Folgende Hausarbeit wurde im Rahmen des Proseminars `500 Jahre Kolonialismus` erstellt und hat die Geschichte des südamerikanischen Staates Chile zum Thema. Die Arbeit konzentriert sich im wesentlichen auf den Kolonialismus und das 20. Jahrhundert. Die Hausarbeit gliedert sich im Hauptteil in zwei Themenkomplexe. Zur Einleitung in das Thema hält ersterer generelle Informationen zu Chile für den Leser bereit. Innerhalb dieses Teilabschnitts erfolgt eine kurze Charakterisierung des Landes anhand von geographischen, klimatischen, sowie demographischen und wirtschaftlichen Kriterien. Der zweite Themenkomplex umfasst den eigentlichen Kernpunkt der Arbeit: die Geschichte Chiles. Hierbei erfolgt eine chronologische Einteilung in vier Epochen. Der Entwicklungsverlauf der chilenischen Geschichte setzt bei dem Vorkolonialismus an und beinhaltet die ursprüngliche Erschließung Chiles. Das zweite Kapitel befasst sich mit der Situation des Landes zur Zeit des Kolonialismus. Hier wird die koloniale Besetzung der Spanier im Widerstreit mit den Ureinwohnern eine zentrale Rolle einnehmen. Im dritten Unterpunkt wird der Weg Chiles zur Unabhängigkeit und Republik genauer untersucht. Das 20. Jahrhundert bildet den letzten Bereich. Hier wird vor allem auf die Entstehung der Militärdiktatur und ihre Konsequenzen für die Bevölkerung und Wirtschaft Chiles eingegangen. Die Arbeit endet mit der Einstellung des Prozesses gegenA. Pinochetim Jahr 2002, um vom Umfang her in dem gesetzten Rahmen zu bleiben. Bei der Herausarbeitung der Entwicklung Chiles ergeben sich interessante Fragestellungen. Es soll nicht nur geklärt werden, wie es zur ursprünglichen, sondern vor allem wie es zur kolonialen Erschließung des Landes durch die Spanier kam. Weiterhin gilt es zu ergründen, wie es Chile gelungen ist, sich von den einstigen Kolonialmächten zu lösen und den Schritt in die Unabhängigkeit zu bewältigen. Ferner soll geklärt werden, ob Chile trotz Abschaffung der Kolonien den Status eines freien Landes erreicht hat. Wir wagen dies hier schon einmal zu bezweifeln. Es stellt sich die Frage, ob es Chile nach der Erlangung der Unabhängigkeit geschafft hat, sich aus der wirtschaftlichen Abhängigkeit von den europäischen Großmächten zu befreien.
Bezüglich der Quellenlage ist festzuhalten, dass man während der Literaur- recherche in den Universitätsbibliotheken zwar auf eine Vielzahl von Reiseberichten trifft, jedoch kaum objektive Berichte über die chilenische Geschichte vorliegen. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Allgemeine Daten
2.1.1 Geographie
2.1.2 Klima
2.1.3. Bevölkerung
2.1.4. Wirtschaft
2.2 Geschichte
2.2.1 Vorkolonialismus
2.2.2 Kolonialismus
2.2.3 Unabhängigkeit und Republik
2.2.4 Das 20. Jahrhundert
2.2.4.1. 1900- 1970: Soziale Unruhen u. Reformversuche in Chile
2.2.4.2. Kupfer in Chile
2.2.4.3. Die Regierung Salvador Allendes
2.2.4.4. Der Militärputsch des A. Pinochet Ugarte
2.2.4.5. Die Diktatur A. Pinochets
2.2.4.6. Die Wirtschaftspolitik A. Pinochets
2.2.4.7. Widerstand gegen das Regime u. Rückkehr zur Demokratie
2.2.4.8. Die Aufarbeitung der Menschenrechtsverletzungen
3. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung Chiles, wobei ein besonderer Fokus auf dem Einfluss des Kolonialismus sowie den einschneidenden politischen und gesellschaftlichen Veränderungen im 20. Jahrhundert liegt. Die zentrale Forschungsfrage beschäftigt sich damit, inwieweit es dem Staat nach der Unabhängigkeitserklärung gelungen ist, sich von externen Abhängigkeiten, insbesondere von europäischen und nordamerikanischen Großmächten, zu lösen.
