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Anglizismen in der deutschen Werbesprache

Title: Anglizismen in der deutschen Werbesprache

Term Paper , 2002 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Magister Artium Sarah Stricker (Author)

German Studies - Linguistics
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In jüngster Zeit hat sich Werbung zu einem Phänomen entwickelt, das längst über den bloßen Status der einschläfernden Hintergrundkulisse einer Bushaltestelle oder die Chance einer Pinkelpause zwischen zwei Fernsehblöcken hinausgewachsen ist. Renommierte Museen öffnen Werbeschildern, -figuren und ähnlichen Utensilien ihre Tore (wie z.B. das Münchner Stadtmuseum 1996 mit der Ausstellung „Die Kunst zu werben) und im Fernsehen erzielen Formate wie „Die dicksten Dinger“ auf RTL2 oder „Die witzigsten Werbespots der Welt“ auf SAT1 Spitzenquoten zurprime time.Der Werbefachmann Schirner behauptet sogar, die „Werbung [habe] heute die Funktion übernommen, die früher die Kunst hatte: die Vermittlung ästhetischer Inhalte ins alltägliche Leben.“ Ohne diese gewagte These völlig zu unterstützen oder kategorisch abzulehnen kann der besagte Einfluss der Werbung auf den Alltag kaum bestritten werden. So ist es heute nahezu unmöglich die Worte „Nicht immer“ auszusprechen, ohne dass irgendein Scherzkeks den offenbar in den Köpfen eingemeißelten Slogan der Marke Clausthaler Alkoholfrei durch das obligatorische „ ... aber immer öfter“ komplettiert. Grund genug, die Sprache der Werbung einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei fällt schnell auf, dass kaum ein Spot oder eine einzige Anzeige in Deutschland allein in der Landessprache gehalten ist. Vor allem die Präsenz des Englischen ist allgegenwärtig - ein Befund, der in der Bundesrepublik einzigartig ist. So wirbt beispielsweise der Konzern Philipps in Frankreich mit dem Slogan „Faisons toujours mieux“, in Italien mit „Miglioriamo il tuo mondo“ und in Spanien mit „Juntas hacemos tu vida mejor“. In Deutschland jedoch wird die gleiche Kernaussage in die englische Version „Let’s make things better“ verpackt. Selbst Werbung für Kinderspielzeug, deren potentielle Wunschzettelschreiber gerade mal ihrer eigenen kaum aber einer Fremdsprache mächtig sind, ist von englischen Elementen durchzogen. Offenbar verfügen Anglizismen über gewisse Eigenschaften, die sie in den Augen von Marketingstrategen über das Deutsche stellenselbst wenn die Verständlichkeit dabei auf der Strecke bleibt. Augrund dieser Beobachtungen möchte ich in der vorliegenden Arbeit die Funktion und das Vorkommen von Anglizismen in der deutschen Werbesprache untersuchen. Dabei werde ich zunächst kurz auf den Einfluss des Englischen auf die deutsche Alltagssprache eingehen, um dann die verschiedenen Ursachen sowie den konkreten Einsatz von Anglizismen zu beleuchten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Sprachwandel unter dem Einfluss des Englischen

3 Funktion von Anglizismen in der deutschen Werbesprache

3.1 Kolorit

3.2 Präzision und Kürze

3.3 Verschleierung

3.4 Lebendigkeit

3.5 Ton

3.6 Variation im Ausdruck

3.7 Schmeichelung des Konsumenten

4 Vorkommen des englischen in der deutschen Werbesprache

5 Schluss

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktionen und das Vorkommen von Anglizismen in der deutschen Werbesprache. Dabei wird analysiert, warum englische Begriffe in der Werbung verwendet werden, welche sprachlichen Effekte sie erzielen und wie sie zur Gestaltung von Werbebotschaften sowie zur Identitätsbildung der Zielgruppe beitragen.

  • Einfluss des Englischen auf den deutschen Sprachwandel
  • Funktionale Analyse von Anglizismen (z.B. Kolorit, Präzision, Schmeichelung)
  • Untersuchung von Werbebausteinen wie Schlagzeile, Slogan und Fließtext
  • Rolle von Anglizismen bei der Inszenierung sozialer Identitäten
  • Verhältnis zwischen Verständlichkeit und emotionaler Werbewirkung

Auszug aus dem Buch

3.1 Kolorit

Darunter versteht Galinsky solche Begriffe, die das amerikanische Lebensgefühl vermitteln. Bis heute, ein halbes Jahrhundert nach den sogenannten Rosinenbombern und den legendären CARE-Paketen, genießen die USA in der deutschen Bevölkerung eine gewisse Bewunderung. Zwar wird gerade in jüngster Zeit die Machtpolitik des Weißen Hauses scharf kritisiert, der viel besungene „american way of life“ hat jedoch nichts von seiner Faszination eingebüßt.

