Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Law - European and International Law, Intellectual Properties

Souveränität und sogenannte humanitäre Intervention zum Schutz von Minderheiten

Title: Souveränität und sogenannte humanitäre Intervention zum Schutz von Minderheiten

Seminar Paper , 2002 , 22 Pages , Grade: Seminarschein

Autor:in: Conradin Cramer (Author)

Law - European and International Law, Intellectual Properties
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Im Vorfeld des Kosovo-Krieges, den die NATO gegen die Restbestände der Bundesrepublik Jugoslawien zum Schutz der albanischen Minderheit führte, ist eine breite Diskussion darüber entbrannt, inwieweit es völkerrechtlich zulässig sein kann, wenn eine Staatengruppe in humanitärer Absicht in einem anderen Staat militärisch interveniert. Die Völkerrechtslehre bleibt in dieser Frage gespalten. Entscheidend ist in der Problematik der humanitären Inter-vention letztlich aber vor allem die Frage, ob ethisch-moralische Erwägungen ein Handeln an den und, wie in dieser Arbeit zu zeigen sein wird, jenseits der Grenzen des rechtlich Zulässi-gen zu rechtfertigen vermögen. Immer bedenken sollte man dabei, dass durch die Anerken-nung des Instituts der humanitären Intervention nichts weniger als "die Unabhängigkeit des Nationalstaates zur Disposition gestellt" wird .
Im ersten Teil der Arbeit soll der Begriff der humanitären Intervention definiert werden. Im zweiten Teil wird der Fall der vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen genehmigten Inter-vention kurz behandelt. Drittens soll vertieft auf den im Kosovo-Krieg aktuell gewordenen Fall einer humanitären Aktion ohne eine solche Genehmigung und ihre mögliche Rechtferti-gung eingegangen werden. Viertens werden verschiedene Vorschläge zur Absicherung und Einschränkung des Instituts der humanitären Intervention kritisch erläutert und die Frage nach dem Bedeutungsverlust der staatlichen Souveränität zugunsten des Menschenrechtsschutzes gestellt.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

Der Begriff der humanitären Intervention

1. Definition

a. Umstrittene Punkte

b. Definition

2. Verhältnis zwischen Gewalt- und Interventionsverbot

Die humanitäre Intervention mit Genehmigung des UNO-Sicherheitsrates

1. Voraussetzungen

2. Beispiele

Die humanitäre Intervention ohne Genehmigung des UNO-Sicherheitsrates

1. Voraussetzungen

2. Praktische Bedeutung

3. Verstoss gegen das Gewaltverbot?

4. Mögliche Rechtfertigungsgründe

a. Rechtfertigungsgrund der kollektiven Verteidigung gemäss Art. 51 UNO-Charta und der Nothilfe

b. Rechtfertigungsgrund des Notstandes

c. Zulässigkeit von Repressalien

5. Zusammenfassung der Argumente gegen die Zulässigkeit der humanitären Intervention

6. Schlussfolgerung

7. Legitimität jenseits der Legalität?

8. Mögliche Lösungswege

a. Änderung des Beschlussverfahrens des UNO-Sicherheitsrats

b. Stärkung der UNO-Generalversammlung

c. Auslagerung der Entscheidungskompetenz

d. Kodifizierung der Voraussetzungen der humanitären Intervention

e. Minimierung des Missbrauchsrisikos als Mindestlösung

f. Bewertung der Vorschläge

9. Die Zukunft der humanitären Intervention

a. humanitäre Intervention als Mittel des Minderheitenschutzes

b. Ende der staatlichen Souveränität zugunsten des Menschenrechtsschutzes?

V. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die völkerrechtliche Zulässigkeit humanitärer Interventionen, insbesondere in Fällen ohne explizite Genehmigung durch den UNO-Sicherheitsrat, und analysiert das Spannungsfeld zwischen staatlicher Souveränität und dem Schutz elementarer Menschenrechte.

  • Definition und völkerrechtliche Einordnung der humanitären Intervention
  • Konflikt zwischen dem Gewaltverbot der UNO-Charta und humanitären Zielen
  • Analyse von Rechtfertigungsgründen für einseitige militärische Eingriffe
  • Diskussion über Reformmöglichkeiten der internationalen Entscheidungsprozesse
  • Bewertung der zukünftigen Bedeutung staatlicher Souveränität gegenüber dem Menschenrechtsschutz

Auszug aus dem Buch

Die humanitäre Intervention ohne Genehmigung des UNO-Sicherheitsrates

Der Fall einer Intervention ohne Genehmigung des Sicherheitsrates ist in der UNO-Charta nicht erwähnt. Es fehlt dementsprechend auch jede verbindliche Festlegung, wann eine Intervention als humanitär zu bezeichnen ist. Gemäss der Definition ist sie dies nur, wenn sie zum Schutz vor Menschenrechtsverletzungen erfolgt. Diese Verletzungen müssen in grosser Zahl erfolgen, von elementarster Natur sein und eine Bedrohung für Leib und Leben darstellen. Eine Intervention kann sodann nur als humanitär bezeichnet werden, wenn sie sich in ihren Mitteln, ihrer Dauer und ihrer Intensität strikt dem Gebot der Verhältnismässigkeit unterwirft und wenn sie als das mildeste geeignete Mittel erscheint, um den angestrebten Menschenrechtsschutz zu gewährleisten. Dass in einem sich über Wochen erstreckenden Krieg mit vielen Einsätzen womöglich nicht jede einzelne Bombe einer strengen Verhältnismässigkeitsprüfung standhält oder dass eine solche Prüfung ex post oft nicht möglich ist, leuchtet ein. Militäreinsätze von „chirurgischer Präzision“ entsprechen eher Wunschdenken als der Realität; ob eine militärische Aktion im einzelnen verhältnismässig ist, bleibt eine unklare Auslegungsfrage.