- Geographische, klimatische und demographische Charakterisierung Chiles
- Chronologische Analyse der Geschichte von der vorspanischen Zeit bis zur Gegenwart
- Die Ära der Unidad Popular unter Salvador Allende und der Militärputsch 1973
- Die Diktatur unter Augusto Pinochet: Überwachung, Wirtschaftspolitik und Repression
- Der Weg zurück zur Demokratie und die juristische Aufarbeitung der Menschenrechtsverletzungen
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Vorkolonialismus
Zunächst gilt festzuhalten, dass die Meinungen bezüglich der zeitlichen Entdeckung und Erschließung Chiles teilweise sehr weit auseinander driften. Die folgende Arbeit basiert auf dem Standpunkt, dass um etwa 30.000 vor Christus die Immigration aus Asien über die Beringstrasse und Nordamerika vollzogen wurde. Und weiterhin, dass die erstmalige Besiedlung Chiles auf circa 13.000 vor Christus zurückdatiert werden kann.
Demzufolge lassen sich zwei Gruppen von Einwanderern unterscheiden: Zum einen ließ sich ein Teil der Immigranten im Norden des Landes an den Oasen im Atacama-Gebiet nieder und gründete dort die ersten Dörfer. Dahingegen schloss sich ein anderer Teil im Süden Chiles zu Nomadenstämmen zusammen, deren Leben von der Feldbestellung und der Jagd bestimmt war. Im Laufe der Zeit „entwickelten sich verschiedene Stämme und Völker mit eigenständiger Kultur und Sprache.“
Einen Eingriff in diese Strukturen gab es erst, als sich die Kultur der Inka in der Zeit vom 12. bis zum 14. Jahrhundert in Peru ausbildete. Denn diese starteten schon früh den Versuch, ihr Territorium auszuweiten, indem sie die im Norden sesshaft gewordenen Einwanderer immer weiter in südliche Richtungen vertrieben haben. Pachacutec Yupanqui, der in den Jahren von 1438 bis 1471 das Volk der Inkas anführte, hatte es geschafft, sein Imperium bis an den Fluss Bio-Bio zu erweitern. „Ab 1470 eroberten die Inkas Chile bis zum Fluss Maule in der Zentral-Region“ und schließlich annektierten sie den nördlichen, sowie den mittleren Teil Chiles.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der chilenischen Geschichte ein und definiert den zeitlichen Rahmen sowie die methodische Herangehensweise der Arbeit.
2. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Charakterisierung des Landes und eine chronologische, tiefgehende Analyse der geschichtlichen Entwicklung von der Besiedlung bis zur Aufarbeitung der Pinochet-Diktatur.
3. Resümee: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Chile trotz der formalen Unabhängigkeit weiterhin starken ökonomischen und politischen Einflüssen externer Großmächte unterliegt.
Schlüsselwörter
Chile, Kolonialismus, 20. Jahrhundert, Salvador Allende, Augusto Pinochet, Militärputsch, Diktatur, Menschenrechte, Kupferbergbau, Monetarismus, Unabhängigkeit, Mapuche, Demokratie, Aufarbeitung, Wirtschaftsreformen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Geschichte des Staates Chile, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Zeit des Kolonialismus und den politischen sowie wirtschaftlichen Ereignissen des 20. Jahrhunderts.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die geographischen und gesellschaftlichen Grundlagen, die koloniale Ära, die Regierungszeit Allendes, der Militärputsch durch Pinochet sowie die anschließende Diktatur und der Prozess der Demokratisierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Entwicklung Chiles historisch nachzuzeichnen und insbesondere die Frage zu beantworten, ob das Land nach der Unabhängigkeit eine tatsächliche wirtschaftliche Souveränität gegenüber europäischen und amerikanischen Mächten erreichen konnte.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für diese Hausarbeit gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, wobei chronologische Epochen eingeteilt und durch die Auswertung verschiedener Berichte und Publikationen dokumentiert wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Beschreibung von Chiles Geographie, Klima und Bevölkerung sowie eine detaillierte historische Aufarbeitung, beginnend beim Vorkolonialismus bis hin zum Ende der Ära Pinochet im Jahr 2002.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt der Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Chile, Kolonialismus, Militärputsch, Pinochet, Allende, Demokratie, Menschenrechte und wirtschaftliche Abhängigkeit.
Welche Rolle spielte der Kupferbergbau für die chilenische Wirtschaft?
Kupfer gilt als das „weiße Gold“ Chiles. Die Arbeit zeigt auf, wie der Abbau und die Kontrolle über diese Ressource, von der Verstaatlichung unter Allende bis zur Privatisierung unter Pinochet, die wirtschaftliche und politische Entwicklung des Landes entscheidend prägten.
Wie bewertet die Autorin die Aufarbeitung der Pinochet-Diktatur?
Die Autorin stellt fest, dass die Aufarbeitung der Menschenrechtsverletzungen selbst bis zum Jahr 2002 nicht abgeschlossen war und die Ereignisse der Diktatur die chilenische Gesellschaft weiterhin stark spalten.
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- Denise Engel (Author), 2006, Chile, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58745