Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Ethik in der Forschung. Folgende grundsätzliche Fragen im Bereich der Forschungsethik werden methodisch ausgearbeitet: Wie weit darf Forschung gehen? Sowie welche ethischen Grenzen entstehen bei der wissenschaftlichen Forschung?
Hauptproblematik bei der Forschung ist es, eine klare Differenzierung zwischen Fremd- und Eigennutzen vorzunehmen. Ein hohes Konfliktpotenzial entsteht auch bei der Entscheidung für oder gegen eine Forschung am Menschen. Zum einen wird es in der Gesellschaft als unethisch angesehen, an Patienten nicht wissenschaftlich geprüfte Therapiemethoden zu testen, ohne die Wirksamkeit und Risiken bewertet zu haben. Zum anderen ist es jedoch auch unethisch diese Wirksamkeit und daraus resultierenden Risiken an Menschen zu untersuchen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Grundproblem
1.2 Stand der Wissenschaft
2 Grundlagenteil
2.1 Begriffserklärung / Definition „Ethik“
2.2 Forschungsfrage
3 Hauptteil
3.1 Methodik
3.2 Regelungen zur Forschungsethik
3.3 Datenschutz in der Forschung
3.4 Freiwilligkeit und Informationspflicht
3.5 Die Nicht-Schädigung von Forschungsteilnehmern
3.6 Wahrung guter wissenschaftlicher Praxis
3.7 Praxisbezug
3.7.1 Menschenversuche im Dritten Reich
3.7.2 Bestrafungen / Prozesse von NS- Versuchsverantwortlichen
4 Schluss / Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die ethischen Herausforderungen und Grenzbereiche in der wissenschaftlichen Forschung. Das primäre Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen wissenschaftlichem Erkenntnisgewinn und dem Schutz menschlicher Probanden unter Berücksichtigung historischer Beispiele und aktueller Kodizes zu analysieren.
- Grundlagen der Forschungsethik und moralphilosophische Definitionen
- Regelwerke und ethische Kodizes in der Sozial- und Humanforschung
- Datenschutz sowie Informationspflichten im Forschungsprozess
- Ethische Konfliktfelder durch Erfolgsdruck in der Wissenschaft
- Historische Analyse von Menschenversuchen als ethischer Kontrastpunkt
Auszug aus dem Buch
3.7.1 Menschenversuche im Dritten Reich
Viele der Experimente wurden nicht nur von höchster Stelle angeordnet, sondern auch unter dem Begriff der wehrwissenschaftlichen Zweckforschung finanziert. Ergebnisse von Experimenten wie z.B. Unterdruck – und Unterkühlungsversuchen wurden direkt an die Luftwaffe weitergeleitet, um mit den gewonnenen Kenntnissen den Kriegsverlauf zu beeinflussen.
Im KZ- Dachau wurden u.a. diese Unterdruckversuche bei ca. 200 Häftlingen durchgeführt, es wurde mittels einer Druckkammer ein Fall aus ca. 20.000 Meter simuliert, um die Körperliche Reaktion sowie Druckausgleich des Menschen zu testen.
Bei Unterkühlungsversuchen wurden die Probanden tagelang zweistelligen Minustemperaturen ausgesetzt und mit Eiswasser die Reaktionen aufgezeichnet. Ca. 90 Prozent der Versuchsteilnehmer haben diese Experimente nicht überlebt. Etwa 50 Häftlinge wurden zu weiteren luftfahrtmedizinischen Experimenten gezwungen. Mit Ihnen wollte man entwickelte Methoden und Chemikalien zur Filterung von Meerwasser zu Trinkwasser testen. Dies hatte den Zweck abgestürzte Piloten in Rettungsbooten mit Trinkwasser zu versorgen und somit das Überleben auf offenem Meer zu erhöhen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Grundproblem der Forschungsethik und Erläuterung des aktuellen Stands der wissenschaftlichen Debatte.
2 Grundlagenteil: Definition des Ethik-Begriffs und Herleitung der zentralen Forschungsfrage.
3 Hauptteil: Detaillierte Analyse methodischer Vorgehensweisen, bestehender ethischer Regelwerke, Datenschutzrichtlinien sowie eine praxisorientierte Auseinandersetzung mit historischem Fehlverhalten.
4 Schluss / Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der ethischen Herausforderungen und das Resümee über die Notwendigkeit stetiger ethischer Prüfung in der modernen Forschung.
Schlüsselwörter
Forschungsethik, Menschenversuche, Nürnberger Kodex, Ethik-Kodex, Datensicherheit, Probandenschutz, NS-Medizin, Wissenschaftsethik, Compliance, Integrität, Forschung, Sozialwissenschaft, Medizinethik, Moral, Verantwortlichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den ethischen Leitlinien und moralischen Grenzen, die bei der Durchführung von wissenschaftlichen Studien – insbesondere am Menschen – zu beachten sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Schutz der Teilnehmer, die Freiwilligkeit und Informationspflicht, der Datenschutz sowie die Bewahrung wissenschaftlicher Integrität gegenüber dem Leistungsdruck.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ethische Konflikte in der Forschung entstehen und warum eine stetige kritische Prüfung der Forschungspraktiken notwendig ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin oder der Autor nutzt eine systematische Literaturrecherche, um den aktuellen Wissensstand sowie historische Hintergründe zu erfassen und zu analysieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Regelungen zur Ethik, rechtliche Aspekte wie Datenschutz und Praxisbezüge durch die Analyse von NS-Menschenversuchen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Forschungsethik, Nürnberger Kodex, Probandenschutz, Integrität und die wissenschaftliche Verantwortung.
Welche Bedeutung hat der Nürnberger Kodex für die heutige Forschung?
Er bildet den fundamentalen Grundstein für das ethische Handeln in der modernen deutschen Forschung, da er als direkte Antwort auf die Verbrechen der NS-Zeit entstand.
Wie unterscheidet sich der Compliance-Ansatz vom Integrity-Ansatz?
Der Compliance-Ansatz setzt auf Regeln und Bestrafung (Verhinderungslogik), während der Integrity-Ansatz auf die Eigenverantwortung und Verinnerlichung ethischer Werte (Ermöglichungslogik) abzielt.
- Arbeit zitieren
- M. Frank (Autor:in), 2018, Ethik in der Forschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/584871