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Die lex Acilia repetundarum im Kontext der popularen Politik

Titel: Die lex Acilia repetundarum im Kontext der popularen Politik

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2009 , 36 Seiten

Autor:in: Benedikt Büchler (Autor:in)

Geschichte - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Seminararbeit behandelt die Lex Acilia und geht der Frage nach, wie diese in den Kontext popularer Politik passt. Es wird das Repetundendelikt, ein neues Delikt in der römischen Politik, das im Zuge des Machtzuwachses Roms im dritten und zweiten Jahrhundert vor Christus entstand, behandelt. Dieses Delikt beinhaltete die widerrechtliche Aneignung von Besitztümern römischer Untertanen und Bundesgenossen durch römische Magistrate.

Die Arbeit analysiert insbesondere ein Repetundengesetz, das in den zwölf Bronzetafeln enthalten ist und erstmals um 1500 im Besitz der Grafen von Urbino aufgefunden wurde. Das Repetundengesetz wird aufgrund fehlender praeceptio als "!ex repetundarum" bezeichnet.

Im ersten Kapitel wird untersucht, welchem Politiker das Repetundengesetz am ehesten zugeordnet werden kann. Dabei deutet vieles darauf hin, dass es Gaius Gracchus zuzuordnen ist, einem populären Politiker. Die Arbeit beleuchtet die möglichen populären Einflüsse auf das Gesetz und hinterfragt, inwieweit populäre Politiker tatsächlich die Gesetze, die sie vorgeschlagen haben, beeinflusst haben.

Im zweiten Kapitel werden die wesentlichen Merkmale der Popularen beleuchtet. Im dritten Kapitel wird untersucht, ob das Repetundengesetz diese Merkmale tatsächlich aufweist. Es zeigt sich, dass das Gesetz zwar magistratisches Verhalten reguliert und den Einfluss des Senatorenstandes einschränkt, aber aufgrund der engen exklusiven Richterbänke und der fehlenden Interzessionsmöglichkeit nicht in gleichem Maße die Einflussmöglichkeiten der plebs und ihrer Tribune ausbaut.

Im vierten Kapitel wird die Frage behandelt, ob enge Richterbänke mit populärer Polemik vereinbar sind. Hierbei werden Argumente von Historikern, insbesondere Wolfgang Nippel, geprüft.

Die Arbeit untersucht somit die Zusammenhänge zwischen dem Repetundendelikt, populären Politikern und den politischen Gegebenheiten im späten römischen Republik.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Einleitende Bemerkungen zur lex repetundarum

1.1 Überlieferung der lex repetundarum

1.2 Inhalt der lex repetundarum

1.3 Datierung und Identifizierung der lex repetundarum

2. Die Merkmale der Popularen

3. Populare Merkmale in der lex repetundarum

3.1 Betonung eines Gegensatzes zwischen plebs und Senat

3.2 Sicherung der Freiheitsrechte

3.3 Sicherung und Ausbau der Rechte der Volkstribune

3.4 Reglementierung und Beschränkung der Herrschaft des Senats und Ausbau der summa potestas des Volks

3.5 Rechtliche, wirtschaftliche und politische Besserstellung der unteren Schichten

4. Die Kompatibilität des Gerichtshofs in der lex repetundarum mit den Behauptungen der Popularen

5. Schluss

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der "lex Acilia repetundarum" und der sogenannten popularen Politik in der späten römischen Republik, um zu klären, inwieweit das Gesetz tatsächlich popularen Forderungen entsprach oder diese lediglich als rhetorisches Instrument nutzte.

  • Analyse der Überlieferung und des Inhalts der lex Acilia repetundarum.
  • Definition und Identifikation der Kernmerkmale popularen politischen Handelns.
  • Prüfung, ob die rechtlichen Bestimmungen des Gesetzes die senatorische Herrschaft zugunsten der plebs effektiv einschränken.
  • Untersuchung der Kompatibilität zwischen der Gerichtsorganisation und den Zielen der Popularen.
  • Kritische Reflexion der Diskrepanz zwischen populärer Rhetorik und politischer Praxis.

Auszug aus dem Buch

3. Populare Merkmale in der lex repetundarum

Inwieweit tatsächlich durch die lex repetundarum die Senatsherrschaft beschnitten und die summa potestas der plebs vergrößert wurde, werde ich unter 3.4 behandeln. Darüber hinaus weist die lex repetundarum in mehreren Punkten einen gehässigen Tonfall gegenüber Senat und Magistratur auf. Etwa wenn der Antragsteller entgegen der privatrechtlichen Gewohnheit, Magistrate, auch nachdem sie ihr Amt niedergelegt, nicht für Delikte, die während ihrer Amtszeit begangen haben, zu belangen, betont, dass die Immunität der Beamten mit dem Ende ihrer Amtszeit oder nachdem sie ihr Imperium abgelegt haben, verfällt.