Die humanitäre Intervention ohne Genehmigung des Sicherheitsrates erlangte vor allem Bedeutung im Kosovo-Krieg im Jahr 1999. Angesichts der breiten Diskussion, die seither über nicht einfache ethische und (völker)rechtliche Fragestellungen in einer breiten Öffentlichkeit geführt wird, und der Bedeutung des Kosovo-Krieges für die Entwicklung des Menschenrechts- und Minderheitenschutzes, ist es angebracht, die Ereignisse in einem groben Raster hier in Erinnerung zu rufen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die völkerrechtliche Problematik der humanitären Intervention ein, die insbesondere durch den Kosovo-Krieg an Aktualität gewonnen hat.

Der Begriff der humanitären Intervention: In diesem Kapitel wird der Begriff definiert und das Verhältnis zwischen dem Gewaltverbot und dem Interventionsverbot erörtert.

Die humanitäre Intervention mit Genehmigung des UNO-Sicherheitsrates: Das Kapitel erläutert die Voraussetzungen für rechtmäßige Interventionen unter dem Mandat der UNO und führt historische Beispiele an.

Die humanitäre Intervention ohne Genehmigung des UNO-Sicherheitsrates: Dieses Hauptkapitel analysiert die rechtliche Situation bei eigenmächtigen Interventionen, diskutiert mögliche Rechtfertigungsgründe sowie Lösungsansätze und betrachtet die Zukunft des Menschenrechtsschutzes.

V. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass einseitige Interventionen zwar formell rechtswidrig sind, in extremen Fällen jedoch legitime ethische Ziele verfolgen können, wobei Reformen der UNO zur Missbrauchsprävention erforderlich bleiben.

Schlüsselwörter

Humanitäre Intervention, Völkerrecht, Gewaltverbot, UNO-Charta, Menschenrechte, Minderheitenschutz, Kosovo-Krieg, Staatliche Souveränität, Sicherheitsrat, Notwehr, Notstand, Repressalien, Legitimität, Legalität, Missbrauchsrisiko

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der völkerrechtlichen Rechtmäßigkeit militärischer Interventionen, die unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe gegen fremde Staaten durchgeführt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind das Gewaltmonopol der Vereinten Nationen, die Grenzen staatlicher Souveränität und die Herausforderung, Menschenrechtsverletzungen völkerrechtskonform zu unterbinden.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob und unter welchen Bedingungen ein militärisches Eingreifen zum Schutz von Minderheiten auch ohne ausdrückliches Mandat des Sicherheitsrates als legitim betrachtet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine rechtliche Analyse unter Einbeziehung der Völkerrechtslehre, einschlägiger Verträge (UNO-Charta) und der Staatenpraxis durch, um die Argumente der Befürworter und Gegner zu gewichten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung autorisierter vs. nicht-autorisierter Interventionen, die Prüfung möglicher Rechtfertigungsgründe wie Notwehr oder Notstand sowie die Diskussion über Lösungswege für das bestehende System.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Souveränität, Gewaltverbot, Menschenrechte, Kosovo-Krieg und die Reform des Sicherheitsrates geprägt.

Warum wird der Kosovo-Krieg als prominentes Beispiel angeführt?

Der Kosovo-Krieg dient als Fallbeispiel, weil er die Unzulänglichkeit des bestehenden Völkerrechtssystems verdeutlicht, wenn ein Veto im Sicherheitsrat ein notwendiges humanitäres Eingreifen blockiert.

Wie bewertet der Autor die Zukunft der humanitären Intervention?

Der Autor sieht eine langfristige Tendenz zur Einschränkung absoluter Souveränität zugunsten des Menschenrechtsschutzes, hält jedoch eine Reform der UNO-Charta für unerlässlich, um das Risiko von Missbrauch durch nationale Eigeninteressen zu minimieren.

Excerpt out of 22 pages  - scroll top

Details

Title
Souveränität und sogenannte humanitäre Intervention zum Schutz von Minderheiten
College
University of Basel  (Juristisches Institut)
Grade
Seminarschein
Author
Conradin Cramer (Author)
Publication Year
2002
Pages
22
Catalog Number
V5869
ISBN (eBook)
9783638136013
Language
German
Tags
Kosovo-Krieg; Nato; UNO; Menschenrechte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Conradin Cramer (Author), 2002, Souveränität und sogenannte humanitäre Intervention zum Schutz von Minderheiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5869
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  22  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint