Practices kann unabhängig von den jeweiligen Branchen oder Märkten in weltweiter Orientierung vollzogen werden.

[...]


1 Henry Ford

2 Vgl. Landes (2008), Benchmarking, GRIN Verlag, S.87

3 Siebert/ Kempf (2012), Benchmarking. Leitfaden für die Praxis, Hanser Verlag, 3. Auflage, S.87

4 David T. Kearns

5 Mertins/ Siebert/ Kempf (1995), Benchmarking. Praxis in deutschen Unternehmen, Hanser Verlag, S. 76

6 Landes (2008), Benchmarking, Grin Verlag, S.6

7 Vgl. Leser (2010), Wörterbuch allgemeine Geographie , Diercke Verlag, S. 316

8 Landes (2010), Benchmarking, Grin Verlag, S.7

9 Wöhe (2016), Einführung in die allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Vahlen Verlag, S. 276

10 Mertins (2004), Spezialreport Benchmarking, Symposion Verlag, S. 33

11 Mertins (2004), Spezialreport Benchmarking, Symposion Verlag, S. 34

12 Fahrni/ Bodmer (2002), Erfolgreiches Benchmarking, Hanser Verlag, S. 17

13 Mertins (2004), Benchmarking, Symposion Verlag S. 35-36

14 Mertins (2004), Benchmarking, Symposion Verlag, S. 37

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Was ist Benchmarking? Einführung, Benchmarking-Prozess und Praxistransfer
Hochschule
Steinbeis-Hochschule Berlin
Note
1,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
16
Katalognummer
V584797
ISBN (eBook)
9783346189509
ISBN (Buch)
9783346189516
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Betriebswirtschaftliche Hausarbeit im Controlling mit dem Bezug zur Benchmarking-Analyse in der Sport- und Eventbranche
Schlagworte
Controlling, Benchmarking, Analyse, BWL, Betriebswirtschaftslehre, Universität, Diplom, Hausarbeit, Sportmanagement, Eventmanagement, Business, Management
Arbeit zitieren
Paul Friedrich (Autor), 2020, Was ist Benchmarking? Einführung, Benchmarking-Prozess und Praxistransfer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/584797

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