In einem Umfeld, das durch einen zunehmenden internationalen Wettbewerb, einen immer schnelleren technologischen Wandel und steigende Kundenanforderungen geprägt ist, wird die Anwendung aussagefähiger Kostenrechnungssysteme zum entscheidenden Faktor für die langfristige Erfolgssicherung. Hier sind das vergangenheitsorientierte Rechnungswesen und die traditionelle Kostenrechnung für viele Unternehmen nicht mehr ausreichend. Heutige Kostenrechnungsmodelle müssen vielmehr aussagekräftige Ergebnisse für verschiedene Adressatenkreise liefern. Jedoch sind die heute zur Verfügung stehenden Kostenrechnungsmodelle luxuriöse und teure Instrumente, welche es zu rechtfertigen gilt. „Todays accounting systems are like Cadillac’s of the late 1950s“.
Die Diskrepanz von zunächst zusätzlichen Kosten für Kostenrechnungsmodelle, wie Prozesskosten- rechnung und Target Costing sowie der zu erwarteten Kosteneinsparung müssen für heutige Kostenrechner bzw. Manager aufgelöst werden. Diese Arbeit hat zum Ziel, das Zusammenwirken von Target Costing und Prozesskostenrechnung als theoretische Grundlage, vor allem für das produzierende Gewerbe transparent zu machen und die Funktionsweise, Eigenschaften sowie die Effizienz der beiden Modelle und deren Kombination herauszuarbeiten. Beide Modelle einzeln kommen mittlerweile in vielen Unternehmen zur Anwendung. Der kombinierte Einsatz ist jedoch bisher selten zu finden. Nicht Gegenstand dieser Arbeit ist es, das Kostenmanagement und das damit verbundene Instrumentarium zur Kostensenkung zu untersuchen. Genauso wenig ist es hier möglich einen Leitfaden für die praktische Implementation herauszuarbeiten, was auch die Analyse der Kosten für die Einführung der beiden Modelle mit einschließt. Diese Studienarbeit richtet sich in erster Linie an Unternehmer und sonstige Kostenrechner, welche bereits Kenntnis von beiden Modellen erlangt haben, diese jedoch aus Unerfahrenheit und / oder fehlender Transparenz noch nicht angegangen sind.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
1.4 Begriffsabgrenzung
2 Target Costing
2.1 Grundlagen
2.2 Der Prozess des Target Costing
2.2.1 Der Prozess der Zielkostenfindung
2.2.2 Der Prozess der Zielkostenspaltung
2.2.3 Der Prozess der Zielkostenrealisierung
2.3 Grenzen des Target Costing
2.4 Zusammenfassung des Target Costing
3 Prozesskostenrechnung
3.1 Grundlagen
3.2 Vorgehensweise
3.3 Einsatzmöglichkeiten
3.4 Grenzen der Prozesskostenrechnung
3.5 Zusammenfassung der Prozesskostenrechnung
4. Zusammenspiel von Target Costing und Prozesskostenrechnung
4.1 Grundlagen
4.2 Zusammenspiel zur Bestimmung der Produktstandardkosten
4.3 Zusammenwirken bezüglich der Produktgrundsatzentscheidungen
4.4 Zusammenspiel zur Erreichung der Zielkosten
4.5 Diskussion der kombinierten Einsatzmöglichkeit
4.6 Weitere zu berücksichtigende Ansätze
5. Kritische Würdigung
Zielsetzung & Themen
Diese Studienarbeit analysiert das Zusammenwirken von Target Costing und Prozesskostenrechnung im produzierenden Gewerbe, um die Effizienz dieser Kombination transparent zu machen. Die Arbeit richtet sich an Kostenrechner, die beide Modelle kennen, aber aufgrund fehlender Transparenz bei deren Implementierung zögern.
- Analyse der Funktionsweise und Eigenschaften von Target Costing und Prozesskostenrechnung.
- Untersuchung der Synergieeffekte durch den kombinierten Einsatz beider Instrumente.
- Darstellung der Kostentransparenz und Unterstützung bei Produktgrundsatzentscheidungen.
- Erörterung der Grenzen sowie der praktischen Anwendungsmöglichkeiten beider Verfahren.
