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Die Rolle des Fernsehers in Treichels 'Der Verlorene'

Title: Die Rolle des Fernsehers in Treichels 'Der Verlorene'

Seminar Paper , 2003 , 15 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Jennifer Keßel (Author)

German Studies - Modern German Literature
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In welchem Zusammenhang könnte der Begriff Wissenstransfer eine größere Rolle spielen, als im Kontext der frühkindlichen Wissensvermittlung. Sich einzulassen auf einen Transfer bestimmter Wissensinhalte auf eine völlig andere kognitive Ebene als die eigene, nämlich die, auf der sich kindliche Rezipienten befinden, kann sicherlich als Herausforderung angesehen werden. Die Macher der„Sendung mit der Maus“2, die seit Beginn der 70er Jahre den Weg für ein gezielt an Kinder im Alter von vier bis sieben Jahren gerichtetes deutsches Fernsehprogramm überhaupt geebnet haben, versuchten sich dieser Herausforderung, nicht immer zugegebenermaßen3, zu stellen und das mit Blick auf die lange Sendetradition offenbar recht erfolgreich. Der Untertitel„Lach- und Sachgeschichten“ist Programm: Wissenswertes wird mit Unterhaltsamem gepaart und gerade hierin scheint das Erfolgsrezept zu liegen. In dieser Arbeit werden exemplarisch einige von Armin Maiwald und seiner Filmproduktionsfirma„Flash Film“für die SmdM produzierte und vom WDR ausgestrahlte Sachgeschichten auf ihre sprachliche Gestaltung hin untersucht. Dies kann natürlich nicht ohne nähere Beleuchtung des Kontextes geschehen: Zum einen sind der Produktions- und Rezeptionskontext und die Einbettung der Sachgeschichten in das Sendungskonzept zu beleuchten. Wichtig erscheint hier die Frage nach den eigentlichen Voraussetzungen für den Wissenstransfer„mit der Maus“und nach den Relationen zwischen den Sachgeschichten und den sonstigen Beiträgen. Neben der im Zentrum stehenden Untersuchung der sprachlichen Gestaltung der Sachgeschichten darf die Betrachtung der Text-Bild-Beziehung auf Grund des audiovisuellen Charakters des Untersuchungsmaterials nicht außen vor gelassen werden, darum wird auch hier ein Schwerpunkt gesetzt. Welche Schlüsse lassen sich auf Grundlage der Untersuchungen für den Wissenstransfer für Kleinkinder ziehen? Welche Strategien der Sachgeschichten-Produzenten ließen sich als vorbildlich charakterisieren und wären auch in anderen Kontexten fruchtbar zu machen? Und vor allem: Welche Rolle kommt der Sprache in dieser speziellen Form des Wissenstransfers zu?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Inhalt des Buches „Der Verlorene“

3) a) Die Rolle des Fernsehers

b) Text: Hilft das Fernsehen der Literatur?

4) Schluss

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Literatur und Fernsehen anhand von Hans-Ulrich Treichels Erzählung „Der Verlorene“. Das primäre Ziel ist es, theoretische Ansätze von Villem Flusser und Christoph Schmitz-Scholemann auf den literarischen Text anzuwenden, um zu analysieren, ob die beiden Leitmedien in Konkurrenz zueinander stehen oder sich gegenseitig ergänzen können.

  • Die medienhistorische Rolle des Fernsehers in den 1950er Jahren.
  • Die Auswirkungen des Fernsehkonsums auf Familienstrukturen und zwischenmenschliche Beziehungen.
  • Vergleich theoretischer Thesen zur Medienkonkurrenz mit literarischen Fallbeispielen.
  • Die sozioökonomische Bedeutung neuer Medien für den Buchmarkt.
  • Medienpsychologische Aspekte der Informationsaufnahme und des Lernens.

Auszug aus dem Buch

3) a) Die Rolle des Fernsehers

Die 50er Jahre waren die Frühzeit der neuen Medien, es gab zu dieser Zeit starke Diskussionen über sie. Das Buch von Treichel lässt sich auch als eine Art Mediengeschichte betrachten. Chronologisch treten die verschiedenen Medien auf: direkt der erste Satz des Buches spricht ein Medium an, die Photographie. Als nächstes berichtet der Erzähler vom exzessiven Radiohören aus Langeweile, was ihn jedoch bald auch langweilt. Doch durch die Erfindung des Fernsehers wird diese Langeweile kompensiert.

In einer längeren Textpassage steht der Fernseher im Mittelpunkt der Geschehnisse. Der Vater hat die Möglichkeit sich aufgrund seiner Geschäftstüchtigkeit einen Fernseher zu kaufen. Er kauft ihn sich aber scheinbar nur aus Prestigegründen, denn eigentlich lehnt er den Fernseher völlig ab (aus Gründen, die nicht direkt ersichtlich sind). Er erträgt den Fernseher nicht, er behauptet der Fernseher sei nur eine Arbeitseinschränkung und deswegen schaut er nicht hin. Sobald der Fernseher also eingeschaltet ist, lässt er sich Arbeiten einfallen. Als Beispiel nennt der Erzähler, dass er die Post wegbringen muss (s. Seite 27), welches wiederum ein anderes Medium (ist dem Netzsystem zuzuordnen, nicht wie der Fernseher dem Rundfunksystem¹) ist, doch dieses scheint den Vater weniger zu stören (vielleicht, weil der Fernseher ein einseitiges Medium ist ohne Antwortmöglichkeit, und die Post eine Antwortmöglichkeit offen lässt).

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Die Einleitung umreißt die zentrale Problemstellung der Konkurrenz zwischen Literatur und Fernsehen und legt den theoretischen Rahmen der Untersuchung fest.

2) Inhalt des Buches „Der Verlorene“: Dieses Kapitel liefert eine inhaltliche Analyse der Erzählung Treichels, wobei der Fokus auf der familiären Situation im Nachkriegsdeutschland und der Flucht der Charaktere in mediale Welten liegt.

3) a) Die Rolle des Fernsehers: Hier wird die spezifische Funktion und Wahrnehmung des Fernsehers innerhalb der Romanhandlung als neues Familienmitglied und Störfaktor analysiert.

b) Text: Hilft das Fernsehen der Literatur?: Dieser Abschnitt vergleicht Thesen von Flusser und Schmitz-Scholemann mit Treichels Werk, um die Wechselwirkungen zwischen dem Buch und dem Fernsehmedium kritisch zu beleuchten.

4) Schluss: Das Schlusskapitel resümiert die gewonnenen Erkenntnisse und betont die Bedeutung einer individuellen Mediennutzung, die auf einer reflektierten Abwägung der Vor- und Nachteile basiert.

Schlüsselwörter

Literatur, Fernsehen, Medienkonkurrenz, Hans-Ulrich Treichel, Der Verlorene, Medienhistorie, Rundfunksystem, Netzsystem, Familienstruktur, Rezeptionsästhetik, Medienkritik, 50er Jahre, Wirtschaftswunder, Mediensoziologie, Lerntypen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem wechselseitigen Verhältnis zwischen dem Buch als klassischem Leitmedium und dem Fernsehen als aufkommendem Massenmedium der 1950er Jahre.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Mediengeschichte der Nachkriegszeit, die psychologischen Auswirkungen von Medien auf das Individuum sowie die sozioökonomischen Folgen veränderter Medienlandschaften.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, theoretische medienwissenschaftliche Thesen an einem literarischen Beispiel – Treichels „Der Verlorene“ – zu prüfen und zu hinterfragen, ob die Medien sich gegenseitig ruinieren oder ergänzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der vergleichenden Textanalyse, bei der theoretische Thesen von Flusser und Schmitz-Scholemann als Interpretationsfolie für die Erzählung Treichels dienen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Rolle des Fernsehers als Prestigeobjekt und Störfaktor, die Konkurrenz zwischen Rundfunk- und Netzsystemen sowie die Frage, ob das Fernsehen tatsächlich den Untergang des Buches begünstigt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Medienkonkurrenz, Literatur, Fernsehen, Mediensoziologie und Rezeptionsanalyse charakterisieren.

Wie nimmt der Vater in Treichels Werk das Fernsehen wahr?

Der Vater lehnt das Fernsehen als „Arbeitseinschränkung“ ab, sieht es jedoch gleichzeitig als notwendiges Statussymbol und gerät in einen inneren Konflikt zwischen seiner Rolle als Autoritätsperson und der Faszination des neuen Mediums.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin über das Verhältnis von Buch und Fernsehen?

Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass eine Konkurrenz nicht zwangsläufig in einer Ruinierung endet, sondern dass Medienvielfalt eine bewusste und individuelle Entscheidung erfordert, wobei sich die Medien idealerweise ergänzen sollten.

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Details

Title
Die Rolle des Fernsehers in Treichels 'Der Verlorene'
College
University of Wuppertal
Grade
2,7
Author
Jennifer Keßel (Author)
Publication Year
2003
Pages
15
Catalog Number
V58545
ISBN (eBook)
9783638527095
ISBN (Book)
9783656790853
Language
German
Tags
Rolle Fernsehers Treichels Verlorene
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jennifer Keßel (Author), 2003, Die Rolle des Fernsehers in Treichels 'Der Verlorene', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58545
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