Institution, Ziele und Strategien des IMF


Hausarbeit, 2006
30 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Hintergrund und ursprüngliche Zielsetzung
2.1 Die Gründung des IMF
2.2 Struktur und Organe des IMF
2.3 Wesentliche Aufgaben des IMF

3. Der IMF in einem sich wandelnden Umfeld
3.1 Die wesentlichen Entwicklungen seit 1970
3.2 Zuständigkeitserweiterung als Reaktion auf die globalen Entwicklungen

4. Kritik an der IMF-Politik und Reformvorschläge
4.1.1 Das Problem des „Moral Hazard“
4.1.2 Überschneidung von Zuständigkeiten mit anderen IFI’s
4.1.3 Standardisierte Vorgehensweise und fehlende Unabhängigkeit
4.1.4 Ungleiche Stimmrechtsverteilung innerhalb des IMF und die Dominanz der USA
4.2 Empirische Analyse

5. Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Organigramm IMF

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Fazilitäten des IMF

Tabelle 2: Konditionen ausgewählter IMF-Fazilitäten

Tabelle 3: „PRGF-Länder“ (Stand September 2005)

Tabelle 4: Sonderziehungsrechte und Stimmrechtsverteilung

1. Einleitung

Die letzte Phase des 20. Jahrhunderts war gekennzeichnet von folgenschweren Finanzkrisen in verschiedenen Staaten bzw. Regionen der Welt, wie bspw. in Lateinamerika (1994/95), Asien (1997) und Russland (1998). Diese Krisen hatten weit reichende negative Auswirkungen auf zahlreiche Teile der Weltwirtschaft und beeinflussten insbesondere den globalen Finanzsektor nachhaltig. In diesem Zusammenhang wurde deutlich, dass das internationale Finanzsystem mit seinen überstaatlichen Einrichtungen (International Financial Institutions, kurz IFI’s) erhebliche Schwachstellen aufweist. Speziell die Arbeit des International Monetary Fund (IMF) ist zunehmend in die Kritik geraten. Aspekte wie Defizite hinsichtlich der rechtzeitigen Erkennung von Krisen und deren Bewältigung, die zweifelhafte Vergabepolitik von Krediten an Mitgliedsländer des IMF und die unzureichende Kommunikation mit anderen IFI’s über die jeweiligen Zuständigkeiten wurden vordergründig in Frage gestellt. Es besteht Einigkeit darüber, dass, um Destabilisierungstendenzen vorzubeugen und der weltweit wachsenden sozialen Ungleichheit entgegenzuwirken, diese Mängel langfristig beseitigt werden müssen (vgl. Fiesser, 2004, S. 1).

Ausgehend von diesen Überlegungen enthält der erste Teil dieser Arbeit einen Überblick über den historischen Hintergrund und die ursprüngliche Zielsetzung des IMF. Dabei wird zunächst auf die Konferenz in Bretton Woods (1944) und die damit einhergehende Gründung des Fonds eingegangen. Anschließend wird die Organisationsstruktur dieser Institution umrissen. Den Abschluss des ersten Teils bildet die Beschreibung der ursprünglich festgelegten Aufgaben und Zuständigkeiten.

Der zweite Teil thematisiert die Erweiterung der Aktivitäten des IMF als Folge der globalen finanzwirtschaftlichen Entwicklungen. Dabei werden wesentliche Veränderungen des internationalen Finanzsystems, die für die neuen Tätigkeitsfelder ursächlich waren, kurz erläutert. Anschließend erfolgt eine Darstellung der zusätzlich übernommenen Aufgaben bzw. Zuständigkeiten.

Der dritte Teil beinhaltet diverse Kritikpunkte an der aktuellen IMF-Politik und stellt mögliche Lösungsansätze vor. Er beschreibt zunächst die Problematik des „moral hazard“ im Kontext mit der Kreditvergabe privater Institutionen an Schwellen- und Entwicklungsländer. Weiterhin werden die Überschneidungen von Zuständigkeiten mit anderen IFI’s kritisch hinterfragt und die Vorgehensweise des IMF bei der Analyse der wirtschaftlichen Situation der zu beurteilenden Länder untersucht. Darüber hinaus wird die Stimmrechtsverteilung innerhalb des Fonds betrachtet. Eine empirische Analyse zur praktischen Relevanz ausgewählter Kritikpunke schließt diesen Abschnitt ab.

In einem letzten Schritt erfolgt ein Fazit.

2. Historischer Hintergrund und ursprüngliche Zielsetzung

2.1 Die Gründung des IMF

Bereits während des Zweiten Weltkrieges erkannten die Staaten der „Vereinten und Assoziierten Nationen“, dass eine Neuordnung des Weltwirtschafts- bzw. Währungssystems zwingend notwendig war. Wegen der negativen Erfahrungen sowohl mit dem Währungsregime des Goldstandards[1] in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg als auch mit der nachfolgenden währungspolitischen Situation, die bis Ende des Zweiten Weltkrieges vorherrschte, war man bestrebt, eine neue internationale Finanzarchitektur aufzubauen. In Folge dessen fand im Juli 1944 die „Internationale Währungs- und Finanzkonferenz der Vereinten und Assoziierten Nationen“ in Bretton Woods (New Hampshire, USA) statt, auf der über die Reorganisation der globalen Wirtschaftsordnung beraten wurde. Ziel dieser Konferenz war die Schaffung von stabilen Rahmenbedingungen für den Welthandel, die Erreichung eines hohen nationalen Beschäftigungsniveaus und die Steigerung des Realeinkommens. Auf Grundlage britischer und amerikanischer Entwürfe („Keynes“- und „White“-Pläne) einigten sich die 45 teilnehmenden Nationen am 22. Juli 1944 auf das Vertragswerk und gründeten auf dieser Basis am 27. Dezember 1945 die Weltbank und den IMF.[2] (vgl. Weisbecker, S. 1) Am 1. März 1947 nahm der Fonds seine Tätigkeit auf und ist seitdem eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Washington, D. C. (USA). (vgl. Krumnow/Gramlich, 2000, S. 729)