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Der Prozess der Zielkostenfindung
Ausgangspunkt der Zielkostenfindung ist der am Markt erzielbare Preis (Target Price), welcher durch den Einsatz verschiedener Instrumente der Marktforschung und auf Grund strategischer Überlegungen ermittelt wird. Es stellt sich also nicht die Frage „Was wird das Produkt kosten?“ sondern „Was darf das Produkt kosten?“
Zur Ermittlung der Preisbereitschaft, Kundenanforderung sowie der Markt- und Wettbewerbssituation gibt es seitens der Marktforschung zahlreiche Instrumente. Auszugsweise seien neben der japanischen „Hand-am-Markt-Forschung“ hier noch die gängigsten Instrumente (Kunden-, Expertenbefragung und Paneluntersuchung) erwähnt. Im deutschsprachigen Raum hat sich vor allem die Conjoint-Analyse als hilfreiches Instrumentarium erwiesen. Ihren besonderen Wert zeigt die Conjoint-Analyse in der Verbindung mit Target Costing, da sie auf den Nutzen einzelner Produktmerkmale sowie die Preisvorstellungen besondere Rücksicht nimmt.
Zur Festlegung der Target Costs werden dennoch in der Literatur fünf verschiedene Ansätze genannt: Out of Company, Out of Standard Costs, Into and out of Company, Out of Competitor und Market into Company.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Definiert die Problemstellung durch gestiegenen Wettbewerb und erläutert die Zielsetzung sowie die Vorgehensweise der Arbeit.
2 Target Costing: Beschreibt das Konzept des marktorientierten Zielkostenmanagements, dessen Prinzipien, den Prozess von der Findung bis zur Realisierung sowie dessen Grenzen.
3 Prozesskostenrechnung: Analysiert das Instrument der Prozesskostenrechnung, deren Vorgehensweise, Einsatzmöglichkeiten wie Gemeinkostenmanagement und die methodischen Grenzen.
4. Zusammenspiel von Target Costing und Prozesskostenrechnung: Erörtert, wie Prozesskostenrechnung das Target Costing bei der Bestimmung von Standardkosten, Grundsatzentscheidungen und der Erreichung von Zielkosten methodisch unterstützt.
5. Kritische Würdigung: Führt eine abschließende Bewertung durch, in der die Bedeutung beider Instrumente für wettbewerbsintensive Branchen hervorgehoben wird.
Schlüsselwörter
Target Costing, Prozesskostenrechnung, Kostenmanagement, Zielkosten, Gemeinkosten, Kostentreiber, Produktkalkulation, Wettbewerbsfähigkeit, Marktorientierung, Prozessorientierung, Kostensenkung, Unternehmenssteuerung, Strategische Kalkulation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das theoretische Zusammenwirken der Kostenmanagement-Instrumente Target Costing und Prozesskostenrechnung, um die Effizienz bei deren Kombination aufzuzeigen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Konzepte des marktorientierten Zielkostenmanagements, die prozessorientierte Kostenrechnung, deren jeweilige Einsatzmöglichkeiten sowie deren spezifische Synergieeffekte.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Ziel ist es, die Funktionsweise beider Modelle transparent zu machen und Kostenrechnern aufzuzeigen, wie sie diese Instrumente kombiniert für eine bessere Kostenplanung und -steuerung einsetzen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Kostenrechnungsmodelle und ergänzt diese durch ein praktisches Anwendungsbeispiel im Anhang.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung beider Instrumente, die Analyse ihrer jeweiligen Grenzen und den detaillierten Vergleich bzw. die Synthese ihrer Anwendung, insbesondere bei der Bestimmung von Produktstandardkosten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Target Costing, Prozesskostenrechnung, Gemeinkostenmanagement, strategische Kalkulation und marktorientiertes Zielkostenmanagement.
Wie unterstützt die Prozesskostenrechnung konkret das Target Costing bei neuen Produkten?
Sie ermöglicht eine verursachungsgerechte Zurechnung von Gemeinkosten in den frühen Phasen der Produktentwicklung, wodurch die Auswirkungen von Design-Alternativen monetär bewertbar werden.
Warum wird die Kombination beider Modelle als sinnvoll erachtet?
Während Target Costing den Marktfokus setzt, sorgt die Prozesskostenrechnung für die notwendige Kostentransparenz in den indirekten Bereichen, was Fehlentscheidungen durch falsche Kostenannahmen verhindert.
- Arbeit zitieren
- Wolfgang Schneid (Autor:in), 2006, Betrachtung des Zusammenwirkens von Prozesskostenrechnung und Target Costing, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/58858