In der Unterrichtsstunde zum Thema Nürnberger Gesetze oder auch "Nürnberger Rassengesetze" soll erarbeitet werden, welche Bedeutung die Erlasse des Reichsparteitages von 1935 für Deutsche jüdischen Glaubens haben. Die verabschiedeten Gesetze betreffen zwar die ganze Bevölkerung des Deutschen Reiches, jedoch steht hierbei im Vordergrund, die sogenannte "Judenfrage" zu klären.
Zusammenfassend lässt sich behaupten, dass die Nürnberger Gesetze drei wesentliche Folgen für die Deutschen jüdischen Glaubens bedeutet haben. Es hatte zum einen Auswirkungen für die Juden persönlich (Beispiel: keine Reichsbürger), zum anderen Konsequenzen für die Beziehung zwischen "Ariern und Nichtariern" (Beispiel: Eheverbot) und der letzte Punkt ist die neue Qualität der Judenverfolgung, die nun durch Gesetze legal war.
Der Holocaust ist ein Thema, das die Menschen bis in die Gegenwart hinein begleitet und auch in der Zukunft präsent sein wird. Den SuS soll bewusstwerden, dass ein totalitäres Herrschaftssystem nicht nur in der Vergangenheit existiert hat, sondern auch in der Gegenwart bestehen kann. Dass es selbst heutzutage Länder gibt, in denen die Einwohner beispielsweise keine politische Partizipation besitzen oder wenige/keine Freiheitsrechte haben. Idealerweise wäre hier ein fächerübergreifendes Arbeiten, bei dem die Jugendlichen im Sozialkundeunterricht die eben genannten Punkte nochmals aufgreifen würden.
Inhaltsverzeichnis
1. Großer Unterrichtsentwurf
1.1 Lerngruppenanalyse
1.2 Sachanalyse
1.3 Didaktische Analyse
1.4 Methodische Analyse
1.5 Lernzielformulierung
1.6 Bibliographie
1.7 Anhang
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, im Rahmen einer Unterrichtsstunde die historische Bedeutung und die Konsequenzen der Nürnberger Gesetze von 1935 für die jüdische Bevölkerung im Nationalsozialismus zu erarbeiten und den Übergang von informeller Diskriminierung zu einer legalisierten staatlichen Judenverfolgung aufzuzeigen.
- Historische Einordnung der Nürnberger Gesetze im Kontext der NS-Judenpolitik
- Analyse der rechtlichen Folgen für das tägliche Leben von Juden
- Untersuchung des Wandels von informellem Terror zu staatlich legitimierter Gesetzgebung
- Methodische Gestaltung einer geschichtswissenschaftlichen Unterrichtsstunde (Quellenarbeit, Bildanalyse)
Auszug aus dem Buch
1.2 Sachanalyse
In der Unterrichtsstunde zum Thema Nürnberger Gesetze oder auch „Nürnberger Rassengesetze“ soll erarbeitet werden, welche Bedeutung die Erlasse des Reichsparteitages von 1935 für Deutsche jüdischen Glaubens haben. Die verabschiedeten Gesetze betreffen zwar die ganze Bevölkerung des Deutschen Reiches, jedoch steht hierbei im Vordergrund, die sogenannte „Judenfrage“ zu klären.
Das Ende der Weimarer Republik und die damit beginnende Herrschaft der Nationalsozialisten bedeutet für die Juden im Dritten Reich ein Leben in Ungewissheit, Diskriminierung und Angst. Im Jahr 1933 gab es schon flächendeckende Gewalttätigkeiten, die von SA-Leuten meist „spontan“ organisiert wurden und das Volk mitreißen sollte. Jedoch sind diese Aktionen nicht das eigentliche Ziel, sondern die sich daraus entstehenden Forderungen der Bevölkerung nach Gesetzesinitiativen durch die staatliche Führung. Es sollten die Rechte und Freiheiten derer begrenzt werden, die Hitler und die NSDAP als den Sündenbock sahen, also den Juden. Der Historiker Uwe Dietrich Adam bezeichnet die Kombination von Gewalt und staatlichen Verordnungen als eine „untrennbare Verbindung von Politik und Terror (…) in der Machtergreifungsphase (…).“
Die Boykott-Maßnahmen jüdischer Geschäfte am 1. April 1933 sind nur der Beginn des Terrors, dem Verbote und Gesetze gegen Juden folgen. Sie stellen die erste Stufe der Judenverfolgung dar, die einen informellen Charakter besaßen und sich durch einzelne Maßnahmen und öffentliche Demütigungen auszeichneten. Zu diesem Zeitpunkt bestand vielerorts „das Problem“, dass die Verwaltungen keine genauen Instruktionen erhielten, wer denn nun nach den Vorstellungen der nationalsozialistischen Führungsrige ein Deutscher jüdischen Glaubens war und wer nicht. Die Aktionen brachten jedoch nicht den gewünschten Erfolg, der den Antisemitismus in der Bevölkerung vergrößern und die Juden noch mehr isolieren sollte.
Die zweite Hälfte des Jahres 1933 und das Jahr 1934 wird in der Literatur auf Grund der Angst vor außenpolitischen Sanktionen, wie einer Handelsblockade und dem zum Teil gleichgültigen Verhalten der deutschen Bevölkerung gegenüber der „Judenpolitik“ als „ruhige Phase“ bezeichnet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Großer Unterrichtsentwurf: Dieses Kapitel bildet den Rahmen für die Unterrichtseinheit und gliedert sich in verschiedene analytische Vorbereitungsstufen.
1.1 Lerngruppenanalyse: Hier werden die Voraussetzungen, das Leistungsvermögen und das Sozialgefüge der betroffenen Schülerklasse beschrieben.
1.2 Sachanalyse: Dieses Kapitel erläutert den historischen Hintergrund und die Bedeutung der Nürnberger Gesetze innerhalb der nationalsozialistischen Judenpolitik.
1.3 Didaktische Analyse: Hier wird der Bezug zum Lehrplan hergestellt und die Einordnung des Themas in die Unterrichtsreihe Holocaust begründet.
1.4 Methodische Analyse: In diesem Teil werden die didaktischen Entscheidungen für den Unterrichtsverlauf, wie die Verwendung von Bildquellen und die Gestaltung der Arbeitsphasen, dargelegt.
1.5 Lernzielformulierung: Dieses Kapitel definiert die angestrebten inhaltlichen, methodischen und sozial-affektiven Kompetenzen, die die Schüler erlangen sollen.
1.6 Bibliographie: Dieses Kapitel listet die für die Erstellung der Arbeit genutzte Fachliteratur auf.
1.7 Anhang: Der Anhang enthält detaillierte Verlaufspläne, Arbeitsaufträge und die verwendeten Materialien für die Unterrichtsstunde.
Schlüsselwörter
Nürnberger Gesetze, Holocaust, Judenverfolgung, Nationalsozialismus, Antisemitismus, Reichsbürgergesetz, Rassengesetzgebung, Geschichtsunterricht, Didaktik, Quellenanalyse, Diskriminierung, Drittes Reich, Rassenschande, Unterichtsentwurf
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Arbeit umfasst einen detaillierten Unterrichtsentwurf zum Thema "Welche Bedeutung haben die Nürnberger Gesetze für die Juden?" innerhalb der Unterrichtsreihe Holocaust.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die historische Aufarbeitung der Nürnberger Gesetze, die methodische Gestaltung von Geschichtsunterricht sowie die Analyse der Auswirkungen staatlicher Gesetzgebung auf die jüdische Bevölkerung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung eines fundierten Entwurfs für eine Unterrichtsstunde, die Schülern den Übergang von informeller Diskriminierung zu legalisierten, staatlich gelenkten antijüdischen Verordnungen veranschaulicht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden methodische Ansätze der Geschichtsdidaktik angewandt, insbesondere die Analyse von Primärquellen (Gesetzestexte) und Bildquellen sowie eine fachwissenschaftliche Sachanalyse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Lerngruppenanalyse, die Sachanalyse der Gesetze, die didaktische Begründung der Unterrichtsreihe sowie eine methodische Planung der Unterrichtsphasen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Nürnberger Gesetze, Holocaust, Judenverfolgung, Antisemitismus, Unterrichtsentwurf und Quellenarbeit.
Wie gehen die Schüler mit den Quellen um?
Die Schüler arbeiten arbeitsteilig in Gruppen an verschiedenen Quellenmaterialien, werten diese aus und präsentieren ihre Ergebnisse im Plenum, um die Auswirkungen der Gesetze zu verstehen.
Warum wird eine Bildquelle als Einstieg gewählt?
Das Bild einer öffentlichen Demütigung dient als stummer Impuls, um Vorwissen zu aktivieren, die Aufmerksamkeit zu bündeln und einen Anknüpfungspunkt zur weiteren Diskriminierungsgeschichte zu schaffen.
- Citar trabajo
- N. H. (Autor), 2010, Die "Nürnberger Rassengesetze" im Geschichtsunterricht. Welche Bedeutung haben die Nürnberger Gesetze für die Juden?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/588175