Capability Mapping ist eine Management-Methode, die derzeit stark im Fokus steht. Die aus dem IT-geprägten Enterprise Architecture Management entnommene Methodik ermöglicht es Unternehmen, die Komplexität der Anforderungen, die aus einer bewussten strategischen Positionierung entsteht, transparent und greifbar zu machen. Sie bezieht dabei nicht nur das Vorhandensein von bestimmten Ressourcen ein, sondern betrachtet auch die notwendigen Kompetenzen zur Nutzung dieser Ressourcen.
Ermöglicht die Nutzung der Methodik des Capability Mappings die Ableitung einer Business Strategie? Welche Rahmenbedingungen sind dabei zu beachten? Corvin Hermann bietet anhand des deutschen Strommarkts für Privatkunden einen tieferen Einblick in das Capability Mapping und ermöglicht so ein besseres Verständnis der Methodik.
Seit über einem halben Jahrzehnt beschäftigt sich Hermann mit strategischen Themen rund um die Digitalisierung und Transformation von Unternehmen. Angefangen bei Digitalisierungsprojekten im stationären Vertrieb bis hin zu großen Transformationsinitiativen in der Energiewirtschaft konnte in diese Publikation Einiges an Praxiserfahrung und Expertise einfließen. Sein Buch vermittelt ein Verständnis für das theoretische Fundament des Capability Mappings, veranschaulicht die Methode und gibt Empfehlungen für die Praxis.
Aus dem Inhalt:
- PESTEL-Analyse;
- Portersche Normstrategien;
- Customer Journey;
- Knowhow;
- strategisches Management
Inhaltsverzeichnis
1 Der Fokus und die Vorgehensweise
2 Das theoretische Fundament
2.1 Der Markt und Wettbewerb
2.2 Die Strategie als Grundlage
3 Die Normstrategien im Energiemarkt
3.1 Die Ableitung der Fähigkeiten
3.2 Die Fähigkeiten in der Praxis
4 Die Evaluation der Ergebnisse
4.1 Die Evaluation der abgeleiteten Fähigkeiten
4.2 Die Evaluation der Vorgehensweise
4.3 Die Limitationen der Vorgehensweise
4.4 Freizeitprodukt
5 Das Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Forschungsarbeit untersucht, ob die Methodik des Capability Mappings zur Ableitung von Business-Strategien im deutschen Energiemarkt geeignet ist und welche Rahmenbedingungen dabei berücksichtigt werden müssen. Dabei wird der Erfolg der Methodik für unterschiedliche Strategien bewertet und die theoretische Herleitung durch Beobachtungen in der Praxis validiert.
- Analyse des deutschen Strommarktes für Privatkunden unter Berücksichtigung von PESTEL und Five Forces.
- Entwicklung und Visualisierung von Capability Maps für Kostenführerschafts-, Differenzierungs- und Nischenstrategien.
- Einsatz der Customer Journey Methode zur Strukturierung benötigter strategischer Fähigkeiten.
- Evaluation der Praxistauglichkeit anhand von Beispielen wie eprimo, Yello und anderen Marktteilnehmern.
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Das Capability Mapping
Eine Möglichkeit zur Ableitung und Visualisierung einer Business-Strategy besteht aus dem Ansatz der Strategic Capability. Dieser Ansatz ist eine Fortführung der resource-based view und bezieht nicht nur das Vorhandensein von bestimmten Ressourcen ein, sondern betrachtet auch die notwendigen Kompetenzen zur Nutzung dieser Ressourcen. Weiterhin ergänzt die Capability-based view den Fokus auf zukünftige Umsätze, während die ressource-based view eine Momentaufnahme ist. Aus diesem Grund ist die Capability-based view eine passende Ergänzung zu der bereits erwähnten Strategiesicht, da beide eine auf die Zukunft ausgerichtete Sichtweise haben. Die exakte Definition einer Fähigkeit wiederum ist in der Literatur nicht abschließend geklärt. Quellen, die den Capability Begriff aus einer enterprise architecture management Sicht sehen, haben einen stärkeren Fokus auf die IT Komponente als es zum Beispiel Johnson aus einer Strategie-Sicht hat. Um im Folgenden eine eindeutige Definition zu verwenden, wird der Capability Begriff wie folgt definiert:
Eine Capability ist eine stark verdichtete Business-Fähigkeit und nutzt mindestens eine der folgenden Ressourcengruppen – physikalische, finanzielle, Personal- oder Wissensressourcen.
