Grundlagen von Pädagogik und Unterricht. Bedeutung und Wirkung von Frontalunterricht


Hausarbeit, 2010

19 Seiten, Note: 1,7

N. H. (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorlesungs- und Lektüreaufgaben
2.1 Skizze für eine Unterrichtseinheit

3. Studienwahlmotive und Lehrer-/ Schülerideal

4. Fallanalysen
4.1 Auseinandersetzung mit theoretischen Aspekten des gewählten Schwerpunktes
4.2 Interpretationsprotokoll der Gruppe
4.3 Theorie-Praxis-Reflexion

5. Resümee

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Für den heutigen Unterricht reicht es nicht mehr aus, dass der Lehrer nur verschiedene Inhalte wiedergibt, welche die Klasse auswendig lernen soll. Damit würden die Schüler- und Schülerinnen nur nach dem ‚Schwammprinzip’ arbeiten. Sie ‚füllen sich vor einer Arbeit mit Wissen’ und vergessen dann die meisten Inhalte wieder. Dieses Ergebnis ist für beide Seiten nicht vorteilhaft und somit nicht ausreichend für den Unterricht. Eine große Herausforderung für die Pädagogen besteht aber nicht nur in der Motivation für ein Thema. Vielmehr soll ein Prozess angestrebt werden, bei dem sich die Jugendlichen mit den Inhalten auseinandersetzen, wobei ein Denkprozess entsteht und sich dann ein Urteil bilden. Jedoch werden LehrerInnen an ihre Grenzen stoßen, wenn sie versuchen dieses Ziel nur mit Frontalunterricht zu erreichen. Die Lösung für dieses Problem besteht darin, dass man die Jugendlichen aktiver am Unterricht beteiligt. Beispiele hierfür wären Gruppenarbeit, Rollen- oder Planspiele. Durch das Mitwirken der Klasse am Unterricht wird ihnen nicht nur Wissen vermittelt, sondern sie erfahren auch, dass der Unterricht interessant sein kann.

In der folgenden Arbeit werde ich mich mit dem Frontalunterricht und den alternativen Methoden beschäftigen. Zunächst werde ich mich mit Vorlesungs- und Lektüreaufgaben auseinandersetzen, bei dem sich die Inhalte auf die Vorlesung beziehen. Im anschließenden Kapitel werde ich die Studienwahlmotive aufzeigen. Hierbei soll das Lehrer- und Schülerideal dargestellt werden, sowie die Begründung für die Wahl eines Lehramtstudiums. Im Folgenden werde ich dann auf das Praktikumstagebuch eingehen. Bei dem die Praktikumsschule und verschiede Fälle vorgestellt werden. Im abschließenden Teil wird die Erarbeitung der Fallanalysen dargelegt, wie der Theorie-Praxis-Reflexion, außerdem ein Resümee über Entwicklungsaufgaben für den Professionalisierungsprozess. Mit diesen Komponenten möchte ich aufzeigen, welche Bedeutung Frontalunterricht und Alternativmethoden für den Unterricht haben.

2. Vorlesungs- und Lekt üreaufgabe

Dieses Kapitel soll erkenntlich machen, was man unter guten Unterricht versteht. Ein wichtiges Ziel stellt die Entstehung eines Arbeitsbündnisses zwischen dem Lehrer und den Schülern dar. Die Zusammenarbeit und Einhaltung bestimmter Regeln führt zu einem Vorteil für beide Seiten. Im folgenden Teilabschnitt werden die zehn Merkmale guten Unterrichts dargestellt und welche Bedeutung sie für das Arbeitsbündnis haben.

Das erste Merkmal ist eine ‚Klare Strukturierung’ des Unterrichts, bei dem „das Unterrichtsmanagement funktioniert, […] wenn sich ein für Lehrer und Schüler roter Faden durch die Stunde zieht.“1 Hierbei ist es erforderlich, dass die Rollenverteilung geregelt ist und der Lehrer als Autoritätsperson von der Klasse anerkannt wird. Es sollten Ziele und Inhalte dargelegt werden, damit die Jugendlichen wissen, was sie erwartet. Des Weiteren sind die Vorstellungen wichtig, wie sich der Lehrende den Unterricht vorstellt, wie zum Beispiel der Umgang sein soll oder wie viel Mitarbeit er verlangt.

