Ethik in der Forschung

Wie weit darf Forschung gehen? Welche ethischen Grenzen entstehen bei der wissenschaftlichen Forschung?


Hausarbeit, 2018

21 Seiten, Note: 1,3

M. Frank (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Grundproblem
1.2 Stand der Wissenschaft

2 Grundlagenteil
2.1 Begriffserklärung / Definition „Ethik“
2.2 Forschungsfrage

3 Hauptteil
3.1 Methodik
3.2 Regelungen zur Forschungsethik
3.3 Datenschutz in der Forschung
3.4 Freiwilligkeit und Informationspflicht
3.5 Die Nicht-Schädigung von Forschungsteilnehmern
3.6 Wahrung guter wissenschaftlicher Praxis
3.7 Praxisbezug
3.7.1 Menschenversuche im Dritten Reich
3.7.2 Bestrafungen / Prozesse von NS- Versuchsverantwortlichen

4 Schluss / Fazit

5 Literaturverzeichnis

6 Internetverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Ergebnisse der Literaturrecherche

Tabelle 2: Ethik Kodex des GDS & BDS

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Grundproblem

Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Ethik in der Forschung. Folgende grundsätzliche Fragen im Bereich der Forschungsethik werden me- thodisch ausgearbeitet: Wie weit darf Forschung gehen? Sowie welche ethischen Grenzen entstehen bei der wissenschaftlichen Forschung?

Hauptproblematik bei der Forschung ist es, eine klare Differenzierung zwischen Fremd- und Eigennutzen vorzunehmen. Ein hohes Konfliktpotenzial entsteht auch bei der Ent- scheidung für oder gegen eine Forschung am Menschen. Zum einen wird es in der Ge- sellschaft als unethisch angesehen, an Patienten nicht wissenschaftlich geprüfte Thera- piemethoden zu testen, ohne die Wirksamkeit und Risiken bewertet zu haben. Zum ande- ren ist es jedoch auch unethisch diese Wirksamkeit und daraus resultierenden Risiken an Menschen zu untersuchen.1

1.2 Stand der Wissenschaft

Wenn man sich mit den im vorigen Kapitel gestellten Fragen beschäftigt, gilt es zunächst grundsätzliche gesellschaftliche Werte, Gesetze, und ethische Regelungen zu erläutern.

Ethik bezeichnet die Wissenschaft von der Moral bzw. bedeutet Moralphilosophie. Als Teilbereich der Philosophie befasst sich die Ethik mit der Bewertung menschlichen Han- delns.

Die Ethik untersucht die Antworten auf verschiedenste Moralische Fragestellungen wie u.a.: „Was ist richtig oder falsch“, „Welche Reaktion ist angemessen“, „Was soll ich tun“, und überprüft, wie und ob die Antworten auf diese Fragen gerechtfertigt sind.2

Auf Forschungshandeln angewandte Ethik konzipiert Grundprinzipien unter dem Aspekt des moralisch angemessenen Handelns für die empirische Forschung. Der Fokus wird dabei auf die Beziehungen zwischen Forschenden und Teilnehmenden (u.a. Probanden, Befragte) gerichtet. Grundsätzlich kann durch empirische Forschung einzelnen Subjekten (inkl. der Forschenden selbst), gesellschaftlichen Gruppen oder einer Bevölkerung Scha- den zugefügt werden.3 Das Ziel forschungsethischer Grundlagen und Regelungen ist die Anleitung zu einem Forschungshandeln, sodass diese Schädigungen möglichst vermieden werden, Forschungsfreiheit gewährleistet wird und bestmögliche Forschungsarbeit dar- aus resultiert.

„Empirisch Forschende müssen in diesem Kontext Entscheidungen über Verfahren und Prozesse treffen, die weitreichende Konsequenzen für das Leben anderer Menschen nach sich ziehen können“.4

2 Grundlagenteil

2.1 Begriffserklärung / Definition „Ethik“

Um die einleitend gestellten Forschungsfragen fundiert beantworten zu können, muss zu- nächst die Bedeutung des Wortes „Ethik“ geklärt werden. Das Wort „Ethik“ wurde aus der griechischen Sprache ins Deutsche übersetzt, um genauer zu sein stammt es aus dem altgriechischen Wort „ethos“ ab. Einerseits bedeutet es „Brauch“, „Gewohnheit“, „Sitte“ und bezog sich auf gemeinschaftliche Umgangsformen in einer Religionsgruppe oder ei- nes Staates. Anderseits heißt es aber auch so viel wie „Charakter“, „Denkweise“, so zu- sagen die individuelle Einstellung bei einzelnen Personen. Anzumerken ist hierbei, dass das Wort „ethos“ in diesen beiden Bedeutungen als wertneutral anzusehen ist. Es kann eine schlechte, gute oder neutrale Gewohnheit implizieren und zugleich einen positiven oder negativen Charakter bezeichnen.5