Doch nicht alle Fähigkeiten sind wiederum strategischer Natur. Eine strategische Fähigkeit ist zum einen differenzierend vom Wettbewerb und zum anderen differenzierend zu weiteren strategischen Ausrichtungen. Um diese Eigenschaft zu erhalten, müssen weiterhin die folgenden Faktoren vorhanden sein:
Zusammenfassung der Kapitel
1 Der Fokus und die Vorgehensweise: Dieses Kapitel erläutert die Problemstellung im deutschen Strommarkt und definiert das Ziel, die Methode des Capability Mappings als strategisches Hilfsmittel zu evaluieren.
2 Das theoretische Fundament: Hier werden die makroökonomischen Einflüsse durch eine PESTEL-Analyse sowie die Branchenstruktur mittels Five Forces Modell analysiert und der Strategiebegriff inklusive der Capability-based View definiert.
3 Die Normstrategien im Energiemarkt: Dieses Kapitel leitet spezifische Fähigkeiten für Kostenführerschafts-, Differenzierungs- und Nischenstrategien ab und vergleicht diese mit aktuellen Marktbeispielen.
4 Die Evaluation der Ergebnisse: Hier werden die abgeleiteten Fähigkeiten auf ihre strategische Validität hin geprüft und der methodische Nutzen des Capability Mappings kritisch hinterfragt.
5 Das Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und zeigt auf, dass das Capability Mapping ein valider Ansatz ist, der jedoch eine fundierte vorgelagerte Marktanalyse erfordert.
Schlüsselwörter
Capability Mapping, Strategisches Management, deutscher Energiemarkt, Strommarkt, Business Strategie, Kostenführerschaft, Differenzierungsstrategie, Nischenstrategie, Customer Journey, Five Forces, PESTEL-Analyse, Wettbewerbsvorteil, Energiewende, Preisführerschaft, Digitalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Energieversorgungsunternehmen die Methodik des Capability Mappings nutzen können, um ihre Business-Strategie im deutschen Strommarkt systematisch abzuleiten und zu visualisieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die strategische Unternehmensführung, die Anwendung der PESTEL- und Five-Forces-Analyse auf den Energiemarkt sowie die methodische Verknüpfung von Strategien mit operativen Fähigkeiten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu beantworten, ob Capability Mapping eine valide Methode zur Ableitung von Business-Strategien im Energiesektor darstellt und welche Rahmenbedingungen dabei beachtet werden müssen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus theoretischer Herleitung (u.a. PESTEL, Five Forces, Strategic Capability) und deren Veranschaulichung anhand von Praxisbeispielen, gestützt durch die Customer Journey Methode.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil beinhaltet die theoretische Fundierung, die Ableitung von Fähigkeiten für drei Normstrategien (Kostenführerschaft, Differenzierung, Nische) sowie deren praktische Überprüfung anhand von Unternehmen wie eprimo, Yello und Stadtwerken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen zählen Capability Mapping, strategisches Management, Energiemarkt, Kostenführerschaft, Differenzierungsstrategie und die Customer Journey.
Warum ist das Capability Mapping im Strommarkt relevant?
Da Strom als Commodity gilt, hilft diese Methode dabei, trotz hoher Standardisierung differenzierende Wettbewerbsvorteile durch gezielte Fähigkeiten zu identifizieren und zu managen.
Welche Rolle spielen "Key Driver of Change" in der Analyse?
Sie dienen als externe Einflussfaktoren, wie etwa die Energiewende oder die Deregulierung, um sicherzustellen, dass die abgeleiteten Fähigkeiten zukunftssicher und marktkonform sind.
- Quote paper
- Corvin Hermann (Author), 2020, Wie gut eignet sich Capability Mapping für das strategische Management? Theoretisches Fundament sowie Veranschaulichung anhand des deutschen Energiemarkts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/588009