Ebenfalls eine Diskriminierung des Senatorenstandes sieht Eder darin, dass bei den Bestimmungen bezüglich der Auswahl von hundert Richtern aus den 450 Männern durch den Kläger Personen als durch ihr Amt zur Richtertätigkeit berechtigt klassifiziert werden, die gemäss Zeile 13, respektive Zeile 16 im Grunde gar nicht erst zu den 450 Männern zugelassen sind und deren erneute Auflistung hier einen offenkundigen Beleidigung gleichkomme. Das widerspricht Lintott: Die Wiederholung mache durchaus Sinn, da die Verantwortung dafür, dass keine unberechtigten Personen Richter sind, sowohl beim Praetor als auch beim Kläger gelegen habe und Zeile 13, respektive Zeile 16 Weisungen für den Praetor, Zeile 22 dagegen Weisungen für den Kläger enthalte.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Einführung in das Forschungsthema und Darlegung der zentralen Fragestellung bezüglich der popularen Zielsetzung des Gesetzes.

1. Einleitende Bemerkungen zur lex repetundarum: Historischer Überblick über die epigraphische Überlieferung der Tabula Bembina sowie eine detaillierte Zusammenfassung der inhaltlichen und prozessualen Bestimmungen des Gesetzes.

2. Die Merkmale der Popularen: Erarbeitung eines Kriterienkatalogs für das Verständnis der "popularen" Bewegung, insbesondere im Kontext ihrer Abgrenzung zum Senat.

3. Populare Merkmale in der lex repetundarum: Untersuchung der spezifischen Klauseln des Gesetzes auf Übereinstimmungen mit den als populär definierten politischen Forderungen.

4. Die Kompatibilität des Gerichtshofs in der lex repetundarum mit den Behauptungen der Popularen: Kritische Analyse der Diskrepanz zwischen dem rechtlichen Rahmen der Gerichte und den propagandistischen Ansprüchen der politischen Akteure.

5. Schluss: Zusammenfassende Bewertung, dass die lex repetundarum zwar populare Elemente aufgreift, aber letztlich keine grundlegende Transformation zugunsten der plebs darstellt.

Schlüsselwörter

lex repetundarum, populare Politik, römische Republik, Senat, plebs, Gaius Gracchus, Tabula Bembina, Gerichtswesen, Justizreform, Magistrate, Volkstribun, politische Agitation, römische Geschichte, summa potestas, Gesetzgebung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die "lex Acilia repetundarum", ein römisches Gesetz zur Ahndung von Erpressungen, und prüft, inwieweit dieses Gesetz den politischen Zielen der sogenannten "Popularen" in der späten römischen Republik entsprach.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Überlieferungsgeschichte des Gesetzestextes, der Definition popularen politischen Handelns und der kritischen rechtshistorischen Analyse der Gerichtsbestimmungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Kernfrage lautet, ob die lex repetundarum ein wirksames Instrument zur Stärkung des Volkes gegen die Senatsherrschaft war oder ob die populare Rhetorik im Gesetz eher zur eigenen Machtstärkung der beteiligten Politiker diente.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine philologische und historische Analyse des epigraphischen Befundes (Tabula Bembina) sowie den kritischen Abgleich mit antiken literarischen Quellen und moderner Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Merkmale popularen Handelns, die detaillierte Prüfung einzelner Gesetzesbestimmungen im Hinblick auf den Gegensatz zwischen Senat und plebs sowie die Frage der Kompatibilität des Gerichtshofs mit den popularen Idealen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen: lex repetundarum, populare Politik, Senat, plebs, Gaius Gracchus und die römische Justizorganisation.

Welche Rolle spielt die Tabula Bembina für die Untersuchung?

Sie dient als primäre epigraphische Quelle, da der Gesetzestext auf ihren Bronzefragmenten überliefert ist; die Arbeit analysiert deren Inhalt als rechtliche Grundlage für die erpressungsrechtliche Verfolgung in Rom.

Wie bewertet der Autor die populare Tendenz des Gesetzes?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das Gesetz zwar populare Merkmale aufweist, aber in seiner praktischen Anwendung und Struktur keine grundlegende Emanzipation der plebs von senatorischem Einfluss erreicht hat.

Warum wird die Datierung des Gesetzes als schwierig beschrieben?

Die Datierung ist komplex, da verschiedene, teils widersprüchliche Gesetzesvorlagen wie die lex Calpurnia und lex Iunia in der Forschung diskutiert werden und die Identifizierung der lex repetundarum mit diesen oder anderen Gesetzen wissenschaftlich umstritten ist.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die lex Acilia repetundarum im Kontext der popularen Politik
Hochschule
Université de Fribourg - Universität Freiburg (Schweiz)
Autor
Benedikt Büchler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
36
Katalognummer
V585270
ISBN (eBook)
9783346175052
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Popularen Spätrepublik Acilia
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Benedikt Büchler (Autor:in), 2009, Die lex Acilia repetundarum im Kontext der popularen Politik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/585270
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Leseprobe aus  36  Seiten
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