Der zweite Punkt beschäftigt sich mit der ‚echten Lernzeit’, welche dem Lehrer effektiv zur Verfügung steht. Damit die gesamte Unterrichtszeit genutzt wird, ist ein pünktliches Erscheinen vom Lehrer und der Klasse erforderlich. Genauso förderlich ist die Vorbereitung oder Erledigung von Hausaufgaben, um dadurch alle Ziele in der Stunde zu erreichen. Organisatorische Probleme oder Konfliktsituationen sollten, wenn möglich, nach dem Unterricht gelöst werden.

Eine dritte Eigenschaft stellt das ‚lernförderliche Klima’ dar, bei dem ein respektvoller Umgang miteinander stattfindet. Die Schüler und Schülerinnen vertrauen dem Lehrer, welcher im Gegenzug jeden Einzelnen gleich behandelt, aber dennoch den Schwächeren aushilft und sich damit seiner Verantwortung als Pädagoge bewusst wird. Für die Erreichung einer guten Atmosphäre sind einzuhaltende Regeln notwendig.2

Bei dem vierten Merkmal handelt es sich um ‚inhaltliche Klarheit’, wo die Jugendlichen eindeutig verstanden haben, was sie für Aufgaben zu erledigen haben und was dadurch erreicht werden soll. Hierbei muss der Lehrer am Anfang einer Stunde die wichtigsten Informationen darstellen, was die Klasse zu erarbeiten hat und welche Ziele man damit verfolgt. Die Ergebnisse können dann entweder zusammengetragen werden, oder einzelne Schüler präsentieren ihre Lösungen. Der fünfte Aspekt ist ‚sinnstiftendes Kommunizieren’, welcher zu einer Entwicklung der Schüler führen soll, wie der Diskussionsfähigkeit. Hierbei kann der Lehrer durch Ermutigungen und einen sinnvollen Stundenaufbau das Interesse der Jugendlichen wecken, um dadurch mit Engagement und Freude in der Stunde arbeiten zu können. Durch Feedbackrunden kann er erfahren, was der Klasse am Unterricht gefällt und wo Veränderungen notwendig sind.3

Mit dem sechsten Punkt, der ‚Methodenvielfalt’, soll den Schülern verschiedene Unterrichtsarten dargelegt werden. Dabei ist der Einsatz von unterschiedlichen Medien und Lernorten mit zu beachten. Durch die Vielfalt an Methoden ist es möglich, dass die monotone und gleich bleibende Unterrichtung ersetzt wird. Es entsteht ein abwechslungsreicher Unterricht, bei dem die Klasse stärker eingebunden ist.

Die siebente Eigenschaft ist ‚individuelles Fördern’, bei dem der Lehrer erkennen muss, welche Schüler zu den Leistungsschwachen oder Leistungsstarken gehören, um sie dementsprechend zu fördern. Hierbei können verschiedene Aufgaben gestellt werden oder bei Gruppenarbeiten kann eine Mischung aus starken und schwachen Jugendlichen gebildet werden. Hinzu kommt eventuell die Unterredung mit den Eltern, um sie über die Begabungen/ Probleme zu informieren und mit ihnen sogar individuelle Förderungsmaßnahmen zu planen.

Für das achte Merkmal, dem ‚intelligenten Üben’, ist es wichtig, dass erworbenes Wissen in regelmäßigen Abständen wiederholt wird. Dadurch festigen sich die Inhalte bei den Schülern und sind besser bei Vertiefungen mit einzubringen. Außerdem kann das erhaltene Wissen auf neue Themenkomplexe oder für andere Fächer benutzt werden.4

Der neunte Punkt ist ‚transparente Leistungserwartungen’, wo der Lehrer seine Anforderungen an die Klasse darstellt. Dabei sollten unterschiedliche Leistungskontrollen angewandt werden, welche Bedeutung diese für die Jugendlichen haben und im Voraus geplant sein. Ein Feedback an den einzelnen Schüler ist notwendig, um seine Fehler zu verstehen und verbessern zu können. Im letzten Merkmal geht es um eine ‚vorbereitete Umgebung’. Hierbei kann der Lehrer sich auf den Unterricht konzentrieren und muss nicht erst die nötige Ordnung schaffen. Der Lernort wird als angenehm empfunden, wodurch die Konzentration zum Lernen gesteigert wird. Ein pfleglicher Umgang der Schüler mit den Unterrichtmaterialien ist dafür eine Voraussetzung. Durch eine gute Vorbereitung ist außerdem die Lernzeit höher und kann damit effektiver genutzt werden.5

2.1 Skizze f ür eine Unterrichtseinheit

Die von mir erdachte Unterrichtseinheit ist für die 8. Klasse des Gymnasiums im Fach Sozialkunde, welche politische Struktur enthält, eine intensive Auseinandersetzung der Schüler fordert und ein Denkprozess entstehen soll. In der ersten Schulstunde müssen die Jugendlichen verschiedene Quellen bearbeiten, hierbei würde die gesamte Klasse zuerst die Quelle (1, Chronik einer Schließung) lesen. Im Anschluss werden Hinweise vom Lehrer gegeben und Fragen zum Thema oder politischen Bezeichnungen beantwortet. Danach sollen die Schüler Gruppen bilden und jede erhält dann weitere Quellen (3-7), die den Standpunkt einer jeweiligen Interessensgruppe bzw. Partei darstellt. Die Schülergruppen erhalten dann wieder Zeit, um sich die die Quelle durchzulesen und in Zusammenarbeit die wichtigsten Textpassagen zu erarbeiten und festzuhalten.

In der nächsten Stunde erhalten die Schüler eine weitere Aufgabe, bei der sie die Ergebnisse auf Plakaten darlegen und präsentieren sollen. Nach dem Vortragen können die Plakate im Klassenraum aufgehängt werden, um somit die wichtigsten Fakten parat zu haben. Für die dritte Stunde ist eine Diskussionsrunde geplant, bei der die Jugendlichen ihre Meinung zu dem politischen Fall und den Interessen der jeweiligen Interessengruppen bzw. Parteien äußern können.

Des Weiteren werden die wichtigsten Inhalte oder Begriffe wiederholt und dadurch verfestigt. Damit die Schüler und Schülerinnen die Strukturen besser verstehen können, wird ein Besuch zu einem politischen Entscheidungsträger durchgeführt. Ein Beispiel hierfür, stellt der Stadtrat der jeweiligen Umgebung dar. Hierbei erfahren sie, wie Politik in der Praxis verläuft und erhalten Abwechslung zum „normalen“ Unterricht. Die Jugendlichen erhalten auch Aufgaben, wo sie in Erfahrung bringen sollen, welche Partei derzeit regiert und wie überhaupt eine politische Entscheidung getroffen wird. Die folgende Unterrichtsstunde stellt eine Gesprächsrunde dar, bei dem die Klasse ihre Lösungen für die Aufgaben zusammentragen, von ihren Erlebnissen berichten und aufkommende Fragen geklärt werden. In der sechsten Schulstundestunde erhalten die Jugendlichen zwei weitere Quellen (8-9), welche sie bearbeiten müssen. Diese Quellen dienen zur Vertiefung vom Thema, sowie der Wissensvermittlung über Bürgerentscheide und politischen Strukturen. Nach der Quellenbearbeitung werden die Ergebnisse vorgestellt und an der Tafelwand dargelegt.

Für die nächste Unterrichtstunde wird eine fiktive Stadtratsversammlung zur möglichen Schließung des Stadtbades geplant und organisiert. Hierbei sollen die Schüler erneut Gruppen bilden, um eine der jeweiligen Parteien und deren Interessen darzustellen und zu vertreten. Die zu erarbeitenden Argumente für ihren Standpunkt, sind dabei als Hausaufgaben zu erledigen. In der achten und neunten Schulstunde findet die fiktive Stadtratsversammlung statt und anschließend erfolgt ein Fazit. Eine Auswertung der fiktiven Stadtratsversammlung findet in der zehnten Unterrichtsstunde statt. Der Klasse soll mit der fiktiven Stadtratsversammlung gezeigt werden, wie umfassend und schwierig Politik ist und welche Zugeständnisse von beiden Seiten nötig sind, um zu einer Entscheidung zu gelangen. Abschließend wird das erworbene Wissen durch eine Kontrollarbeit überprüft, welche am Anfang des politischen Falls angekündigt wurde.

3. Studienwahlmotiv und Lehrer-/ Sch ülerideal

Die Begründung für die Aufnahme eines Lehramtstudiums besteht aus meiner Sicht heraus, durch eine Vielfalt an Motiven, welche aber auch bei vielen anderen Mitstudenten anzutreffen ist. Meiner Meinung nach ist der Wunsch ein Lehrer zu werden, ein Entwicklungsprozess über viele Jahre, bei dem Interessen für bestimmte Fächer entstehen oder der Umgang mit Menschen wichtig ist.

„Sie haben circa 13 Jahre Schule hinter sich, Eltern und Lehrer haben sie mal mehr und mal weniger erzogen, sie wurden vielleicht in Vereinen oder Jugendgruppen vielfältig in Fragen von Erziehung und Bildung sozialisiert.“6 Ein Argument betrifft das Elternhaus, wo die Grundlagen für das spätere Leben gelegt wurden. Hierbei wird die ‚soziale Schicht’ dargelegt, woraus man den Umgang zwischen Eltern und Kindern erkennt oder den Bildungsgrad, bei dem die Erziehungsberechtigen als Vorbild dienen.

Die Wahl der Motive ein Lehrer zu werden, existiert aus allgemeinen Gründen, welche von jedem angehenden Lehrer angegeben werden und aus individuellen Anforderungen oder Wünschen an das Berufsleben besteht. Persönliche Vorstellungen sind ein sicherer Arbeitsplatz, welcher auch gut bezahlt wird. Der Beginn eines Lehramtstudiums kann auch aus den Motivationen der Allgemeinheit entstehen, die sich aus fünf Faktoren zusammensetzte. Der erste Punkt ist die Herausforderung und Verantwortung für den Beruf des Lehrers. Hierbei ist mir vor allem wichtig, dass die Arbeitsfelder vielfältig sind und ich eigene Ideen mit einbringen kann. Von Bedeutung ist auch die Verantwortung die man hat und ausübt, um dadurch die Schüler und Schülerinnen mit zu erziehen und zu begleiten.7 Das zweite Argument betrifft das fachspezifische Interesse, bei dem die Verbindung zwischen den Fächern und einer Wissbegierde an den Themen besteht. Hierdurch kann nicht nur Fachwissen unterrichtet werden, nebenbei wird auch zusätzliches Wissen dargestellt, durch das eigene Interesse des Lehrers.

Ein dritter Bereich stellt die pädagogische Motivation dar. Meiner Meinung nach ist es ein tolles Gefühl, wenn man sieht, dass die vermittelten Inhalte von den Jugendlichen verstanden und angewandt werden. Wenn die Schüler den Unterricht mit Freude und Engagement verfolgen, bedeutet das einen enormen Erfolg für den Lehrer. Des Weiteren ist eine gute Unterrichtung in Verbindung mit einem vertrauensvollen, freundlichen und aufgeschlossenen Lehrenden wichtig, als Basis für wirkungsvolle Pädagogik. Weiterhin ist zu beachten, dass die Kinder/Jugendlichen einen Großteil ihrer Bildung und Erziehung in der Schule erhalten, neben dem Elternhaus.8

[...]


1 http://sts-ghrf-ruesselsheim.bildung.hessen.de/ausbildungsmodule/erdkunde_einfue/material/Zehn_Merkmale _guten_Unterrichts.pdf, 23.09.2010.

2 Ebenda, S. 2 f.

3 Ebenda, S. 4 f.

4 Ebenda, S. 6-9.

5 Ebenda, S. 10 f.

6 Kiel, E: Lehrer werden ist nicht schwer, in: Folien zur Vorlesung 2007, s. 12.

7 Ebenda, S. 11.

8 Ebenda, S. 11.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Grundlagen von Pädagogik und Unterricht. Bedeutung und Wirkung von Frontalunterricht
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Pädagogik)
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
19
Katalognummer
V588107
ISBN (eBook)
9783346191182
ISBN (Buch)
9783346191199
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Es handelt sich hierbei um eine Hausarbeit für das Orientierungspraktikum mit dem Schwerpunkt Frontalunterricht.
Schlagworte
Orientierungspraktikum, Frontalunterricht, Grundlagen Pädagogik, Praktikum, Hospitation
Arbeit zitieren
N. H. (Autor), 2010, Grundlagen von Pädagogik und Unterricht. Bedeutung und Wirkung von Frontalunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/588107

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