2.2 Forschungsfrage

Wie sich im Kapitel 1.2 Stand der Wissenschaft erkennen lässt, entsteht hier ein ethischer Konflikt, auf den es keine eindeutige Lösung gibt bzw. viele unterschiedliche Meinungen existieren. Es besteht die besondere Notwendigkeit, die Auflagen sozial- und humanme- dizinischer Forschung kritisch zu hinterfragen und einer stetigen Prüfung zu unterziehen.

Resultierend daraus entsteht Diskussionsbedarf, unter anderem weil bestimmte Grunds- ätze zur Ethik in der Forschung nicht realisierbar sind und neue Technologien durch den Digitalen Wandel neue Fragen aufwerfen. In dem nachfolgenden Kapitel wird zunächst die Herangehensweise (in Form einer Literaturrecherche) dieser Arbeit erläutert. Auf die in der Einleitung beschriebene Grundproblematik wird im darauffolgenden Kapitel de- tailliert eingegangen. Darüber hinaus werden bereits formulierte wissenschaftliche Rege- lungen erläutert und Fachliteratur zu dieser Thematik zitiert.

3 Hauptteil

3.1 Methodik

Für die vorliegende Arbeit wurde eine systematische Literaturrecherche gemäß FOM Leitfaden zur formalen Gestaltung von Seminar- und Abschlussarbeiten (Stand Februar 2018) durchgeführt. Die Literaturrecherche erfolgte vom 30. April 2018 bis 03. Mai 2018.

Als Recherche Zeitraum wurde das Jahr 1940 – heute 2018 gewählt. Zunächst wurde mit Hilfe der Literaturverwaltungssoftware Citavi und lizensierten Datenbanken wie EDS o- der Google Books nach Fachliteratur gesucht. Teilweise wurde Google Scholar für wis- senschaftliche Interviews und Zeitungsartikeln zu diesem Thema benutzt.6

Verwendet wurden u.a. die Suchbegriffe: Ethik, Ethik Kodex, Experimente Drittes Reich, Forschungsethik, Menschen Versuche, Nürnberger Kodex, Nürnberger Ärzteprozess so- wie Wissenschaft Ethik.

Wie in der Tabelle zu sehen ist, wurden die meisten Suchergebnisse (ca. 30.000 Ergeb- nisse von oben erwähnten Datenbanken und Suchmaschinen) mit dem Begriff „Ethik“ erzielt. Wodurch die Literaturrecherche und die Suchbegriffe optimiert wurden. Folglich, wie in der unten abgebildeten Tabelle 1 zu sehen, führten die Begriffe: Ethik Kodex, Forschungsethik aber auch Wissenschaft Ethik zu den inhaltlich passendsten literarischen Quellen.

Für das Kapitel 2.7 Praxisbezug, führten die Suchbegriffe: Experimente Drittes Reich, Menschenversuche, Nürnberger Kodex sowie im Schlussteil der Implikation zu Praxis angesprochene Nürnberger Ärzteprozess zu fundierter Sekundärliteratur. In folgender Ta- belle wurden die erzielten Ergebnisse pro Suchbegriff zusammengefasst und dargestellt.

Tabelle 1: Ergebnisse der Literaturrecherche

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

Häufig zitierte (u.a. in Google Scholar) Publikationen und Werke wurden zunächst prä- feriert ausgewählt und nach inhaltlichen Gemeinsamkeiten ausgewählt.

Durch Ein- und Ausschlusskriterien erfolgte letztendlich eine Reduktion auf die im Lite- raturverzeichnis7 enthaltenen Monographien bzw. Sammelwerken diverser Verfasser zur Thematik dieser wissenschaftlichen Arbeit: Ethik in der Forschung.