Mit derzeit 184 Mitgliedsstaaten bildet der IMF als internationale Organisation die zentrale Institution des Weltwährungssystems. Ihm obliegt die Überwachung bzw. Kontrolle monetärer Aspekte des Weltwirtschaftssystems. Mit Beitritt zum Fonds verpflichten sich die Mitgliedsstaaten, die vereinbarten Regeln (Articles of Agreement) zu befolgen und hinsichtlich der internationalen Währungspolitik und des bilateralen Zahlungsverkehrs zusammenzuarbeiten. (vgl. Weisbecker, S. 1)

2.2 Struktur und Organe des IMF

Die wichtigsten Organe des IMF bilden der Gouverneursrat (Board of Governors) und das Exekutivdirektorium (Executive Board). Der Gouverneursrat, bestehend aus den Gouverneuren der einzelnen Mitgliedsländer, stellt das höchste Beschlussorgan des Fonds dar. Die Gouverneure sind i. d. R. der zuständige Minister für die Währungspolitik oder der jeweilige Notenbankpräsident. Die Vertreter dieses Leitungsgremiums kommen einmal jährlich zusammen und treffen Entscheidungen über wichtige Sachverhalte, wie bspw. die Aufnahme neuer Mitglieder. Des Weiteren delegiert das Board of Governors umfangreiche Aufgaben an das Exekutivdirektorium (vgl. Weisbecker, S. 4f.).

Das Executive Board, zuständig für die laufende Geschäftsführung des Fonds, umfasst 24 Direktoren. Es ernennt einen geschäftsführenden Direktor (Managing Director, kurz MD) aus den eigenen Reihen, dessen Amtszeit fünf Jahre beträgt, und der für diese Zeit den Vorsitz des Exekutivdirektoriums ausübt. Gleichzeitig ist der geschäftsführende Direktor oberster Dienstherr für den internationalen Mitarbeiterstab (vgl. Krumnow/Gramlich, 2000, S. 730), der aktuell ca. 2.680 Mitarbeiter umfasst (vgl. http://www.imf.org/-external/np/exr/facts/glance.htm). Die formellen Sitzungen des Boards finden dreimal pro Woche statt, wobei auf die Überwachung der beschlossenen Politikmaßnahmen in den einzelnen Mitgliedsländern besonderes Augenmerk gelegt wird (vgl. Weisbecker, S. 5).

Darüber hinaus existieren weitere Abteilungen bzw. Ausschüsse, die für spezielle Aufgaben verantwortlich sind. Das folgende Organigramm liefert eine detaillierte Darstellung der Aufbaustruktur des IMF.

Abbildung 1: Organigramm IMF

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: vgl. http://www.imf.org/external/np/obp/orgcht.htm

2.3 Wesentliche Aufgaben des IMF

Der IMF wurde ursprünglich mit der Absicht gegründet, drei wesentliche Funktionen zu übernehmen. Die erste Aufgabe bestand in der Beratung von Mitgliedsländern, die in Zahlungsbilanzschwierigkeiten geraten waren. Der IMF sollte dahingehend Unterstützung leisten, dass zunächst die monetäre Politik des betreffenden Staates angepasst werden konnte, um die finanziellen Probleme zu lösen. Sofern das Land nicht in der Lage war, seine Liquiditätsengpässe aus eigener Kraft zu überwinden, trat der Fonds als Kreditgeber auf (zweite Funktion) und stellte dem Mitgliedsstaat für einen kurzfristigen Zeitraum liquide Mittel zur Verfügung. Abschließend war der IMF damit beauftragt, das auf der Konferenz in Bretton Woods beschlossene internationale Währungssystem in die Praxis umzusetzen (vgl. Bird/Mosley, 2004, S. 288). Bestandteile dieser Implementierung waren unter anderem die Förderung der weltweiten Zusammenarbeit hinsichtlich monetärer Aspekte, die Erreichung eines hohen Beschäftigungsstandes, ein ausgewogenes Wachstum des Welthandels, die Sicherung von Wechselkursstabilität und die Vermeidung von Wettbewerbsverzerrungen auf Grund von Währungsabwertungen einzelner Länder (vgl. Articles of Agreement, Artikel 1).

[...]


[1] Beim Goldstandard handelt es sich um ein Währungssystem auf nationaler oder internationaler Ebene, in dem das Gold als gesetzliches Zahlungsmittel dient oder eine Eintauschverpflichtung der jeweiligen Währung in Gold durch die Zentralbank besteht. (vgl. Krumnow/Gramlich, 2000, S. 639)

[2] Über die Gründung einer internationalen Handelsorganisation (International Trade Organisation, kurz ITO) wurde zu diesem Zeitpunkt bereits nachgedacht.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Institution, Ziele und Strategien des IMF
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
1,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
30
Katalognummer
V58711
ISBN (eBook)
9783638528344
ISBN (Buch)
9783638666114
Dateigröße
679 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Institution, Ziele, Strategien
Arbeit zitieren
Tobias Kasperczyk (Autor), 2006, Institution, Ziele und Strategien des IMF, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58711

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