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Popetown - Eine medienethische Analyse

Title: Popetown - Eine medienethische Analyse

Seminar Paper , 2006 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Steffi Schlüter (Author)

Communications - Ethics in the Media
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Das Primärziel im Fernsehgeschäft stellt das Erreichen möglichst hoher Quoten dar. Im Konkurrenzkampf um die Gunst des Publikums erweist es sich für die einzelnen Sender als notwendig, möglichst viele Zuschauer an ihr Programm binden zu können. Doch wie setzen sie sich gegen die hartnäckige Konkurrenz durch? Wie reißen sie die Zuschauerblicke auf ihr neues TV-Format?
Einerseits werden bei der Entwicklung neuer TV-Formate die ethischen und moralischen Grenzen immer weiter überschritten und es gibt seitens der Öffentlichkeit immer mehr Klagen. Andererseits rufen die Bürger förmlich nach innovativen und spannenden TVFormaten, seien die alt eingefleischten Formate doch bereits fade und langweilig. Dabei werden die ethischen und moralischen Grenzen immer offener, die Gesellschaft toleriert immer mehr - aber eben doch nicht alles! Eine moderne Gesellschaft ist modern durch ständige Bewegung. Deshalb liegt die Antwort, ob die Sender zu weit gegangen sind, im
Aktuellen. Vor allem wenn sich Einzelpersonen oder Personengruppen durch ausgestrahlte TV-Formate angegriffen oder diskriminiert fühlen, kann die Innovation schnell zum Verhängnis werden. Und das führt nicht selten zu einem Aufruhr von Politikern, Gläubigen, Philosophen und Bürgern, die die neuen Sendungen mittlerweile als „Schmuddel-TV“, „Ekel-TV“, „Dumm-TV“, „Extrem-Formate“ oder „Auftakt zu einer neuen Schmuddelwelle“ zitieren.
Interessant ist, dass 76 Prozent der TV-Neustarts fl oppen. Nach einer Studie von Zenith-Moremedia wird nur jedes vierte Format erfolgreich eingeführt. Begründet wird es damit, dass die Sender mit mehr Innovationskraft und Risikofreude versuchen, ihre Zielgruppen zu binden und neue Zuschauer zu gewinnen. Dass bei dieser dynamischen und innovativen Programmstrategie auch Flops produziert werden, liegt in der Natur der Sache. Im vorliegenden Referat wird unter moralischen und ethischen Gesichtspunkten das TVFormat
„Popetown” untersucht, was derzeit auf dem Musiksender MTV ausgestrahlt wird
und bei einem Teil der Gesellschaft auf Kritik und Ablehnung stößt, während andere Teile sich für Akzeptanz und Medienfreiheit aussprechen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Das Format Popetown

2.1 Der Inhalt

2.2 Die einzelnen Episoden

2.3 Das Genre

2.4 Ausstrahlung

2.5 Einschaltquoten

2.6 Der Sender MTV

3 Kritik der Öffentlichkeit gegen Popetown

3.1 Meinung Christlicher Organisationen

3.2 Meinungen aus der Politik

3.3 Popetown vor Gericht

3.4 Weitere Meinungen

3.5 Die Werbung für Popetown

4 Was ist Ethik? - Theoretische Grundsätze

4.1 Begriffe Moral und Ethik

4.2 Was ist Medienethik?

4.4 Medienethik als Frage nach der Verantwortung

4.5 Herausforderung an die Medienethik in der heutigen Zeit

5 Analyse des TV-Formats Popetown

5.1 Popetown im Zusammenhang mit den Mohammed-Karikaturen

5.2 Medienethische Analyse von Popetown und der dafür geschalteten Werbung

6 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die medienethische Untersuchung des TV-Formats "Popetown" unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Debatte um religiöse Provokation, Medienfreiheit und die Verantwortung von Sendern bei der Gestaltung kontroverser Programmstrategien.

  • Analyse des Formats "Popetown" und dessen Einordnung in das Genre der Groteske.
  • Untersuchung der öffentlichen und politischen Kritik an der Serie und der Werbekampagne von MTV.
  • Diskussion des Spannungsfeldes zwischen Meinungsfreiheit und dem Schutz religiöser Gefühle.
  • Bewertung der unternehmerischen Verantwortung des Senders MTV angesichts eines aufgeheizten gesellschaftlichen Klimas.

Auszug aus dem Buch

3.5 Die Werbung für Popetown

Nicht nur das TV-Format an sich stieß in der Öffentlichkeit auf Kritik und Ablehnung, sondern besonders die Werbung, die im Vorfeld für den Cartoon von MTV kreiert wurde. In Programmzeitschriften schaltete der Musiksender ganzseitige provokante Anzeigen, die einen lässig lachenden Jesus im Fernsehsessel zeigten, mit gerichteten Blick auf einen Fernseher, von dem aus - so ist anzunehmen - gerade Popetown ausgestrahlt wird. Seine Hand und seine Brust sind von Blut verschmiert, auf dem Kopf trägt er die Dornenkrone. Im Hintergrund sieht der Betrachter das Kreuz, von dem er herabgestiegen ist. Geziert wird die Anzeige mit der aus güldenen Buchstaben bestehenden Überschrift: „Lachen statt rumhängen”. In der Fußzeile ist eindeutig erkennbar, dass MTV hier für sein neues TV-Format „Popetown - den Papst-Cartoon” wirbt.

Angesichts der Tatsache, dass diese Anzeige wenige Tage vor Karfreitag und dem Osterfest rund um das Fernseh-Oster-Programm geschaltet wurde, gehen viele Bürger von einer bewussten und absichtlichen Provokation seitens MTV aus. Christen gedenken am Karfreitag Jesu Leiden und Tod, das Kreuz ist Symbol dessen und wird verehrt - es ist das Heilszeichen des Christentums. An Ostern feiern die Christen die Überwindung des Todes. Es kann davon ausgegangen werden, dass MTV sich vor der Schaltung der Anzeigen bewusst war, dass diese Art von Werbung zu dieser Zeit auf Kritik und somit auf viel Aufmerksamkeit stoßen werde. Und so war es schließlich auch.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet den hohen Konkurrenzdruck im Fernsehmarkt, der Sender zunehmend zu provokanten Programminhalten greifen lässt, und stellt die Forschungsfrage bezüglich der moralischen Grenzen bei "Popetown".

2 Das Format Popetown: Dieses Kapitel liefert eine inhaltliche Beschreibung der Serie, ihrer Charaktere, der Episodenstruktur sowie eine Einordnung in das Genre der Groteske und gibt einen Überblick über den Sender MTV.

3 Kritik der Öffentlichkeit gegen Popetown: Hier werden die vielfältigen Proteste christlicher Organisationen, politischer Akteure und die juristischen Auseinandersetzungen um das Format sowie die kontroverse Werbekampagne detailliert dargestellt.

4 Was ist Ethik? - Theoretische Grundsätze: Es werden die theoretischen Grundlagen der Medienethik, der Moralbegriff sowie das Konzept der Verantwortung im Medienhandeln als Basis für die spätere Analyse erarbeitet.

5 Analyse des TV-Formats Popetown: In diesem Hauptteil wird das Format in Bezug auf die Mohammed-Karikaturen analysiert und eine medienethische Bewertung von Serie und Werbung vorgenommen.

6 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz, die die Provokationsstrategie von MTV als medienethisch fragwürdig einstuft, während die Serie selbst als inhaltlich belangloses, aber im Genre der Satire akzeptables Format bewertet wird.

Schlüsselwörter

Medienethik, Popetown, MTV, Satire, Groteske, Meinungsfreiheit, Religionskritik, Mohammed-Karikaturen, Verantwortung, Fernsehformat, Werbekampagne, Blasphemie, Jugendschutz, Provokation, Medienmacht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das satirische TV-Format "Popetown" auf Basis medienethischer Fragestellungen und analysiert die dabei aufgekommenen gesellschaftlichen Konflikte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Medienethik, der Abgrenzung von Satire und Beleidigung sowie der sozialen Verantwortung von Medienunternehmen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu beurteilen, ob die Ausstrahlung von "Popetown" und die begleitende Werbekampagne medienethisch vertretbar waren oder eine bewusste Überschreitung moralischer Grenzen darstellten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine medienethische Analyse durchgeführt, die theoretische Grundsätze mit der konkreten Fallbetrachtung von Popetown und den damit verbundenen Diskursen verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgt eine tiefgehende Analyse der Kritik, der theoretischen Konzepte von Medienethik und Verantwortung sowie eine Einordnung des Falls in den Kontext der Mohammed-Karikaturen-Debatte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Medienethik, Satire, Meinungsfreiheit, Verantwortung, MTV, Provokation und die Debatte um religiöse Symbole im Fernsehen.

Warum stand Popetown rechtlich unter Druck?

Das Erzbischöfliche Ordinariat München versuchte per einstweiliger Verfügung ein Verbot zu erwirken, da die Serie nach ihrer Auffassung religiöse Gefühle verletze und den öffentlichen Frieden störe.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Werbekampagne?

Die Arbeit bewertet die Kampagne, die den gekreuzigten Jesus mit einer Popetown-Anzeige kombinierte, als bewusst provokant und medienethisch verantwortungslos.

Welches Fazit zieht der Autor zur Serie selbst?

Nach der Analyse kommt der Autor zu dem Schluss, dass die Serie inhaltlich zu trivial ist, um als ernsthafte Gotteslästerung zu gelten, und sie innerhalb ihres Genres als Satire akzeptabel bleibt.

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Details

Title
Popetown - Eine medienethische Analyse
College
University of Applied Sciences Offenburg
Course
Medienethik
Grade
1,3
Author
Steffi Schlüter (Author)
Publication Year
2006
Pages
24
Catalog Number
V58656
ISBN (eBook)
9783638527903
Language
German
Tags
Popetown Eine Analyse Medienethik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Steffi Schlüter (Author), 2006, Popetown - Eine medienethische Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58656
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