Vom Tellerwäscher zum Multimillionär, seines eigenen Glückes Schmied sein – das ist der amerikanische Traum. Jugendliche, die schon mit Disney-Figuren, den „wichtigsten Botschaftern amerikanischer Kultur“ aufwachsen, liefern durch ihre Mode, ihre Musik und ihrer stark englisch-lastigen Sprache den Beweis für die ungebrochene Amerikanisierung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt die wachsende Bedeutung der Werbung und die Allgegenwärtigkeit englischer Elemente in deutschen Werbetexten als Ausgangspunkt der Untersuchung dar.

2 Sprachwandel unter dem Einfluss des Englischen: Dieses Kapitel beleuchtet die historischen und soziopolitischen Gründe für die Dominanz des Englischen im deutschen Wortschatz und differenziert zwischen Bedürfnis- und Luxuslehnwörtern.

3 Funktion von Anglizismen in der deutschen Werbesprache: Es werden sechs spezifische Funktionen, darunter Kolorit, Präzision, Verschleierung und die Schmeichelung des Konsumenten, detailliert analysiert.

4 Vorkommen des englischen in der deutschen Werbesprache: Dieses Kapitel untersucht die tatsächliche Verwendung englischer Elemente in verschiedenen Werbebausteinen wie Slogans, Schlagzeilen und Fließtexten.

5 Schluss: Das Schlusswort resümiert, dass Anglizismen eine sprachschöpferische Bereicherung darstellen und trotz Kritik an der Sprachverstümmelung fest in der deutschen Werbung verankert sind.

Schlüsselwörter

Anglizismen, Werbesprache, Sprachwandel, Amerikanisierung, Luxuslehnwörter, Werbeslogans, Konsumentenpsychologie, Marketing, Sprachökonomie, Markenidentität, High-Involvement, Bilingualität, Fremdwörter, Kommunikation, Werbebotschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Verwendung englischer Begriffe (Anglizismen) innerhalb der deutschen Werbung und deren sprachliche sowie psychologische Wirkungsweisen auf den Rezipienten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Einfluss des Englischen auf den deutschen Sprachwandel, die gezielte Nutzung von Anglizismen für Werbeziele und die statistische Verteilung dieser Begriffe in verschiedenen Anzeigenelementen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu verstehen, warum Werbefachleute Anglizismen einsetzen und welche Funktionen (wie Emotionalisierung oder Imageaufwertung) diese Begriffe für die Marke und den Konsumenten erfüllen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine linguistische Literaturanalyse, insbesondere auf Studien wie die von Dagmar Schütte, um die Funktionen von Anglizismen und deren Frequenz in der Werbepraxis darzulegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine funktionale Analyse (Kolorit, Präzision, Schmeichelung etc.) und eine Untersuchung der Verteilung von Anglizismen in Werbebausteinen wie Headline und Fließtext.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Werbesprache, Anglizismen, Amerikanisierung, Marketing und Sprachwandel.

Warum ist laut der Autorin der Slogan bei Anglizismen besonders "schwammig" gehalten?

Der Slogan soll laut Arbeit bewusst unkonkret bleiben, um durch Superlative oder hyperbolische Ausdrücke eine dauerhafte, identitätsstiftende Wirkung zu entfalten, ohne durch zu detaillierte Sachaussagen an Appellfunktion zu verlieren.

Wie unterscheidet die Autorin zwischen High-Involvement- und Low-Involvement-Werbung?

High-Involvement-Werbung erfordert eine aktive kognitive Leistung des Konsumenten beim Entschlüsseln der englischen Begriffe, was dem Rezipienten ein Gefühl von Exklusivität und Intelligenz vermittelt, während Low-Involvement-Werbung eher passiv wahrgenommen wird.

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Details

Title
Anglizismen in der deutschen Werbesprache
College
University of Mannheim  (Germanistische Linguistik & MKW)
Course
Sprachvariation in der Medienkommunikation
Grade
1,3
Author
Magister Artium Sarah Stricker (Author)
Publication Year
2002
Pages
15
Catalog Number
V58778
ISBN (eBook)
9783638528801
ISBN (Book)
9783656774914
Language
German
Tags
Anglizismen Werbesprache Sprachvariation Medienkommunikation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Sarah Stricker (Author), 2002, Anglizismen in der deutschen Werbesprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58778
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