3.2 Regelungen zur Forschungsethik

Forschungsfreiheit ist ein rechtlich geschütztes Interesse einer demokratischen Gesell- schaft.8 Anfang der 1990er - Jahre wurde erstmals nach umfangreichen organisationin- ternen Diskussionen einem Ethik Kodex zugestimmt, damals von den Mitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) und des Berufsverbandes Deutscher Sozi- ologen (BDS).9 Inhaltlich behandelte er u.a. zentrale forschungsethische Fragen, Begut- achtungen und Fragen der Lehre. (Siehe Tabelle 2: Ethik Kodex der GDS & BDS).

Tabelle 2: Ethik Kodex des GDS & BDS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an von Unger, H., Ethik Kodex, 2017, S.20

Zum Vergleich wurde in der amerikanischen Soziologie bereits in den 1960er - Jahren forschungsethische Prinzipien und Regeln im Rahmen der „Code of Ethics“ festgesetzt.10

Die hier aufgeführten Regelungen und der Ethik Kodex in Deutschland umfasst im All- gemeinen die Bestimmungen zur Forschungsethik. Eine Besonderheit tritt in der medizi- nischen Forschung auf, wenn der Mensch als das beforschte „Objekt“ möglicherweise zugleich Subjekt, nämlich ein Individuum, ist. Die Würde, das Wohlergehen und das Per- sönlichkeitsrecht schränken die Forschungsfreiheit ein und setzen klare Grenzen (müssen individuell festgelegt werden) für die Forschenden. Dennoch ist die medizinische For- schung für die Verbesserung von Lebensqualität und Lebenserwartung essentiell.11

Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ist zur Ethik in der Forschung folgendes festgehalten:

„Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung, § 5 Abs. 3 GG (kurz: § 5 III GG).“

Das bedeutet, dass die Freiheit der Forschung gleichzeitig eine Verantwortungs- und Nachsichtspflicht mit sich führt.

3.3 Datenschutz in der Forschung

Forschung - in allen Bereichen - basiert auf Vertrauen, dass sowohl von den Forschungs- teilnehmern, aber auch von der Gesellschaft bzw. von den Wissenschaftlern entgegenge- bracht wird. In Zeiten des digitalen Wandels lassen sich mögliche Beeinträchtigungen / Schädigungen weder vorhersehen, noch vollständig vermeiden. In Bezug auf diesen As- pekt ist es daher sinnvoll, ein vertretbares und für alle Beteiligten ausgewogenes Verhält- nis zwischen möglichen Schaden und voraussagbaren Nutzen zu erstreben.

[...]


1 Vgl. Toellner, R., Medizingeschichte als Aufklärungswissenschaft, 2016, S.7 ff.

2 Vgl. Frankena, W. K., Ethik, 2017, S.6 f.

3 Vgl. https://www.forschungsdaten-bildung.de/ethik, Zugriff am 01.05.2018.

4 Unger, H., Narimani, P., M´Bayo, R., Forschungsethik in der qualitativen Forschung, 2014, S. 16.

5 Vgl. Fuchs, M., Heinemann, T., Heinrichs, B., Hübner, D., Kipper, J., Rottländer, K., Runkel, T., Spran- ger, T. M., Vermeulen, V., Völker-Albert, M., Forschungsethik, 2010, S. 5.

6 Google Books, https://books.google.de/, Zugriff am 30.04. – 01.05.2018. Google Scholar, https://scholar.google.de/, Zugriff am 30.04. – 01.05.2018.

7 Siehe Literaturverzeichnis sowie Internetverzeichnis Seite 17-18.

8 Vgl. Mitgl. der AG Forschungsethik des Rat SWD, Forschungsethische Grundsätze und Prüfverfahren in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, 2017, S. 8.

9 Vgl. http://www.soziologie.de/de/die-dgs/ethik/ethik-kodex.html, Zugriff am 01.05.2018.

10 Vgl. Flick, U., Kardorff, E., Von Steinke, I., Qualitative Forschung, Ein Handbuch. 2000, S. 589 – 600.

11 Vgl. Wiesing, U., Simon, A., Von Engelhardt, D., Ethik in der medizinischen Forschung, 2000, S.20 ff.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Ethik in der Forschung
Untertitel
Wie weit darf Forschung gehen? Welche ethischen Grenzen entstehen bei der wissenschaftlichen Forschung?
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
1,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
21
Katalognummer
V584871
ISBN (eBook)
9783346170965
ISBN (Buch)
9783346170972
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ethik, forschung, grenzen, welche
Arbeit zitieren
M. Frank (Autor), 2018, Ethik in der Forschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/584871

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